{"id":407525,"date":"2025-09-08T22:32:24","date_gmt":"2025-09-08T22:32:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/407525\/"},"modified":"2025-09-08T22:32:24","modified_gmt":"2025-09-08T22:32:24","slug":"bauernmaler-johann-hautle-seine-bilder-hingen-im-louvre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/407525\/","title":{"rendered":"Bauernmaler Johann Hautle: Seine Bilder hingen im Louvre"},"content":{"rendered":"<p>AboMaler Johann Hautle \u2013 <\/p>\n<p>Die Bilder dieses 80-j\u00e4hrigen Appenzellers hingen sogar im Louvre<\/p>\n<p class=\"ContentHead_lead____SsS link_regular__O0hk0 link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs\">Er ist einer der letzten Bauernmaler. W\u00e4hrend Hautle seine Heimat kaum je verlassen hat, reist seine Kunst rund um die Welt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/0Jvp8hRsK6BARY-pI7qFSq.jpg\"  width=\"100\" height=\"100\"  alt=\"Daniel R\u00f6thlisberger\" class=\"AuthorImage_root__WCxj_ ContentMetaInfo_authorimage__Mp4LD AuthorImage_-content-head__3qDob\" style=\"background-color:#808080\"\/>Publiziert: 08.09.2025, 18:36<img decoding=\"async\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/4z_1R_uGaZVAjr-VNVnZu4.jpg\" alt=\"Bauernmaler Johann Hautle sitzt an einem Tisch in seinem Haus in Gonten.\" title=\"Bauernmaler Johann Hautle sitzt an einem Tisch in seinem Haus in Gonten.\" class=\"ResponsiveImage_root__ZDz10 responsive-image\" style=\"background-color:#856C59\"\/><\/p>\n<p>Seine Wohnstube ist auch sein Atelier: Johann Hautle beim Malen daheim in Gonten AI.<\/p>\n<p>Foto: Daniel Ammann<\/p>\n<p>Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.<a href=\"https:\/\/bottalk.io\/de\/\" class=\"BottalkPaywall_bottalklink__KDtuf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">BotTalk<\/a><strong class=\"SummaryList_title__8uifR\">In K\u00fcrze:<\/strong><\/p>\n<ul class=\"SummaryList_list__pEa7M\">\n<li>Als einer der letzten Bauernmaler sch\u00f6pft Johann Hautle Inspiration aus eigenen Erlebnissen.<\/li>\n<li>Seine Werke werden weltweit gesch\u00e4tzt und ausgestellt.<\/li>\n<li>Auf seinem Hof in Gonten h\u00e4lt er noch vier K\u00fche und malt t\u00e4glich.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Wenn Johann Hautle seiner Arbeit nachgeht, scheint es zuweilen, als w\u00e4re er aus einem seiner Bilder gefallen. In grauen Hosen, im hellblauen Hemd und in kunstvoll mit Edelweissen verzierten Hosentr\u00e4gern steht er am Brunnen vor seinem Bauernhaus. Er legt die Pfeife in den Mundwinkel, macht Feuer im Tabak. Dann \u00f6ffnet er die Stallt\u00fcr, f\u00fchrt seine K\u00fche auf die Weide. Lange Schatten fallen auf die Matten, im Alpstein leuchten die Berge im Abendlicht. Die Szene wirkt wie gemalt. Hautle (80) sieht und erlebt sie Tag f\u00fcr Tag und hat doch nie genug davon. \u00abDo gfallts mer eefach\u00bb, sagt er bloss. \u00abDo bini deheem.\u00bb<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/6R0b_XYiqscBKAPBeDSw18.jpg\" alt=\"Zwei K\u00fche grasen auf einer gr\u00fcnen Wiese in Gonten.\" title=\"Zwei K\u00fche grasen auf einer gr\u00fcnen Wiese in Gonten.\" class=\"ResponsiveImage_root__ZDz10 responsive-image\" style=\"background-color:#7D8888\"\/><\/p>\n<p>Auf der Chuterenegg weiden die K\u00fche auf saftigen Weiden \u2013 und dienen als Inspiration f\u00fcr die Bilder des K\u00fcnstlers.<\/p>\n<p>Foto: Daniel Ammann<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Mit diesem Flecken Erde ist Johann Hautle wie verwachsen. Die Chuterenegg in Gonten im Kanton Appenzell Innerrhoden hat er kaum je verlassen. Hier findet er die Motive, die er als K\u00fcnstler verwendet. Hautle ist einer der letzten Bauernmaler. Er arbeitet in der Tradition der Meister des 19. Jahrhunderts wie Franz Anton Haim und Johann Baptist Zeller.<\/p>\n<p class=\"DynamicInfobox_infoboxtext__JDA1K\">Die Appenzeller und Toggenburger Bauernmalerei ist eine ostschweizerische Volkskunst. Sie hat ihren Ursprung im 16. Jahrhundert. Anfangs wurden M\u00f6bel mit Pflanzen, Ornamenten und b\u00e4uerlichen Szenen bemalt.<\/p>\n<p class=\"DynamicInfobox_infoboxtext__JDA1K\">Im 19. Jahrhundert entstand daraus die Senntumsmalerei. Auftraggeber waren Sennen und Bauern, die ihre Welt dargestellt haben wollten. Maler waren oft lokale Handwerker.<\/p>\n<p class=\"DynamicInfobox_infoboxtext__JDA1K\">Sie arbeiteten auf Holztafeln oder Melkeimerb\u00f6den und stellten den b\u00e4uerlichen Alltag dar. Sie malten Alpaufz\u00fcge, Szenen beim Melken und K\u00e4sen, die Landschaft.<\/p>\n<p class=\"DynamicInfobox_infoboxtext__JDA1K\">Wichtige Bauernmaler waren etwa Bartholom\u00e4us L\u00e4mmler, Franz Anton Haim und Johann Baptist Zeller. Heute gibt es nur noch eine Handvoll Bauernmaler \u2013 dazu geh\u00f6rt Johann Hautle aus Gonten AI. Er ist einer der wenigen, die selber Bauern sind.<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Mehrere Hundert Bilder hat er in den letzten sechzig Jahren gemalt. Etliche h\u00e4ngen im Museum in Appenzell, viele in Privathaushalten rund um den Globus. Zudem f\u00fcllen sie in seinem Bauernhaus einen Raum. Hautle war zeitlebens vor allem Landwirt. Auch mit 80 Jahren bewirtschaftet er seinen eigenen Hof. \u00abDass er das, was er malt, selber lebt, macht seine Bilder authentisch\u00bb, sagt Rebekka D\u00f6rig, Leiterin des Kulturamtes von Appenzell Innerrhoden. Seine Werke h\u00e4tten etwas Verspieltes und viel Tiefe. Hautle habe sein Handwerk \u00fcber diese lange Zeit immer weiter verfeinert und ein bedeutendes Werk geschaffen. \u00abAls Bauernmaler steht er heute wohl in einer Reihe mit den alten Meistern.\u00bb<\/p>\n<p>Johann Hautle arbeitet jeden Tag im Atelier<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">An diesem heissen Nachmittag im August sitzt Johann Hautle in seinem \u00abAtelier\u00bb \u2013 am Tisch in der Wohnstube. In der rechten Hand h\u00e4lt er einen kleinen Pinsel, in der linken einen Lappen. Die Brille weit vorn auf der Nase, hat der K\u00fcnstler nur noch Augen f\u00fcr sein neustes Gem\u00e4lde. Mit dem Werkzeug, das f\u00fcr Profis aus den Haaren des sibirischen Feuerwiesels hergestellt wurde und eine feine, elastische Spitze hat, nimmt er von einem Teller Farbe auf. Mit ruhiger Hand f\u00fchrt er den Pinsel \u00fcbers Bild. Er tupft Euter und Augen der K\u00fche. Zeichnet hier das Kleid eines Bauern, malt dort den Schweif eines Pferdes, das Dach eines Hauses. Strich um Strich erweckt er seine b\u00e4uerliche Welt zum Leben.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/3foacrnVqRuBouNqDjiSRQ.jpg\" alt=\"Gem\u00e4lde von Johann Hautle zeigt eine idyllische Alpenlandschaft mit Bergen, H\u00e4usern und Weidetieren.\" title=\"Gem\u00e4lde von Johann Hautle zeigt eine idyllische Alpenlandschaft mit Bergen, H\u00e4usern und Weidetieren.\" class=\"ResponsiveImage_root__ZDz10 responsive-image\" style=\"background-color:#6B6D57\"\/><\/p>\n<p>Johann Hautle mit einem seiner vielen Werke. Es zeigt die Meglisalp, wo er viele Sommer als Senn verbrachte.<\/p>\n<p>Foto: Daniel Ammann<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Johann Hautle arbeitet jeden Tag im Atelier. Mal ist es eine Stunde, mal sind es vier. \u00abI moole, as Zit d\u00f6rigoot\u00bb, sagt er mit einem verschmitzten L\u00e4cheln. \u00abOnd w\u00f6ll is geen tue.\u00bb Diese kreative Arbeit tut ihm gut. Sobald er zum Pinsel greift, verblassen die M\u00fchen des Alters. Er sp\u00fcrt die Schmerzen in den H\u00fcften nicht mehr, vergisst das Hinken, das ihn plagt. \u00abIch bin zwar achtzig\u00bb, sagt er. \u00abAber wenn ich male, f\u00fchle ich mich zwanzig Jahre j\u00fcnger.\u00bb<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Die Ideen f\u00fcr seine Werke fliegen ihm zu. Er braucht keine Inspiration von fr\u00fcheren Bauernmalern und ihren Werken, die in seiner Stube h\u00e4ngen. Er habe nie bei anderen abgemalt, betont er. Er sch\u00f6pfe aus seiner Fantasie und der Erinnerung. \u00abMiini B\u00f6lde s\u00f6nd t\u00fc\u00fcf i meer inne.\u00bb<\/p>\n<p>Der Bauernmaler wollte das tun, was seine Vorfahren getan hatten<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Aus gutem Grund. Die Welt, die er malt, ist ihm seit der Geburt vertraut. Johann wuchs als eines von vier Kindern auf einem Bauernhof in der Ortschaft Enggenh\u00fctten in der Gemeinde Schlatt-Haslen auf \u2013 nur wenige Kilometer von seinem heutigen Wohnort entfernt. Seine Jugendzeit war von Einfachheit und Arbeit gepr\u00e4gt. Zur Schule gingen die Kinder nur halbtags. Danach mussten sie auf dem Hof mit anpacken. Mussten heuen, misten, f\u00fcttern und melken. Das sei \u00fcblich gewesen damals. \u00abWir halfen einander, da war kein Platz f\u00fcr Sonderw\u00fcnsche\u00bb, sagt Johann Hautle, ohne zu hadern.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/6yCcT0OgKAt8RuDs5xdvN5.jpg\" alt=\"Bauernhof von Johann Hautle in Gonten, umgeben von gr\u00fcnen H\u00fcgeln und B\u00e4umen.\" title=\"Bauernhof von Johann Hautle in Gonten, umgeben von gr\u00fcnen H\u00fcgeln und B\u00e4umen.\" class=\"ResponsiveImage_root__ZDz10 responsive-image\" style=\"background-color:#535A25\"\/><\/p>\n<p>Auf der Chuterenegg hat Johann Hautle den allergr\u00f6ssten Teil seines Lebens verbracht.<\/p>\n<p>Foto: Daniel Ammann<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Von der harten Arbeit und den Entbehrungen liess er sich nicht abschrecken. Im Gegenteil. Er w\u00e4hlte weder eine Lehre als Handwerker noch eine weiterf\u00fchrende Schule. \u00abIch hatte einen Traumberuf\u00bb, erinnert er sich. \u00abIch wollte das tun, was meine Vorfahren getan hatten.\u00bb Mit zwanzig und mit der Hilfe seines Vaters \u00fcbernahm er den Hof seines Onkels. \u00abIch wurde einfach Bauer. Und fertig.\u00bb<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/91j5SSK_K9C9XnH7sSIdR2.jpg\" alt=\"Johann Hautle auf seinem Hof in Gonten\" title=\"Johann Hautle auf seinem Hof in Gonten\" class=\"ResponsiveImage_root__ZDz10 responsive-image\" style=\"background-color:#605647\"\/><\/p>\n<p>Sein Traumberuf: Johann Hautle auf seinem Bauernhof in Gonten.<\/p>\n<p>Foto: Daniel Ammann<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Unverhofft entdeckte er seine zweite grosse Leidenschaft. Schuld daran war sein \u00e4lterer Bruder Sepp. Er widmete sich in seiner Freizeit der Bauernmalerei. Ihm schaute Johann als Jugendlicher \u00fcber die Schultern. Zudem fand er Gefallen am Schaffen der alten Meister und ihren Bildern, die bei ihnen zu Hause die W\u00e4nde zierten.<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Mit 18 Jahren setzte sich Johann selbst an den Tisch. Er nahm Pinsel und Farbe zur Hand. \u00abI has eefach tue\u00bb, sagt er \u00fcber sein Deb\u00fct. \u00abI has n\u00fcd gleent. Da ischt i meer inne gse.\u00bb Und wie! Bald geh\u00f6rte das Malen zu seinem Alltag wie das F\u00fcttern und Melken seiner Tiere. Er entwickelte seinen eigenen Stil, vereinfachte die Sujets und malte mit \u00d6lfarben auf Holz- und Pavatextafeln.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/7JqYRIsl4sYAqUGG8rYpDU.jpg\" alt=\"Nahaufnahme von Johann Hautle, einem Bauernmaler, der ein traditionelles l\u00e4ndliches Gem\u00e4lde in Gonten malt.\" title=\"Nahaufnahme von Johann Hautle, einem Bauernmaler, der ein traditionelles l\u00e4ndliches Gem\u00e4lde in Gonten malt.\" class=\"ResponsiveImage_root__ZDz10 responsive-image\" style=\"background-color:#9A867E\"\/><\/p>\n<p>\u00abI moole, as Zit d\u00f6rigoot\u00bb: Johann Hautle beim Malen.<\/p>\n<p>Foto: Daniel Ammann<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Er liess sich weder durch R\u00fcckschl\u00e4ge noch Kritik entmutigen. Wenn ihm ein Bild nicht nach Wunsch geriet, legte er es zur Seite, nahm es sp\u00e4ter wieder hervor und stellte es fertig. Und als ihn einmal ein Kollege bei einem Besuch kritisierte, seine Bilder seien keine Kunst und er habe kein Talent, blieb er ruhig und gelassen. \u00abI ha eefach genau so wiitegmoolet.\u00bb<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Mit Erfolg. Heute ist Johann Hautle ein Meister seines Faches. Seine Werke wurden in bedeutenden Museen wie dem <a class=\"HtmlText_root__A1OSq\" href=\"https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/paris-die-mona-lisa-soll-den-maroden-louvre-retten-321231176267\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Louvre<\/a> in Paris ausgestellt. Seine Kundschaft kommt aus der halben Welt \u2013 von Bangkok bis Urn\u00e4sch. Die meisten schauen pers\u00f6nlich bei ihm vorbei und suchen sich ein Werk aus. Zwanzig bis dreissig Stunden arbeitet Hautle an einem kleineren Bild, manchmal monatelang an einem gr\u00f6sseren. Das hat seinen Preis: Die Gem\u00e4lde kosten zwischen ein paar Hundert und einigen Tausend Franken. Die Kundinnen und Kunden k\u00e4men aus allen Schichten und Altersgruppen, sagt Hautle. \u00abIch habe schon an einen \u00d6lh\u00e4ndler aus Asien verkauft. Ab und zu sucht sich sogar eine Sch\u00fclerin oder ein Sch\u00fcler ein Bild von mir aus.\u00bb<\/p>\n<p>Johann Hautle h\u00e4tte lange Zeit von der Kunst leben k\u00f6nnen<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Die Malerei ist f\u00fcr Johann Hautle nicht nur eine Quelle der Freude und des Gl\u00fccks, sondern auch ein wichtiger Nebenerwerb. \u00abIch h\u00e4tte lange Zeit von der Kunst leben k\u00f6nnen.\u00bb Doch er entschied sich dagegen. Zu sehr h\u00e4ngt er an seinem Beruf. 45 Jahre lang f\u00fchrte Hautle seinen Bauernhof auf der Chuterenegg mit vielen Tieren. Im Sommer zog er zudem als Senn auf die Meglisalp, stellte K\u00e4se her und packte im gleichnamigen Gasthaus mit an. \u00abDoo hani no m\u00f6ge, bi nie m\u00fced woode.\u00bb<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Das \u00e4nderte sich mit dem Alter. Deshalb trat er mit 65 Jahren k\u00fcrzer. Er verpachtete den gr\u00f6ssten Teil seines Landes, blieb aber auf dem Hof wohnen. Ganz als Landwirt aufh\u00f6ren mochte er trotzdem nicht. Heute h\u00e4lt er vier K\u00fche, zieht die K\u00e4lber auf. Zum Leben brauche er diese Arbeit nicht mehr. \u00abAber das Bauern ist ein sch\u00f6nes Hobby.\u00bb<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Cit2rXQ54E29OIpj1ZyiYe.jpg\" alt=\"Holzeimer mit bemalter Bauernszene von Johann Hautle, zeigt K\u00fche und Hirten in einer alpinen Landschaft.\" title=\"Holzeimer mit bemalter Bauernszene von Johann Hautle, zeigt K\u00fche und Hirten in einer alpinen Landschaft.\" class=\"ResponsiveImage_root__ZDz10 responsive-image\" style=\"background-color:#A8865B\"\/><\/p>\n<p>Hautle bemalt auch sogenannte Fahreimer, traditionelle Milchbeh\u00e4lter, mit typischen Appenzeller Motiven.<\/p>\n<p>Foto: Daniel Ammann<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Wie lange er das noch pflegen kann, und wie es sp\u00e4ter auf dem Hof weitergeht, das wird sich weisen. Denn Johann Hautle hat keine Nachkommen. \u00abEine Familie zu gr\u00fcnden, das hat sich in meinem Leben nicht ergeben\u00bb, sagt er nur. Trotzdem ist er im Alltag nicht auf sich allein gestellt. Seit Jahren geht ihm eine Bekannte zur Hand. Sie hilft ihm im Haushalt und auf dem Hof. Kauft ein, kocht, versorgt die K\u00e4lber. \u00abOhne ihre Hilfe k\u00f6nnte ich heute kaum mehr hier leben.\u00bb<\/p>\n<p>Appenzell Innerrhoden \u2013 \u00fcberall sonst w\u00fcrde es ihm \u00abgottvergessen verleiden\u00bb<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Dass er einmal wegziehen m\u00fcsste, das mag sich Johann Hautle gar nicht ausmalen. Auf seiner Scholle hat er so tiefe Wurzeln geschlagen wie die B\u00e4ume, die ums Haus stehen. In seinem Leben hat er den Hof h\u00f6chst selten verlassen. Im Milit\u00e4r war er in Basel einquartiert. Sp\u00e4ter fuhr er mit einem befreundeten Ehepaar nach S\u00fcdtirol und war heilfroh, als er nach zwei Tagen wieder zu Hause war. Und vor Jahren, als seine Bilder in Shanghai in China und in Paris ausgestellt waren und der K\u00fcnstler zu einem Besuch eingeladen wurde, sagte er ohne Z\u00f6gern ab. \u00abEs w\u00e4re mir nicht im Traum eingefallen, dorthin zu reisen\u00bb, sagt er trocken. \u00abAn einem anderen Ort w\u00fcrde es mir gottvergessen verleiden.\u00bb<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/AldDhw5dadu8fxPM0Z5DIb.jpg\" alt=\"Ein weisses K\u00e4tzchen sitzt auf einem Betontrog, w\u00e4hrend Johann Hautle im Hintergrund steht.\" title=\"Ein weisses K\u00e4tzchen sitzt auf einem Betontrog, w\u00e4hrend Johann Hautle im Hintergrund steht.\" class=\"ResponsiveImage_root__ZDz10 responsive-image\" style=\"background-color:#645542\"\/><\/p>\n<p>Nebst seinen K\u00fchen sind auf Johann Hautles Bauernhof auch viele namenlose Katzen zu Hause.<\/p>\n<p>Foto: Daniel Ammann<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Johann Hautle weiss, wo er hingeh\u00f6rt. Auf der Chuterenegg steht er an diesem Abend vor seinem Haus und zieht gen\u00fcsslich den Rauch aus seiner Pfeife ein. Er schaut \u00fcber die Weiden, auf denen seine K\u00fche grasen. \u00abDa ischt sch\u00f6nne, as ime Stuel am Strand zhocke ond uf s Meer usizluege\u00bb, sagt er schmunzelnd. Dann beobachtet er die jungen Katzen, die auf dem Brunnenrand spielen. Und blickt \u00fcber die H\u00fcgel, auf denen die letzten Sonnenstrahlen tanzen. Es ist ein friedliches, ein malerisches Bild. Wie ein Gem\u00e4lde.<\/p>\n<p class=\"DynamicTeaser_boxtitle__B6piN\">Bauernmaler und Kunsthandwerker aus der Schweiz<\/p>\n<p><strong>Daniel R\u00f6thlisberger <\/strong>realisiert seit mehr als 20 Jahren als Redaktor der \u00abSchweizer Familie\u00bb Reportagen, Portr\u00e4ts und Interviews.<a class=\"ArticleAuthorBio_moreinfo__cqyvz link_underlinelink__K5Zr0\" rel=\"author nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/author\/47795430\/daniel-rothlisberger\" target=\"_blank\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p class=\"Feedback_root__fr_Mi ArticleContainer_content-width__FRl7F\">Fehler gefunden?<a href=\"mailto:tagesleitung.korrektorat@tamedia.ch?subject=Hinweis%20auf%20Fehler%20%7C%20Daniel%20R%C3%B6thlisberger%20%7C%20Die%20Bilder%20dieses%2080-j%C3%A4hrigen%20Appenzellers%20hingen%20sogar%20im%20Louvre&amp;body=Ich%20habe%20in%20diesem%20Inhalt%20einen%20Fehler%20entdeckt%3A%20https%3A%2F%2Fwww.tagesanzeiger.ch%2Fbauernmaler-johann-hautle-seine-bilder-hingen-im-louvre-361820976094\" class=\"Feedback_feedbacklink__VyDCi link_underlinelink__K5Zr0\">Jetzt melden.<\/a><\/p>\n<p>4 Kommentare<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AboMaler Johann Hautle \u2013 Die Bilder dieses 80-j\u00e4hrigen Appenzellers hingen sogar im Louvre Er ist einer der letzten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":407526,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,93115,29,214,30,1794,215],"class_list":{"0":"post-407525","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-content-schweizer-familie","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-kunst-und-design","14":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115171056043647956","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/407525","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=407525"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/407525\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/407526"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=407525"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=407525"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=407525"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}