{"id":409493,"date":"2025-09-09T16:30:28","date_gmt":"2025-09-09T16:30:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/409493\/"},"modified":"2025-09-09T16:30:28","modified_gmt":"2025-09-09T16:30:28","slug":"israels-armee-greift-hamas-spitze-in-katar-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/409493\/","title":{"rendered":"Israels Armee greift Hamas-Spitze in Katar an"},"content":{"rendered":"<p>Doha\/Tel Aviv (dpa) Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge die F\u00fchrungsspitze der islamistischen Hamas in Doha, der Hauptstadt des Golfstaats Katar, angegriffen. \u00abJahrelang leiteten diese Mitglieder der Hamas-F\u00fchrung die Operationen der Terrororganisation, sind direkt f\u00fcr das brutale Massaker vom 7. Oktober verantwortlich und orchestrierten und steuerten den Krieg gegen den Staat Israel\u00bb, teilte das israelische Milit\u00e4r mit. Israels Luftwaffe best\u00e4tigte, sie sei an dem Angriff beteiligt gewesen. Laut Medienberichten griffen Kampfjets und Drohnen an.\u00a0<\/p>\n<p>Katar verurteilte den Angriff scharf. Es handle sich um einen \u00abeklatanten Versto\u00df gegen alle internationalen Rechte und Normen\u00bb und eine \u00abernsthafte Gefahr f\u00fcr die Sicherheit\u00bb der Bev\u00f6lkerung in Katar, so der Sprecher des Au\u00dfenministeriums Madschid al-Ansari. Sein Land setzte vorerst seine Rolle als Vermittler zwischen den beiden Konfliktparteien, Israel und Hamas, im Gaza-Krieg aus.\u00a0<\/p>\n<p>Der Nachrichtenkanal Al-Arabija berichtete, dass bei dem Angriff nach vorl\u00e4ufigen Informationen Chalil al-Haja get\u00f6tet worden sei. Eine Best\u00e4tigung f\u00fcr den Tod al-Hajas oder anderer Hamas-Funktion\u00e4re gab es zun\u00e4chst nicht. Der israelische Armeesender berichtete, der Angriff mit dem Codenamen \u00abFeuergipfel\u00bb habe der verbliebenen F\u00fchrungsriege der Islamistenorganisation gegolten.\u00a0<\/p>\n<p>Al-Haja ist der h\u00f6chste Hamas-F\u00fchrer im Ausland, der auch die Hamas-Delegation bei den indirekten Verhandlungen mit Israel um eine Waffenruhe leitet. Al-Haja hielt sich die meiste Zeit in Katar auf. Andere h\u00f6here Hamas-Funktion\u00e4re im Ausland leben ebenfalls zumeist in Katar oder in der T\u00fcrkei.\u00a0<\/p>\n<p>Netanjahu: Angriff auf Hamas in Katar von Israel initiiert<\/p>\n<p>Israel \u00fcbernahm laut Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanjahu die volle Verantwortung f\u00fcr den Angriff in Katar. \u00abDie heutige Aktion gegen die f\u00fchrenden Terroristenf\u00fchrer der Hamas war eine v\u00f6llig unabh\u00e4ngige israelische Operation. Israel hat sie initiiert, Israel hat sie durchgef\u00fchrt\u00bb, hie\u00df es in einer Stellungnahme von Netanjahus B\u00fcro.\u00a0<\/p>\n<p>Hamas-Quellen best\u00e4tigten Al-Dschasira, dass der Angriff auf das Verhandlungsteam der Organisation gezielt habe.\u00a0<\/p>\n<p>Der israelische Fernsehsender Channel 12 berichtete unter Berufung auf israelische Regierungsvertreter, dass US-Pr\u00e4sident Donald Trump dem Angriff vorab zugestimmt habe.\u00a0<\/p>\n<p>Katar spricht von Angriff auf Wohngegenden<\/p>\n<p>Israels Angriff habe auf Wohngegenden gezielt, in denen Mitglieder des politischen B\u00fcros der Hamas wohnten, erkl\u00e4rte Au\u00dfenamtssprecher al-Ansari.\u00a0<\/p>\n<p>Nach der Explosion in der katarischen Hauptstadt war eine gro\u00dfe Rauchwolke zu sehen, wie die Fernsehsender Al-Arabija und Al-Dschasira berichteten. Die katarische Nachrichtenseite Doha News zeigte ein zerst\u00f6rtes Geb\u00e4ude, vor dem ein schwarzer Gel\u00e4ndewagen parkt. Auch Doha News berichtete, dass Israel das Hamas-Verhandlungsteam angegriffen habe.<\/p>\n<p>Katar vermittelt zusammen mit \u00c4gypten und den USA im Gaza-Krieg zwischen Israel und der Hamas. Die Verhandlungen um eine Waffenruhe kommen aber seit Monaten nicht voran. Israels Regierung beabsichtigt unterdessen, die Stadt Gaza milit\u00e4risch vollst\u00e4ndig einzunehmen.<\/p>\n<p>Waffenruhe im Januar war f\u00fcr al-Haja ein Triumph \u00fcber Israel<\/p>\n<p>Al-Haja hatte das Abkommen \u00fcber eine Waffenruhe zu Jahresbeginn als Triumph \u00fcber Israel beschrieben.\u00a0\u00abUnser Volk hat die erkl\u00e4rten und verborgenen Ziele der Besatzung vereitelt. Wir beweisen heute, dass die Besatzung unser Volk und seinen Widerstand niemals besiegen wird\u00bb, so al-Haja weiter.\u00a0<\/p>\n<p>Die im Januar in Kraft getretene Waffenruhe brach nach zwei Monaten zusammen. Israel hatte sich geweigert, im Zuge einer n\u00e4chsten Phase der Waffenruhe \u00fcber eine Beendigung des Krieges zu verhandeln, so wie es urspr\u00fcnglich vereinbart gewesen war.\u00a0<\/p>\n<p>Die Massaker an Israelis vom 7. Oktober 2023 hatte al-Haja als Wendepunkt in der Geschichte der pal\u00e4stinensischen Sache bezeichnet, bei denen Israel ins Mark getroffen worden sei. Die Hamas werde sich weiterhin daran ausrichten, Jerusalem und die Al-Aksa-Moschee Israel zu entrei\u00dfen, sagte al-Haja. Er f\u00fcgte hinzu: \u00abUnser Feind wird von uns niemals einen Moment der Schw\u00e4che sehen.\u00bb<\/p>\n<p>Forderungen an Katar, das Hamas-B\u00fcro zu schlie\u00dfen<\/p>\n<p>Nach den Unruhen der arabischen Aufst\u00e4nde in der Region er\u00f6ffnete die Hamas 2012 ein politisches B\u00fcro in Katar. Schon vorher war aus dem Golfemirat viel Geld an die Hamas geflossen, die 2007 die Macht im Gazastreifen \u00fcbernommen hatte. Nach dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 auf Israel wurden Forderungen an die Regierung Katars lauter, das B\u00fcro zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Der israelische Generalstabschef Ejal Zamir hatte vor zehn Tagen Angriffe auf Hamas-F\u00fchrer im Ausland angedroht. \u00abMit unseren Aktionen sind wir noch nicht fertig\u00bb, sagte er nach einem Angriff auf den Hamas-Sprecher Abu Obaida. \u00abDie meisten Hamas-F\u00fchrer sind im Ausland, und wir werden auch zu ihnen vordringen.\u00bb<\/p>\n<p>Auch der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte erst am Montag\u00a0eine scharfe Warnung an die Hamas ausgesprochen. \u00abHeute wird ein gewaltiger Hurrikan \u00fcber den Himmel der Stadt Gaza hereinbrechen und die D\u00e4cher der Terror-Hochh\u00e4user werden beben\u00bb, schrieb Katz in einem Post auf der Plattform X. \u00abDies ist die letzte Warnung an die M\u00f6rder und Vergewaltiger der Hamas in Gaza und in den Luxushotels im Ausland: Lasst die Geiseln frei und legt die Waffen nieder \u2013 oder Gaza wird zerst\u00f6rt und ihr werdet vernichtet\u00bb, schrieb Katz weiter.<\/p>\n<p>Warnungen an die Hamas von Israel und USA<\/p>\n<p>Zuvor hatte bereits US-Pr\u00e4sident Donald Trump eine \u00abletzte Warnung\u00bb an die Hamas ausgesprochen, um kurz vor Israels weiteren Vorsto\u00df in der Stadt Gaza eine diplomatische L\u00f6sung zu erzwingen.\u00a0<\/p>\n<p>Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor fast zwei Jahren hat Israel bereits zahlreiche ranghohe Hamas-Anf\u00fchrer und Kommandeure im Gazastreifen get\u00f6tet, unter ihnen Jihia al-Sinwar und Mohammed Deif. Den damaligen politischen F\u00fchrer der Hamas, Ismail Hanija, t\u00f6tete Israel bei einem Anschlag in Teheran.<\/p>\n<p>Israels Polizeiminister spricht von \u00abhistorische Entscheidung\u00bb<\/p>\n<p>Der israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir schrieb zu dem Angriff in Katar, j\u00fcdisches Blut d\u00fcrfe nicht l\u00e4nger ungestraft vergossen werden. \u00abDie Entscheidung, die wir getroffen haben, diejenigen anzugreifen, die das Massaker vom 7. Oktober \u00fcber uns gebracht haben, ist eine weitere historische Entscheidung in einer Reihe wichtiger und historischer Beschl\u00fcsse, die wir gefasst haben\u00bb, schrieb er bei X. \u00abIch verfolge meine Feinde und hole sie ein, kehre nicht um, bis ich sie vernichtet habe\u00bb, zitierte er aus der Bibel.<\/p>\n<p>UN-Generalsekret\u00e4r verurteilt Angriff<\/p>\n<p>UN-Generalsekret\u00e4r Ant\u00f3nio Guterres hat \u00a0den israelischen Angriff auf die F\u00fchrungsspitze der Hamas in Katar scharf kritisiert. \u00abIch verurteilte diese eklatante Verletzung der Souver\u00e4nit\u00e4t und territorialen Integrit\u00e4t Katars\u00bb, sagte Guterres in New York. \u00abAlle Parteien m\u00fcssen auf einen dauerhaften Waffenstillstand hinarbeiten und d\u00fcrfen ihn nicht zerst\u00f6ren.\u00bb Katar habe bei den Bem\u00fchungen um eine Waffenrune und die Freilassung der Geiseln im Gazastreifen eine positive Rolle gespielt.<\/p>\n<p>Aus Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten kam dagegen scharfe Kritik. Jordaniens Au\u00dfenminister bezeichnete den Angriff als \u00abfeige Aggression\u00bb sprach auf X von einem eklatanten Versto\u00df gegen das V\u00f6lkerrecht.<\/p>\n<p>Der emiratische Pr\u00e4sidentenberater Anwar Gargasch nannte den Angriff eine \u00abheimt\u00fcckische israelische Attacke\u00bb. Die Vereinigten Arabischen Staaten st\u00e4nden fest an der Seite ihres Schwesterstaats Katar. \u00abIn voller Solidarit\u00e4t mit dem lieben Katar\u00bb, postete auch der emiratische Au\u00dfenminister Abdullah bin Sajid.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Doha\/Tel Aviv (dpa) Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge die F\u00fchrungsspitze der islamistischen Hamas in Doha, der Hauptstadt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":409494,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[30785,3364,29,30,411,579,8221,4046,1209,4418],"class_list":{"0":"post-409493","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-palstinensische-gebiete","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-israel","13":"tag-katar","14":"tag-konflikte","15":"tag-krieg","16":"tag-nordrhein-westfalen","17":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115175294777347563","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/409493","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=409493"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/409493\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/409494"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=409493"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=409493"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=409493"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}