{"id":404277,"date":"2025-09-07T15:48:15","date_gmt":"2025-09-07T15:48:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/404277\/"},"modified":"2025-09-07T15:48:15","modified_gmt":"2025-09-07T15:48:15","slug":"musikfest-bremen-techno-party-zum-finale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/404277\/","title":{"rendered":"Musikfest Bremen: Techno-Party zum Finale"},"content":{"rendered":"<p>Auf dem Bremer Domplatz brachte die Techno Marching Band Meute aus Hamburg unter dem wolkenfreien Himmel am Samstag mehr als 8500 Besucher zum Tanzen. Mit dem starken Auftritt endete das Musikfest Bremen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Das wei\u00dfe Kuppelzelt der Rundb\u00fchne wurde zur Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr bewegte Lichteffekte und erleuchtete am Samstag \u2013 gemeinsam mit flackernden Scheinwerfern \u2013 den mit rund 8500 Besuchern gut gef\u00fcllten Bremer Domplatz. Die warme Luft war erf\u00fcllt von den satten B\u00e4ssen und Blechbl\u00e4ser-Sounds der elfk\u00f6pfigen Hamburger Band Meute in ihren roten Spielmannsuniformen, die zum Abschluss des Musikfest Bremen f\u00fcr jedermann spielte: kostenlos, unter freiem Himmel im B\u00fchnennebel und mitrei\u00dfend. In den vergangenen Jahren erklangen die unterschiedlichen Live-Events zum Finale auf dem Bremer Markt, diesmal wurde das Konzert wegen des erwarteten Andrangs vorab auf den benachbarten Domplatz verlegt. Eine weise Entscheidung der Veranstalter, denn an diesem lauen Sommerabend, der Mond war fast voll, str\u00f6mten junge wie \u00e4ltere Fans in Scharen in die Bremer Altstadt, wurde das Konzert zum hanseatischen Tanzvergn\u00fcgen f\u00fcr ganze Familien, bei denen die j\u00fcngsten auf den Schultern oder Armen ihrer Eltern mitwippten. <\/p>\n<p>Kunst ist immer auch politisch<\/p>\n<p>Meute l\u00e4sst sich nicht nur h\u00f6ren, sondern \u00fcber die Vibrationen der Techno Beats im Magen sp\u00fcren. Live l\u00e4dt die Band praktisch unwiderstehlich zum H\u00fcpfen oder Tanzen ein. Und sie ist nur scheinbar eine schlichte Angelegenheit, allein drei rhythmische Ebenen werden kunstvoll miteinander verwoben. Da sind erstens die Techno-B\u00e4sse, zweitens die Beitr\u00e4ge von Pauke und Trommel und drittens die Bl\u00e4sers\u00e4tze mit ihren akzentuierten Strecken. Hier gehen Techno und Funk live eine dynamische Verbindung ein. \u00dcber den B\u00e4ssen liegen die melodischen Anteile von Trompete, Posaune und Saxofon \u2013 sowie streckenweise ein klarer, strenger Gesang, der aus dem Mittelalter stammen k\u00f6nnte, w\u00e4re er nicht von heute.  <\/p>\n<p>Die durch private Sponsoren erm\u00f6glichte Live-Show von Meute auf dem Domplatz beendete das 36. Musikfest Bremen mit einem H\u00f6hepunkt. Intendant Thomas Albert erinnerte in einer kurzen Musikfest-Bilanz an das gefeierte Vorab-Konzert des West-Eastern Divan Orchestra mit dem Pianisten Lang Lang unter Leitung von Daniel Barenboim in der \u201eGlocke\u201c und daran, dass Kunst als Produkt der Kultur einer Gesellschaft immer auch politisch sei. Das West-Eastern Divan Orchestra, das je zur H\u00e4lfte mit arabischen und israelischen Musikern besetzt ist, gegr\u00fcndet vom pal\u00e4stinensischen Literaturprofessor Edward Said (1935-2003) and dem israelischen Pianisten und Dirigenten Daniel Barenboim, feiert in diesem Sommer seinen 25. Geburtstag und setzt sich seit seiner Gr\u00fcndung f\u00fcr die V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung im Nahen Osten ein. Die Band Meute ist einer der beliebtesten Live-Acts auf bunten Festivals weltweit und engagiert sich gegen Rechtsradikalismus in Deutschland. <\/p>\n<p>Musikfest Bremen mit Auslastung \u00fcber 90 Prozent<\/p>\n<p>Albert gedachte auch des gelungenen Auftakts bei der \u201eGro\u00dfen Nachtmusik\u201c rund um den Bremer Marktplatz Mitte August und zeigte sich begeistert von der \u201edurchgehend h\u00f6chsten Qualit\u00e4t\u201c der K\u00fcnstler bei 51 Veranstaltungen in Bremen und im Nordwesten. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00f6rg Ehntholt vermeldet mit rund 25.600 Besuchern eine leichte Steigerung gegen\u00fcber dem Vorjahr und eine Auslastung von \u00fcber 90 Prozent. Das f\u00fchre im Ergebnis zu einem eingehaltenen Etat und einem \u201eausgeglichenen Gesch\u00e4ftsergebnis\u201c. <\/p>\n<p>Bereits am Freitag endete das Klassik-Festival mit einem bewegenden Konzert des Mahler Chamber Orchestra unter Leitung von Maxim Emelyanychev mit der Solisten Anastasia Kobekina am Cello im Bremer Konzertsaal \u201eDie Glocke\u201c. Alle Beteiligten zelebrierten die hohe Kunst des akkuraten Zusammenspiels beim einander Zuh\u00f6ren. Besonders im 1. Cellokonzert Es-Dur von Dmitri Schostakowitsch erwies sich der Dirigent als ideales Scharnier zwischen Kobekina, die das Werk ausdrucksstark, pr\u00e4gnant ins Publikum hineinwirkte und dem Mahler Kammerorchester, das jedes Detail erfasst und angemessen begleitet. Kobekina spielte auswendig, wie einst der ber\u00fchmte Cellist und Schostakowitsch-Freund Mstislaw Rostropowitsch bei der Urauff\u00fchrung 1959, f\u00fcr ihn schrieb der Komponist seine beiden Cellokonzerte.<\/p>\n<p>Emelyanychev dirigiert, Kobekina brilliert<\/p>\n<p>H\u00e4tte Schostakowitsch gewusst, wozu Kobekina und andere Spitzencellisten unserer Tage technisch in der Lage sind, w\u00e4re er vielleicht auch Rostropowitschs Bitte nachgekommen, eine Stelle im Konzert anspruchsvoll f\u00fcr ihn umzuschreiben und h\u00e4tte nicht geantwortet, das k\u00f6nne er nicht tun, denn er schreibe f\u00fcr alle, nicht nur f\u00fcr ihn. Insbesondere der erste und der vierte Satz machten nachhaltig Eindruck. Die 31-j\u00e4hrige Cellisten freute sich wie eine Schneek\u00f6nigin \u00fcber den Jubel des Publikums und eilte mit ihrem Instrument beim Applaus die B\u00fchne auf und ab. Sie dankte mit den Worten \u201eHier in Bremen ist der Empfang immer wie f\u00fcr einen Rockstar.\u201c Als Zugabe spielte die Cellistin den Beginn der Ersten Cello Suite in G-Dur von Johann Sebastian Bach \u2013 als Vorgeschmack auf ihre Einspielung aller sechs Cello Suiten, die Ende September auf zwei CDs bei Sony herauskommt. <\/p>\n<p>Vor das Cellokonzert hatten sich das Orchester und Emelynaychev f\u00fcr die Sinfonie Nr. 20 D-Dur des 16-j\u00e4hrigen Wolfgang Amadeus Mozart entschieden, nach der Pause beendete das Orchester das Konzert mit der Sinfonie Nr. 5 e-Moll von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky. Dabei entfaltete der 37-j\u00e4hrige russische Dirigent seine ganz eigene Interpretation des Meisterwerks, in dem es noch viel zu entdecken gibt. Das Publikum war verzaubert. Maxim Emelyanychev, Chef des Scottish Chamber Orchestra, darf nach diesem Auftritt als eine der n\u00e4chsten gro\u00dfen Entdeckungen des Musikfest Bremen gelten. <\/p>\n<p>Musikfest Bremen 2026: 15. August bis 5. September<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auf dem Bremer Domplatz brachte die Techno Marching Band Meute aus Hamburg unter dem wolkenfreien Himmel am Samstag&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":404278,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[32169,15323,88048,2420,18019,3364,29,107284,78698,30,48019,107286,7253,107287,51218,3247,107285,73713],"class_list":{"0":"post-404277","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-albert","9":"tag-balken-inbox","10":"tag-barenboim","11":"tag-bremen","12":"tag-daniel","13":"tag-de","14":"tag-deutschland","15":"tag-dmitrij-komponist","16":"tag-edward","17":"tag-germany","18":"tag-mozart","19":"tag-musikfeste-ks","20":"tag-peter","21":"tag-said","22":"tag-schostakowitsch","23":"tag-thomas","24":"tag-tschaikowski","25":"tag-wolfgang-amadeus"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115163804720432493","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/404277","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=404277"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/404277\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/404278"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=404277"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=404277"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=404277"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}