{"id":406028,"date":"2025-09-08T08:23:11","date_gmt":"2025-09-08T08:23:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/406028\/"},"modified":"2025-09-08T08:23:11","modified_gmt":"2025-09-08T08:23:11","slug":"eine-kulturelle-nutzung-der-gueterschuppen-ist-fuer-die-stadt-leipzig-unbezahlbar-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/406028\/","title":{"rendered":"Eine kulturelle Nutzung der G\u00fcterschuppen ist f\u00fcr die Stadt Leipzig unbezahlbar \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Tr\u00e4umen darf man ja. Und vor einigen Jahren w\u00e4re so ein Traum durchaus noch im Bereich des Machbaren gewesen. Damals, als die Baupreise noch nicht in utopische H\u00f6hen abgehoben waren. Doch die Baupreisentwicklung macht jetzt einem besonderen Connewitzer Traum einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. 2020 war der Traum noch m\u00f6glich. Damals beantragte die Linksfraktion, die Stadt m\u00f6ge pr\u00fcfen, ob die alten Schuppen am S-Bahnhof Connewitz f\u00fcr kulturelle Nutzungen geeignet sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Beschlossen wurde dieser Pr\u00fcfauftrag damals<a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=1016517&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"> in der ge\u00e4nderten Fassung der Gr\u00fcnen.<\/a><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/92a280fe160e430fb8ddd77c1b3269a3.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/09\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/09\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Dann dauerte es ein paar Jahre, bis die Stadt mit der Deutschen Bahn endlich den Kauf der Fl\u00e4chen f\u00fcr den P+R-Platz besiegeln konnte. Und damit wurde nat\u00fcrlich der Auftrag von 2020 aktuell. Und die Stadtr\u00e4tin der Linken Juliane Nagel wollte nun wissen, ob die Stadt tats\u00e4chlich gepr\u00fcft hat und was dabei herausgekommen ist.<\/p>\n<p>\u201eIm Jahr 2024 wurden die Fl\u00e4chen am S-Bahnhof Connewitz, die der Herstellung eines P+R-Platzes dienen sollen, von der Stadt durch die Bahn erworben\u201c, <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2026001&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">erkl\u00e4rte sie in ihrer Anfrage.<\/a> \u201eF\u00fcr die Grundst\u00fccksteilfl\u00e4chen des ehemaligen G\u00fcterschuppens mit Laderampe ist gem\u00e4\u00df Beschluss VII-A-00941-NF-02-\u00c4A-01 eine Pr\u00fcfung zur Erm\u00f6glichung kultureller Nutzung vorgesehen. Diese Pr\u00fcfung sollte inzwischen abgeschlossen sein.\u201c<\/p>\n<p>Das ist sie auch, teilt das Amt f\u00fcr Wirtschaftsf\u00f6rderung in seiner Antwort mit. Nur: Das Ergebnis ist dann mehr als ern\u00fcchternd.<\/p>\n<p>1,3 Millionen Euro, die die Stadt nicht hat<\/p>\n<p>\u201eDie Pr\u00fcfung zur kulturellen Nutzung des G\u00fcterschuppens am S-Bahnhof Connewitz erfolgte nach Abschluss des Kaufvertrags, gem\u00e4\u00df Stadtratsbeschluss (VII-DS-09527 Grunderwerb zur Herstellung eines P+R-Platzes am S-Bahnhof Connewitz). Das Kulturamt und das Amt f\u00fcr Wirtschaftsf\u00f6rderung haben gemeinsam eine Machbarkeitsstudie beauftragt\u201c,<a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2026539&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"> teilt das Amt f\u00fcr Wirtschaftsf\u00f6rderung mit.<\/a><\/p>\n<p>Dabei wurden Nutzungsm\u00f6glichkeiten wie K\u00fcnstlerateliers, Bandprobenr\u00e4ume, ein Veranstaltungsraum (f\u00fcr 50\u201399 Personen), Gastronomie mit Freisitz und Mischnutzungen als Varianten untersucht. \u201eEbenso enth\u00e4lt die Studie eine Grobsch\u00e4tzung der Sanierungskosten unter Ber\u00fccksichtigung des Denkmalschutzes sowie der Infrastruktur (z.\u202fB. Stellpl\u00e4tze, Medienanschl\u00fcsse, Heizung, Sanit\u00e4r)\u201c, z\u00e4hlt die Antwort der Stadt auf.<\/p>\n<p>\u201eTeil der Studie waren auch eine Schallimmissionsprognose, ein Holzschutzgutachten, eine statische Einsch\u00e4tzung und eine Ertragswertrechnung mit markt\u00fcblichen Mieten.\u201c<\/p>\n<p>Aber wie das so ist mit der kulturellen Nutzung alter Geb\u00e4ude: \u201eEine (kulturelle) Nutzung ist nur mit erheblichem finanziellem Aufwand m\u00f6glich. Durch den schlechten Zustand des Geb\u00e4udes und die Vorgaben des Denkmalschutzes wird die Herrichtung aufwendig und teuer, unabh\u00e4ngig von der sp\u00e4teren Nutzung. Der Aufwand wird \u00fcber alle Varianten hinweg auf mindestens 1,3 Mio. EUR gesch\u00e4tzt. Es stellt sich die Frage, ob ein potenzieller Vorhabentr\u00e4ger bei diesem Investment eine eigenwirtschaftliche Nutzung entwickeln kann.\u201c<\/p>\n<p>Au\u00dferdem seien die R\u00e4ume f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Veranstaltungen zu klein und ab 22 Uhr d\u00fcrfte es keinen Au\u00dfenl\u00e4rm mehr geben, weil die Wohnbebauung zu nah ist. Da sind dann auch die M\u00f6glichkeiten, hier kommerziell Geld zu verdienen, drastisch eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Die Stadt setzt auf Konzeptverfahren<\/p>\n<p>Und die Stadt selbst mit ihrem noch immer nicht genehmigten Haushalt hat l\u00e4ngst keine M\u00f6glichkeiten mehr, so ein Projekt zu unterst\u00fctzen. \u201eEine dauerhafte kommunale F\u00f6rderung wird ausgeschlossen. Im Stadtbezirk S\u00fcd gibt es bereits zahlreiche gef\u00f6rderte Veranstaltungsr\u00e4ume, wie Werk 2, Haus Steinstra\u00dfe und Conne Island\u201c, hei\u00dft es in der Antwort aus dem Amt f\u00fcr Wirtschaftsf\u00f6rderung.<\/p>\n<p>\u201eDie Verwaltung schl\u00e4gt daher vor, den Grundst\u00fccksteil mit dem G\u00fcterschuppen (gem\u00e4\u00df Lageplan aktuelle Flurst\u00fccke 532\/32 und 532\/33 der Gemarkung Connewitz sowie 72\/5 der Gemarkung L\u00f6\u00dfnig) zu verkaufen. Die Verwaltung schl\u00e4gt ein Konzeptverfahren vor. Das Konzeptverfahren ist offen f\u00fcr alle Nutzungsmodelle, auch f\u00fcr kulturelle \u2013 allerdings nur bei wirtschaftlich eigenst\u00e4ndigem Betrieb. Derzeit wird ein Kriterienkatalog erarbeitet. Ein kultureller Mehrwert wird als Bewertungskriterium ber\u00fccksichtigt.\u201c<\/p>\n<p>Und weil das Ganze als kulturelles Projekt der Stadt schlicht unbezahlbar ist, habe man nat\u00fcrlich keine kulturellen Initiativen und Akteure des Stadtviertels einbezogen, um m\u00f6gliche Nutzungs- und Bewirtschaftungsszenarien zu entwickeln.<\/p>\n<p>Stattdessen m\u00f6chte die Stadt gern das Konzeptverfahren starten. \u201eDieses startet planm\u00e4\u00dfig mit der Ver\u00f6ffentlichung des Expos\u00e9s im Oktober 2025. Der Bewerbungszeitraum soll sechs Wochen umfassen. Nach der Bewertung der eingereichten Konzepte sowie der Vorlage in den entsprechenden Gremien kann der Eigentums\u00fcbergang erfolgen. Dies wird f\u00fcr das 2. Halbjahr 2026 angestrebt.\u201c<\/p>\n<p>Gleichzeitig teilt das Amt f\u00fcr Wirtschaftsf\u00f6rderung mit, dass die Stadt bisher auch kein Geld in die Ert\u00fcchtigung der Geb\u00e4ude investiert habe. Und auch die Herrichtung des Park-and-Ride-Platzes wird nicht in den n\u00e4chsten zwei Jahren erfolgen.<\/p>\n<p>\u201eAllerdings wurde die Ma\u00dfnahme nicht priorisiert und daher nicht in den Haushalt 2025\/26 aufgenommen. Das Projekt ruht momentan. Aufgrund der angespannten Haushaltslage kann das Mobilit\u00e4ts- und Tiefbauamt aktuell keinen Termin f\u00fcr einen m\u00f6glichen Bearbeitungsstart nennen. Eine zuk\u00fcnftige Planung wird den Stand der Entwicklung der \u00fcbrigen Fl\u00e4chen und Geb\u00e4ude ber\u00fccksichtigen, sodass eine sinnvolle Gesamtanlage entsteht.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Tr\u00e4umen darf man ja. 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