{"id":409334,"date":"2025-09-09T15:06:11","date_gmt":"2025-09-09T15:06:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/409334\/"},"modified":"2025-09-09T15:06:11","modified_gmt":"2025-09-09T15:06:11","slug":"brandanschlag-auf-kabel-zehntausende-weiter-ohne-strom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/409334\/","title":{"rendered":"Brandanschlag auf Kabel \u2013 Zehntausende weiter ohne Strom"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Zehntausende Haushalte im S\u00fcdosten Berlins und viele Firmen mussten einen ganzen Tag und vielleicht noch l\u00e4nger ohne Strom auskommen \u2013 Grund ist vermutlich ein linksextremistischer Brandanschlag auf Starkstromkabel. Die meisten der betroffenen Menschen im Bezirk Treptow-K\u00f6penick k\u00f6nnen auch in der Nacht zu Mittwoch nicht wieder mit Strom rechnen.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abEs ist nicht davon auszugehen, dass der Strom am heutigen Tage wieder eingeschaltet werden kann\u00bb, teilte die Feuerwehr am Nachmittag mit. Die Arbeiten k\u00f6nnten noch bis Mittwoch dauern, sagte auch Stromnetz Berlin-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Erik Landeck vor Ort. Wie es dann weitergehen wird, stand am Nachmittag noch nicht fest. Angek\u00fcndigt wurde aber, dass mehr als zehn Schulen geschlossen bleiben.<\/p>\n<p>Die Polizei fuhr mit Lautsprecherwagen durch die Stra\u00dfen und sagte durch: \u00abEs besteht keine akute Gefahr.\u00bb Sie forderte die Menschen auf, Taschenlampen einzusetzen und Handys sparsam zu benutzen. In Notf\u00e4llen sollten die Menschen Polizeiwachen aufsuchen.\u00a0<\/p>\n<p>Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) k\u00fcndigte an, dass noch am Dienstag zwei sogenannte Katastrophenschutz-Leuchtt\u00fcrme \u2013 das sind Anlaufstellen f\u00fcr Krisenf\u00e4lle mit Personal und Stromversorgung \u2013 aufgebaut und in Betrieb genommen werden sollten.\u00a0<\/p>\n<p>Berlins Regierender B\u00fcrgermeister Kai Wegner (CDU) teilte mit, der Stromausfall sei Folge eines gef\u00e4hrlichen Anschlags, der sich unmittelbar gegen die Berliner richte. \u00abMit diesem Angriff auf unsere Strominfrastruktur wurden bewusst Menschenleben und die Sicherheit unserer Stadt gef\u00e4hrdet.\u00bb<\/p>\n<p>Bekennerschreiben aufgetaucht\u00a0<\/p>\n<p>Unterdessen pr\u00fcft das Landeskriminalamt (LKA) ein Bekennerschreiben, das auf der linksradikalen Internetseite <a class=\"externalLink\" href=\"https:\/\/de.indymedia.org\/node\/537364\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00abIndymedia\u00bb <\/a>ver\u00f6ffentlicht wurde. In dem Text hie\u00df es, der Anschlag richte sich gegen den Technologiepark Adlershof. \u00abDen technologischen Angriff sabotieren \u2013 dem milit\u00e4risch-industriellen Komplex den Saft abdrehen.\u00bb Unterzeichnet wurde das Schreiben mit: \u00abEinige Anarchist:innen\u00bb.\u00a0<\/p>\n<p>Der Alarm bei der Feuerwehr ging um 3.30 Uhr ein. Die T\u00e4ter hatten mit Hilfe eines sogenannten Brandbeschleunigers, also etwa Benzin, am Fu\u00df von zwei gro\u00dfen Strommasten nahe einem Wohnviertel mit Einfamilienh\u00e4usern und viel Gr\u00fcn am K\u00f6nigsheideweg Feuer gelegt. Die Flammen zerst\u00f6rten mehrere dicke Starkstromleitungen.\u00a0<\/p>\n<p>Eine Stunde brauchten Feuerwehrleute, um den Brand zu l\u00f6schen. Kriminaltechniker untersuchten am Morgen den Tatort. Ein Anwohner erz\u00e4hlte, eine Nachbarin habe nachts \u00abein Knistern und einen Knall\u00bb geh\u00f6rt.\u00a0<\/p>\n<p>15.000 Haushalte wieder am Netz, die anderen warten\u00a0<\/p>\n<p>Durch den Schaden wurde die Stromversorgung in den umliegenden Stadtvierteln lahmlegt. Rund 50.000 Haushalte und Firmen waren betroffen, wie ein Sprecher von Stromnetz Berlin sagte. Davon konnten 15.000 Haushalte bis zum sp\u00e4ten Vormittag wieder an die Energieversorgung angeschlossen werden. Der Rest harrte weiter aus.\u00a0<\/p>\n<p>In Berlin kommt es immer wieder zu Stromausf\u00e4llen, allerdings von kleinerem Ausma\u00df. \u00abDiese Dimension ist die absolute Ausnahme\u00bb, sagte der Sprecher.\u00a0<\/p>\n<p>Au\u00dferdem waren Schulen, Kitas und zwei Pflegeheime ohne Strom. Ampeln und Stra\u00dfenbeleuchtung fielen aus. Die Feuerwehr k\u00fcmmerte sich um die beiden Heime. Mehrere Patienten, die auf Beatmungen angewiesen waren, wurden in Krankenh\u00e4user verlegt.<\/p>\n<p>Taschenlampen nutzen\u00a0<\/p>\n<p>Mobilfunk- und Festnetzverbindungen sowie die Erreichbarkeit der Notrufe 110 und 112 waren teilweise gest\u00f6rt. Die Polizei forderte dazu auf, sich in dringenden Notf\u00e4llen direkt an die n\u00e4chstgelegene Wache zu wenden.\u00a0<\/p>\n<p>Au\u00dferdem warnte sie: \u00abKochen Sie niemals mit dem Grill oder Campingkochern in geschlossenen R\u00e4umen. Vorsicht beim Umgang mit Kerzen. Lassen Sie diese zu keinem Zeitpunkt unbeaufsichtigt. Nutzen Sie, wenn m\u00f6glich, Taschenlampen.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Auf den Durchgangsstra\u00dfen von K\u00f6penick Richtung Innenstadt und auch in den Wohnvierteln blieb es laut Polizei ruhig. Auch von mehr Unf\u00e4llen oder sonstigen Zwischenf\u00e4llen wurde nichts bekannt. Polizisten regelten an Kreuzungen mit ausgefallenen Ampeln den Verkehr. \u00abWir sind auch sonst auf den Stra\u00dfen pr\u00e4sent, um ansprechbar zu sein\u00bb, sagte eine Polizeisprecherin.\u00a0<\/p>\n<p>Die S-Bahnen fuhren, aber viele Lautsprecheransagen, Anzeigen, Aufz\u00fcge und Fahrkartenautomaten funktionierten nicht.<\/p>\n<p>Dunkle Gesch\u00e4fte, weggeschickte Kunden<\/p>\n<p>Das gro\u00dfe Einkaufszentrum Sch\u00f6neweide wirkte wie ausgestorben, die Gesch\u00e4fte waren dunkel, Verk\u00e4ufer sa\u00dfen drinnen. Nur ein Supermarkt war hell erleuchtet. Bei einem anderen stand ein Einkaufswagen mit einem Schild quer in der ge\u00f6ffneten Ladent\u00fcr: \u00abGeschlossen Stromausfall !!!!\u00bb<\/p>\n<p>Ein Friseur sagte, er habe sich schon beim Aufstehen gewundert: \u00abAlles war so dunkel.\u00bb Im Laden habe es dann am Morgen gehei\u00dfen: \u00abWir k\u00f6nnen nicht arbeiten.\u00bb Bis mittags habe sich das auch nicht ge\u00e4ndert, es sei zu dunkel in den R\u00e4umen.\u00a0<\/p>\n<p>Eine Apothekerin berichtete: \u00abWir m\u00fcssen Kunden wegschicken, wir k\u00f6nnen nicht kassieren, wir k\u00f6nnen die Rezepte nicht einl\u00f6sen. Wir mussten unsere K\u00fchlware woanders hinbringen und das ganz, ganz schnell.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>\u00abBlackout verursacht\u00bb<\/p>\n<p>Die mutma\u00dflichen T\u00e4ter schrieben im Internet: \u00abZwei 110KV Strommasten in der K\u00f6nigsheide in Johannisthal wurden durch Brandstiftung der Saft abgedreht und damit ein Blackout im Technologiepark verursacht.\u00bb Dort seien Firmen und Forschung aus den Bereichen IT, Robotik, Bio- &amp; Nanotechnologie, Raumfahrt, KI, Sicherheits- und R\u00fcstungsindustrie vertreten.\u00a0<\/p>\n<p>In dem ausf\u00fchrlichen Text wurden auch mehrere bekannte Firmennamen erw\u00e4hnt. Dazu hie\u00df es, jedes denkbare Gesch\u00e4ftsmodell dieser Hightech-Industrie fungiere auf die ein oder andere Weise systemstabilisierend und sei unter anderem ein Produkt milit\u00e4rischer Interessen. Zugleich wurden die vom Stromausfall betroffenen Anwohner von den Autoren um Nachsicht gebeten.\u00a0<\/p>\n<p>Ein Sprecher des Deutschen Zentrums f\u00fcr Luft- und Raumfahrt sagte der dpa: \u00abEs gab bei uns in Adlershof einen Stromausfall, aber wir verf\u00fcgen \u00fcber die notwendigen technischen Einrichtungen, um die Stromversorgung des DLR weiterhin sicherzustellen.\u00bb<\/p>\n<p>Nach Angaben der Stromnetz-Betreiber ist der Fall vergleichbar mit einer St\u00f6rung 2019 in K\u00f6penick. Damals war ein Kabel bei Bauarbeiten besch\u00e4digt worden. Der Stromausfall traf mehr als 30.000 Haushalte und 2.000 Gewerbebetriebe und dauerte rund 30 Stunden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Zehntausende Haushalte im S\u00fcdosten Berlins und viele Firmen mussten einen ganzen Tag und vielleicht noch&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":409335,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[296,3364,29,1549,30,8970,1209],"class_list":{"0":"post-409334","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-berlin","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-extremismus","12":"tag-germany","13":"tag-muenster","14":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115174964242032559","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/409334","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=409334"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/409334\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/409335"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=409334"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=409334"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=409334"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}