{"id":407085,"date":"2025-09-08T18:09:15","date_gmt":"2025-09-08T18:09:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/407085\/"},"modified":"2025-09-08T18:09:15","modified_gmt":"2025-09-08T18:09:15","slug":"branche-alarmiert-ki-ueberrollt-den-kinderbuchmarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/407085\/","title":{"rendered":"Branche alarmiert: KI \u00fcberrollt den Kinderbuchmarkt"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDu bist ein wunderbares M\u00e4dchen\u201c oder \u201eWeil du ein wunderbarer Junge bist\u201c \u2013 so oder so \u00e4hnlich hei\u00dfen einige Kinderb\u00fccher, die sich zuhauf im Onlinehandel finden lassen. Dass solche Werke von einer KI erzeugt worden sind, ist auf den ersten Blick oft nicht ersichtlich. Eine Kennzeichnungspflicht daf\u00fcr gibt es nicht. Auch Urheber sind auf den Werken meist keine angegeben.<\/p>\n<p>Namen der Autorinnen und Autoren auf den Einb\u00e4nden d\u00fcrften oft frei erfunden sein, wie der Vorsitzende des \u00d6sterreichischen Verlegerverbandes, Alexander Potyka, im \u00d61-Morgenjournal sagte. \u201eDas sind Fake-Produkte. Damit sie so aussehen, wie B\u00fccher, wie wir es gew\u00f6hnt sind, die von Menschen gestaltet wurden, sind k\u00fcnstlich Namen draufgeschrieben, hinter denen nichts steht\u201c, so Potyka.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"lazy-loading\" bad-src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg%20xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg'%20viewBox%3D'0%200%201394%20929'%2F%3E\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/2759094_bigpicture_1063436_kinderbuecher_ki_body_n.jpg\"  alt=\"Screenshot der Amazon-Webseite zeigt ein KI-generiertes Kinderbuch\"\/><\/p>\n<p>   Screenshot https:\/\/www.amazon.de\/<\/p>\n<p>      Von KI erzeugte B\u00fccher boomen regelrecht im Onlinehandel<\/p>\n<p>\u201eMassive Konkurrenz\u201c<\/p>\n<p>Hinter der ganzen Thematik steckt ein oft lukratives Gesch\u00e4ftsmodell. Einige wenige Personen verdienen damit viel Geld, indem sie Texte, aber auch Bilder quasi auf Knopfdruck entstehen lassen. Kosten fallen dabei so gut wie keine an. Potyka sieht durch diese \u201eRamschprodukte\u201c eine \u201emassive Konkurrenz f\u00fcr alle, die Kinderb\u00fccher noch selbst schreiben oder bebildern\u201c. Qualit\u00e4tsautoren und -autorinnen w\u00fcrden dadurch Geld verlieren, und ihre Jobs w\u00fcrden gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Viele Buchhandlungen w\u00fcrden mit diesen KI-B\u00fcchern oft nichts zu tun haben wollen, hei\u00dft es vom Verlegerverband. Doch neben dem Onlineriesen Amazon bietet mittlerweile auch Thalia diese B\u00fccher an. Potyka nennt das \u201ebesorgniserregend und \u00e4rgerlich\u201c, w\u00fcrden doch Buchh\u00e4ndlerinnen und -h\u00e4ndler die Verantwortung haben, unter den B\u00fcchern, die auf dem Markt angeboten werden, auszuw\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Thalia \u00d6sterreich hielt auf ORF-Anfrage fest, man k\u00f6nne nicht ausschlie\u00dfen, dass man im Onlineshop KI-B\u00fccher anbiete, denn es gebe aktuell weder f\u00fcr Verlage noch f\u00fcr Autorinnen und Autoren eine Kennzeichnungspflicht. Man setze sich jedoch f\u00fcr mehr Transparenz und eine klare Kennzeichnungspflicht ein. Bei Amazon verwies man unterdessen auf interne Richtlinien, die regeln, welche B\u00fccher angeboten werden d\u00fcrfen. Man verbessere kontinuierlich den Schutz vor Inhalten, die dagegen versto\u00dfen, hie\u00df es.<\/p>\n<p>KI-Expertin sieht Illustrationen in Gefahr<\/p>\n<p>Die KI-Expertin Alexandra Ebert, die unter anderem auch die OECD im Umgang mit KI ber\u00e4t, sieht die Thematik nicht unbedingt als existenzbedrohend an. Es sei vielmehr eine Umstellung f\u00fcr die Branche, wie sie im Gespr\u00e4ch mit \u00d61 sagte.<\/p>\n<p>Problematisch findet sie in erster Linie gar nicht die von KI erstellten Texte. Aktuell seien eher Illustrationen in Gefahr, so Ebert. \u201eIllustratorinnen und Illustratoren, die \u00fcber die Jahre ihren eigenen Stil geschaffen haben, k\u00f6nnen heutzutage leichter ersetzt werden.\u201c<\/p>\n<p>Ebert: Viele Inkonsistenzen in KI-B\u00fcchern<\/p>\n<p>Die von KI generierten Kinderb\u00fccher sieht Ebert aktuell \u201enoch ganz stark in der Welt des Ramschs\u201c. Denn in diesen Geschichten f\u00e4nden sich viele Inkonsistenzen, mit denen Leserinnen und Leser rasch unzufrieden w\u00fcrden. Im Einzelhandel erkenne man als Laiin bzw. Laie sofort, dass es sich dabei um ein KI-Buch handelt.<\/p>\n<p>Das Problem sieht die Expertin im Onlinehandel, wo man sich eher auf Bewertungen verl\u00e4sst oder darauf, was bei der Suche erscheint. Durch teils geschickte Vermarktungsstrategien w\u00fcrden B\u00fccher auf Amazon auch oft in den Bestsellerlisten landen. Erst wenn man das Buch in den H\u00e4nden halte, sehe man, dass die Illustrationen \u201eeine Katastrophe\u201c seien \u201eund zum Beispiel ein Hund einmal in einem 2-D-Stil und auf einer anderen Seite im Science-Fiction-Stil generiert ist\u201c.<\/p>\n<p>Aber auch textlich finde man oft viele Unstimmigkeiten, wenn etwa ein und derselbe Absatz mehrmals vorkommt, meint Ebert. Ein weiteres Indiz sei ein Blick auf die Autorin bzw. den Autor. Wenn diese im letzten Jahr rund 20 B\u00fccher rausgebracht haben, dann handle es sich vermutlich nicht um eine echte Person.<\/p>\n<p>KI-Tests auf Plattformen als wirksames Mittel<\/p>\n<p>Den Ruf nach einer Kennzeichnungspflicht kann Ebert nachvollziehen, in der Praxis sei eine solche jedoch schwer umzusetzen. Es gebe zwar durch das KI-Gesetz der EU (\u201eAI-Act\u201c) eine Transparenzpflicht, bei dem sich aber die Frage stelle, inwieweit das auf B\u00fccher im Hinblick auf KI anzuwenden ist.<\/p>\n<p>Die Herausforderung sieht die KI-Expertin vor allem darin, dass es als Aufsichtsbeh\u00f6rde schwer sei, jedem beliebigen Fake-Profil hinterherzukommen, da jeder binnen k\u00fcrzester Zeit auf Knopfdruck Hunderte B\u00fccher erstellen k\u00f6nne. Die Expertin hofft darauf, dass H\u00e4ndler wie Amazon k\u00fcnftig auf ihren Plattformen Tests einbauen, die erkennen, ob es sich um ein von einem Menschen geschriebenes oder ein KI-generiertes Buch handelt.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re auch im Sinne der Plattformen, sagte Ebert, da diese ohne solche Tests so \u00fcberschwemmt und damit quasi unnutzbar w\u00fcrden und viele Kundinnen und Kunden dadurch abwanderten. In der momentanen Situation r\u00e4t die Expertin Eltern, beim Buchkauf f\u00fcr ihre Kinder am besten gleich in eine Buchhandlung zu gehen.<\/p>\n<p>KI-Thematik nicht neu<\/p>\n<p>Neu ist die Thematik keinesfalls. Es gibt bereits viele Konflikte mit KI, beispielsweise beim Copyright. Auch bei der Streamingplattform Spotify gebe es Probleme, sodass man als kleine K\u00fcnstlerin bzw. K\u00fcnstler kaum von den dort verdienten Tantiemen leben k\u00f6nne, da so viel Konkurrenz von KI-generierten Inhalten auf dem Markt sei, so die Expertin.<\/p>\n<p>Generell sieht Ebert KI aber nicht nur als bedrohlich, sondern auch als Chance an. Denn begabte K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler k\u00f6nnten KI deutlich sinnvoller einsetzen und damit mehr Kunst erzeugen, als es etwa bei Laiinnen und Laien der Fall w\u00e4re. Eine komplette Aufl\u00f6sung zwischen menschlicher Kreativit\u00e4t und dass alles in Richtung Maschine gehen wird, h\u00e4lt sie f\u00fcr ausgeschlossen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eDu bist ein wunderbares M\u00e4dchen\u201c oder \u201eWeil du ein wunderbarer Junge bist\u201c \u2013 so oder so \u00e4hnlich hei\u00dfen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":407086,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,29,214,30,215],"class_list":{"0":"post-407085","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115170021498554916","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/407085","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=407085"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/407085\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/407086"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=407085"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=407085"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=407085"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}