{"id":406566,"date":"2025-09-08T13:25:11","date_gmt":"2025-09-08T13:25:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/406566\/"},"modified":"2025-09-08T13:25:11","modified_gmt":"2025-09-08T13:25:11","slug":"migration-nach-europa-deutschland-bei-asylantraegen-nur-noch-auf-platz-drei-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/406566\/","title":{"rendered":"Migration nach Europa &#8211; Deutschland bei Asylantr\u00e4gen nur noch auf Platz drei &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"teaserText\" data-schema-org-speakable=\"true\">Seit 2012 lag die Bundesrepublik jedes Jahr vorn. Jetzt stehen Frankreich und Spanien in der EU-Halbjahresbilanz an der Spitze. Nach dem Machtwechsel in Syrien gehen die Zahlen insgesamt zur\u00fcck.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Valletta\/Berlin (dpa) &#8211; Trendumkehr bei der Zuwanderung nach <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Europa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Europa<\/a>: Deutschland ist erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr das Land mit den meisten neuen Asylantr\u00e4gen. Und noch etwas hat sich nach der Halbjahresbilanz der EU-Asylagentur ge\u00e4ndert: Nach dem Machtwechsel in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Syrien\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Syrien<\/a> kommen die meisten neuen Asylbewerber nicht mehr von dort nach Europa, sondern aus dem s\u00fcdamerikanischen Land <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Venezuela\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Venezuela<\/a>.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Im ersten Halbjahr gingen der Statistik zufolge bei den deutschen Beh\u00f6rden alles in allem 70.000 neue Antr\u00e4ge ein. Damit liegt die Bundesrepublik innerhalb der EU auf Platz drei hinter Frankreich (78.000) und Spanien (77.000). Deutschland steht also erstmals seit 2012 nicht mehr an der Spitze.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Laut Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge (Bamf) beantragten von Anfang Januar bis Ende August 78.246 Menschen erstmals in Deutschland Schutz. Das waren etwa halb so viele Asylerstantr\u00e4ge wie im Vorjahreszeitraum. Dass die Halbjahreszahlen der Asylagentur EUAA mit Sitz auf <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Malta\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Malta<\/a> stets leicht von den Bamf-Daten f\u00fcr diesen Zeitraum abweichen, h\u00e4ngt damit zusammen, dass die Agentur Monatszahlen addiert. Dadurch sind Nachmeldungen und Doppelz\u00e4hlungen nicht ber\u00fccksichtigt. Die Aussagen zum Trend insgesamt sind davon jedoch nicht ber\u00fchrt.\u00a0<\/p>\n<p>Minus 43 Prozent in Deutschland<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Die Zahl der neuen Asylbewerber innerhalb der Europ\u00e4ischen Union sowie in den Nicht-Mitgliedsl\u00e4ndern <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Norwegen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Norwegen<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Schweiz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schweiz<\/a> ging auch insgesamt zur\u00fcck. Bis Ende Juni wurden in der Staatengruppe aus 29 L\u00e4ndern (EU+) insgesamt 399.000 neue Antr\u00e4ge registriert &#8211; im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 ein R\u00fcckgang von 114.000 beziehungsweise 23 Prozent. Der R\u00fcckgang wird von der Agentur insbesondere darauf zur\u00fcckgef\u00fchrt, dass nach dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad nicht mehr so viele Menschen aus Syrien fl\u00fcchten.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Mit Ausnahme von Frankreich gingen die Zahlen in allen gro\u00dfen Ziell\u00e4ndern zur\u00fcck: am deutlichsten in Deutschland (minus 43 Prozent), aber auch in Italien (minus 25 Prozent) und Spanien (minus 13 Prozent).<\/p>\n<p>Viele Klagen gegen Asylentscheidungen\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Bei den deutschen Verwaltungsgerichten ist dieser R\u00fcckgang noch nicht sp\u00fcrbar. Die Zahl der Asylklagen ist nach einer Auswertung der \u201eDeutschen Richterzeitung\u201c (DRZ) im ersten Halbjahr deutlich gestiegen. Demnach gingen in diesem Jahr bis zum 30. Juni 76.646 neue Hauptsacheverfahren bei den Verwaltungsgerichten ein. Das sind mehr F\u00e4lle als im Gesamtjahr 2023 (71.885).\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Die deutliche Reduzierung der Zahl der Asylantr\u00e4ge in den vergangenen Monaten sei wohl noch nicht in den Verwaltungsgerichten angekommen, sagt ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Es sei aber zu erwarten, \u201edass wenn wir unseren Weg konsequent weitergehen und die Asylantragszahlen weiter fallen, dass es auch irgendwann in der Justiz ankommen wird\u201c und dann zu einer dauerhaften Entlastung der Verwaltungsgerichte f\u00fchren werde.\u00a0<\/p>\n<p>Wer stellt seinen Antrag in Frankreich und warum?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Unter den Asylbewerbern in Frankreich sind relativ viele Menschen aus der Ukraine, obwohl ihnen \u00fcber die sogenannte EU-Massenzustromrichtlinie automatisch Schutz gew\u00e4hrt wird. Wer eine l\u00e4ngerfristige Bleibeperspektive anstrebt, w\u00e4hlt jedoch oft diesen Weg. Auf Platz vier hinter Frankreich, Spanien und Deutschland findet sich nun Italien (64.000 neue Antr\u00e4ge). Gro\u00dfbritannien ist nach seinem Austritt aus der EU in dieser Statistik nicht mehr dabei.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Von den Asylbewerbern aus Venezuela stellten fast alle ihren Antrag in Spanien, wo ihre Muttersprache gesprochen wird. Als Zielland ist es f\u00fcr die Venezolaner zudem attraktiv aufgrund einer wachsenden Wirtschaft und einer Regierung, die Einwanderer willkommen hei\u00dft.\u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/ee3c9530-2c25-47c6-9f74-7014e515d238.jpg\"   alt=\"Die Venezolaner stimmen mit den F\u00fc\u00dfen ab. Millionen von Menschen haben das s\u00fcdamerikanische Land seit dem Amtsantritt von Pr\u00e4sident Maduro verlassen. (Archivbild)\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Die Venezolaner stimmen mit den F\u00fc\u00dfen ab. Millionen von Menschen haben das s\u00fcdamerikanische Land seit dem Amtsantritt von Pr\u00e4sident Maduro verlassen. (Archivbild) (Foto: Richard Zubelzu\/ZUMA Press Wire\/dpa)Autorit\u00e4re Herrschaft und Armut in Venezuela als Fluchtgrund\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Die Massenauswanderung aus dem lateinamerikanischen Land wird als direkte Folge der autorit\u00e4ren Herrschaft von Pr\u00e4sident Nicol\u00e1s Maduro gesehen, der seit 2013 regiert. Nach Angaben des Observatorio de la Di\u00e1spora Venezolana leben inzwischen mehr als 9,1 Millionen Venezolaner au\u00dferhalb ihres Heimatlandes.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Die Bev\u00f6lkerung Venezuelas ist seit 2017 trotz hoher Geburtenrate von rund 30 Millionen auf aktuell gut 28 Millionen geschrumpft. Viele fliehen vor Armut, fehlender Infrastruktur und Gesundheitsversorgung sowie fehlenden Perspektiven. Ziel der Migration sind Nachbarl\u00e4nder wie Kolumbien, Peru und Chile, zunehmend aber auch Europa und Nordamerika.<\/p>\n<p>Meiste Neuank\u00f6mmlinge aus Venezuela<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Erstmals seit einem Jahrzehnt kamen die meisten neuen Asylbewerber (25.000) nicht aus Syrien, sondern aus Venezuela (49.000). Aus Afghanistan beantragten 42.000 Menschen neu Asyl.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Der Umgang mit Migranten geh\u00f6rt seit Jahrzehnten zu den Streitthemen der europ\u00e4ischen Politik. Die EU arbeitet inzwischen mit nordafrikanischen Staaten zusammen, um Migranten von der Flucht nach Europa abzuhalten. Bei Versuchen, mit oft kaum seet\u00fcchtigen Booten das Mittelmeer zu \u00fcberqueren, kommt es immer wieder zu t\u00f6dlichen Katastrophen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/6b024bab-1743-43f3-8918-82b38015bbf6.jpg\"   alt=\"Im ersten Halbjahr kamen deutlich weniger Asylbewerber nach Europa. (Archivbild)\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Im ersten Halbjahr kamen deutlich weniger Asylbewerber nach Europa. (Archivbild) (Foto: Patrick Pleul\/dpa)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">EU-Kommissar Magnus Brunner bezeichnet den R\u00fcckgang in Br\u00fcssel als \u201eErgebnis einer konsequenteren Politik\u201c. Jetzt m\u00fcsse die Zusammenarbeit mit sogenannten Drittstaaten verbessert werden, \u201edamit R\u00fcckf\u00fchrungen tats\u00e4chlich funktionieren und unsere Asylsysteme entlastet werden\u201c.\u00a0<\/p>\n<p>Nur jeder vierte Antrag wird anerkannt<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Die sogenannte Anerkennungsquote ging nach Angaben der Agentur auf den niedrigsten je gemessenen Stand zur\u00fcck: Nur jeder vierte Erstantrag (25 Prozent) wurde bewilligt. Gleichwohl gibt es einen riesigen Berg an Antr\u00e4gen, der noch abgearbeitet werden muss: Ende Juni war \u00fcber mehr als 900.000 Antr\u00e4ge in erster Instanz bisher nicht entschieden. Weil Widerspruch m\u00f6glich ist, stehen insgesamt etwa 1,3 Millionen Entscheidungen aus.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:250908-930-10980\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seit 2012 lag die Bundesrepublik jedes Jahr vorn. 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