{"id":407838,"date":"2025-09-09T01:23:23","date_gmt":"2025-09-09T01:23:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/407838\/"},"modified":"2025-09-09T01:23:23","modified_gmt":"2025-09-09T01:23:23","slug":"probleme-der-autoindustrie-machen-auch-zulieferern-zu-schaffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/407838\/","title":{"rendered":"Probleme der Autoindustrie machen auch Zulieferern zu schaffen"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>hintergrund<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 08.09.2025 17:06 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Die Krise der Autobranche trifft auch ihre Zulieferer. Das Gesch\u00e4ft reicht nicht mehr f\u00fcr alle. Einige konnten sich schon neu orientieren. Andere tun sich schwer, wie das Beispiel Franken zeigt.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSinkende Absatzzahlen, starke Konkurrenz aus China: Die Autobranche &#8211; \u00fcber Jahrzehnte die deutsche Leitindustrie &#8211; steckt weiter in der Krise. Die wollen die deutschen Hersteller bei der mittlerweile in IAA Mobility umbenannten Internationalen Automobil-Ausstellung in M\u00fcnchen zumindest nach au\u00dfen hin f\u00fcr ein paar Tage ausblenden und neue Modelle und Trends pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWeit weniger im Rampenlicht: die vielen Zulieferer, etwa aus Franken. Sie haben zuletzt vor allem durch Sparprogramme und Stellenstreichungen f\u00fcr Schlagzeilen gesorgt. Ein Blick in die Branche zeigt: Die Zulieferer mit ihren bundesweit knapp 270.000 Besch\u00e4ftigten haben die Herausforderungen der Transformation angenommen &#8211; und neben viel Schatten gibt es auch Lichtblicke.<\/p>\n<p>    Autoteile m\u00fcssen &#8222;antriebsunabh\u00e4ngig&#8220; sein<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWie der Umstieg auf die E-Mobilit\u00e4t und Transformation gelingen kann, zeigt ein Blick nach Langenzenn bei N\u00fcrnberg. Bis vor ein paar Jahren hatte die Firma Maxfeld drei Viertel ihres Umsatzes mit Auto-Zulieferungen gemacht. Jetzt seien es nur noch rund 30 Prozent, sagt ihr Chef Christian Schuster.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWeiterhin f\u00fcr die Autoindustrie gefertigt werden nur Teile, die &#8222;antriebsunabh\u00e4ngig&#8220; sind, also sowohl im Verbrenner als auch im E-Auto gebraucht werden &#8211; Luftstr\u00f6mungssensoren oder Batteriekontakte etwa. Ein immer gr\u00f6\u00dferer Anteil aber f\u00fcr andere Branchen, etwa die M\u00f6belindustrie.<\/p>\n<p>    Neue Anlage produziert Teile f\u00fcr Schubladen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Unternehmen hat vor kurzem in eine neue Anlage investiert, die nun vollautomatisch Blendentr\u00e4ger f\u00fcr Schubladen produziert. Auch Verschl\u00fcsse f\u00fcr Kuchen-Springformen werden gefertigt. In der Summe ist der kleiner werdende Autozuliefer-Anteil &#8211; zumindest hier &#8211; kein Problem.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Wir fertigen nicht weniger Automotive. Die Anteile haben sich einfach verschoben&#8220;, sagt Schuster. 2021 hatte Maxfeld rund zehn Millionen Euro Jahresumsatz und etwa 60 Besch\u00e4ftigte. Heute seien es 80 bis 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd der Jahresumsatz sei um die H\u00e4lfte gestiegen, auf nun etwa 15 Millionen Euro. Mit Blick auf die Gewinne sagt der Unternehmens-Chef, eng kalkuliert werde \u00fcberall. Grunds\u00e4tzlich sei es aber &#8222;nicht so, dass andere Bereiche weniger lukrativ sind&#8220;.<\/p>\n<p>    Nicht immer klappt die Neuausrichtung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVielen Unternehmen bereitet die Umstellung auf die E-Mobilit\u00e4t allerdings auch gro\u00dfe Probleme. Beim hochverschuldeten Autozulieferer ZF mit Sitz in Friedrichshafen drohen neben einem weiteren Stellenabbau auch Standortschlie\u00dfungen. Wie verzwickt die Lage ist, zeigt ein Blick auf den Standort N\u00fcrnberg.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDamit die dortige Gie\u00dferei keine Verluste mehr schreibt, haben IG Metall, Betriebsrat und Standortleitung der Konzernf\u00fchrung ein Alternativkonzept vorgelegt. Das Werk soll effizienter werden und k\u00fcnftig mehr antriebsunabh\u00e4ngige Teile produzieren. Laut Roland Wehrer von der IG Metall in N\u00fcrnberg sieht es derzeit nicht danach aus, als w\u00fcrde ZF dieses Konzept komplett umsetzen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMit Blick auf die Probleme bei der Transformation habe ZF &#8222;keine Mittel und vielleicht auch keinen Mut&#8220;, so Wehrer. Und das obwohl sich die Investitionen f\u00fcr die Ausrichtung auf die Transformation hier &#8211; laut IG Metall &#8211; bereits nach drei Jahren rechnen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>    Auf der Suche nach neuen M\u00e4rkten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch wenn die Autozulieferer bei der Transformation unterschiedlich gut vorankommen: in den allermeisten F\u00e4llen nehmen sie die Entwicklung zumindest sehr ernst. &#8222;Mehr als 90 Prozent der Unternehmen wissen: mit dem bisherigen Gesch\u00e4ftsmodell kommen wir nicht mehr weiter&#8220;, sagt Automotive-Experte Ronald K\u00fcnneth von der Industrie- und Handelskammer (IHK) in N\u00fcrnberg.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn der Folge investieren die Firmen in neue Produkte und neue M\u00e4rkte. Als Beispiel nennt K\u00fcnneth die Medizintechnik, die Energiebranche oder die R\u00fcstungsindustrie. &#8222;Die Transformation ist eben nicht rein elektrisch&#8220;, betont K\u00fcnneth. Die Erschlie\u00dfung neuer M\u00e4rkte sei allerdings ein Marathon.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIhn zu bew\u00e4ltigen sei aber wichtig. Denn: ein elektrischer Antriebsstrang f\u00fcr ein Fahrzeug ben\u00f6tigt nur etwa zehn Prozent der Teile eines Verbrenners. Die Folge laut K\u00fcnneth: viele Zulieferer f\u00e4nden im Feld der E-Mobilit\u00e4t keine neuen M\u00e4rkte und m\u00fcssten sich nun &#8222;v\u00f6llig neu orientieren&#8220;.<\/p>\n<p>    Zehntausende in der Region h\u00e4ngen an den Jobs<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Autozuliefer-Gesch\u00e4ft spielt f\u00fcr den Gro\u00dfraum N\u00fcrnberg eine enorm wichtige Rolle. Konzerne wie Schaeffler und Brose haben hier ihren Firmensitz. Inklusive der kleineren Firmen bel\u00e4uft sich die Zahl der hier ans\u00e4ssigen Autozulieferer auf etwa 500. Rund 100.000 Menschen arbeiten zwischen Coburg, Amberg und Ansbach in der Branche.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIndirekt, hei\u00dft es von der Metropolregion N\u00fcrnberg, sei im Gro\u00dfraum sogar jeder dritte bis vierte Job von der Branche abh\u00e4ngig. Wenn hier Arbeitspl\u00e4tze in der Autozulieferung wegfallen &#8211; wie es bereits geschieht -, trifft das die Region hart. Wie hart, l\u00e4sst sich aktuell kaum absch\u00e4tzen. Klar ist aber: selbst wenn es gen\u00fcgend Jobs in anderen Branchen g\u00e4be, sind die Folgen sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p>    Gut bezahlte Arbeitspl\u00e4tze<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDenn die Berufe in der Autozulieferung sind laut Arbeitsagentur meist sehr gut bezahlt. Der mittlere Wert der Einkommen, der sogenannte Median, liegt in Bayern bei Besch\u00e4ftigten der Autozulieferer rund 1.000 Euro \u00fcber dem anderer Wirtschaftsbereiche. Davon wiederum profitieren auch andere Branchen wie etwa der Einzelhandel.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUm der Entwicklung zu trotzen, setzt unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in der Region auf mehr Weiterbildung. Das k\u00f6nne helfen, Mega-Trends wie K\u00fcnstliche Intelligenz in Unternehmen mehr zur praktischen Anwendung zu bringen. Damit das gelingt fordert der DGB von der Politik aber mehr Geld &#8211; und mehr Planungssicherheit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"hintergrund Stand: 08.09.2025 17:06 Uhr Die Krise der Autobranche trifft auch ihre Zulieferer. 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