{"id":403656,"date":"2025-09-07T10:05:10","date_gmt":"2025-09-07T10:05:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/403656\/"},"modified":"2025-09-07T10:05:10","modified_gmt":"2025-09-07T10:05:10","slug":"eu-droht-der-naechste-handelskrieg-jetzt-wird-die-causa-google-zur-pruefung-fuer-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/403656\/","title":{"rendered":"EU: Droht der n\u00e4chste Handelskrieg? Jetzt wird die Causa Google zur Pr\u00fcfung f\u00fcr Europa"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">US-Pr\u00e4sident Donald Trumps w\u00fctende Reaktion auf die j\u00fcngste Kartellstrafe der EU gegen Google lie\u00df nicht lange auf sich warten. Kaum hatte die zust\u00e4ndige EU-Kommissarin Teresa Ribera am Freitag das Strafma\u00df im Verfahren um die Google-Werbetechnologie in der EU verk\u00fcndet, legte der US-Pr\u00e4sident los. Die Ma\u00dfnahme aus Br\u00fcssel sei \u201esehr unfair\u201c und bedrohe US-Investitionen und Arbeitspl\u00e4tze, polterte er auf seiner Plattform Truth Social, und drohte prompt mit Vergeltungsma\u00dfnahmen. <\/p>\n<p>Seine Reaktion zeigt deutlich, wie anders die Regierung Donald Trumps das Thema Marktmacht der Netzkonzerne betrachtet als noch die Vorg\u00e4nger-Regierung unter Joe Biden. Die EU-Kommission hatte am Freitag eine Strafe von 2,95 Milliarden Euro gegen den Konzern wegen Marktmachtmissbrauch im Online-Werbemarkt verh\u00e4ngt.  <\/p>\n<p>Ribera begr\u00fcndete die Entscheidung damit, dass \u201eGoogle seine marktbeherrschende Stellung im Bereich Adtech missbraucht\u201c habe. Ihr Team in Br\u00fcssel hatte seit Monaten eine Strafe in dem Verfahren um Googles Werbetechnologie vorbereitet. Konkret werfen die EU-Wettbewerbsh\u00fcter Google einen Interessenkonflikt vor: Einerseits vermarktet der Konzern selbst Werbepl\u00e4tze auf den eigenen Webseiten, andererseits tritt er auch als Mittler f\u00fcr Werbepl\u00e4tze auf fremden Seiten auf.<\/p>\n<p>Bereits 2023 empfahl die Kommission dem Unternehmen deswegen einen Teil seines Werbeangebots zu verkaufen, um einen fairen Wettbewerb zu gew\u00e4hrleisten. Parallel hatten auch US-Beh\u00f6rden diverse Verfahren auf Landes- und Bundesebene gegen Google er\u00f6ffnet. <\/p>\n<p>Doch in den <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/usa-wirtschaft\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/usa-wirtschaft\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a> weht inzwischen ein anderer Wind: In dem Verfahren der US-Regierung wegen Marktmachtmissbrauch rund um das Mobilbetriebssystem Android entschied ein US-Bundesrichter Anfang September, dass die vom Justizministerium unter Biden verfolgte Aufspaltung des Konzerns nicht infrage komme.<\/p>\n<p>Der Konzern kam mit relativ milden Auflagen davon. Trump feierte den Ausgang des Verfahrens bei einem Dinner mit den CEOs (Chief Executive Officer) der Techkonzerne im Wei\u00dfen Haus mit den Worten: \u201eGoogle hatte gestern einen sehr guten Tag\u201c, und wandte sich direkt an Google-CEO Sundar Pichai: \u201eSie wissen ja, dass Biden dieses Verfahren vorangetrieben hat.\u201c  <\/p>\n<p>Anders als Biden realisiert Trump, dass die globale Marktmacht der US-Internetkonzerne ein echter Faktor im Kampf der USA um Dominanz in der Weltwirtschaft ist. Also betrachtet er Wettbewerbsverfahren in Europa und Asien konsequent als Angriff und droht mit den gleichen Vergeltungsma\u00dfnahmen, die auch im Au\u00dfenhandelskonflikt mit der EU im Raum standen. Mehr noch als die Milliarden-Strafen aus den Verfahren der Vergangenheit ist die aktuelle Internet-Gesetzgebung der EU mit dem \u201eDigital Services Act\u201c Trumps Regierung ein Dorn im Auge. <\/p>\n<p>Wer die US-Konzerne mit eigenen Gesetzen wie dem Digital Services Act reguliere, der m\u00fcsse mit \u201eerheblichen\u201c zus\u00e4tzlichen Z\u00f6llen rechnen, hatte Trump in den vergangenen Wochen mehrfach verk\u00fcndet. Sollten die betreffenden L\u00e4nder ihre \u201ediskriminierenden\u201c Ma\u00dfnahmen nicht aufgeben, k\u00f6nnten auch zus\u00e4tzliche Sanktionen wie etwa Exportbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr US-Technologie und Computerchips greifen. <\/p>\n<p>EU will \u201ekonsequent und ohne Angst\u201c handeln<\/p>\n<p>Br\u00fcssels Reaktion auf die Drohung fiel eindeutig aus: Ribera stellte am Freitag klar, dass die EU ihre Wettbewerbsvorschriften \u201ekonsequent und ohne Angst oder Bevorzugung\u201c durchsetzen werde. Die eigenen Gesetze und Werte st\u00fcnden \u201enicht zur Debatte\u201c. Doch im Hintergrund wankt die Front der Europ\u00e4er bereits. <\/p>\n<p>Die aktuelle Strafe etwa, so hei\u00dft es in Br\u00fcssel, wurde bewusst verz\u00f6gert verk\u00fcndet, um die Zoll-Einigung mit den USA nicht zu gef\u00e4hrden. Sollte er seinen Worten tats\u00e4chlich Strafz\u00f6lle folgen lassen, k\u00f6nnte der Streit \u00fcber digitale Monopole einen neuen Handelskrieg entfachen. <\/p>\n<p>In Br\u00fcssel w\u00e4chst die Sorge, dass etwa Autoexporte ins Fadenkreuz Washingtons geraten. Umgekehrt k\u00f6nnte die EU mit Steuern auf US-Tech-Produkte reagieren. Die Netzkonzerne selbst sitzen in der Klemme: Google muss seine globale Strategie zwischen entgegenlaufenden Vorgaben aus Br\u00fcssel und Washington ausbalancieren.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/benedikt-fuest\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/benedikt-fuest\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>Benedikt Fuest<\/b><\/a><b> ist Wirtschaftskorrespondent f\u00fcr Innovation, Netzwelt, IT und R\u00fcstungstechnologie.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"US-Pr\u00e4sident Donald Trumps w\u00fctende Reaktion auf die j\u00fcngste Kartellstrafe der EU gegen Google lie\u00df nicht lange auf sich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":403657,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,7736,3934,3935,4149,13,59183,14,15,12,49635,32421,4136,107190],"class_list":{"0":"post-403656","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europaeische-union-eu","14":"tag-europe","15":"tag-european-union","16":"tag-google","17":"tag-headlines","18":"tag-kc_makro","19":"tag-nachrichten","20":"tag-news","21":"tag-schlagzeilen","22":"tag-strafzoelle-ks","23":"tag-usa-wirtschaft","24":"tag-wams-auswahl","25":"tag-wettbewerbsbehoerde-ks"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115162456184776833","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/403656","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=403656"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/403656\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/403657"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=403656"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=403656"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=403656"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}