{"id":408483,"date":"2025-09-09T07:31:12","date_gmt":"2025-09-09T07:31:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/408483\/"},"modified":"2025-09-09T07:31:12","modified_gmt":"2025-09-09T07:31:12","slug":"dresden-neubau-der-carolabruecke-startet-verkehrsplanung-anpassen-strassengueterverkehr-verkehrsinfrastruktur-news-transport","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/408483\/","title":{"rendered":"Dresden: Neubau der Carolabr\u00fccke startet \u2013 Verkehrsplanung anpassen &#8211; Stra\u00dfeng\u00fcterverkehr, Verkehrsinfrastruktur | News | TRANSPORT"},"content":{"rendered":"<p>Bei dem Einsturz war die Br\u00fccke leer. Verletzte gab es nicht. Die s\u00e4chsische Landeshauptstadt entging jedoch nur knapp einer Katastrophe, denn nur wenige Minuten zuvor fuhr die letzte Stra\u00dfenbahn \u00fcber die Gleise, die sp\u00e4ter im Flussbett lagen. <\/p>\n<p>Dresden verlor in jener Nacht eine zentrale Verkehrsader. Die Spannbetonbr\u00fccke aus dem Jahr 1971 verlief entlang der Bundesstra\u00dfe 170 mitten durch die Dresdner Innenstadt, zuvor passierten sie t\u00e4glich mehr als 30.000 Fahrzeuge und mehrere Stra\u00dfenbahnlinien. Das Bauwerk bestand aus drei parallel verlaufenden Str\u00e4ngen, den Br\u00fcckenz\u00fcgen A, B und C. <\/p>\n<p>Konsequenzen hatte der Einsturz weit \u00fcber die Stadt hinaus, denn als Ursache gilt ein Schaden, f\u00fcr den besonders Spannbetonbr\u00fccken aus den 1960er bis 1980er Jahren anf\u00e4llig sind. Im Br\u00fcckenzug C, \u00fcber den Stra\u00dfenbahngleise sowie ein Fu\u00df- und Radweg f\u00fchrten, l\u00f6ste Feuchtigkeit eine sogenannte Spannungsrisskorrosion aus. Zahlreiche Spannglieder der Br\u00fccke versagten, die Spannkraft des Bauwerks ging verloren. <\/p>\n<p><strong>Br\u00fccken-Sonderpr\u00fcfungen in ganz Sachsen <\/strong><\/p>\n<p>Kurze Zeit nach dem Einsturz in Dresden k\u00fcndigte der damalige Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) daher Sonderpr\u00fcfungen f\u00fcr insgesamt 19 Br\u00fccken auf Bundes- und Staatsstra\u00dfen dieser Bauart an, bei denen erstmals auch das Innere der Bauwerke begutachtet wird. Seither arbeiten die Pr\u00fcfer die Liste nach und nach ab. Die Erkenntnisse sollen auch in den k\u00fcnftigen Umgang mit den Spannbetonbr\u00fccken einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>Vollst\u00e4ndig abgeschlossen ist laut aktuellem Zwischenstand des Landesamtes f\u00fcr Stra\u00dfenbau und Verkehr (LASUV) bisher eine der Sonderpr\u00fcfungen \u2013 mit drastischen Folgen. Bei der Br\u00fccke, auf der die Bundesstra\u00dfe 101 bei Gro\u00dfenhain (Landkreis Mei\u00dfen) \u00fcber die Bahnstrecke Dresden-Berlin f\u00fchrte, sahen die Experten die Tragf\u00e4higkeit so stark gef\u00e4hrdet, dass sie umgehend gesperrt wurde. Innerhalb weniger Tage wurde die Br\u00fccke im Dezember abgerissen. Nur knapp acht Monate sp\u00e4ter fiel der Startschuss f\u00fcr den Neubau. Im Oktober 2026 soll die neue Br\u00fccke fertig sein.<\/p>\n<p><strong>Belastungstest in Bad Schandau <\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr monatelanges Verkehrschaos sorgte ab Anfang November 2024 die Sperrung der Elbbr\u00fccke in Bad Schandau unweit der tschechischen Grenze, \u00fcber die die B172 f\u00fchrt. Der Grund: L\u00e4ngsrisse im sogenannten Unterspannband. <\/p>\n<p>Ein ungew\u00f6hnlicher Weg brachte letztlich Entlastung: Bei einem Belastungsversuch mit einem Schwerlastmodul und Gewichten von bis zu 320 Tonnen testete ein Team um Br\u00fcckenexperte Steffen Marx, Professor an der TU Dresden, die Tragf\u00e4higkeit des Bauwerks. Seither darf der Verkehr bis 7,5 Tonnen wieder passieren. Klar war jedoch von Beginn an: Langfristig muss die Br\u00fccke ersetzt werden. Daher laufen beim LASUV die Planungen f\u00fcr eine Behelfsbr\u00fccke und einen Ersatzneubau.<\/p>\n<p><strong>Sonderpr\u00fcfungen bei acht Br\u00fccken laufen<\/strong><\/p>\n<p>Bei acht weiteren Br\u00fccken, darunter die Agra-Br\u00fccke im Leipziger S\u00fcden an der B2 und eine weitere Br\u00fccke in Bad Schandau, sind laut LASUV bereits Proben entnommen. Die Auswertung der Laborergebnisse und Berechnungen der Statik stehen noch aus, teilweise m\u00fcssen weitere Proben entnommen werden. Zwei Br\u00fccken entlang der B169 werden dauerhaft \u00fcberwacht. In sieben weiteren F\u00e4llen stehen die Sonderpr\u00fcfungen noch aus, darunter an der Umgehungsbr\u00fccke an der B170 bei Dippoldiswalde, die im Oktober beginnen soll. <\/p>\n<p><strong>Monatelanger Abriss in Dresden<\/strong><\/p>\n<p>In Dresden zogen sich die Abrissarbeiten monatelang hin. Erst im Mai beseitigten Bagger die letzten Reste des eingest\u00fcrzten Br\u00fcckenzugs, der zwischenzeitlich zum beliebten Fotomotiv avanciert war. Im Juni folgte der Abriss der noch stehenden restlichen Br\u00fcckenteile. Inzwischen sind auch diese Arbeiten fast abgeschlossen, der Blick auf das Stadtpanorama ist frei. Der Abriss wird die Landeshauptstadt voraussichtlich 32 Millionen Euro kosten, wie j\u00fcngst bekannt wurde. <\/p>\n<p>Schiffe k\u00f6nnen bereits seit Mitte August wieder ungehindert passieren, f\u00fcr Mitte September hat die Stadt freie Fahrt auf dem Terrassenufer unterhalb der Altstadt angek\u00fcndigt. Auch die Fu\u00df- und Fahrradwege sollen dann wieder hergerichtet sein. Auf den Elbwiesen am anderen Flussufer dauert die Freigabe voraussichtlich einen Monat l\u00e4nger.<\/p>\n<p>Mit den Umwegen, die durch die fehlende Elbquerung n\u00f6tig wurden, m\u00fcssen sich die Dresdner ebenso wie die Berufspendler und Touristen noch l\u00e4nger arrangieren. Laut Pl\u00e4nen der Stadt soll der Neubau 2031 fertig sein. Eine erste Ausschreibung, bei der vier Planungsb\u00fcros f\u00fcr die Erstellung von Entw\u00fcrfen beauftragt werden sollen, l\u00e4uft seit 5. September.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bei dem Einsturz war die Br\u00fccke leer. Verletzte gab es nicht. 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