{"id":403932,"date":"2025-09-07T12:44:16","date_gmt":"2025-09-07T12:44:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/403932\/"},"modified":"2025-09-07T12:44:16","modified_gmt":"2025-09-07T12:44:16","slug":"autonome-wuppertal-macht-ihr-unsere-haeuser-platt-ziehn-wir-in-die-innenstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/403932\/","title":{"rendered":"Autonome Wuppertal \u2013 \u00bbMacht ihr unsere H\u00e4user platt, zieh\u2019n wir in die Innenstadt\u00ab"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img310986\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/310986.jpeg\" alt=\"Demo f\u00fcr den Erhalt des Autonomen Zentrums\"\/><\/p>\n<p>Demo f\u00fcr den Erhalt des Autonomen Zentrums<\/p>\n<p>Foto: Sebastian Weiermann<\/p>\n<p>Als am Samstagmittag etwa 50 Autonome unter Rufen \u00bbSubkultur trifft Hochkultur\u00ab einen goldgelben Sessel mit den auf das Polster gesprayten Worten \u00bbOi\u00ab und \u00bbPunk\u00ab in das Von der Heydt-Museum tragen wollten, zeigte die Polizei kein gro\u00dfes Interesse an der kulturellen Begegnung. Die Handvoll Demonstrant*innen, die es schon in das Foyer des Museums geschafft hatten, wurden hinausgezerrt, und auch der Sessel landete wieder auf der Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>Die kleine Aktion am renommierten Kunstmuseum steht sinnbildlich f\u00fcr das, was <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1189011.islamismus-fdp-und-linke-gegen-moscheebauprojekt-in-wuppertal.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Autonome in Wuppertal<\/a> am ganzen Wochenende gemacht haben: Da waren auch eine kleine Demo in einem Einkaufszentrum, St\u00f6raktionen bei Wahlkampfst\u00e4nden der AfD und einem Sommerfest der SPD. Begonnen hatte das Aktionswochenende am Freitagabend mit einem Konzert auf dem f\u00fcr Wuppertaler Verh\u00e4ltnisse schicken Laurentiusplatz. Hier trafen Punkrock und Dosenbier auf Aperol und Antipasti.<\/p>\n<p>Die Aktionen der Autonomen haben aber einen ernsten Hintergrund. Das Autonome Zentrum soll weg, weichen f\u00fcr eine<a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1177564.islamismus-ditib-muss-sich-von-der-religionsbehoerde-diyanet-trennen.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> Moscheeneubau der Ditib.<\/a> Ideen daf\u00fcr gibt es seit 15 Jahren, sie werden allerdings immer konkreter. 2023 stimmte der Stadtrat bei einem Zielbeschluss f\u00fcr den Moscheebau. Geb\u00e4ude und Grundst\u00fcck des Autonomen Zentrums geh\u00f6ren der Stadt. Im Zielbeschluss ist zwar davon die Rede, dass man Ersatz beschaffen wolle, doch bisher konnte die Stadt den Linken kein geeignetes Geb\u00e4ude pr\u00e4sentieren. Dass sich das bald \u00e4ndert, glauben die Autonomen nicht. Im Gegenteil sind sie besorgt, ersatzlos ger\u00e4umt zu werden.<\/p>\n<p>Deswegen auch das Aktionswochenende. In Nordrhein-Westfalen finden am kommenden Sonntag Kommunalwahlen statt. Die zuk\u00fcnftige Wuppertaler Ratsmehrheit wird wohl dar\u00fcber entscheiden, <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1173961.wuppertal-autonome-vs-ditib.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wie es an der Stra\u00dfe Gathe weitergeht.<\/a> Kann das Autonome Zentrum bleiben, muss es der Moschee weichen oder ist eine Nachbarschaft weiter vorstellbar? Bisher liegen Moschee und Autonome auf gegen\u00fcberliegenden Stra\u00dfenseiten. Die Ditib will neu bauen, eine gr\u00f6\u00dfere Moschee, dazu eine Kindertagesst\u00e4tte, Wohnungen f\u00fcr Studierende und Senior*innen. Der neubau soll auch zur Aufwertung des Stadtteils beitragen.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img310987\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/310987.jpeg\" alt=\"Diese Kunst muss drau\u00dfen bleiben.\"\/><\/p>\n<p>Diese Kunst muss drau\u00dfen bleiben.<\/p>\n<p>Foto: Sebastian Weiermann<\/p>\n<p>Mit ihren Aktionen wollten die Autonomen zeigen, dass eine R\u00e4umung des Zentrums f\u00fcr die Stadt unangenehm werden k\u00f6nnte. Dann m\u00fcsste Wuppertal mit mehr spontanen Demonstrationen, St\u00f6raktionen und Besetzungen, wie es sie am <a href=\"https:\/\/de.indymedia.org\/node\/536693\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Samstagabend auch kurzzeitig<\/a> gab, rechnen. \u00bbMacht ihr unsere H\u00e4user platt, zieh\u2019n wir in die Innenstadt\u00ab, so die laute Ansage der Autonomen.<\/p>\n<p>Die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Ditib suchten die Autonomen schon vor dem Wochenende. Bei einer Stadtteilversammlung, die von ihnen am Mittwoch organisiert wurde, wurde \u00fcber Graue W\u00f6lfe und den Einfluss der AKP auf die Ditib diskutiert. <a href=\"https:\/\/erolunal.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Erol \u00dcnal<\/a>, der heute bei der Fachstelle Rechtsextremismus der Alevitischen Jugend arbeitet, berichtete dar\u00fcber, wie es ist, unter Grauen W\u00f6lfen aufzuwachsen. Er berichtete, dass ihm Deutsche \u00bbv\u00f6llig fremd\u00ab gewesen seien. \u00dcnal kritisierte, dass die Auseinandersetzung mit t\u00fcrkisch-nationalistischen Ideologien und der Geschichte den Jugendlichen in Deutschland individuell \u00fcberlassen werde. Ihm sei zum Beispiel, als er das Thema ansprach, \u00bbeingetrichtert\u00ab worden, dass die T\u00fcrken \u00bbethnisch\u00ab viel zu gut seien, um Verbrechen wie den Genozid an den Armenier*innen zu begehen. Seine eigene Abnabelung von der rechten Ideologie bezeichnet \u00dcnal als schwierigen Prozess, den er gemeinsam mit seinem Bruder durchlebt habe. Geholfen h\u00e4tten ihnen damals nur Diskussionen in Internetforen.<\/p>\n<p>Der zweite Referent bei der Stadtteilversammlung, <a href=\"https:\/\/murat-kayman.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Murat Kayman<\/a>, war von 2014 bis 2017 Justiziar des Bundesverbandes der Ditib. Kayman beschrieb, wie er nach den Anschl\u00e4gen vom 11. September 2001 anfing, sich in seiner Heimat L\u00fcbeck f\u00fcr die Ditib zu engagieren. Es sei eine \u00bbheikle Zeit f\u00fcr Muslime\u00ab gewesen, mit Anfeindungen und Verd\u00e4chtigungen. Er habe dem etwas entgegensetzen wollen: Offenheit und Dialogbereitschaft. Kaymans Engagement kam an und er stieg in der Ditib auf. Sein Ziel war: die Ditib in eine deutsche Religionsk\u00f6rperschaft \u00fcberf\u00fchren. Doch die t\u00fcrkische Religionsbeh\u00f6rde Diyanet, die bis heute alles Wesentliche bei Ditib bestimmt, h\u00e4tte nach Kaymans Willen nur noch als \u00bbreligi\u00f6ser Stichwortgeber\u00ab fungiert. \u00bbIn Ankara gab es keine gro\u00dfe F\u00fcrsprache f\u00fcr die Eigenst\u00e4ndigkeit, daran bin ich gescheitert\u00ab, bilanziert er.<\/p>\n<p>Die Entwicklung der Ditib sieht Murat Kayman kritisch. Die Abh\u00e4ngigkeit von Ankara sei eindeutig. Das letzte Wort bei der Besetzung von Vorstands\u00e4mtern habe die T\u00fcrkei. Dennoch spricht er sich f\u00fcr repr\u00e4sentative Moscheebauten aus. In seiner Jugend habe man das Fastenbrechen in einer Turnhalle durchgef\u00fchrt \u2013kein Ort, der zur tiefen Religiosit\u00e4t einl\u00e4dt. Beim Problem in Wuppertal sieht Kayman die Stadtverwaltung in der Pflicht, ein \u00bbkonstruktives Ger\u00fcst zu errichten\u00ab. Ob das mit Ditib m\u00f6glich ist, daran hat er jedoch Zweifel. Religionsgemeinschaften sollten bei gesellschaftlichen Konflikten einen und nicht spalten.<\/p>\n<p>Ob der Appell geh\u00f6rt wird, bleibt fraglich. Gegen den Moscheebau an der Gathe und f\u00fcr das Autonome Zentrum sprechen sich die Linke und die \u00bbPartei\u00ab aus. Die FDP ist gegen die Moschee. Die AfD ist gegen Moschee und AZ. SPD, CDU und Gr\u00fcne stehen hinter dem Moscheebauprojekt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Demo f\u00fcr den Erhalt des Autonomen Zentrums Foto: Sebastian Weiermann Als am Samstagmittag etwa 50 Autonome unter Rufen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":403933,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[3364,29,30,555,1209,143,4418],"class_list":{"0":"post-403932","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-islam","12":"tag-nordrhein-westfalen","13":"tag-tuerkei","14":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115163081621808587","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/403932","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=403932"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/403932\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/403933"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=403932"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=403932"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=403932"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}