{"id":405685,"date":"2025-09-08T05:06:17","date_gmt":"2025-09-08T05:06:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/405685\/"},"modified":"2025-09-08T05:06:17","modified_gmt":"2025-09-08T05:06:17","slug":"muenchen-filme-mit-mario-adorf-die-man-gesehen-haben-muss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/405685\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen | Filme mit Mario Adorf, die man gesehen haben muss"},"content":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen (dpa) &#8211; Mario Adorf hatte schon viele Rollen in seinem Leben: Kleinganove, Wildwest-Schurke, Angeber, M\u00f6rder, Kommissar, Promi-Wirt, Holocaust-\u00dcberlebender, Patriarch, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Im Theater war er ebenso zu sehen wie im Kino.\u00a0<\/p>\n<p>Er geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen deutschen Film- und Fernsehstars der Nachkriegsgeschichte &#8211; zu sehen etwa in \u00abDer Tod tr\u00e4gt schwarzes Leder\u00bb (1974), \u00abDie verlorene Ehre der Katharina Blum\u00bb (1975), \u00abDie Blechtrommel\u00bb (1979) \u00abLola\u00bb (1981) und \u00abDer Schattenmann\u00bb (1996).\u00a0<\/p>\n<p>Zu seinem 95. Geburtstag am Montag (8.9.) eine Auswahl wichtiger und ungew\u00f6hnlicher Rollen Adorfs:<\/p>\n<p>\u00abNachts, wenn der Teufel kam\u00bb (1957)<\/p>\n<p>Robert Siodmaks Drama \u00abNachts, wenn der Teufel kam\u00bb bescherte dem 26 Jahre alten Adorf den Durchbruch als Schauspieler. Der Film handelt von einer Mordserie an Frauen im Nationalsozialismus. Als T\u00e4ter machen die Ermittler Bruno L\u00fcdke (Adorf) aus. Dass der eine geistige Behinderung hat, passt in das menschenverachtende Weltbild der Nazis und sie planen einen Schauprozess. Doch dann kommen ihnen Zweifel: r\u00e4umen sie nicht ihr eigenes Versagen ein, wenn der Mann jahrelang t\u00f6ten konnte, ohne gefasst zu werden?\u00a0<\/p>\n<p>Im Nachhinein bedauerte Adorf die Rolle, ging man beim Dreh doch davon aus, dass der Film auf wahren Tatsachen beruhte. Sp\u00e4ter kam heraus, dass L\u00fcdke unschuldig war und von den Nazis als frauenmordendes Monster inszeniert worden war. \u00abIch habe einem Menschen, der wirklich gelebt hat, eine monstr\u00f6se Geschichte gegeben, die \u00fcberhaupt nicht stimmt\u00bb, sagte Adorf 2020 der \u00abZeit\u00bb. L\u00fcdke sei vielmehr ein Opfer gewesen. \u00abDie SS war der Teufel, nicht Bruno!\u00bb<\/p>\n<p>\u00abWinnetou\u00a01. Teil\u00bb (1963)<\/p>\n<p>Der Film von 1963 war nach \u00abDer Schatz der Silbersee\u00bb der zweite\u00a0Karl-May-Film und wie der erste ein Riesenerfolg. Mario Adorf spielt in dem Film Santer, den M\u00f6rder von Nscho-tschi (Schwester von Winnetou).\u00a0<\/p>\n<p>In einem dpa-Interview erinnerte er sich mal: \u00abImmer wieder treffe ich Leute, die sagen: &#8222;Dass du die Nscho-tschi erschossen hast, das habe ich dir lange Jahre nicht verziehen. Ich habe dich daf\u00fcr gehasst.&#8220; Das ist ein Satz, den ich zigtausend Mal geh\u00f6rt habe.\u00bb Dabei sind sich Adorf und Schauspielerin Marie Versini w\u00e4hrend der Dreharbeiten nie begegnet: \u00abIch hab irgendwohin in die Luft gezielt\u00bb, wei\u00df\u00a0Adorf\u00a0noch. Die Einstellung, in der Nscho-tschi t\u00f6dlich getroffen zu Boden sinkt, wurde an einem ganz anderen Tag ohne Adorf gedreht.<\/p>\n<p>\u00abDeadlock\u00bb (1970)<\/p>\n<p>Mario Adorf hat bei vielen gro\u00dfen Produktionen mitgemacht, es gibt aber auch Off-Kinofilme mit ihm. \u00abDeadlock\u00bb (1970) von Regisseur Roland Klick ist ein solches v\u00f6llig zu Unrecht vergessenes Juwel, ein deutscher Vorl\u00e4ufer zu den Filmen von Quentin Tarantino.\u00a0<\/p>\n<p>Es geht um eine verlassene Minenkolonie mitten im Nirgendwo und einen Koffer voller Geldscheine. Adorf spielt Minen-Aufseher Charles Dump. Dump sieht in dem Geld die Chance, die Ein\u00f6de endlich zu verlassen. Er wird skrupellos, doch andere sind noch skrupelloser. In einer der st\u00e4rksten Szenen rennt Adorf panisch durch die menschenleere W\u00fcste, gejagt von einem Truck. Im d\u00fcsteren, brutalen Neo-Western sind nur sieben Menschen zu sehen, f\u00fcnf werden das blutige Katz-und-Maus-Spiel nicht \u00fcberleben.<\/p>\n<p>\u00abDer Mafia Boss &#8211; Sie t\u00f6ten wie Schakale\u00bb (1972)\u00a0<\/p>\n<p>Seine Liebe zu Action-Rollen bewies Adorf in einer Reihe von italienischen Krimis. Legend\u00e4r ist sein Auftritt im Gangsterfilm \u00abDer Mafia-Boss &#8211; Sie t\u00f6ten wie Schakale\u00bb (\u00abLa mala ordina\u00bb): Verbrecher haben die Familie des Kleinganoven Luca (Adorf) \u00fcberfahren und get\u00f6tet. Bei einer halsbrecherischen Fahrt mitten durch den Mail\u00e4nder Stra\u00dfenverkehr klammert sich Adorf an den K\u00fchler eines Lieferwagens. Immer wieder h\u00e4mmert er seinen Kopf gegen die Windschutzscheibe, bis sie rei\u00dft. Dann boxt er den Fahrer vom Sitz.\u00a0<\/p>\n<p>Nichts ist gedoubelt an dieser unfassbaren Szene. Hilfreich war f\u00fcr den Schauspieler bei diesen internationalen Dreharbeiten seine Vielsprachigkeit. Neben Deutsch, Englisch und Franz\u00f6sisch beherrscht er Italienisch. So gro\u00df war seine Liebe zum Heimatland seines Vaters, dass er einige Jahre in Rom lebte.<\/p>\n<p>\u00abFedora\u00bb (1978)<\/p>\n<p>Starregisseur Billy Wilder holte Adorf f\u00fcr eine Nebenrolle im Melodram \u00abFedora\u00bb aus dem Jahr 1978 vor die Kamera, das die Traumfabrik Hollywood aufs Korn nimmt. Adorf spielt den Manager eines Hotels auf einer griechischen Insel, in dem eine Filmdiva logiert.\u00a0<\/p>\n<p>Einige Jahre zuvor wollte Wilder den Schauspieler engagieren f\u00fcr die Kom\u00f6die \u00abEins, Zwei, Drei\u00bb. Doch Adorf winkte ab: Wilder habe ihm damals nicht den erwarteten Part angeboten. \u00abIch habe ein paar Rollen abgelehnt, weil ich ein bisschen arrogant oder dumm war\u00bb, gab er sp\u00e4ter zu.<\/p>\n<p>\u00abKir Royal\u00bb &#8211; Episode 1: \u00abWer reinkommt, ist drin\u00bb (1986)<\/p>\n<p>\u00abIch schei\u00df dich sowas von zu mit meinem Geld, dass du keine ruhige Minute mehr hast\u00bb &#8211; der Satz aus Helmut Dietls Kultserie \u00abKir Royal\u00bb ist legend\u00e4r. Adorf spricht ihn als stinkreicher rheinischer Kleberfabrikant Heinrich Haffenloher, der unbedingt in der Klatschkolumne des Reporters Baby Schimmerlos (Franz Xaver Kroetz) auftauchen will, koste es, was es wolle. Denn: \u00abwer reinkommt, ist drin\u00bb, in der M\u00fcnchner Schickeria.\u00a0<\/p>\n<p>Adorf ist nur f\u00fcr eine Folge dabei. Doch es ist gro\u00dfes Kino, wie er diesen gro\u00dfspurigen, geltungss\u00fcchtigen Macho-Mann spielt. In der Szene am Pool tr\u00e4gt er zwar nur einen Bademantel, Schimmerlos dagegen einen eleganten Anzug. Dennoch f\u00fchlt sich Haffenloher als der Gr\u00f6\u00dfte und ist fest \u00fcberzeugt, alles kaufen zu k\u00f6nnen. Als seine Einsch\u00fcchterungsversuche nicht fruchten, versucht er es mit rheinischer Jovialit\u00e4t, der Adorf einen leicht bedrohlichen Unterton verleiht: \u00abIch will doch nur dein Freund sein, komm! Und jetzt sag Heini zu mir!\u00bb<\/p>\n<p>\u00abRossini \u2013 oder die m\u00f6rderische Frage, wer mit wem schlief\u00bb (1997)<\/p>\n<p>Mit der Gesellschaftssatire \u00abRossini \u2013 oder die m\u00f6rderische Frage, wer mit wem schlief\u00bb kehrte Adorf 1997 zur\u00fcck in die M\u00fcnchner Schickeria, als Wirt eines Edelitalieners. Egal, ob Promi oder M\u00f6chtegern &#8211; wer auf sich h\u00e4lt, taucht hier auf.\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr seinen Film \u00fcber M\u00fcnchens Bussi-Bussi-Gesellschaft holte Helmut Dietl Hannelore Hoger, Joachim Kr\u00f3l, G\u00f6tz George, Jan Josef Liefers, Armin Rohde, Heiner Lauterbach und Gudrun Landgrebe vor die Kamera. Veronica Ferres mimt die Schauspielerin Schneewittchen, die von einer Filmkarriere tr\u00e4umt und der die M\u00e4nner zu F\u00fc\u00dfen liegen. Auch Promiwirt Rossini alias Adorf schw\u00e4rmt: \u00abSie ist jung, sie ist gro\u00df, sie ist blond, sie ist sch\u00f6n, f\u00fcnf Arme m\u00f6chtest du haben!\u00bb Am Ende entflammt nicht nur seine Krawatte, die einer Kerze zu nahe kommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00fcnchen (dpa) &#8211; Mario Adorf hatte schon viele Rollen in seinem Leben: Kleinganove, Wildwest-Schurke, Angeber, M\u00f6rder, Kommissar, Promi-Wirt,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":405686,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1841],"tags":[54247,772,1605,3364,29,441,92,30,2549,1209,94,107527],"class_list":{"0":"post-405685","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bielefeld","8":"tag-95-geburtstag","9":"tag-bayern","10":"tag-bielefeld","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-fernsehen","14":"tag-film","15":"tag-germany","16":"tag-leute","17":"tag-nordrhein-westfalen","18":"tag-theater","19":"tag-zum-8-september"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115166942606522359","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/405685","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=405685"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/405685\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/405686"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=405685"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=405685"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=405685"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}