{"id":408267,"date":"2025-09-09T05:28:12","date_gmt":"2025-09-09T05:28:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/408267\/"},"modified":"2025-09-09T05:28:12","modified_gmt":"2025-09-09T05:28:12","slug":"neuer-mega-staudamm-entzweit-nil-anrainer-tagesschau-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/408267\/","title":{"rendered":"Neuer Mega-Staudamm entzweit Nil-Anrainer | tagesschau.de"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 09.09.2025 05:46 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>In \u00c4thiopien wird heute ein neuer Nil-Staudamm eingeweiht &#8211; ein Mega-Bauwerk, von dem sich das Land mehr Energiesicherheit verspricht. Sudan und \u00c4gypten hingegen sehen den Damm als Bedrohung.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/bensch-ts-104.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Karin Bensch\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/bensch-100.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs ist das gr\u00f6\u00dfte Infrastrukturprojekt \u00c4thiopiens: der neue Nil-Staudamm an der Grenze zum Sudan. Die Staumauer ist 145 Meter hoch und fast zwei Kilometer lang. 2011 begannen die Bauarbeiten, Anfang 2022 wurde erstmals Strom produziert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBislang hat die Anlage aber noch nicht ihre volle Kapazit\u00e4t erreicht. Sie liegt bei rund 6.000 Megawatt, etwa so viel wie vier moderne Atomkraftwerke.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGekostet hat das Megaprojekt umgerechnet mehr als 3,4 Milliarden Euro. Der gr\u00f6\u00dfte Teil des Geldes stammt aus \u00c4thiopien. Doch auch Weltbank und Internationaler W\u00e4hrungsfonds sind involviert. Chinesische Banken haben in Turbinen und Elektronik investiert.<\/p>\n<p>    Entscheidender Wirtschaftsfaktor<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Mega-Staudamm ist entscheidend f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung \u00c4thiopiens. In dem ostafrikanischen Land leben rund 135 Millionen Menschen. Derzeit haben knapp 60 Prozent der \u00c4thiopier keinen Zugang zu Strom. Das soll sich in Zukunft \u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch es geht um mehr: Schon jetzt verkauft \u00c4thiopien Strom in die Nachbarl\u00e4nder Kenia und Sudan, auch nach Tansania.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nK\u00fcnftig sollen es noch mehr werden, sagt Javas Bigambo, politischer Analyst von Interthought Consulting in Nairobi. &#8222;Auch andere L\u00e4nder brauchen dringend mehr Strom, zum Beispiel Uganda, auch Somalia. \u00c4thiopien ist damit auf dem Weg, ein riesiger Energie-Exporteur in Ostafrika zu werden &#8211; durch das Milliardenprojekt Staudamm.&#8220;<\/p>\n<p>    Prestigeprojekt, das am Unterlauf f\u00fcr Kritik sorgt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBeim Staudammprojekt geht es auch um Macht. Ein Regierungssprecher bezeichnete den Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD) als m\u00e4chtiges Symbol der nationalen Einheit. Auch f\u00fcr den \u00e4thiopischen Ministerpr\u00e4sidenten Abiy Ahmet ist der Damm ein Prestigeprojekt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSo sehr der neue Staudamm in \u00c4thiopien gefeiert wird &#8211; in anderen L\u00e4ndern, die am Nil liegen, wird er als Bedrohung wahrgenommen. Im Nachbarland Sudan, vor allem aber in \u00c4gypten. Denn diese beiden L\u00e4nder liegen weit hinter der Quelle des Stroms.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Nil hat eine Gesamtl\u00e4nge von gut 6.600 Kilometern und geh\u00f6rt damit zu den l\u00e4ngsten Fl\u00fcssen der Welt. Er speist sich aus zwei Hauptquellen: dem wei\u00dfen Nil aus den Bergen Ostafrikas und dem blauen Nil aus \u00c4thiopien. In \u00c4gypten endet der Nil und flie\u00dft dort ins Mittelmeer.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        W\u00e4hrend \u00c4thiopien den Staudamm als Meilenstein f\u00fcr seine Entwicklung feiert, ist der Verdruss bei den Nachbarn Sudan und \u00c4gypten gro\u00df (Foto von 2019).\n                    <\/p>\n<p>    &#8222;Wir bef\u00fcrchten gro\u00dfen Wassermangel&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Nil bedeutet Leben im w\u00fcstenreichen \u00c4gypten &#8211; bereits seit den \u00e4gyptischen Pharaonen vor mehr als 7.000 Jahren sei das so, sagt der fr\u00fchere \u00e4gyptische Minister f\u00fcr Bew\u00e4sserung, Muhammad Nasar Eldin Allam, heute Professor f\u00fcr Ingenieurswissenschaften an der Universit\u00e4t Kairo.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Das Problem ist, dass wir einen gro\u00dfen Wassermangel bef\u00fcrchten durch den \u00e4thiopischen Staudamm. Und das hat einen einfachen Grund: \u00c4gypten liegt am Ende des Nils. Die Regenmengen allein reichen nicht aus. Deshalb bef\u00fcrchten wir deutlich weniger Wasser f\u00fcr die Landwirtschaft, weniger Trinkwasser, weniger Wasser f\u00fcr die Industrie.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn \u00c4gypten leben sch\u00e4tzungsweise etwa 118 Millionen Menschen, Tendenz steigend. Nach Prognosen der Vereinten Nationen hat das Land in diesem Jahr die Marke zur absoluten Wasserknappheit \u00fcberschritten.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Der Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD) wurde seit 2011 gebaut, 2022 wurde erstmals Strom gewonnen.\n                    <\/p>\n<p>    Versto\u00df gegen internationales Recht?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTrotz diplomatischer Bem\u00fchungen \u00fcber mehr als zehn Jahre konnten die L\u00e4nder sich nicht auf Abkommen einigen. Und weil es kein Abkommen gibt, betrachten \u00c4gypten und Sudan den Betrieb des Staudamms als Versto\u00df gegen internationales Recht. Und als eine Bedrohung f\u00fcr ihre Lebensgrundlage. Denn noch immer ist nicht klar, wie viel Wasser \u00c4thiopien im Falle einer D\u00fcrre flussabw\u00e4rts flie\u00dfen lassen wird.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs geht auch um Vorherrschaft. Das m\u00e4chtige Land \u00c4gypten m\u00f6chte seine Kontrolle \u00fcber den Nil nicht verlieren. \u00c4thiopien dagegen sieht sich im Recht, das Flusswasser f\u00fcr seine Zwecke zu nutzen. Zudem sei das Land auch deshalb im Recht, weil auch \u00c4gypten Wasser zur Stromgewinnung nutze, zum Beispiel mit dem bekannten Assuan-Staudamm. Es ist ein Konflikt um nat\u00fcrliche Ressourcen &#8211; eine L\u00f6sung ist erst einmal nicht in Sicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 09.09.2025 05:46 Uhr In \u00c4thiopien wird heute ein neuer Nil-Staudamm eingeweiht &#8211; ein Mega-Bauwerk, von dem sich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":408268,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[32813,13,14,15,36591,12,108055,10,8,9,11,103,104],"class_list":{"0":"post-408267","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-aethiopien","9":"tag-headlines","10":"tag-nachrichten","11":"tag-news","12":"tag-nil","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-staudamm","15":"tag-top-news","16":"tag-top-meldungen","17":"tag-topmeldungen","18":"tag-topnews","19":"tag-welt","20":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115172691662847550","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/408267","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=408267"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/408267\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/408268"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=408267"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=408267"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=408267"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}