{"id":404735,"date":"2025-09-07T19:58:28","date_gmt":"2025-09-07T19:58:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/404735\/"},"modified":"2025-09-07T19:58:28","modified_gmt":"2025-09-07T19:58:28","slug":"im-zeichen-des-tukans-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/404735\/","title":{"rendered":"Im Zeichen des Tukans \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>Im zentralen Bereich des Leipziger Zoos sollen demn\u00e4chst Asiatische Inselwelten entstehen, als letzte Bauma\u00dfnahme der seit 25 Jahren laufenden Umgestaltung zum Zoo der Zukunft. Die denkmalgesch\u00fctzte Affeninsel wurde daf\u00fcr bereits abgerissen. Ob die gleicherma\u00dfen denkmalgesch\u00fctzte Vogelfreiflughalle, ein jahrzehntelang bei Besuchern beliebtes Geb\u00e4ude und gleichzeitig ein herausragendes Meisterwerk der DDR-Nachkriegsmoderne, ebenfalls weichen muss, ist noch unklar. \u00dcber den im Juni bei der Stadt Leipzig eingegangenen Abrissantrag wurde bis zum Redaktionsschluss noch nicht entschieden.<\/p>\n<p>Halong-Bucht am Elsterm\u00fchlgraben<\/p>\n<p>Es zeichnete sich seit L\u00e4ngerem ab, dass sich der Zoo und seine Architekten, nach im Randbereich des Gel\u00e4ndes angesiedelten Bauma\u00dfnahmen wie dem Gondwanaland und dem im Bau befindlichen Feuerland f\u00fcr Robben und Pinguine, dem denkmalgesch\u00fctzten Kerngebiet zuwenden w\u00fcrden. Zumal die grundlegende Umgestaltung bis zum 150. Geburtstag des Zoos 2028 abgeschlossen sein soll. Was hier genau passieren wird, war jedoch lange unbekannt. Denn der Zoo agiert, solange die Abrissgenehmigungen f\u00fcr die seinen Vorhaben im Weg stehenden Bauten noch nicht erteilt sind, hinter verschlossenen T\u00fcren.<\/p>\n<p>Mittlerweile h\u00e4ngen davon im Zoo Visualisierungen aus: Im zentralen Bereich des Gel\u00e4ndes soll auf mehreren Baufeldern eine von der vietnamesischen Halong-Bucht inspirierte Asiatische Insellandschaft mit ausgedehnten Wasserfl\u00e4chen und k\u00fcnstlichen Felsformationen entstehen. Das erste Baufeld erstreckt sich \u00fcber die Fl\u00e4che der alten Vogelvolieren, der fr\u00fcheren Bartaffen- und Pinguinanlage. Hier sind neue Volieren geplant. Daf\u00fcr wurde im Sommer 2024 dem Abriss der meist nur Affeninsel genannten Bartaffenanlage nach monatelangen Verhandlungen zugestimmt. Sie ist bereits verschwunden. Die weiteren Baufelder sollen das Neue Vogelhaus mit Robbenk\u00fcste, die Pelikanteiche und etliche weitere Tieranlagen umfassen: Filetst\u00fccke an der zentralen, noch unter Carl James B\u00fchring angelegten Jason-Achse.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/21757066077599172-upload.jpg\" data-image-link=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/21757066077599172-upload.jpg\" alt=\"Visualisierung der geplanten Inselwelten\" data-rotate=\"\" data-image-link=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/21757066077599172-upload.jpg\" data-proportion=\"true\" data-align=\"center\" data-size=\",\" data-percentage=\"auto,auto\" data-file-name=\"21757066077599172-upload.jpg\" data-file-size=\"0\" origin-size=\"2386,1341\" data-origin=\",\" style=\"\"\/><\/a>Massives Gr\u00fcn: Visualisierung der geplanten Inselwelten | Copyright: Zoo Leipzig, Peter Rasbach<\/p>\n<p>Zwischen 1924 und 1936 entstanden nach Entw\u00fcrfen von B\u00fchring, dem ehemaligen Leiter des Leipziger Hochbauamtes, im Zoo viele eindrucksvolle Bauten. Dabei wurden neben dem ehemaligen Dickh\u00e4uterhaus\u00a0\u2013 mittlerweile umgestaltet zum Elefantentempel \u2013 und der hufeisenf\u00f6rmigen B\u00e4renburg unter anderem auch die Antilopen- und Seehundanlage, die Raubtierterrassen und die beiden gro\u00dfen Vogelvolieren realisiert. B\u00fchring gab dem Gel\u00e4nde eine klare Ordnung, indem er es in mehrere Bereiche aufteilte und dabei repr\u00e4sentative Blick- und Wegebeziehungen schuf, wie die vom ehemals zentralen Schmuckplatz mit \u00bbJason\u00ab-Plastik \u2013 mit zwei Stieren \u2013 aufs fr\u00fchere Dickh\u00e4uterhaus zulaufende Jason-Achse. Diese Strukturen sollten w\u00e4hrend der DDR-Zeit mit zeitgem\u00e4\u00dfen Neubauten weiterentwickelt werden. Von den vielen damals geplanten Projekten wurde jedoch au\u00dfer dem Neuen Vogelhaus, einem Menschenaffenhaus und den \u00bbZoofenster\u00ab genannten Huftierfreianlagen am Rosental bis zur Wende nur wenig realisiert.<\/p>\n<p>Neues Vogelhaus mit Freiflughalle<\/p>\n<p>Das Neue Vogelhaus ist im vorderen Bereich teilweise aus dem 1934 errichteten Antilopenhaus hervorgegangen: einem eigenwilligen Klinkerbau, dessen Dach 1965 eingest\u00fcrzt war. Der vom Leipziger Architekten Gert Rainer Grube entworfene, 1966\u201369 realisierte Erweiterungsumbau besteht aus einem Foyer mit Schauk\u00e4sten und einer dahinter liegenden Vogelfreiflughalle. Sie sollte den Besuchern durch die \u00fcppige Vegetation ein m\u00f6glichst naturnahes Bild der Lebensweise tropischer V\u00f6gel vermitteln.<\/p>\n<p>Die Halle sollte im Inneren ohne Vorspr\u00fcnge oder konstruktive Elemente auskommen, um keine unerw\u00fcnschten Sitz- und Nistm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die V\u00f6gel zu schaffen. Daher konzipierte Grube eine au\u00dferhalb des Geb\u00e4udes angeordnete Stahlkonstruktion mit f\u00fcnf auf V-f\u00f6rmigen St\u00fctzen gelagerten Kastentr\u00e4gern, von denen ein Glasdach abgeh\u00e4ngt wurde. Diese spektakul\u00e4re Konstruktion verleiht dem Geb\u00e4ude ein unverwechselbares Erscheinungsbild. Es nimmt bei den Umfassungsw\u00e4nden aber auch die traditionelle Klinkerbauweise des Zoos wieder auf und f\u00fchrt seine architektonische Linie weiter. Die r\u00fcckw\u00e4rtige Giebelwand der Halle besteht aus einer Glas-Beton-Strukturwand des Dresdner K\u00fcnstlers Friedrich Kracht. Im vorderen Geb\u00e4udebereich wurden verglaste Volieren eingebaut. Den Eingang betont eine an der Wand angebrachte Tukan-Vignette, geschaffen von der Kinderbuch-Illustratorin Regine Heinecke, um auf die hier pr\u00e4sentierten Tiere aufmerksam zu machen.<\/p>\n<p>Nach der Wende wurde der Zoologische Garten Leipzig 1993 als \u00bbSachgesamtheit\u00ab auf die Liste der Kulturdenkmale gesetzt. Dies umfasst den kompletten Kernbereich mit den g\u00e4rtnerischen Anlagen und etliche bedeutende, auch als Einzeldenkmal gelistete Tierh\u00e4user unterschiedlicher Entstehungszeiten. Dazu geh\u00f6ren einige hochkar\u00e4tige Bauten von B\u00fchring sowie \u2013 als einziges explizit genanntes DDR-Objekt \u2013 die Vogelfreiflughalle.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Vogelhalle_35.jpg\" data-image-link=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Vogelhalle_35.jpg\" alt=\"Au\u00dfenansicht der alten Vogelhalle\" data-rotate=\"\" data-image-link=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Vogelhalle_35.jpg\" data-proportion=\"true\" data-align=\"center\" data-size=\",\" data-percentage=\"auto,auto\" data-file-name=\"Vogelhalle_35.jpg\" data-file-size=\"0\" data-origin=\",\" origin-size=\"1299,866\" style=\"\"\/><\/a><\/p>\n<p>Heute und morgen: Nachnutzung m\u00f6glich? | Foto: Knut M\u00fcller<\/p>\n<p>Zoobauten wurden immer wieder unterschiedlich konzipiert und gestaltet. H\u00e4ufig spiegeln sie die zur jeweiligen Entstehungszeit aktuellen Vorstellungen der Tierhaltung und -pr\u00e4sentation wider. Bis zur Gr\u00fcnder- und Kaiserzeit dominierten enge K\u00e4fige, oft in \u00bbexotischen\u00ab Bauten im Kolonialstil. Ab dem fr\u00fchen 20. Jahrhundert wurden immer mehr gitterlose Gehege mit versteckten Wassergr\u00e4ben f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Tiergruppen realisiert. In den 1960ern entstanden erste Bauten, in denen das Publikum zwischen den Tieren flanieren und sie so aus unmittelbarer N\u00e4he beobachten konnte. Parallel dazu gerieten die K\u00e4fige und kleinen Gehege der Menschenaffen, Raubkatzen und B\u00e4ren in die Kritik. Dabei kam ab den 1970ern in den USA die Idee auf, Zootiere in einer ihrem nat\u00fcrlichen Umfeld nachempfundenen Umgebung zu pr\u00e4sentieren. Dies f\u00fchrte zu immer komplexeren und auch gr\u00f6\u00dferen Anlagen.<\/p>\n<p>Zoo der Zukunft<\/p>\n<p>Nach der Wende sanken die Besucherzahlen des Zoos rapide. 1997 \u00fcbernahm der bis heute amtierende Direktor J\u00f6rg Junhold die Leitung und initiierte eine grundlegende Neuausrichtung. Diese f\u00fchrte zum vom Architekten Peter Rasbach konzipierten Masterplan Zoo der Zukunft, der 2000 beschlossen wurde. Er sieht die schrittweise Umgestaltung des Gel\u00e4ndes in einen Erlebnispark mit unterschiedlichen Themenbereichen vor. Dabei m\u00fcssen immer wieder historische Bauten weichen: Das ebenfalls von Grube entworfene Menschenaffenhaus mit VT-Faltendach wurde 1999 abgerissen, die denkmalgesch\u00fctzte Kammgarnspinnerei an der Pfaffendorfer Stra\u00dfe folgte 2007. Sie musste dem Gondwanaland Platz machen. Da eine Umnutzung f\u00fcr Zoozwecke nicht m\u00f6glich war, wurden bei den mehrj\u00e4hrigen Auseinandersetzungen mit den Denkmalbeh\u00f6rden letztendlich die Interessen des Zoos an der Weiterentwicklung seines Unternehmens gegen die Interessen des Denkmalschutzes abgewogen. <\/p>\n<p>Etliche der denkmalgesch\u00fctzten, um 1900 errichteten, nicht mehr f\u00fcr ihre urspr\u00fcngliche Funktion geeigneten Bauten rund um den Eingangsbereich wurden dagegen aufwendig saniert und teilweise umgenutzt: Das alte Affenhaus wurde f\u00fcr die Koalas umgebaut, das Raubtierhaus wurde zum Entdeckerhaus. Auch B\u00fchrings B\u00e4renburg wurde als Kinderspielplatz erhalten.<\/p>\n<p>Mittlerweile sind die Umgestaltungsma\u00dfnahmen im denkmalgesch\u00fctzten Kernbereich des Gel\u00e4ndes angekommen. Die Planungsleistungen f\u00fcr die Asiatischen Insellandschaften wurden im Herbst 2023 ausgeschrieben. Dabei erhielt das in Oberhausen ans\u00e4ssige B\u00fcro Rasbach Architekten, das bereits den Masterplan erarbeitet hatte, den Zuschlag. Kurze Zeit sp\u00e4ter wurden die f\u00fcr die \u00bbAntragstellung der Abbruchanzeige\u00ab zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden eingebunden. Denn bereits beim Blick auf die Visualisierungen wird klar: F\u00fcr das Tabula-Rasa-Projekt sollen alle Bauten des Areals abgebrochen werden. Die Beh\u00f6rden zeigten sich nicht einverstanden. Im Zuge der mittlerweile seit Dezember 2023 laufenden Gespr\u00e4che wurde zwar eine Abrissgenehmigung f\u00fcr die nicht mehr genutzte Bartaffenanlage erteilt. Der Ausgang der Verhandlungen \u00fcber das Neue Vogelhaus ist jedoch offen. Denn das Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege Sachsen betont: \u00bbDie Vogelfreiflughalle ist ein wichtiges und gestalterisch eindrucksvolles Bauwerk der deutschen Nachkriegsmoderne von \u00fcberregionaler Bedeutung.\u00ab<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Vogelhalle_Papagei.jpg\" data-image-link=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Vogelhalle_Papagei.jpg\" alt=\"Historischer Blick auf einen Papagei, im Hintergrund eine Familie\" data-rotate=\"\" data-image-link=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Vogelhalle_Papagei.jpg\" data-proportion=\"true\" data-align=\"center\" data-size=\",\" data-percentage=\"auto,auto\" data-file-name=\"Vogelhalle_Papagei.jpg\" data-file-size=\"0\" data-origin=\",\" origin-size=\"1600,1590\" style=\"\"\/><\/a><\/p>\n<p>Der Blick der anderen: Perspektive aus der Volieren-Verglasunfg hinaus | Foto: Deutsche Fotothek \/ Erich H\u00f6hne<\/p>\n<p>Da eine Erlaubnis zum Komplettabriss hinter verschlossenen T\u00fcren nicht zu erhalten war, stellte der Zoo am 6. Juni 2025 bei der Stadt einen \u00bbAntrag auf Erteilung einer denkmalschutzrechtlichen Genehmigung zur Beseitigung des Neuen Vogelhauses\u00ab. Daf\u00fcr diente nun scheinbar die vermeintliche Nicht-Sanierbarkeit des Geb\u00e4udes, das wenige Wochen zuvor f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit geschlossen worden war, als Begr\u00fcndung. Eine daraufhin vom Landesamt in Auftrag gegebene Untersuchung geht dagegen weiterhin von der \u00bbSanierbarkeit der Vogelfreiflughalle unter Beachtung der bauphysikalischen Aspekte der Konstruktion und mit vertr\u00e4glicher Nutzung aus\u00ab. Zudem h\u00e4lt das Landesamt \u00bbdie Integration des Vogelhauses in die Umgestaltungspl\u00e4ne des Zoos weiterhin f\u00fcr m\u00f6glich und f\u00fcr notwendig\u00ab. Daher wird der Zoo sicherlich aufgefordert werden, eine m\u00f6gliche Integration des Geb\u00e4udes in die Planungen zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Fehlende \u00f6ffentliche Debatten<\/p>\n<p>Dazu erfolgte \u2013 aufgrund der sp\u00e4rlichen Ausk\u00fcnfte der beteiligten Akteure \u2013 keine \u00f6ffentliche Debatte. Obwohl sich die Rahmenbedingungen und die Akzeptanz des mittlerweile seit 25 Jahren verfolgten Umgestaltungskonzeptes nicht nur in Bezug auf die Nachhaltigkeit und die Bewertung des \u00fcberlieferten baukulturellen Erbes stark ver\u00e4ndert haben. Zum Zeitpunkt der Entwicklung des neuen Masterplanes war das Konzept der Immersionslandschaften weltweit en vogue. H\u00e4ufig zusammen mit dem aus Erlebnisparks bekannten Theming, bei dem sich Einzelbereiche bis zur Gestaltung der Bauten und den angebotenen Speisen speziellen Themen unterordnen. Nach der Wende ging es bei vielen Umgestaltungs- und Sanierungsma\u00dfnahmen auch darum, das DDR-Erscheinungsbild loszuwerden. Mittlerweile hat sich die Bewertung herausragender Bauten dieser \u00c4ra stark gewandelt. Aufgrund gestiegener Wertsch\u00e4tzung ruft der geplante Abriss denkmalgesch\u00fctzter DDR-Bauten heutzutage deutlich mehr Kritik hervor.<\/p>\n<p>Das \u00bbZoo der Zukunft\u00ab-Konzept trug zur wiedergewonnenen Anziehungskraft des Leipziger Zoos ma\u00dfgeblich bei. Denn es spricht \u2013 weil die Tiere nicht mehr in engen Gitterk\u00e4figen gehalten werden \u2013 viele Besucher an. Im Gondwanaland gibt es mit H\u00e4ngebr\u00fccken, Baumwipfelpfad und Bootsfahrt zudem Erlebniselemente. Das tropische Klima in der Halle unterst\u00fctzt den Eindruck einer Exkursion in eine andere Welt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Image04SW.jpg\" data-image-link=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Image04SW.jpg\" alt=\"Skizze des geplanten Vogelhauses\" data-rotate=\"\" data-image-link=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Image04SW.jpg\" data-proportion=\"true\" data-align=\"center\" data-size=\",\" data-percentage=\"auto,auto\" data-file-name=\"Image04SW.jpg\" data-file-size=\"0\" data-origin=\",\" origin-size=\"1299,713\" style=\"\"\/><\/a>Aufriss: Skizze des Geb\u00e4udes | Copyright: Zoo Leipzig<\/p>\n<p>Mittlerweile kommt an der Landschaftsimmersion jedoch immer mehr Kritik auf. Dabei geht es neben hohen Kosten, unbefriedigend ausgef\u00fchrten Kunstfelsen und zu simplen, keinen richtigen dreidimensionalen Raum erzeugenden Landschaftskulissen auch um die Frage der fehlenden Transparenz dieser Inszenierungen: Denn die aktuellen Bedingungen der Tierhaltung und -z\u00fcchtung bleiben weitestgehend unsichtbar.<\/p>\n<p>Die Umgestaltung des Leipziger Zoos hat \u2013 laut MDR-Angaben \u2013 in den letzten 25 Jahren bereits rund 245 Millionen Euro gekostet, davon stammen 30 Prozent aus der Stadtkasse. Und die geplante, bislang nicht exakt eingepreiste Halong-Bucht-Nachbildung soll einen zentralen Bereich des Zoos komplett \u00fcberschreiben mit einem Konzept, von dem man gar nicht wei\u00df, wie lange es noch zeitgem\u00e4\u00df ist.<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Nachnutzungen<\/p>\n<p>Die begehbare Vogelfreiflughalle war zum Zeitpunkt ihrer Errichtung ein modernes und fortschrittliches Zoogeb\u00e4ude. Denn sie erweckte bei den Besuchern, bereits lange bevor sich filmkulissenartige, die Natur imitierende Tiergehege weltweit durchsetzten, den Eindruck, in einen tropischen Landschaftsraum einzutauchen. Die aus heutiger Perspektive relativ kleinen Abmessungen resultierten aus dem Wunsch, die V\u00f6gel aus n\u00e4chster N\u00e4he beobachten zu k\u00f6nnen. Daher war die Vogelfreiflughalle, weil man die Tiere hier schon immer ohne trennende Glasscheibe oder Gitter erleben konnte und einem die V\u00f6gel dabei teilweise geradezu \u00fcber die Schulter flogen, von Anfang an sehr beliebt. Der Zoo m\u00f6chte derartige Erinnerungen und daraus resultierende Debatten scheinbar unbedingt vermeiden, weil es \u2013 neben den von zahlreichen Fachleuten attestierten architektonischen Qualit\u00e4ten \u2013 ein \u00f6ffentliches Erhaltungsinteresse gibt.<\/p>\n<p>Selbst wenn eine weitere Nutzung als Vogelhaus nicht m\u00f6glich oder nicht gew\u00fcnscht sein sollte, w\u00e4ren f\u00fcr das interessante Geb\u00e4ude viele M\u00f6glichkeiten einer anderen Nachnutzung vorstellbar. Man kann nur hoffen, dass bei den anstehenden Abw\u00e4gungsprozessen aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung des Zoos kein fragw\u00fcrdiger Kompromiss eines minimalen Teilerhalts mit einer zur Pergola oder zum Torbogen degradierten Stahlrahmenkonstruktion \u00fcbrig bleibt, bei dem der Rest der Halle verschwindet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im zentralen Bereich des Leipziger Zoos sollen demn\u00e4chst Asiatische Inselwelten entstehen, als letzte Bauma\u00dfnahme der seit 25 Jahren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":404736,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[3364,3536,29,30,71,859,6500],"class_list":{"0":"post-404735","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-de","9":"tag-denkmalschutz","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-leipzig","13":"tag-sachsen","14":"tag-zoo"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115164788253086977","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/404735","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=404735"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/404735\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/404736"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=404735"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=404735"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=404735"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}