{"id":406512,"date":"2025-09-08T12:56:14","date_gmt":"2025-09-08T12:56:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/406512\/"},"modified":"2025-09-08T12:56:14","modified_gmt":"2025-09-08T12:56:14","slug":"frankreich-weckt-furcht-vor-neuer-euro-schuldenkrise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/406512\/","title":{"rendered":"Frankreich weckt Furcht vor neuer Euro-Schuldenkrise"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>analyse<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 08.09.2025 14:02 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Frankreich wird zur Belastungsprobe f\u00fcr Europa, heute stellt Premier Bayrou die Vertrauensfrage. Die M\u00e4rkte zittern vor einer Neuauflage der Euro-Schuldenkrise &#8211; doch ist Frankreich wirklich das neue Griechenland? <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/angela-goepfert-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Angela G\u00f6pfert\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/goepfert-102.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAn den M\u00e4rkten steigt die Nervosit\u00e4t der Anleger: Heute will der franz\u00f6sische Premierminister Fran\u00e7ois Bayrou im Streit um seine drastischen Sparpl\u00e4ne in der Nationalversammlung die Vertrauensfrage stellen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nExperten rechnen mit einem Sturz der Regierung. Nach Michel Barnier w\u00fcrde damit bereits der zweite Premierminister an der Nichtreformierbarkeit unseres Nachbarlandes scheitern. Neue Proteste im Stil der Gelbwesten drohen.<\/p>\n<p>    Steigende Anleiherenditen als Warnsignal<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm Vorfeld sind die Zinsen f\u00fcr franz\u00f6sische Staatsanleihen rasant gestiegen. Die Rendite der 30-j\u00e4hrigen Papiere kletterte in der Vorwoche zeitweise \u00fcber 4,5 Prozent und erreichte damit ein 16-Jahres-Hoch. Zehnj\u00e4hrige Staatsanleihen rentierten in der Spitze mit \u00fcber 3,5 Prozent &#8211; und damit so hoch wie seit 2009 nicht mehr.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch wenn mit Blick auf das aktuelle Niveau von Panik nicht die Rede sein kann, so lassen die anziehenden Zinsen doch auf ein wachsendes Misstrauen der Investorinnen und Investoren schlie\u00dfen. Die Risikopr\u00e4mien auf franz\u00f6sische Papiere steigen; f\u00fcr die franz\u00f6sische Regierung wird es damit immer teurer, sich an den Finanzm\u00e4rkten Geld zu besorgen.<\/p>\n<p>    Furcht vor Neuauflage der Euro-Schuldenkrise<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEinige Marktbeobachter und \u00d6konomen f\u00fchlen sich daher bereits an die Euro-Schuldenkrise ab dem Jahr 2010 erinnert. Der gro\u00dfe Unterschied: Handelte es sich damals prim\u00e4r um eine Krise der s\u00fcdlichen Eurol\u00e4nder, ist es diesmal ein Kernland, in dem die Entwicklung in die vollkommen falsche Richtung geht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nFidel Martin, Pr\u00e4sident des franz\u00f6sischen Finanzberaters Exo\u00e9, sieht im Anstieg der langfristigen franz\u00f6sischen Zinsen eine deutliche Warnung. &#8222;Je h\u00f6her die Renditen steigen, desto schwerer wiegt die Schuldenlast des Staates&#8220;, erinnert er.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd Eckhard Schulte, Vorstandsvorsitzender des Verm\u00f6gensverwalters MainSky Asset Management, betont: &#8222;In Frankreich explodiert die Schuldensituation, das Land hat nun den am wenigsten nachhaltigen Schuldentrend aller von uns beobachteten L\u00e4nder &#8211; noch nach den USA und Italien.&#8220;<\/p>\n<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/euro-282.jpg\" alt=\"Eine Euro-M\u00fcnze und eine zerrissene EU-Fahne\" title=\"Eine Euro-M\u00fcnze und eine zerrissene EU-Fahne | picture alliance \/ Bildagentur-o\"\/><\/p>\n<p>Die Euro-Schuldenkrise<\/p>\n<p>            Die Euro-Schuldenkrise ab dem Jahr 2010 war die bislang schwerste Bew\u00e4hrungsprobe f\u00fcr die W\u00e4hrungsunion. Ausl\u00f6ser war die rapide wachsende Staatsverschuldung mehrerer L\u00e4nder &#8211; allen voran Griechenland, aber auch Portugal, Irland, Spanien und Italien sowie sp\u00e4ter Zypern. Die Renditen ihrer Staatsanleihen stiegen teils dramatisch an, was die Refinanzierung an den Kapitalm\u00e4rkten nahezu unm\u00f6glich machte. Erst durch massive Eingriffe &#8211; darunter Rettungspakete und die Ank\u00fcndigung der EZB &#8222;alles Notwendige&#8220; zum Erhalt des Euro zu tun &#8211; konnte das Vertrauen der M\u00e4rkte wiederhergestellt werden. <\/p>\n<p>    So hoch sind die franz\u00f6sischen Schulden<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTats\u00e4chlich ist die Schuldenlast des franz\u00f6sischen Staates enorm: In absoluten Zahlen betrug sie im ersten Quartal des laufenden Jahres 3,345 Billionen Euro &#8211; kein anderes Land in der Eurozone hat mehr Schulden als Frankreich.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Land verfehlt damit notorisch die Maastricht-Kriterien, im vergangenen Jahr lag das Staatsdefizit bei 5,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch die Schuldenquote liegt weit jenseits der Euro-Budgetregeln: 2024 belief sich die staatliche Gesamtverschuldung auf 113 Prozent des BIP. Im ersten Quartal kletterte sie auf 114,1 Prozent.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDamit geh\u00f6rt die zweitgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft in der Euro-Zone zu den L\u00e4ndern mit der h\u00f6chsten Schuldenquote des W\u00e4hrungsraums. Nur Italien (137,9 Prozent) und Griechenland (152,5 Prozent) bieten noch mehr.<\/p>\n<p>    Schuldenquoten im Vergleich<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBis 2030 d\u00fcrfte Frankreichs Schuldenquote dem Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IWF) zufolge auf mehr als 128 Prozent steigen. Doch bereits mit den f\u00fcr dieses Jahr prognostizierten 116 Prozent befindet sich Frankreich in Sph\u00e4ren, in denen damals auch die von der Euro-Schuldenkrise betroffenen L\u00e4nder lagen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZum Vergleich: Die Bundesrepublik hatte 2024 eine Schuldenquote von 62,5 Prozent. Nach einer Prognose der Bundesbank d\u00fcrfte die Quote bis 2027 auf rund 66 Prozent steigen.<\/p>\n<p>                    Schuldenquote im Jahr 2011 (Quelle: Eurostat)<\/p>\n<tr>\n                        Land<br \/>\n                        Gesamtschulden in Prozent des BIP<br \/>\n                    <\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Griechenland<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            165,3<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Italien<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            120,1<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Irland<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            108,2<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Portugal<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            107,8<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Spanien<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            68,5<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Zypern<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            71,6<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<p>    Frankreich vor Rating-Abstufung?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie gro\u00dfen Ratingagenturen haben all diese Entwicklungen auf dem Schirm &#8211; und sie sehen Frankreich zunehmend kritisch. Im Fr\u00fchjahr hatten sowohl Fitch als auch Standard &amp; Poor&#8217;s ihre Ratings zwar best\u00e4tigt, aber diese mit einem negativen Ausblick versehen &#8211; es droht also eine Herabstufung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nFitch kritisierte damals vor allem den hohen Ausgabenanteil des franz\u00f6sischen Staates, der sich auf mehr als 57 Prozent des BIP belief. Genau hier wollte Premier Bayrou mit seinem Sparpaket den Rotstift ansetzen und hart gegensteuern, der Haushalt sollte um 44 Milliarden Euro gek\u00fcrzt werden. Doch dazu d\u00fcrfte es nun nicht mehr kommen.<\/p>\n<p>    &#8222;Whatever it takes&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie n\u00e4chste \u00dcberpr\u00fcfung des Frankreich-Ratings von Fitch findet bereits am Freitag statt &#8211; nur wenige Tage nach der heutigen Vertrauensfrage von Bayrou. Eine Herabstufung w\u00fcrde die \u00c4ngste an den B\u00f6rsen vor einer Euro-Schuldenkrise 2.0 neu sch\u00fcren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDann w\u00e4re wom\u00f6glich auch die Chefin der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, gefordert: Immerhin war es die beherzte Kampfansage ihres Vorg\u00e4ngers gewesen, die einst in der Euro-Schuldenkrise 1.0 die Wende brachte und die M\u00e4rkte beruhigte.<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>                    Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the euro. And believe me, it will be enough. <\/p>\n<p>Mario Draghi, damaliger EZB-Chef, 26. Juli 2012<\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"analyse Stand: 08.09.2025 14:02 Uhr Frankreich wird zur Belastungsprobe f\u00fcr Europa, heute stellt Premier Bayrou die Vertrauensfrage. 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