{"id":403807,"date":"2025-09-07T11:35:12","date_gmt":"2025-09-07T11:35:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/403807\/"},"modified":"2025-09-07T11:35:12","modified_gmt":"2025-09-07T11:35:12","slug":"veronika-grimm-zu-bas-sozialplaenen-die-aktuelle-sozialpolitik-fuehrt-deutschland-nahe-an-den-abgrund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/403807\/","title":{"rendered":"Veronika Grimm zu Bas\u2018 Sozialpl\u00e4nen: \u201eDie aktuelle Sozialpolitik f\u00fchrt Deutschland nahe an den Abgrund\u201c"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Wirtschaftswissenschaftlerin Grimm sind steigende Sozialabgaben wenig verwunderlich. \u201eSolange keine Reformen eingel\u00e4utet werden\u201c, werde sich der Trend zwangsl\u00e4ufig fortsetzen. Denn h\u00f6here Einnahmen f\u00fchren nicht zur Entlastung des Systems.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die sich abzeichnende h\u00f6here Belastung von Gutverdienern durch steigende Sozialbeitr\u00e4ge kommt \u00d6konomen zufolge nicht unerwartet. \u201eDie Beitragsanpassungen sind keine \u00dcberraschung\u201c, sagte die Wirtschaftsweise Veronika Grimm der Nachrichtagentur Reuters. <\/p>\n<p>Zuvor hatte \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article68bb172472019652f128bbb1\/ab-2026-arbeitsministerin-bas-will-sozialbeitraege-fuer-gutverdiener-deutlich-erhoehen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article68bb172472019652f128bbb1\/ab-2026-arbeitsministerin-bas-will-sozialbeitraege-fuer-gutverdiener-deutlich-erhoehen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Politico<\/a>\u201c unter Berufung auf einen Verordnungsentwurf des Bundesarbeitsministeriums berichtet, dass etwa die Beitragsbemessungsgrenze f\u00fcr die Rentenversicherung ab Januar auf 8450 Euro steigen soll, von derzeit 8050 Euro.   Reiner Holznagel vom Bund der Steuerzahler hatte <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article68bc394772019652f128c49b\/sozialabgaben-die-idee-ist-bullshit-steuerzahlbund-kritisiert-plan-von-arbeitsministerin-bas.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article68bc394772019652f128c49b\/sozialabgaben-die-idee-ist-bullshit-steuerzahlbund-kritisiert-plan-von-arbeitsministerin-bas.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die Idee als \u201eBullshit\u201c abgetan<\/a>. Eine Erh\u00f6hung treffe vor allem Facharbeiter und Selbstst\u00e4ndige. <\/p>\n<p>\u201eUnterhalb der Beitragsbemessungsgrenze zahlt man \u00fcbrigens automatisch mehr, sobald der Lohn ansteigt\u201c, sagte Grimm. Diese legt fest, bis zu welchem Einkommen Sozialbeitr\u00e4ge f\u00e4llig werden.<\/p>\n<p>Auch dem Finanzwissenschaftler Friedrich Heinemann vom Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung (ZEW) zufolge entspricht das Vorgehen dem j\u00e4hrlichen Prozedere. \u201eEntsprechend der Entwicklung der L\u00f6hne werden diese Grenzen angehoben\u201c, sagte der Experte. \u201eDaraus ergeben sich h\u00f6here Beitr\u00e4ge zur Renten- und Krankenversicherung f\u00fcr Menschen mit vergleichsweise hohen Einkommen.\u201c <\/p>\n<p>In der Rentenversicherung w\u00fcrden die h\u00f6heren Einnahmen das System aber nicht entlasten, weil die Versicherten im Gegenzug zus\u00e4tzliche Rentenpunkte und damit einen h\u00f6heren Rentenanspruch erwerben w\u00fcrden. \u201eKlar ist, dass die sozialen Sicherungssysteme nicht durch Mehreinnahmen alleine stabilisiert werden k\u00f6nnen\u201c, sagte Heinemann, der den ZEW-Forschungsbereich Unternehmensbesteuerung und \u00d6ffentliche Finanzwirtschaft leitet. \u201eN\u00f6tig sind auch Leistungsk\u00fcrzungen.\u201c<\/p>\n<p>Grimm sagte, die schlechte Nachricht sei eigentlich, dass keine Reformen in Angriff genommen w\u00fcrden. \u201eSolange keine Reformen eingel\u00e4utet werden, ist es zwangsl\u00e4ufig so, dass die Sozialabgaben immer weiter ansteigen\u201c, erkl\u00e4rte die Professorin. \u201eDadurch erh\u00f6hen sich die Lohnnebenkosten und sinkt die Wettbewerbsf\u00e4higkeit in Deutschland.\u201c Die Beitr\u00e4ge zu den Sozialversicherungen, die fr\u00fcher einmal auf 40 Prozent des Bruttolohns begrenzt werden sollten, gingen ohne Reformen oder steigende Zusch\u00fcsse aus dem Bundeshaushalt bis zum Ende der Legislaturperiode in Richtung von 45 Prozent.<\/p>\n<p>Im Bereich der Rentenversicherung sei es au\u00dferdem so, dass jede Ausweitung des Umlageverfahrens \u2013 bei dem Beitr\u00e4ge von Besch\u00e4ftigten in Rentenzahlungen und nicht in einen Kapitalstock flie\u00dfen \u2013 gerade die unteren Einkommensschichten dazu zwinge, auf eine wenig ertragreiche Art und Weise f\u00fcr das Alter vorzusorgen. \u201eMan benachteiligt sie also gegen\u00fcber denjenigen, die ihre Altersvorsorge st\u00e4rker am Kapitalmarkt oder \u00fcber Immobilien betreiben k\u00f6nnen\u201c, sagte Grimm. <\/p>\n<p>Daher sollten durch Reformen besser die Ausgaben der Sozialversicherungen ged\u00e4mpft und die kapitalgedeckte Altersvorsorge gest\u00e4rkt werden. \u201eDie aktuelle Sozialpolitik f\u00fchrt Deutschland mindestens in eine Sackgasse, vielleicht sogar nahe an den Abgrund\u201c, warnte Grimm.<\/p>\n<p>Dass die Bemessungsgrenzen jetzt so deutlich steigen d\u00fcrften, hat nach den Worten von ZEW-Experte Heinemann mit der \u201erecht guten Lohnentwicklung der vergangenen beiden Jahre\u201c zu tun. \u201eMit der Verschlechterung am Arbeitsmarkt d\u00fcrfte es damit in den kommenden Jahren erst einmal vorbei sein, dann werden die Beitr\u00e4ge pro Kopf auch nicht mehr so rasch steigen\u201c, sagte der Professor.<\/p>\n<p>rtr\/dol<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00fcr die Wirtschaftswissenschaftlerin Grimm sind steigende Sozialabgaben wenig verwunderlich. \u201eSolange keine Reformen eingel\u00e4utet werden\u201c, werde sich der 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