{"id":403710,"date":"2025-09-07T10:41:11","date_gmt":"2025-09-07T10:41:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/403710\/"},"modified":"2025-09-07T10:41:11","modified_gmt":"2025-09-07T10:41:11","slug":"die-neue-bergson-gallery-eroeffnet-mit-einer-portraet-ausstellung-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/403710\/","title":{"rendered":"Die neue Bergson Gallery er\u00f6ffnet mit einer Portr\u00e4t-Ausstellung &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Man k\u00f6nnte ja einen kleinen Test machen. Indem man raten l\u00e4sst, welche Bilder von einem Menschen geschaffen wurden und welche von einer algorithmisch gesteuerten Apparatur. Da w\u00e4ren zum einen: Scheinbar makellose weibliche Gesichter vor einem monochromen, blauen Hintergrund. Und zum anderen: Fast grobe, sehr skizzenhafte Zeichnungen, auf denen man die Portr\u00e4tierten trotzdem gut erkennt. Nun, beeinflusst von den hyperrealistischen KI-Bildern heutiger Zeit k\u00f6nnte man meinen, dass erstere k\u00fcnstlich generiert wurden. Aber es ist umgekehrt. Die mit \u201eChinese Pool Portraits\u201c betitelten Frauen-Portr\u00e4ts stammen von dem Fotografen Roland Fischer. Und die \u201eSkizzen\u201c sind von zeichnenden Maschinen geschaffen, die\u00a0Patrick Tresset entwickelt hat.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Sehen kann man die Arbeiten im Bergson Kunstkraftwerk in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a>-Aubing. Dort sind sie ein Teil der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ausstellung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ausstellung<\/a> \u201eBeyond Surface\u201c in der frisch er\u00f6ffneten Bergson Gallery. Diese befindet sich im Erd- und Zwischengeschoss des Neubaus und sie erweitert dort das bestehende Kunstangebot. Dazu geh\u00f6rten bisher: Das in den Stockwerken dar\u00fcber befindliche, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-digitale-kunst-ausstellung-bergson-kunstkraftwerk-reshaping-reality-li.3260593\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">im Juli er\u00f6ffnete \u201eDigital Arts Center\u201c<\/a> und die \u201eSilos\u201c im Hauptgeb\u00e4ude, welche seit letztem Jahr die Galerie K\u00f6nig aus Berlin bespielt. Auch die R\u00e4ume der Bergson Gallery sollten eigentlich von K\u00f6nig genutzt werden. Und bereits davor war die Pulpo Gallery aus Murnau als Betreiber im Gespr\u00e4ch. Aber beides hat sich dann zerschlagen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Das hei\u00dft: Das Galeristen-Duo aus Murnau hat am Ende \u201ekalte F\u00fc\u00dfe\u201c bekommen. Und im Falle der Bergson Gallery hei\u00dft die offizielle Losung nun, dass man doch lieber eine eigene Galerie wolle und nicht, dass andere die R\u00e4ume bespielen. Eine Art Zerw\u00fcrfnis gibt es aber offenbar nicht mit Johann K\u00f6nig, der zuletzt mit einem <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/johann-koenig-gericht-roman-christoph-peters-innerstaedtischer-tod-li.3209510?reduced=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vor Gericht gescheiterten Erlass einer einstweiligen Verf\u00fcgung gegen den Autor Christoph Peters<\/a> in den Medien war. Alexander Timtschenko wei\u00df jedenfalls nichts dar\u00fcber zu berichten. Timtschenko ist der \u201eHead of Bergson Gallery\u201c, der sich diese Aufgabe mit Jana Vedra teilt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/53a2bbbd-5d9a-41a4-99cc-f4401ee6724a.jpg\"   alt=\"Tracey Snelling \u201eOne Thousand Shacks\u201c, 2016 Multimediainstallation.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Tracey Snelling \u201eOne Thousand Shacks\u201c, 2016 Multimediainstallation. (Foto: Henning Rogge \/ Draiflessen Collection)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Timtschenko und Vedra sind M\u00fcnchner. Und beide sind mit dem Kunstkraftwerk in Aubing schon l\u00e4nger verbunden. So hatte Timtschenko, wie er bei einem Telefongespr\u00e4ch vor der Er\u00f6ffnung erz\u00e4hlt, bereits 2023 im \u201eBergson Kunstkraftwerk Pop-up\u201c am Marienplatz\u00a0eine Ausstellung gemacht. Au\u00dferdem habe er f\u00fcr das Bergson eine Art \u201eNotprogramm\u201c zusammengestellt, als sich das mit der Pulpo Gallery zerschlug. Aber als es dann hie\u00df, K\u00f6nig \u00fcbernimmt die R\u00e4ume, war das Ganze obsolet. Und nun: Ist der 1965 in Starnberg geborene Timtschenko doch mit an Bord. Und er musste mit Vedra ein Konzept f\u00fcr die Galerie entwickeln.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Daf\u00fcr konnte der in den Neunzigern als Fotok\u00fcnstler gestartete Timtschenko auf mehr als 20 Jahre Erfahrung als Kurator zur\u00fcckgreifen. An gr\u00f6\u00dferen Ausstellungen hat er etwa \u201eThe World: Reglitterized\u201c im Haus der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Kunst\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kunst<\/a> (2021) und \u201eImPossible\u201c im Museum Frieder Burda (2024) gemacht. Jana Vedra ist seit 2024 im Haus. Sie sammelte im Auktions- und Kunsthandel Erfahrung, hat als Kunstberaterin f\u00fcr die UniCredit Group gearbeitet, aber auch Ausstellungen kuratiert. F\u00fcr \u201eBeyond Surface\u201c haben beide nun mit dem \u201ePortr\u00e4t\u201c ein sehr klassisches Thema ausgew\u00e4hlt und mit Roland Fischer, Patrick Tresset, Olga Migliaressi-Phoca, Tracey Snelling und Florian S\u00fcssmayr f\u00fcnf k\u00fcnstlerische Positionen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/58a69066-7f13-4c71-9c47-c8ab27f09ed8.jpg\"   alt=\"Roland Fischer \u201eLos Angeles Portraits (L26)\u201c, 1992, Fine Art Print- Diasec, 141x162cm.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Roland Fischer \u201eLos Angeles Portraits (L26)\u201c, 1992, Fine Art Print- Diasec, 141x162cm. (Foto: Roland Fischer)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Das Ergebnis ist ein gelungener, spannender Auftakt, wenn auch noch ohne den ganz gro\u00dfen Wow-Effekt. Denn schlie\u00dflich ist es ja so: Die\u00a0Bergson Gallery ist eine\u00a0Verkaufsgalerie und soll, so Timtschenko, sich \u201ewie\u00a0alle Abteilungen im Kunstkraftwerk selbst tragen\u201c. F\u00fcr die Er\u00f6ffnung wurden, hie\u00df es, immerhin \u201emehr als 1000 Tickets\u201c verkauft. Als Besucher konnte man sich dann unter anderem bei Patrick Tressets Installation \u201eRNP-V.a-e\u201c von f\u00fcnf Roboterarmen auf f\u00fcnf Tischen zeichnen lassen. Und das war verbl\u00fcffend anzuschauen. Auch weil das Zeichnen ziemlich langsam vor sich ging. An Schnelligkeit haben Tressets Roboter also nicht wirklich etwas voraus.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Die Algorithmen schreibt der in Br\u00fcssel lebende K\u00fcnstler selber. Und diesen Hang zum T\u00fcfteln, den kann man auch bei Tracey Snelling sehen. Die in Berlin lebende Amerikanerin, die beim M\u00fcnchner Literaturfest eine Ausstellung hatte, baut aus Pappe oder M\u00fcll Miniaturh\u00e4user, die sie mit Video und Ton zum Leben erweckt. Das ist faszinierend im Detail, zeigt bei der gro\u00dfen Installation \u201eOne Thousand Shacks\u201c aber auch das harte Leben in der Gro\u00dfstadt. Die Griechin Olga Migliaressi-Phoc reagiert mit ihrer aus gro\u00dfen Spiegeln bestehenden Serie \u201eVague Beauty Issue\u201c auf die Cover von Modeheften. Wobei bei den eingearbeiteten Botschaften wie \u201eNo Cry\u201c oder \u201eChange\u201c nicht ganz klar ist, ob sie das kritisch oder eher aufmunternd meint.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Vom in M\u00fcnchen und Peking lebenden Roland Fischer sind Fotos von Menschen und Fassaden zu sehen. Was wie etwa auch bei Snelling zeigt, dass der Portr\u00e4t-Begriff weit gefasst ist. Es zeigt aber auch, dass es wie im Fall von Florian S\u00fcssmayr durchaus auch um regionale und nicht immer um aktuelle Positionen geht. Fischers Arbeiten stammen teilweise aus den Nullerjahren. Auch vom fr\u00fcher mal als \u201ebayerischer Warhol\u201c gehandelten, inzwischen in Genua lebenden S\u00fcssmayr gibt es \u00e4ltere Werke. Wobei ein paar seiner neueren verschwommen-geisterhaften \u201eSelbstportraits\u201c eher an Gerhard Richter erinnern.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Solche Wiederentdeckungen sollen laut Timtschenko aber eher die Ausnahme bleiben. Stattdessen wollen sie verst\u00e4rkt junge Positionen zeigen. Es seien Kooperationen mit der M\u00fcnchner Akademie und tempor\u00e4re Messeformate geplant. Und mit \u201eEarth Matters\u201c sei, sagt er, inzwischen schon die n\u00e4chste Ausstellung fertig. Beim m\u00f6glichen Clou f\u00fcrs n\u00e4chste Jahr geht es dann aber doch zeitlich zur\u00fcck. Denn es k\u00f6nnte sein, sagt Timtschenko, \u201edass wir Kraftwerk bekommen\u201c.\u00a0Also die legend\u00e4re Elektropop-Band. Da w\u00fcrde es dann noch mehr um Musik als um bildende Kunst gehen. Aber Roboter w\u00e4ren auch wieder dabei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Man k\u00f6nnte ja einen kleinen Test machen. 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