{"id":407596,"date":"2025-09-08T23:11:15","date_gmt":"2025-09-08T23:11:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/407596\/"},"modified":"2025-09-08T23:11:15","modified_gmt":"2025-09-08T23:11:15","slug":"milliardenmarkt-fuer-e-auto-batterien-europa-droht-den-anschluss-zu-verlieren-oekonews-at","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/407596\/","title":{"rendered":"Milliardenmarkt f\u00fcr E-Auto-Batterien: Europa droht den Anschluss zu verlieren | oekonews.at"},"content":{"rendered":"<p data-start=\"190\" data-end=\"685\"><strong data-start=\"190\" data-end=\"202\">M\u00fcnchen &#8211;\u00a0<\/strong>Der Boom der Elektromobilit\u00e4t ist nicht mehr aufzuhalten \u2013 und mit ihm w\u00e4chst der Markt f\u00fcr Batterien rasant.\u00a0Laut einer aktuellen Deloitte-Studie wird sich das Marktvolumen f\u00fcr Elektrofahrzeug-Batterien allein in Europa bis 2030 mehr als verdreifachen: von derzeit 16,3 Milliarden Euro auf 54 Milliarden Euro. Der globale E-Auto-Boom treibt die Nachfrage: Bis zum Ende des Jahrzehnts soll der Anteil elektrischer Pkw an den Neuzulassungen weltweit von 18 auf 43 Prozent steigen.<br \/>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Asiatische Dominanz zementiert sich ein<\/strong><\/p>\n<p data-start=\"753\" data-end=\"1151\">Doch w\u00e4hrend die Nachfrage w\u00e4chst, bleibt die Wertsch\u00f6pfung in Europa gering. Schon heute stammen 70 Prozent der weltweiten Batteriekapazit\u00e4ten aus China, nur 13 Prozent aus Europa und 11 Prozent aus Nordamerika.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p data-start=\"1153\" data-end=\"1481\">Auch f\u00fcr die Zukunft sieht Deloitte keine grundlegende Verschiebung. Zwar wird der in Europa produzierte Anteil bis 2030 auf 25 Prozent steigen, doch rund 70 Prozent der Kapazit\u00e4ten werden nach aktuellem Stand weiterhin von asiatischen Unternehmen kontrolliert. Der europ\u00e4ische Anteil bliebe damit bei lediglich 27 Prozent.<\/p>\n<p><strong>Schl\u00fcsseltechnologie mit Preisfaktor<\/strong><\/p>\n<p data-start=\"1526\" data-end=\"1908\">Die Batterie ist die teuerste Einzelkomponente eines Elektroautos und ma\u00dfgeblich f\u00fcr Reichweite, Leistung und Preis verantwortlich. \u201eWenn europ\u00e4ische Unternehmen bei der Batterieproduktion nicht massiv aufholen, zahlen sie einen hohen Preis\u201c, warnt Dr. Harald Proff, Sektorleiter Automotive bei Deloitte. \u201eDie Versorgungssicherheit und technologische Souver\u00e4nit\u00e4t sind in Gefahr.\u201c<\/p>\n<p data-start=\"1910\" data-end=\"2264\">F\u00fcr die Hersteller bedeutet Abh\u00e4ngigkeit von Importen h\u00f6here Einkaufspreise, die gerade im volumenstarken Kompakt- und Mittelklassesegment kaum an die Kunden weitergegeben werden k\u00f6nnen. Das dr\u00fcckt die Margen und versch\u00e4rft den Wettbewerbsdruck gegen\u00fcber asiatischen Marken, die ihre Fahrzeuge dank eigener Batterieproduktion g\u00fcnstiger anbieten k\u00f6nnen.<br \/>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Ursachen: gescheiterte Projekte und strukturelle Defizite<\/strong><\/p>\n<p data-start=\"2330\" data-end=\"2415\">Die Studie benennt mehrere Gr\u00fcnde, warum Europa den Anschluss bislang verpasst hat:<\/p>\n<ul data-start=\"2416\" data-end=\"2712\">\n<li data-start=\"2416\" data-end=\"2506\">\n<p data-start=\"2418\" data-end=\"2506\"><strong data-start=\"2418\" data-end=\"2463\">fehlender Zugang zu kritischen Rohstoffen<\/strong>, insbesondere Lithium, Nickel und Kobalt<\/p>\n<\/li>\n<li data-start=\"2507\" data-end=\"2570\">\n<p data-start=\"2509\" data-end=\"2570\"><strong data-start=\"2509\" data-end=\"2538\">hohe Kapitalanforderungen<\/strong> beim Aufbau von Gigafactories<\/p>\n<\/li>\n<li data-start=\"2571\" data-end=\"2646\">\n<p data-start=\"2573\" data-end=\"2646\"><strong data-start=\"2573\" data-end=\"2600\">operative Ineffizienzen<\/strong> im Vergleich zu asiatischen Gro\u00dfherstellern<\/p>\n<\/li>\n<li data-start=\"2647\" data-end=\"2712\">\n<p data-start=\"2649\" data-end=\"2712\"><strong data-start=\"2649\" data-end=\"2689\">z\u00f6gerlicher Hochlauf der E-Mobilit\u00e4t<\/strong> in vielen EU-L\u00e4ndern<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p data-start=\"2714\" data-end=\"2826\">Viele europ\u00e4ische Batterieprojekte wurden gestoppt oder verz\u00f6gert, wodurch das Marktpotenzial ungenutzt blieb.<\/p>\n<p><strong>Notwendige Weichenstellungen<\/strong><\/p>\n<p data-start=\"2863\" data-end=\"3032\">Um eine relevante Marktposition zu erreichen, m\u00fcsste Europa laut Deloitte mindestens 40 Prozent der heimischen Nachfrage mit eigener Produktion decken. Dies erfordert:<\/p>\n<ul data-start=\"3033\" data-end=\"3385\">\n<li data-start=\"3033\" data-end=\"3112\">\n<p data-start=\"3035\" data-end=\"3112\">eine <strong data-start=\"3040\" data-end=\"3073\">koordinierte Industriepolitik<\/strong> mit klarer strategischer Ausrichtung<\/p>\n<\/li>\n<li data-start=\"3113\" data-end=\"3190\">\n<p data-start=\"3115\" data-end=\"3190\"><strong data-start=\"3115\" data-end=\"3151\">gesicherten Zugang zu Rohstoffen<\/strong> durch internationale Partnerschaften<\/p>\n<\/li>\n<li data-start=\"3191\" data-end=\"3256\">\n<p data-start=\"3193\" data-end=\"3256\">den <strong data-start=\"3197\" data-end=\"3254\">Aufbau einer funktionierenden Recycling-Infrastruktur<\/strong><\/p>\n<\/li>\n<li data-start=\"3257\" data-end=\"3385\">\n<p data-start=\"3259\" data-end=\"3385\">gezielte <strong data-start=\"3268\" data-end=\"3307\">Investitionen in innovative Systeme<\/strong>, etwa 800-Volt-Batterien, die Ladezeiten verk\u00fcrzen und Kosten senken k\u00f6nnen<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p data-start=\"687\" data-end=\"1139\">Derzeit dominieren asiatische Produzenten das Gesch\u00e4ft. Nach Berechnungen\u00a0von Deloitte stammten 2024 rund 70 Prozent der weltweiten Batteriekapazit\u00e4ten aus China, nur 13 Prozent aus Europa und 11 Prozent aus Nordamerika. Besonders alarmierend: Selbst bei den in Europa gefertigten Batterien hatten asiatische Unternehmen einen Marktanteil von 97 Prozent \u2013 europ\u00e4ische Produzenten spielten mit gerade einmal drei Prozent praktisch keine Rolle.<br \/>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Abh\u00e4ngigkeit von Asien bleibt hoch\u00a0<\/strong>\u00a0<\/p>\n<p data-start=\"1182\" data-end=\"1524\">Auch f\u00fcr die Zukunft zeichnet die Studie von Deloitte ein ern\u00fcchterndes Bild. Zwar soll der Anteil in Europa produzierter Batterien bis 2030 auf 25 Prozent steigen \u2013 doch rund 70 Prozent dieser Kapazit\u00e4t w\u00fcrden weiterhin von asiatischen Herstellern gestellt. Europa droht damit in eine technologische und wirtschaftliche Abh\u00e4ngigkeit gedr\u00e4ngt zu werden.<\/p>\n<p data-start=\"1526\" data-end=\"1889\">\u201eDie aktuelle Entwicklung zementiert unsere Abh\u00e4ngigkeit von asiatischen Produzenten\u201c, warnt Dr. Harald Proff, Sektorleiter Automotive bei Deloitte. Viele europ\u00e4ische Batterieprojekte seien in den vergangenen Jahren gescheitert \u2013 etwa wegen mangelndem Zugang zu kritischen Rohstoffen, hohen Investitionsh\u00fcrden oder einem langsamen Hochlauf der Elektromobilit\u00e4t.<br \/>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Die strategische Schl\u00fcsselkomponente<\/strong>\u00a0<\/p>\n<p data-start=\"1934\" data-end=\"2387\">Dabei ist die Batterie weit mehr als nur ein Bauteil. Sie ist die teuerste Komponente des Elektroautos und entscheidet \u00fcber Preis, Reichweite und Leistung. Wer hier den Anschluss verliert, gef\u00e4hrdet seine Wettbewerbsf\u00e4higkeit. \u201eWenn europ\u00e4ische Unternehmen nicht massiv aufholen, zahlen sie einen hohen Preis. F\u00fcr die Hersteller bedeutet das teurere Zuk\u00e4ufe, sinkende Margen und ein Nachteil im Volumensegment, wo es auf jeden Cent ankommt\u201c, so Proff.<br \/>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Was Europa tun m\u00fcsste<\/strong>\u00a0<\/p>\n<p data-start=\"2417\" data-end=\"2875\">Laut Deloitte braucht Europa f\u00fcr eine starke Marktposition einen Anteil von mindestens 40 Prozent an der heimischen Batterieproduktion. Dazu seien drei Dinge unverzichtbar: eine koordinierte Industriepolitik, gesicherter Zugang zu Rohstoffen und der Aufbau einer funktionierenden Recycling-Infrastruktur. Gleichzeitig k\u00f6nnten Investitionen in innovative Technologien wie 800-Volt-Batteriesysteme helfen, sich vom Wettbewerb abzusetzen und Kosten zu senken.<br \/>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Studie mit klaren Szenarien<\/strong><\/p>\n<p data-start=\"2911\" data-end=\"3391\">Die Untersuchung st\u00fctzt sich auf Marktdaten von GlobalData und beleuchtet sowohl aktuelle Produktionsvolumina als auch geplante, verz\u00f6gerte und gescheiterte Projekte in Europa. Mithilfe \u00f6konomischer Modelle\u00a0 wurde die Marktkonzentration gemessen. Drei Szenarien zeigen, wie sich der Marktanteil europ\u00e4ischer Produzenten entwickeln k\u00f6nnte \u2013 und welche Folgen das f\u00fcr Preise, Produktportfolios und Wettbewerbsf\u00e4higkeit h\u00e4tte.<\/p>\n<p data-start=\"3393\" data-end=\"3590\">Eines steht fest: Wer den Markt f\u00fcr E-Auto-Batterien beherrscht, bestimmt \u00fcber die Zukunft der europ\u00e4ischen Automobilindustrie. Noch ist Zeit zum Handeln \u2013 doch das Fenster schlie\u00dft sich schnell.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00fcnchen &#8211;\u00a0Der Boom der Elektromobilit\u00e4t ist nicht mehr aufzuhalten \u2013 und mit ihm w\u00e4chst der Markt f\u00fcr Batterien&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":407597,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-407596","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115171209178436460","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/407596","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=407596"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/407596\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/407597"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=407596"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=407596"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=407596"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}