{"id":408462,"date":"2025-09-09T07:19:12","date_gmt":"2025-09-09T07:19:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/408462\/"},"modified":"2025-09-09T07:19:12","modified_gmt":"2025-09-09T07:19:12","slug":"nach-dem-sturz-der-regierung-krise-in-paris-wird-frankreich-zum-risiko-fuer-die-eurozone-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/408462\/","title":{"rendered":"Nach dem Sturz der Regierung &#8211; Krise in Paris: Wird Frankreich zum Risiko f\u00fcr die Eurozone? &#8211; Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"teaserText\" data-schema-org-speakable=\"true\">Im hoch verschuldeten Frankreich ist die Regierung im Streit \u00fcber Sparma\u00dfnahmen zerbrochen. Wirtschaftsreformen erscheinen unwahrscheinlicher denn je. Das kann f\u00fcr Europa gef\u00e4hrlich werden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\"><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Paris\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Paris<\/a>\/Frankfurt (dpa) &#8211; Die Regierung zerbrochen, die Haushaltskrise bleibt: Frankreichs Mitte-Rechts-Regierung ist nach nur knapp neun Monaten gescheitert, Premier Fran\u00e7ois Bayrou bei der Vertrauensfrage im Parlament gescheitert. Die H\u00e4ngepartie in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Frankreich\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Frankreich<\/a> hat schwerwiegende Folgen nicht nur f\u00fcr Deutschlands Nachbarland. Sie k\u00f6nnte f\u00fcr die gesamte Eurozone zur Belastung werden.<\/p>\n<p>Was sind die wirtschaftlichen Folgen der Krise in Paris?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">\u201eDer\u00a0Zusammenbruch der Regierung und damit verbunden eine Zur\u00fcckweisung der Pl\u00e4ne von Bayrou zur Stabilisierung der Staatsfinanzen erh\u00f6ht\u00a0die Unsicherheit \u00fcber den weiteren finanzpolitischen Kurs Frankreichs\u201c, sagt Clemens Fuest, Pr\u00e4sident des Ifo-Instituts, dem Nachrichtenmagazin \u201ePolitico\u201c. Die Entscheidung k\u00f6nne\u00a0das Land &#8211; die zweitgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft in der Eurozone &#8211; an den Rand einer ernsthaften Krise der Staatsfinanzen bringen. \u201eDa Frankreich f\u00fcr die EU und die Eurozone eine wichtige Rolle spielt, w\u00e4re die ohnehin schwache Wirtschaftsentwicklung in Europa weiter beeintr\u00e4chtigt.\u201c<\/p>\n<p>Warum ist die Lage in Frankreich so prek\u00e4r?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Gemessen an der Wirtschaftsleistung hat Frankreich mit 114 Prozent die dritth\u00f6chste Schuldenquote in der EU nach Griechenland und Italien. In absoluten Zahlen lastet auf dem Land mit rund 3.300 Milliarden Euro der h\u00f6chste Schuldenberg in der Eurozone. Auch die Staatsausgaben geh\u00f6ren zu den h\u00f6chsten in Europa. Das Haushaltsdefizit lag zuletzt bei 5,8 Prozent. Die EU hat bereits im Juli 2024 ein Defizitverfahren gegen Frankreich er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/5432ecf7-c853-4833-8ce4-a27b95bc3997.jpg\"   alt=\"Der n\u00e4chste Premier verschlissen. (Archivbild)\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Der n\u00e4chste Premier verschlissen. (Archivbild) (Foto: Ludovic Marin\/AFP POOL\/AP\/dpa)Drohen in Frankreich italienische Verh\u00e4ltnisse?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Dazu kommt, dass neue <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Schulden\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schulden<\/a> f\u00fcr Frankreich angesichts politischer Dauerkrisen und fehlender Sparanstrengungen immer teurer werden. Das Land muss Investoren f\u00fcr neue Staatsanleihen immer h\u00f6here Zinsen bieten.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">\u201eDie Anleger sind besorgt \u00fcber die hohe und weiter steigende Staatsverschuldung Frankreichs. Die Anleihenrenditen sind bereits deutlich st\u00e4rker gestiegen in Frankreich als beispielsweise in Italien und mittlerweile liegt die Rendite zehnj\u00e4hriger franz\u00f6sischer Staatsanleihen kaum noch unter der italienischer\u201c, sagt Commerzbank-Chefvolkswirt J\u00f6rg Kr\u00e4mer.<\/p>\n<p>Reformen dringend n\u00f6tig &#8211; nur wer setzt sie durch?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Nach Einsch\u00e4tzung der Investmentbank Goldman Sachs wird die gr\u00f6\u00dfte wirtschaftliche Herausforderung f\u00fcr Frankreich sein, die Staatsverschuldung zu stabilisieren. Zudem m\u00fcsse das Land unbedingt wieder Reformen angehen, um das Wachstum anzukurbeln.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalm\u00e4rkte und Strategie bei der Dekabank, glaubt aber nicht daran: \u201eDie gescheiterte Vertrauensfrage stellt den vorl\u00e4ufigen Endpunkt einer Entwicklung dar, welche die Reformunf\u00e4higkeit von Frankreich best\u00e4tigt und zeigt, dass selbst kleinste Sparma\u00dfnahmen nicht mehrheitsf\u00e4hig sind.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/cfd55ee0-819c-4feb-b155-c85cc26e025f.jpg\"   alt=\"Keine Mehrheit f\u00fcr einen Sparkurs in der Nationalversammlung. (Archivbild)\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Keine Mehrheit f\u00fcr einen Sparkurs in der Nationalversammlung. (Archivbild) (Foto: Christophe Ena\/AP\/dpa)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der Liechtensteiner VP Bank meint, wegen der zersplitterten politischen Landschaft werde eine Budgetkonsolidierung in Frankreich bis zu den n\u00e4chsten Pr\u00e4sidentschaftswahlen 2027 nicht gelingen. \u201eOhne Konsolidierung wird die Schuldenquote weiter deutlich zulegen\u201c.\u00a0<\/p>\n<p>Wird Frankreich zur Gefahr f\u00fcr die Eurozone?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">\u201eFrankreich wird weiter unter genauer Beobachtung der M\u00e4rkte bleiben\u201c, sagt Deka-Kapitalmarktstratege Schallmayer. \u201eDie Gefahr eines abrupten Anstiegs der Risikopr\u00e4mien muss eng beobachtet werden, die verlorene Vertrauensabstimmung wird aber nicht der Ausl\u00f6ser daf\u00fcr sein, auch nicht f\u00fcr eine erneute Euro-Krisendebatte.\u201c\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">\u00c4hnlich sieht das \u00d6konom Gitzel: \u201eDie Finanzm\u00e4rkte werten bislang Frankreich als Einzelrisiko und nicht als systemisches Risiko f\u00fcr die gesamte Eurozone.\u201c Das d\u00fcrfte auch daran liegen, dass die Europ\u00e4ische Zentralbank (<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/EZB\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EZB<\/a>) einen umfangreichen Instrumentenkasten f\u00fcr Krisen habe.<\/p>\n<p>Wie kann die EZB notfalls eingreifen?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Sollten die Risikoaufschl\u00e4ge franz\u00f6sischer Staatsanleihen weiter deutlich steigen, k\u00f6nnte die EZB St\u00fctzungsk\u00e4ufe t\u00e4tigen, glaubt Gitzel. So verf\u00fcgt die Notenbank \u00fcber das \u201eTransmission Protection Instrument\u201c (TPI), in dessen Rahmen die EZB im Krisenfall Anleihen einzelner Eurostaaten in unbegrenztem Umfang kaufen k\u00f6nnte. Allerdings gibt es daf\u00fcr H\u00fcrden: Das Programm diene dazu, \u201eL\u00e4nder zu sch\u00fctzen, die ungerechtfertigten Marktangriffen ausgesetzt sind, und nicht solche, die schlechte finanzpolitische Entscheidungen treffen\u201c, erl\u00e4utert Berenberg-\u00d6konom Felix Schmidt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/a5559112-f1a0-4067-96cc-ee54f1b4e932.jpg\"   alt=\"EZB-Pr\u00e4sidentin Lagarde: Wie geht die Notenbank mit der Frankreich-Krise um? (Archivbild)\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>EZB-Pr\u00e4sidentin Lagarde: Wie geht die Notenbank mit der Frankreich-Krise um? (Archivbild) (Foto: Arne Dedert\/dpa)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">EZB-Pr\u00e4sidentin Christine Lagarde \u00e4u\u00dferte sich k\u00fcrzlich relativ allgemein zur Krise in Frankreich. \u201eJeder drohende Regierungssturz in einem Land der Eurozone ist besorgniserregend\u201c, sagte sie dem Sender Radio Classique. Das franz\u00f6sische Bankensystem sei aber besser aufgestellt als w\u00e4hrend der letzten Finanzkrise und sie erwarte nicht, dass Frankreich zur Sanierung seiner Finanzen Hilfe vom Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IWF) anfragen werde.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Fragen zu Frankreich wird sich Lagarde auch nach dem Zinsentscheid der EZB an diesem Donnerstag stellen m\u00fcssen. Gut m\u00f6glich, dass die Lage in Paris die Zentralbank noch st\u00e4rker besch\u00e4ftigten wird.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:250909-930-13686\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im hoch verschuldeten Frankreich ist die Regierung im Streit \u00fcber Sparma\u00dfnahmen zerbrochen. Wirtschaftsreformen erscheinen unwahrscheinlicher denn je. 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