{"id":403655,"date":"2025-09-07T10:04:13","date_gmt":"2025-09-07T10:04:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/403655\/"},"modified":"2025-09-07T10:04:13","modified_gmt":"2025-09-07T10:04:13","slug":"ocean-race-europe-ich-habe-alle-daran-erinnert-wo-wir-herkommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/403655\/","title":{"rendered":"Ocean Race Europe: \u201cIch habe alle daran erinnert, wo wir herkommen\u201d"},"content":{"rendered":"<p class=\"\">\u200bVier Etappen sind im Ocean Race Europe gesegelt, die f\u00fcnfte und das finale K\u00fcstenrennen kommen noch. Auf der letzten Etappe habe ich ausgesetzt. So hatten wir es von Beginn an geplant: Jeder in unserem f\u00fcnfk\u00f6pfigen Segelteam setzt einmal aus. Ja, es hat sich etwas schwer angef\u00fchlt, dem Boot beim Ablegen zu winken.<\/p>\n<p>Ocean Race Europe: die wichtigste Lektion<\/p>\n<p class=\"\">Es f\u00fchlte sich ein bisschen so an, als h\u00e4tte mich mein anderes Baby verlassen. Dennoch wusste ich, dass es die richtige Entscheidung war. Und ich war sehr zuversichtlich, denn ich vertraue dem Team und den Menschen um mich herum voll und ganz \u2013 das ist eigentlich die wichtigste Lektion, die ich in meiner Rolle als Skipperin gelernt habe.<\/p>\n<p class=\"\">Zum einen wusste ich, dass es eine gute Entscheidung war, weil es Zeit f\u00fcr eine Pause war. Ich glaube daran, dass das Team frisch bleibt, wenn du die Leute frisch h\u00e4ltst, wenn sie die M\u00f6glichkeit haben, sich auszuruhen und zu regenerieren. Alan und Carolijn hatten diese M\u00f6glichkeit vorher schon. Also war jetzt ich an der Reihe. Zum anderen wei\u00df ich, dass wir ein sehr starkes Team aufgebaut haben. <\/p>\n<p class=\"\">Nach dem Startschuss war es nervenaufreibend, das Rennen im Tracking zu beobachten. Insbesondere beim Start. Ich war tats\u00e4chlich \u00fcberrascht, wie schwierig es war, das Rennen zu verfolgen. Ich musste ein \u201eSport+\u201c-Abo bei HBO-Max abschlie\u00dfend. Das war recht kompliziert. Ich dachte, okay, 25 Euro pro Monat \u2013 wieso ist es so schwierig, das zu sehen? Aber wir konnten es sehen.<\/p>\n<p>Beim Krafttanken auf den Tracker fixiert<\/p>\n<p class=\"\">Ich war auch \u00fcberrascht, wie knifflig es ist zu beurteilen, wie die Boote zueinander liegen. Wenn man SailGP oder etwas anderes sieht, dann ist es einfacher zu verstehen, wo genau sich die Boote befinden und wie sie in Relation zueinander vorankommen. Ich denke, dass wir das verbessern k\u00f6nnen. Ja, ich war w\u00e4hrend der Etappe auf den Tracker fixiert, aber ich konnte auch Zeit mit meiner Familie verbingen und mich ausruhen.<\/p>\n<p class=\"\">Den Tracker selbst habe ich manchmal als recht sprunghaft erlebt. Ich fand ihn etwas schwierig und auch den Wind manchmal nicht so akkurat dargestellt. Es war nicht immer ganz leicht, dem Rennen zu folgen. Ich habe auch bei MarineTraffic geschaut um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob der Wind korrekt ist. Und ich muss sagen, dass es ein ziemlich funky Rennen war. Ich traute meinen Augen kaum, als unser Boot immer noch feststeckte \u201eMapei\u201c zuerst einfach abd\u00fcste. Und dann \u201eBiotherm\u201c. Ich fragte mich, ob das gerade wirklich passierte. Aber das tat es.<\/p>\n<p class=\"\">Die Crew belegte den vierten Platz. Das war nicht das Ergebnis, das wir uns erhofft hatten, aber ich bin trotzdem stolz darauf, wie hart wir gek\u00e4mpft haben und wie jeder sein Bestes gegeben hat. Wir werden die gewonnenen Erkenntnisse mit in die heute startende letzte Etappe nehmen, die von Genua \u00fcber etwa acht Tage nach Boka Bay geht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.yacht.de\/regatta\/the-ocean-race\/ocean-race-europe-am-sonntag-startet-der-2000-seemeilen-showdown\/\" class=\"\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">Etappe 5 startet am 7. September um 15 Uhr \u2013\u00a0hier geht es zur Vorschau.<\/a><\/p>\n<p>Start-Studium zum Finale im Ocean Race Europe<\/p>\n<p class=\"\">Beim Debriefing nach Etappe vier haben wir dem Start sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet. Insbesondere der Vorstartphase, denn Franck Cammas wird die vorausliegende Etappe nicht bei uns an Bord sein. Nicolas Lunven, Alan Roberts, Carolijn Brauer und ich werden die Etappe bestreiten. Carolijn wird das Steuer \u00fcbernehmen. Also haben wir uns den Ansatz genau angesehen und geschaut, was wir daraus lernen k\u00f6nnen. Wo sind wir gestartet? Wo wollen wir im Idealfall sein?<\/p>\n<p class=\"\">Wir haben uns auch \u201eBiotherm\u201c angesehen, weil sie in der Regel gut von der Linie wegkommt. Das haben wir im Debriefing ausf\u00fchrlich beleuchtet. Dann haben wir uns noch einige Tonnenrundungen und die Passage der Stra\u00dfe von Bonifacio angesehen. Wir haben die ganze Etappe durchgeschaut, die Wahl der Segel reflektiert und auch \u00fcberlegt, wie wir vor dem Wind Gewinne erzielen k\u00f6nnen. Wir wissen, dass das unser schwacher Punkt ist. Mapei beispielsweise ist mehrere Knoten schneller. Was also k\u00f6nnen wir tun, um ihnen in Downwind-Bedingungen n\u00e4her zu kommen?<\/p>\n<p class=\"\">Was das Steckenbleiben in diesem windlosen Feld auf der vierten Etappe angeht: Ja, ich glaube, es hatte auch ein bisschen mit Fortune zu tun. Wenn man sieht, wie sich der Wind entwickelt hat, dann ist es doch sehr schwer, sich auf so etwas vorzubereiten. Das Wichtigste ist in solchen Momenten, dass die Crew bis zuletzt pusht. Ich bin wirklich \u00fcberzeugt, dass das einfach Pech war.<\/p>\n<p>Der Unterschied zwischen \u201cHolcim-PRB\u201d und \u201cPaprec Ark\u00e9a\u201d<\/p>\n<p class=\"\">Wir sind ganz zufrieden damit, wo wir jetzt stehen. Wir werden hart um den zweiten Platz k\u00e4mpfen. Wir haben nun gesehen, dass \u201eBiotherm\u201c wirklich sehr, sehr gut ist. Wir werden st\u00e4rker zur\u00fcckkommen. Ich bin \u00fcberzeugt, dass das Ergebnis auf der letzten Etappe nicht die Leistung unserer Crew widerspiegelt.<\/p>\n<p class=\"\">Das Duell mit \u201ePaprec Ark\u00e9a\u201c um Platz zwei l\u00e4uft! Vergleicht man \u201ePaprec Ark\u00e9a\u201c und \u201eHolcim-PRB\u201c, dann sind beide wirklich unterschiedlich. Wir sind vor dem Wind weniger gut, aber wir sind in mittleren und leichten Winden sehr gut. Das wiederum ist der Bereich, in dem sie manchmal zu k\u00e4mpfen haben. Ich bin absolut \u00fcberzeugt, dass wir um Silber k\u00e4mpfen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p class=\"\">Im Revier von Montenegro bin ich schon zweimal gewesen. Es ist wirklich cool da, sehr h\u00fcbsch! Nico als unser Hauptnavigator war noch nicht da. F\u00fcr ihn ist es neu. Man bekommt es dort auf der letzten Etappe mit vielen K\u00fcsteneffekten zu tun. Und dann kommt noch das K\u00fcstenrennen, das auch f\u00fcr die Wertung z\u00e4hlt. Es ist ein sehr schwerwiegendes Kurzrennen, weil Punkte in H\u00f6he einer vollen Etappe verteilt werden.<\/p>\n<p>Ocean Race Europe: intensiver Rund-Europa-Sprint<\/p>\n<p class=\"\">Zum Wertungstor und den damit verbundenen Bonuspunkten auf der heute startenden f\u00fcnften Etappe werden wir erst ein ganzes St\u00fcck nach S\u00fcden segeln. Wir werden das Gate voraussichtlich Montagabend erreichen. Das ist ein anderes Konzept als auf den bisherigen Etappen, wo das Wertungstor immer schnell kam.<\/p>\n<p class=\"\">Die anderen Crews sind noch nicht in den Gew\u00e4ssern von Montenegro und der Bucht gewesen. Wir haben zus\u00e4tzliche Wetterexpertise eingeholt und f\u00fchlen uns gut vorbereitet auf das Revier. Bislang sieht es nach einem eher leichtwindigen Rennen nach Boka Bay aus. Ich denke, es k\u00f6nnten gute Bedingungen f\u00fcr unser Boot werden. <a href=\"https:\/\/www.yacht.de\/regatta\/the-ocean-race\/the-ocean-race-europe-zum-live-tracker-hier-klicken\/\" class=\"\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">Hier geht es nach dem Start direkt zum Tracker.<\/a><\/p>\n<p class=\"\">Nach bislang vier Etappen gef\u00e4llt mir am Ocean Race Europe, dass es sehr intensiv ist. Diese Europa-Ausgabe ist ein Sprint. Wir haben viele Boote mit sehr unterschiedlichen St\u00e4rken und sehr kurzen Zwischenstopps. Bei der letzten Weltumsegelung 2023 gab es im Ocean Race mehr Zeit zwischen den Etappen \u2013 tats\u00e4chlich f\u00fcnf Tage bis drei Wochen. Jetzt ist es enger. Daher gibt es f\u00fcr mich derzeit keine n\u00e4chtlichen Drinks. Ich versuche, um 22 Uhr im Bett zu sein.<\/p>\n<p>Geehrt und motiviert von den Fans<\/p>\n<p class=\"\">Mir gef\u00e4llt an diesem Rennen auch, dass die Teams offen sind und es wie eine kleine Familie ist, die rund Europa reist. Wir versuchen, uns gegenseitig zu schlagen. Auf der anderen Seite segeln wir miteinander, schauen in bekannte Gesichter, die wir aus dem Rennen, aber auch aus dem Ocean Race um die Welt und aus der Bretagne gut kennen. Das gef\u00e4llt mir! <\/p>\n<p class=\"\">Und ich mag auch die vielen enthusiastischen Menschen, die Fans, die in die Etappenh\u00e4fen kommen. Das f\u00fchlt sich sehr besonders an. Jedes Mal, wenn jemand zu einem Gespr\u00e4ch zu mir kommt, ein Foto mit mir machen will oder um ein Autogramm bittet, f\u00fchle ich mich sehr geehrt.<\/p>\n<p class=\"\">Ich w\u00fcnschte, ich k\u00f6nnte noch mehr Zeit mit den Menschen verbringen, denn ich habe eine Geschichte zu erz\u00e4hlen. Und die teile ich sehr gerne. Aber ich w\u00fcrde auch gerne die Geschichten der Menschen h\u00f6ren, erfahren, was ihre Leidenschaften sind. Daf\u00fcr h\u00e4tte ich gerne etwas mehr Zeit zum Reden und mich von den Geschichten der Leben anderer Leute inspirieren zu lassen. Aber ich glaube, das kommt nach dem Rennen.<\/p>\n<p>Der gro\u00dfe Kiel-Crash: Fluch und Segen zugleich<\/p>\n<p class=\"\">Der f\u00fcr mich der beste Moment in diesem Ocean Race Europe bislang? Die Art, wie wir den gro\u00dfen Schaden in den Griff bekommen haben! Der ganze Crash (Red.: die Kollision mit \u201eAllagrande Mapei\u201c in Kiel) war ein Albtraum, aber auch ein Segen. Ich bin so stolz, wie das Team auf dem Wasser und an Land reagiert hat. Ich glaube, wir haben das wirklich gut gemacht. Das hat dem Team viel Energie und Kraft gegeben.<\/p>\n<p class=\"\">Gestern haben wir uns am fr\u00fchen Abend zu Drinks mit der ganzen Crew getroffen. Da habe ich es noch einmal gesagt. Ich habe alle daran erinnert, wo wir herkommen. Wenn ich mir ansehe, wie die gesamte Kampagne \u00fcber die vergangenen eineinhalb Jahre gelaufen ist \u2013 ich selbst bin fast zwei Jahre dabei \u2013 dann geht es darum, sich auf unsere St\u00e4rken zu besinnen. Dass wir stark sind in allen Bereichen. Dass wir die besten Leute beisammenhaben und stolz darauf sein k\u00f6nnen, wo wir stehen.<\/p>\n<p class=\"\">Doch jetzt steht in den vorausliegenden 15 Tagen der finale Push an. Vor der Entscheidung \u00fcber den Weg unseres Projekts in die Zukunft wissen wir, dass wir hart um diesen zweiten Platz k\u00e4mpfen werden. Und dass wir ihn verdienen. Wir wollen Menschen inspirieren, ihr Bestes zu geben. Mehr zu geben, als zu nehmen. Sich f\u00fcr die Menschen um sie herum zu interessieren. Ja, wir sind diejenigen, die es auf dem Wasser umsetzen. Aber wir k\u00f6nnen das nur mit dem gesamten Team hinter uns tun. Dabei versuchen wir, unser Bestes zu geben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.theoceanrace.com\/en\/europe\/2025\/scoreboard\" class=\"\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">Hier geht es zu den Zwischenst\u00e4nden im Ocean Race Europe nach vier von f\u00fcnf Etappen plus K\u00fcstenrennen in Boka Bay.<\/a><\/p>\n<p>\u201cGegen die Stille\u201d. Lange lag Team Holcim-PRB auf Etappe vier in F\u00fchrung, bis die Crew in die \u201cGefangenschaft\u201d einer windlosen Zone geriet und zusehen musste, wie die anderen vorbeizogen. Der R\u00fcckblick auf die vorletzte Etappe, bevor an diesem Sonntag der f\u00fcnfte und l\u00e4ngste Abschnitt des Europa-Rennens \u00fcber rund 2000 Seemeilen nach Boka Bay beginnt:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u200bVier Etappen sind im Ocean Race Europe gesegelt, die f\u00fcnfte und das finale K\u00fcstenrennen kommen noch. 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