{"id":407110,"date":"2025-09-08T18:22:27","date_gmt":"2025-09-08T18:22:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/407110\/"},"modified":"2025-09-08T18:22:27","modified_gmt":"2025-09-08T18:22:27","slug":"elchniederung-und-grafschaft-feiern-70-jahre-patenschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/407110\/","title":{"rendered":"Elchniederung und Grafschaft feiern 70 Jahre Patenschaft"},"content":{"rendered":"<p>Vor 70 Jahren wurde in Bad Bentheim ein besonderes Zeichen der Solidarit\u00e4t und Verbundenheit gesetzt: Der Landkreis Grafschaft Bentheim \u00fcbernahm 1955 die Patenschaft \u00fcber den ehemaligen ostpreu\u00dfischen Landkreis Elchniederung. Die Elchniederung, im Memel-Delta gelegen, war einst der \u00f6stlichste Landkreis des Deutschen Reiches und geh\u00f6rt seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges gr\u00f6\u00dftenteils zur russischen Oblast Kaliningrad. Besiegelt wurde die Patenschaft damals feierlich auf der Freilichtb\u00fchne Bad Bentheim mit rund 2000 G\u00e4sten. <\/p>\n<p>Sieben Jahrzehnte sp\u00e4ter wird die Verbindung noch immer gepflegt und aufrechterhalten. Mitglieder der Kreisgemeinschaft Elchniederung \u2013 ein Zusammenschluss ehemaliger Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren Nachkommen \u2013 waren k\u00fcrzlich erneut in der Grafschaft zu Gast. Gemeinsam mit Landrat Uwe Fietzek sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung feierten sie das 70-j\u00e4hrige Bestehen der Patenschaft auf der Burg Bentheim. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            &#13;<br \/>\n              \u201eMehr als eine Geste\u201c <\/p>\n<p>Landrat Fietzek erinnerte daran, dass die \u00dcbernahme der Patenschaft 1955 aufseiten der Elchniederunger vor allem von der Hoffnung auf eine R\u00fcckkehr in ihre alte Heimat gepr\u00e4gt gewesen sei. So hei\u00dft es in der Patenschaftsurkunde w\u00f6rtlich: \u201eDiese Urkunde wird in der Hoffnung vollzogen, dass der Tag nicht mehr fern ist, an dem der einst bl\u00fchende, heute unter Fremdherrschaft stehende Kreis Elchniederung zu Deutschland zur\u00fcckkommt.\u201c \u201eDiese Hoffnung hat sich nicht erf\u00fcllt. Dennoch sind Freundschaft und Verbundenheit zwischen der Grafschaft Bentheim und den Menschen aus der Elchniederung \u00fcber die Jahrzehnte gewachsen\u201c, erkl\u00e4rt Fietzek. \u201eDiese Patenschaft war von Anfang an mehr als eine Geste. Sie war gelebte Solidarit\u00e4t, etwa durch die finanzielle Unterst\u00fctzung der Grafschaft beim Aufbau der Kreisgemeinschaft.\u201c Oft seien es gerade die kleinen Dinge gewesen, mit denen der Landkreis helfen konnte. <\/p>\n<p>Ein Beispiel: Die Nordhorner Textilunternehmen spendeten Stoffe, die insbesondere an die Elchniederunger in der DDR gegeben wurden; sie waren damals die Sorgenkinder der Kreisgemeinschaft. Ebenso unterst\u00fctzt der Landkreis die Kreisgemeinschaft bei der Bewahrung ihres Kulturgutes. Im Kreis- und Kommunalarchiv lagern bereits umfangreiche Aktenbest\u00e4nde zur Familienforschung des Kreises Elchniederung. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            &#13;<br \/>\n              Elchniederung steht vor Herausforderungen <\/p>\n<p>James-Herbert Lundszien, Vorsitzender der Kreisgemeinschaft Elchniederung, dankte dem Landkreis f\u00fcr diese Unterst\u00fctzung und den guten Austausch. Er betonte, dass die Elchniederunger im Herzen nie die Hoffnung aufgegeben h\u00e4tten, dass die alte Heimat eines Tages auch f\u00fcr die nachfolgenden Generationen eine Rolle spielen werde. Wichtig sei es der Kreisgemeinschaft immer gewesen, im Rahmen der Patenschaft geh\u00f6rt zu werden. Zugleich verwies Lundszien auf die aktuellen Herausforderungen: Angesichts sinkender Mitgliederzahlen denke die Kreisgemeinschaft \u00fcber einen Zusammenschluss mit der Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit nach. Man stehe hierzu in engem Kontakt, informierte Lundszien. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            &#13;<br \/>\n              \u201eAus Verlust kann Gemeinschaft entstehen\u201c <\/p>\n<p>Friedrich Kethorn, ehemaliger Landrat der Grafschaft Bentheim, machte in seiner Ansprache eine Besonderheit der Patenschaft deutlich: \u201eDamals wurde die mutige und sehr weitsichtige Idee gefasst, die Patenschaft nicht \u00fcber ein Territorium, sondern \u00fcber Menschen und ihre Identit\u00e4t zu schlie\u00dfen.\u201c Die Patenschaft stehe daf\u00fcr, dass aus Verlust eine Gemeinschaft entstehen k\u00f6nne. Kethorn appellierte daran, die Geschichte lebendig zu halten, digitale Wege zu nutzen und Raum f\u00fcr Begegnung zu schaffen, um auch j\u00fcngere Menschen zu erreichen und die Patenschaft auch k\u00fcnftig fortf\u00fchren zu k\u00f6nnen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vor 70 Jahren wurde in Bad Bentheim ein besonderes Zeichen der Solidarit\u00e4t und Verbundenheit gesetzt: Der Landkreis Grafschaft&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":407111,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1853],"tags":[1424,50464,3364,29,548,663,3934,25727,30,2989,13,12515,17762,107820,14,15,1209,12,28430,107821],"class_list":{"0":"post-407110","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-aachen","8":"tag-aachen","9":"tag-bad-bentheim","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europe","15":"tag-gemeinschaft","16":"tag-germany","17":"tag-geschichte","18":"tag-headlines","19":"tag-heimat","20":"tag-jubilum","21":"tag-landkreis-grafschaft-bentheim","22":"tag-nachrichten","23":"tag-news","24":"tag-nordrhein-westfalen","25":"tag-schlagzeilen","26":"tag-solidaritt","27":"tag-uwe-fietzek"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115170072626338760","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/407110","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=407110"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/407110\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/407111"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=407110"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=407110"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=407110"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}