{"id":406389,"date":"2025-09-08T11:47:11","date_gmt":"2025-09-08T11:47:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/406389\/"},"modified":"2025-09-08T11:47:11","modified_gmt":"2025-09-08T11:47:11","slug":"mannheim-neustadt-zum-100-geburtstag-der-saengerin-erika-koeth-staatliche-hochschule-fuer-musik-und-darstellende-kunst-mannheim-richtet-gesangswettbewerb-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/406389\/","title":{"rendered":"Mannheim \/ Neustadt \u2013 Zum 100. Geburtstag der S\u00e4ngerin Erika K\u00f6th \u2013 Staatliche Hochschule f\u00fcr Musik und Darstellende Kunst Mannheim richtet Gesangswettbewerb aus"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Erika-Koeth-Quelle-privat.jpg\" alt=\"\" width=\"1096\" height=\"1500\" class=\"aligncenter size-full wp-image-601534\"  \/>Mannheim \/ Neustadt an der Weinstra\u00dfe \/ Metropolregion Rhein-Neckar \u2013 Wohl niemand hat Mozarts K\u00f6nigin der Nacht so h\u00e4ufig gesungen wie sie. Insgesamt mehr als 250 Mal trat sie in ihrer Paraderolle auf \u2013 und das, obwohl ihre Lieblingsrolle eigentlich die der Li\u00f9 in Puccinis Turandot war. Neben Mozart wurde sie vor allem mit Strauss, aber auch mit Donizettis Lucia di Lammermoor, sp\u00e4ter auch mit der Mimi aus La Boh\u00e8me viel umjubelt. Dabei wollte Erika K\u00f6th als Kind zun\u00e4chst T\u00e4nzerin werden. Doch die geb\u00fcrtige Darmst\u00e4dterin erkrankte an Kinderl\u00e4hmung, was ihre Tr\u00e4ume schnell zerst\u00f6ren sollte. Dass sie auch \u00fcber eine wunderbare Stimme verf\u00fcgte, wussten nicht nur ihre Eltern: Als sie im 2. Weltkrieg eine Handelslehre begann, und der Luftalarm die Belegschaft regelm\u00e4\u00dfig in die Schutzr\u00e4ume zwang, forderte ihr Vorgesetzter sie immer wieder auf zu singen, um den Kolleg:innen damit die Angst zu nehmen. <\/p>\n<p>Nach dem Krieg arbeitete Erika K\u00f6th zun\u00e4chst beim Arbeitsamt. Dort stellte sich ein K\u00fcnstler vor, der S\u00e4nger:innen suchte \u2013 und so vermittelte sie sich kurzerhand selbst. Mit Erfolg: 1947 gewann sie einen Gesangswettbewerb des Radio Frankfurt und erhielt kurze Zeit sp\u00e4ter ihr erstes Engagement am Pfalztheater Kaiserslautern. 1950 wechselte sie ans Badische Staatstheater Karlsruhe und verbrachte dort insgesamt drei Jahre, die f\u00fcr sie laut eigener Aussage die pr\u00e4gendsten ihrer gesamten Karriere werden sollten. Else Blank als Gesangslehrerin und Otto Matzerath als GMD gaben ihr das R\u00fcstzeug f\u00fcr ihren weiteren Berufsweg. Bereits 1953 wechselte Erika K\u00f6th dann an die Bayerische Staatsoper in M\u00fcnchen und blieb dort Mitglied bis zu ihrem Abschied von der B\u00fchne im Jahr 1978. Im Jahr 1960 wurde sie zus\u00e4tzlich Mitglied der Deutschen Oper Berlin. Daneben hatte sie zahlreiche Gastauftritte, etwa an der Wiener Staatsoper oder der Mail\u00e4nder Scala und war auch einig Jahre bei den Salzburger Festspielen engagiert. Ihr Deb\u00fct an der MET in New York blieb ihr 1959 aufgrund einer Bronchitis jedoch verwehrt. Daf\u00fcr machte sich die K\u00f6th zunehmend auch als Lieds\u00e4ngerin einen Namen, vielbeachtet etwa ihre Reise durch die damalige Sowjetunion im Jahr 1961, bei der \u00fcberwiegend die deutschen Kunstlieder auf dem Programm standen. Besonders setzte sie sich f\u00fcr die in Vergessenheit geratenen Lieder Hugo Wolfs ein. <\/p>\n<p>In ihrer rund 30 Jahre dauernden Karriere sang Erika K\u00f6th mit fast allen Gr\u00f6\u00dfen ihrer Zeit. Unvergessen die bis heute als Referenzaufnahme geltende Interpretation der Constanze in Mozarts Entf\u00fchrung aus dem Serail an der Seite Fritz Wunderlichs und unter der Leitung Eugen Jochums. Zahlreiche Auff\u00fchrungen mit S\u00e4ngern wie Rudolf Schock, Nicolai Gedda oder auch Guiseppe di Stefano, mit S\u00e4ngerinnen wie Hertha T\u00f6pper, Lilian Benningsen, Anneliese Rothenberger, Elisabeth Schwarzkopf oder Brigitte Fassbender sowie mit Dirigenten wie Hans Knappertsbusch, Joseph Keilberth, Karl B\u00f6hm, Rudolf Kempe oder Lorin Maazel. Besonders hervorzuheben ist die Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Ferenc Fricsay, von dem Erika K\u00f6th sagte, sie h\u00e4tte ihm wohl ihre gr\u00f6\u00dften Erfolge zu verdanken, auch wenn der gemeinsame Weg durch den fr\u00fchen Tod des Dirigenten nur von kurzer Dauer war. <\/p>\n<p>Als Koloratursopranistin lag ihre St\u00e4rke vor allem in den makellos und mit gro\u00dfer Klarheit vorgetragenen Koloraturen. Die vier gef\u00fcrchteten hohen f der K\u00f6nigin der Nacht erklomm die K\u00f6th mit einer beeindruckenden Leichtigkeit, wie ihre Stimme insgesamt eher \u201eleicht\u201c war. Dadurch war sie aber auch pr\u00e4destiniert f\u00fcr die Sopranrollen Mozarts, das Operettenfach, weniger aber f\u00fcr die hochdramatischen Rollen. Sie selbst meinte einmal \u00fcber sich in der Rolle der Gilda, dass ihr insbesondere der erste Akt in keinster Weise entsprach. \u201eDas bist nicht Du\u201c, so kritisch und offen war sie nicht nur sich selbst gegen\u00fcber. Sie nahm auch sonst kein Blatt vor den Mund, legte sich gegebenenfalls mit Dirigenten oder Regisseuren an, wenn f\u00fcr sie die Sch\u00f6nheit des St\u00fccks in Gefahr schien. Einer ihrer Leitspr\u00fcche war deshalb auch: \u201eSch\u00f6n geht vor laut\u201c.<\/p>\n<p>Erika K\u00f6th wirkte zeitlebens volksnah, humorvoll und ohne jede Form der Pr\u00e4tention. So trat sie beispielsweise von 1969 bis 1984 mehrfach mit deutschem Volksliedgut in der Fernsehunterhaltungssendung \u201eDer Blaue Bock\u201c auf, etwas, was bei vielen anderen namhaften Operns\u00e4nger:innen bis heute als verp\u00f6nt gilt. <\/p>\n<p>Noch w\u00e4hrend ihrer Karriere widmete sich Erika K\u00f6th vermehrt dem Unterrichten des s\u00e4ngerischen Nachwuchses. 1973 erhielt sie eine Gesangs-Professur an der Hochschule f\u00fcr Musik K\u00f6ln, 1980 einen erweiterten Lehrauftrag an der damaligen Staatlichen Hochschule f\u00fcr Musik Heidelberg-Mannheim, den sie bis kurz vor ihrem Tod im Februar 1989 aus\u00fcbte. Dar\u00fcber hinaus gab sie Meisterkurse in ihrer Wahlheimat Neustadt an der Weinstra\u00dfe und engagierte sich in der von August Everding gegr\u00fcndeten \u201eSingschul\u201c in M\u00fcnchen, aus der in den 1990er Jahren die heutige Theaterakademie hervorging. <\/p>\n<p>Am 15. September w\u00e4re Erika K\u00f6th 100 Jahre alt geworden. In Erinnerung an die gro\u00dfartige S\u00e4ngerin und Dozentin veranstaltet die Staatliche Hochschule f\u00fcr Musik und Darstellende Kunst Mannheim den anl\u00e4sslich des Jubil\u00e4ums ins Leben gerufenen \u201eErika K\u00f6th-Wettbewerb\u201c, welcher am 18. und 20. Oktober stattfindet und an dem Gesangsstudierende der Hochschule teilnehmen k\u00f6nnen. Das Finale und die Preisvergabe am 20. Oktober finden um 19:00 Uhr \u00f6ffentlich im Rittersaal des Mannheimer Schlosses statt; interessierte Besucher:innen sind an diesem Abend herzlich willkommen. <\/p>\n<p>Quelle: Musikhochschule in der UNESCO City of Music Mannheim<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mannheim \/ Neustadt an der Weinstra\u00dfe \/ Metropolregion Rhein-Neckar \u2013 Wohl niemand hat Mozarts K\u00f6nigin der Nacht so&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":406390,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1845],"tags":[29875,1634,44194,296,3364,29,1459,14967,548,663,3934,2050,2701,2464,30,13,2476,2766,15352,8903,24494,34594,2075,5998,2096,25488,25489,810,31438,14,17444,14480,4229,61151,15,31296,97,107690,87036,7789,4562,5206,28951,12,3259,2856,61152,4412,2421],"class_list":{"0":"post-406389","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-mannheim","8":"tag-100-jahre","9":"tag-baden-wuerttemberg","10":"tag-belegschaft","11":"tag-berlin","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-eltern","15":"tag-engagement","16":"tag-eu","17":"tag-europa","18":"tag-europe","19":"tag-frankfurt","20":"tag-geburtstag","21":"tag-gefahr","22":"tag-germany","23":"tag-headlines","24":"tag-heidelberg","25":"tag-hochschule","26":"tag-kaiserslautern","27":"tag-karlsruhe","28":"tag-ku00f6ln","29":"tag-ku00fcnstler","30":"tag-kunst","31":"tag-leben","32":"tag-mannheim","33":"tag-metropolregion","34":"tag-metropolregion-rhein-neckar","35":"tag-musik","36":"tag-musikhochschule","37":"tag-nachrichten","38":"tag-nacht","39":"tag-neckar","40":"tag-neustadt","41":"tag-neustadt-an-der-weinstrau00dfe","42":"tag-news","43":"tag-oktober","44":"tag-oper","45":"tag-pfalztheater","46":"tag-professur","47":"tag-programm","48":"tag-reise","49":"tag-rhein","50":"tag-rhein-neckar","51":"tag-schlagzeilen","52":"tag-tod","53":"tag-unesco","54":"tag-weinstrau00dfe","55":"tag-wettbewerb","56":"tag-zusammenarbeit"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":"Validation failed: Text character limit of 500 exceeded"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/406389","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=406389"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/406389\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/406390"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=406389"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=406389"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=406389"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}