{"id":408537,"date":"2025-09-09T07:59:22","date_gmt":"2025-09-09T07:59:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/408537\/"},"modified":"2025-09-09T07:59:22","modified_gmt":"2025-09-09T07:59:22","slug":"zhang-vs-dieschburg-der-unterschied-zwischen-malen-und-abmalen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/408537\/","title":{"rendered":"Zhang vs Dieschburg: der Unterschied zwischen Malen und Abmalen\u00a0"},"content":{"rendered":"<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Im Herbst 2021 kam in Luxemburg das Thema \u201ePlagiat\u201c auf die Agenda. Waren es bisher meist deutsche Politiker wie <a class=\"LinkText_root__1H0f2 annotation-link_annotationLink__nXU8B\" href=\"https:\/\/www.wort.lu\/international\/guttenberg-arbeit-wuchs-mir-teilweise-ueber-den-kopf\/536768.html\" target=\"_blank\" rel=\"noFollow nofollow noopener\">Carl-Theodor zu Guttenberg<\/a>, die wegen \u201eakademischen Fehlverhaltens\u201c in den Fokus gerieten, hatte es nun <a class=\"LinkText_root__1H0f2 annotation-link_annotationLink__nXU8B\" href=\"https:\/\/www.wort.lu\/politik\/xavier-bettel\/37571613.html\" target=\"_blank\" rel=\"noFollow nofollow noopener\">Xavier Bettel<\/a> erwischt. Auf 54 von 56 Seiten seiner Diplomarbeit an der Uni Nancy soll der sp\u00e4tere Premier- und Kulturminister und heutige Au\u00dfenminister Textpassagen ohne Quellenangabe untergebracht haben, so <a class=\"LinkText_root__1H0f2 annotation-link_annotationLink__nXU8B\" href=\"https:\/\/www.reporter.lu\/luxemburg-plagiatsaffaere-xavier-bettel-der-copy-und-paste-premier\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">reporter.lu<\/a>.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Bettel moderierte die Sache staatsm\u00e4nnisch ab \u2013 er bezeichnete die Arbeit aus dem Jahr 1999 als \u201ekein Meisterst\u00fcck\u201c und zog sie, gesichtswahrend f\u00fcr sich und die Universit\u00e4t, zur\u00fcck. Dazu sagte er, er habe lediglich \u201e<a class=\"LinkText_root__1H0f2 annotation-link_annotationLink__nXU8B\" href=\"https:\/\/www.wort.lu\/politik\/es-tut-mir-leid-fuer-die-glaubwuerdigkeit-der-politik\/1126925.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">eine Reihe von Punkten von links und rechts zusammengetragen<\/a>\u201c. In jedem Fall habe er \u201enet beduckst, net gelunn a net getrickst\u201c. Das sprach zwar nicht daf\u00fcr, dass ihm die akademische Tragweite bewusst war. Doch Luxemburg hatte so im Fr\u00fchsommer 2022 bereits eine Vorstellung davon, dass man fremde Werke nicht ohne Quellennennung als seine eigenen ausgeben sollte.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">In diese Stimmung platzt am 2. Juni 2022 die Schlagzeile: \u201e<a class=\"LinkText_root__1H0f2 annotation-link_annotationLink__nXU8B\" href=\"https:\/\/www.wort.lu\/kultur\/chinesische-fotografin-wirft-luxemburger-kuenstler-plagiat-vor\/1160236.html\" target=\"_blank\" rel=\"noFollow nofollow noopener\">US-Fotografin wirft Luxemburger K\u00fcnstler Plagiat vo<\/a>r\u201c. Und dieses Mal geht es nicht \u201enur\u201c um akademische Gepflogenheiten, sondern recht handfest um Urheberrecht, also auch um Geld \u2013 und in der Konsequenz auch um den Kunstbegriff. Die Gelegenheit, aus gegebenem Anlass einmal seri\u00f6s und unaufgeregt \u00fcber Kunst zu diskutieren, wurde allerdings schlussendlich verpasst. Stattdessen w\u00e4re Luxemburg um ein Haar das Land geworden, das der Fotografie als Genre den Urheberrechtsschutz gerichtlich aberkennt. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wort.lu\/kultur\/chinesische-fotografin-wirft-luxemburger-kuenstler-plagiat-vor\/1160236.html\" class=\"RelatedTeaser_related-teaser__VnSAw RelatedTeaser_related-teaser--image___cimF read-more_withImage__1YJa_\" data-article-id=\"1160236\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Lesen Sie auch:US-Fotografin wirft Luxemburger K\u00fcnstler Plagiat vor<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Was war passiert? Der Kunststudent Jeff Dieschburg, damals 24, hatte ein Diptychon, also ein zweiteiliges Bild, in \u00d6l gemalt und unter dem Titel \u201eTurandot\u201c bei der 11. Kunstbiennale Strassen f\u00fcr 6.500 Euro zum Kauf angeboten. Dem Werk wurde ein F\u00f6rderpreis von 1.500 Euro zuerkannt, den Dieschburg allerdings nicht abholte. Die rechte Tafel zeigt den Maler selbst in der Pose Johannes des T\u00e4ufers (das hei\u00dft: enthauptet). Stein des Ansto\u00dfes war aber die linke: F\u00fcr deren Motiv einer asiatischen Frau, von Dieschburg als chinesische Prinzessin Turandot interpretiert, hatte der Student sich von einer Modefotografie \u201einspirieren lassen\u201c, die er im Internet gefunden hatte. Eine Quelle oder Referenz nannte er nicht. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Die Fotografin Jingna Zhang aus Seattle, die das urspr\u00fcngliche Bild im Rahmen eines Cover-Shootings f\u00fcr die vietnamesische Ausgabe des Modemagazins \u201eHarper\u2019s Bazaar\u201c geschossen hatte, machte den Fall \u00f6ffentlich. Ihre Aussage: Das Foto ist urheberrechtlich gesch\u00fctzt, zur Weiterverwendung, auch der k\u00fcnstlerischen, h\u00e4tte Dieschburg eine Lizenz von ihr bekommen m\u00fcssen \u2013 Preis Verhandlungssache. Danach hat er sie aber nie gefragt. Sp\u00e4ter erkl\u00e4rte er ihr lediglich, warum er \u00fcberzeugt sei, keine Lizenz zu ben\u00f6tigen.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wort.lu\/kultur\/jeff-dieschburg-vs-jingna-zhang-eine-chronologie\/1156702.html\" class=\"RelatedTeaser_related-teaser__VnSAw RelatedTeaser_related-teaser--image___cimF read-more_withImage__1YJa_\" data-article-id=\"1156702\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Lesen Sie auch:Jeff Dieschburg vs. Jingna Zhang \u2013 eine Chronologie <\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Der aufziehende Sturm w\u00e4re vielleicht als laues L\u00fcftchen an Luxemburg vorbeigezogen. Doch zum einen verf\u00fcgte Zhang damals schon \u00fcber eine gewisse Szenebekanntheit und viele Follower auf Instagram. Schon <a class=\"LinkText_root__1H0f2 annotation-link_annotationLink__nXU8B\" href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CeQGjPru65e\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">ihr erstes Posting<\/a>, in dem sie auf ihre Urheberschaft hinwies und nach mehr Informationen fragte, erzeugte in kurzer Zeit so viel Wirbel, dass es schwerfiel, das Ganze als blo\u00dfe Provinzposse abzutun. Zum anderen verk\u00fcndete Dieschburg noch am selben Tag, er werde sich von Luxemburgs lautestem Anwalt vertreten lassen \u2013 wobei zu diesem Zeitpunkt von rechtlichen Schritten noch gar keine Rede gewesen war.\u00a0\u00a0<\/p>\n<ul class=\"gallery_slider__dYx8I\">\n<li class=\"gallery_slide__e05Ek\">\n<p>Jingna Zhang ver\u00f6ffentlichte dieses Bild auf Instagram: Links die Arbeit von Jeff Dieschburg, rechts ihr eigenes Werk. \u00a0Foto: Jingna Zhang<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"gallery_slide__e05Ek\">\n<p>Dieschburgs Diptychon im Ausstellungskatalog der Biennale.\u00a0Foto: Tom R\u00fcdell<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"gallery_slide__e05Ek\">\n<p>Klassische Pose? Jeff Dieschburg (l.) mit seinem Anwalt Gaston Vogel auf dem Weg in den Gerichtssaal.\u00a0Foto: Marc Wilwert<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"gallery_slide__e05Ek\">\n<p>Jingna Zhang.\u00a0Foto: Christophe Olinger<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Und Me Gaston Vogel verlegte sich, erwartbar, auf seine seit Jahren erprobte Standard-Taktik der maximalen Eskalation. Alle Aufmerksamkeit auf den Anwalt und weg vom Mandanten. Offensives Gep\u00f6bel gegen alle, die nicht sofort davon \u00fcberzeugt waren, Dieschburg habe jedes Recht der Welt, sich bei Zhangs Fotos oder anderswo im Internet zu bedienen. Diesen Standpunkt vertrat der 2024 verstorbene Anwalt bei einem seiner letzten gro\u00dfen Auftritte: <a class=\"LinkText_root__1H0f2 annotation-link_annotationLink__nXU8B\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=8YP8Ka422mc\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">einem als Interview getarnten, durchaus unterhaltsamen Monolog beim Kleinsender Apart TV.<\/a> Dieschburg male \u201ewie ein Gott\u201c, zudem figurativ und nicht abstrakt, \u201ewie es diejenigen machen, die keine Nasen malen k\u00f6nnen\u201c. Man m\u00fcsse ihn besch\u00fctzen vor den \u201eHy\u00e4nen aus den Kanalisationsrohren der sozialen Medien\u201c. Und andere Werke als Vorlage hergenommen h\u00e4tten neben van Gogh schlie\u00dflich auch schon die Gewinner fr\u00fcherer Strassener Biennalen.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wort.lu\/kultur\/kuenstlerische-aneignung-vor-gericht-und-was-daraus-wurde\/1155116.html\" class=\"RelatedTeaser_related-teaser__VnSAw RelatedTeaser_related-teaser--image___cimF read-more_withImage__1YJa_\" data-article-id=\"1155116\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Lesen Sie auch:K\u00fcnstlerische Aneignung und was vor Gericht daraus wurde<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Auch wenn Vogels Argumentation massive L\u00fccken aufwies, kam sein Auftritt bei der gew\u00fcnschten Zielgruppe gut an: \u201eDe Ma\u00eetre war a Form\u201c, hie\u00df es am n\u00e4chsten Tag auf den Facebookseiten von Dieschburgs Unterst\u00fctzern.\u00a0<\/p>\n<p>Morddrohungen, rassistische Beleidigungen und ein Pseudonym<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Die von Vogel angesprochene h\u00e4ssliche Seite des Internets zeigte sich aber tats\u00e4chlich \u2013 beidseits. Gegen Dieschburg wurde eine anonyme Morddrohung ausgesprochen. Beleidigt wurden beide, bei Zhang kam noch die rassistische Komponente dazu. Zudem wurde die geb\u00fcrtige Singapurerin zum Suizid aufgefordert. Dieschburg hatte zu diesem Zeitpunkt seine Social-Media-Kan\u00e4le bereits gel\u00f6scht. An der Debatte nahm er trotzdem teil \u2013 unter Pseudonym und mit dem Profilbild des franz\u00f6sischen Historienmalers Jean-Paul Laurens belehrte er die seiner Meinung nach unqualifizierten Journalisten und Experten und schrieb Lobeshymnen auf sich selbst in der dritten Person. Auch Vogel tippte eifrig offene Briefe, in einem davon r\u00fcckte er die Berichterstattung in die N\u00e4he der Nazi-Kulturpolitik (\u201eentartete Kunst\u201c).\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wort.lu\/kultur\/dieschburg-gegen-zhang-entscheidung-terminiert\/8551714.html\" class=\"RelatedTeaser_related-teaser__VnSAw RelatedTeaser_related-teaser--image___cimF read-more_withImage__1YJa_\" data-article-id=\"8551714\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Lesen Sie auch:Dieschburg gegen Zhang: Entscheidung terminiert<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">An g\u00fctliche Einigung war in diesem aufgeheizten Klima nicht mehr zu denken, und so landete die Sache schlie\u00dflich vor Gericht. In erster Instanz verlor die Kl\u00e4gerin, die nicht habe nachweisen k\u00f6nnen, die kreative Verantwortung f\u00fcr das \u201eHarper\u2019s Bazaar\u201c-Foto allein gehabt zu haben, so die Richter. Ein Punkt f\u00fcr Vogel, der daraus bei Apart TV machte, das Gericht habe geurteilt, \u201eMadame Zhang dr\u00fcckt nur aufs Kn\u00f6pfchen\u201c und k\u00f6nne als Fotografin daher kein Urheberrecht geltend machen. Ihre Arbeit sei schlicht nicht sch\u00fctzenswert. Ein Telefonat, in dem er vom \u201eLuxemburger Wort\u201c gebeten wurde, das Urteil zum Zwecke der Berichterstattung doch bitte etwas genauer zu erkl\u00e4ren, ging im Geschrei unter, bevor der Ma\u00eetre den H\u00f6rer auf die Gabel knallte.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>\u00d6ffentlich zeigen bei Strafe verboten<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Der Revisionstermin, zu dem Zhang eigens anreiste, lief f\u00fcr die Fotografin und ihren Anwalt Vincent Wellens dann deutlich besser. Die Zweifel an ihrem Status als \u201eArt Director\u201c f\u00fcr das Fotoprojekt wurden ausger\u00e4umt. Auch Dieschburgs Argument, die \u201eklassische Pose\u201c, in der sie das Model fotografiert habe, sei nicht von ihr erdacht, sondern basiere auf zahlreichen Vorg\u00e4ngerbildern, verfing nicht. Im Mai 2024, fast zwei Jahre nach Beginn der \u201eCausa Dieschburg\u201c, bekam Zhang vor der Cour d\u2019Appel Recht: Der Luxemburger Maler darf die linke Tafel seines Diptychons nicht mehr ausstellen und musste Zhang 3.000 Euro zahlen. Seine Forderung von 10.000 Euro an die Fotografin wegen \u201eproc\u00e9dure abusive et vexatoire\u201c (Vogel: \u201eEine Lynchkampagne ohne Beispiel!\u201c) wiesen die Richter ab.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Alles gekl\u00e4rt also? Nicht ganz. Denn es ging beim Dieschburg-Prozess um weit mehr als ein Foto und ein \u00d6lgem\u00e4lde, das f\u00fcr ein paar Tage in einem Luxemburger Gemeindehaus hing und jetzt nicht mehr gezeigt werden darf.\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wort.lu\/kultur\/die-affaere-dieschburg-war-von-vorne-bis-hinten-vermeidbar\/12690145.html\" class=\"RelatedTeaser_related-teaser__VnSAw RelatedTeaser_related-teaser--image___cimF read-more_withImage__1YJa_\" data-article-id=\"12690145\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Lesen Sie auch:Die Aff\u00e4re Dieschburg war von vorne bis hinten vermeidbar<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Dieschburgs Sieg in der ersten Instanz h\u00e4tte ernst zu nehmende Folgen f\u00fcr Fotografie und Werbebranche haben k\u00f6nnen, h\u00e4tte das Urteil Bestand gehabt. Denn es w\u00e4re der Maler, der eine fremde Idee als seine eigene ausgab, als Sieger \u00fcber die Fotografin hervorgegangen, die laut dieser Argumentation keine K\u00fcnstlerin sein kann, weil sie sich auf die Technik verl\u00e4sst.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Wer ist k\u00fcnftig noch K\u00fcnstler?<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Nicht nur Zhang hatte gewarnt, auch vor dem Hintergrund der sich damals bereits abzeichnenden entscheidenden Phase der KI-Revolution: Was wird eigentlich aus dem K\u00fcnstler und seinem Werk, wenn jeder ohne eigene Idee oder sogar selbst erlerntes Handwerk etwas produzieren kann, das wie Kunst aussieht, aber keine ist? Diese Frage betrifft jetzt und k\u00fcnftig auch Maler wie Dieschburg, nicht nur Fotografen oder Autoren. Zumal Dieschburgs technische F\u00e4higkeiten, im Gegensatz zu seiner Kreativit\u00e4t und k\u00fcnstlerischen Eigenst\u00e4ndigkeit, nie zur Debatte standen \u2013 eine Technik, auf die er sich bei seiner Arbeit genauso verl\u00e4sst, wie Zhang es bei ihrer tut. <a class=\"LinkText_root__1H0f2 annotation-link_annotationLink__nXU8B\" href=\"https:\/\/www.wort.lu\/kultur\/paul-di-felice-ein-kuenstler-hat-ein-konzept\/1150622.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u201eEin K\u00fcnstler hat ein Konzept\u201c<\/a>, sonst sei er keiner \u2013 so formulierte es der Kunsthistoriker Paul di Felice im Wort-Interview damals.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wort.lu\/kultur\/dieschburg-vs-zhang-das-sagen-die-experten\/1160212.html\" class=\"RelatedTeaser_related-teaser__VnSAw RelatedTeaser_related-teaser--image___cimF read-more_withImage__1YJa_\" data-article-id=\"1160212\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Lesen Sie auch:Dieschburg vs Zhang: Das sagen die Experten<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Die Kuratorin <a class=\"LinkText_root__1H0f2 annotation-link_annotationLink__nXU8B\" href=\"https:\/\/www.wort.lu\/kultur\/das-ist-die-gelegenheit-zur-politischen-debatte-ueber-kunst\/1159413.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Danielle Igniti ging noch weiter und bezeichnete das Bild als F\u00e4lschung<\/a>. Aber das sei gar nicht der wichtige Punkt: Die Art, wie der Fall skandalisiert werde, sei eine verpasste Chance, so Igniti: \u201eWir k\u00f6nnten so viel \u00fcber Urheberrechte und Lizenzen lernen, \u00fcber die Frage, was man als K\u00fcnstler beachten muss, aber auch wie man von seiner Kunst in Luxemburg leben kann, dar\u00fcber, wer eigentlich K\u00fcnstler ist. Diese Debatte \u00fcber Professionalisierung der Kunst hierzulande fehlt mir komplett.\u201c\u00a0<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\"><a class=\"LinkText_root__1H0f2 annotation-link_annotationLink__nXU8B\" href=\"https:\/\/cara.app\/explore\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Jingna Zhang gr\u00fcndete im Dezember 2022 die Portfolio-Plattform Cara<\/a>, bei der sogenanntes KI-Scraping ausgeschlossen ist. K\u00fcnstliche Intelligenz soll also keinen Zugang zu den dort gezeigten Werken bekommen, um zum Beispiel damit trainiert zu werden und sie in Zukunft noch besser kopieren zu k\u00f6nnen. Auch diese Problematik ist eng mit der Urheberrechtsfrage verkn\u00fcpft. Cara z\u00e4hlt \u2013 gerade wegen dieses \u201eno scraping\u201c-Versprechens \u2013 mittlerweile mehr als eine Million User.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Zhang h\u00e4tte sicher einiges zu den von Igniti gestellten Fragen, erweitert um die Facette \u201eKunst und KI\u201c, zu sagen gehabt. Wenn man ihr zugeh\u00f6rt h\u00e4tte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wort.lu\/kultur\/jingna-zhang-wer-mein-bild-nicht-bezahlen-will-soll-selbst-eins-machen\/8643633.html\" class=\"RelatedTeaser_related-teaser__VnSAw RelatedTeaser_related-teaser--image___cimF read-more_withImage__1YJa_\" data-article-id=\"8643633\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Lesen Sie auch:Jingna Zhang: \u201eWer mein Bild nicht bezahlen will, soll selbst eins machen\u201c<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Die Sommerserie der Kulturredaktion beleuchtet <a class=\"LinkText_root__1H0f2 annotation-link_annotationLink__nXU8B\" href=\"https:\/\/www.wort.lu\/tag\/sommerserie-kultur-die-aneckt\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u201eKultur, die aneckt\u201c<\/a>. Am vorigen Montag haben wir an dieser Stelle \u00fcber die <a class=\"LinkText_root__1H0f2 annotation-link_annotationLink__nXU8B\" href=\"https:\/\/www.wort.lu\/kultur\/buehne-statt-tankstelle-wie-der-escher-schlachthof-zur-kulturfabrik-wurde\/86193362.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Gr\u00fcndung der Escher Kulturfabrik<\/a> berichtet.<\/p>\n<p><script async src=\"\/\/www.instagram.com\/embed.js\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Herbst 2021 kam in Luxemburg das Thema \u201ePlagiat\u201c auf die Agenda. Waren es bisher meist deutsche Politiker&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":408538,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,29,214,30,1794,215],"class_list":{"0":"post-408537","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-kunst-und-design","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115173285189790143","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/408537","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=408537"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/408537\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/408538"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=408537"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=408537"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=408537"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}