{"id":409952,"date":"2025-09-09T20:40:11","date_gmt":"2025-09-09T20:40:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/409952\/"},"modified":"2025-09-09T20:40:11","modified_gmt":"2025-09-09T20:40:11","slug":"schwellenlaender-bleiben-eine-wette-wert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/409952\/","title":{"rendered":"Schwellenl\u00e4nder bleiben eine Wette wert"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">W\u00e4hrend sich die USA verst\u00e4rkt abschotten und eine zunehmend erratische Wirtschaftspolitik verfolgen, intensivieren die Schwellenl\u00e4nder ihre Zusammenarbeit. Das er\u00f6ffnet Chancen f\u00fcr Anleger.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vbo0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">Es gibt verschiedene Wege, um Freunde loszuwerden. Einer ist, sie mit heftigen \u2013 am besten willk\u00fcrlichen \u2013 Strafz\u00f6llen zu belegen. Mit seiner Zollkeule hat US-Pr\u00e4sident Donald Trump diverse befreundete Nationen ohne Not vor den Kopf gestossen und sorgt nun daf\u00fcr, dass diese ihre Zusammenarbeit untereinander verst\u00e4rken.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        Themarket.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.\n      <\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vbq1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Trump ist es so gelungen, China, Russland, Indien und Brasilien wie nie zuvor zusammenzubringen. So hat der indische Premierminister Narendra Modi den russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin zu einem Besuch in Delhi eingeladen. Soeben reiste Modi f\u00fcr seinen ersten Besuch in China seit sieben Jahren nach Tianjin, wo er den chinesischen Pr\u00e4sidenten Xi Jinping traf und am Gipfeltreffen der Shanghai Cooperation Organisation teilnahm. Der russische Pr\u00e4sident war ebenfalls anwesend. Auch zwischen Brasilien und Indien haben sich die Kontakte j\u00fcngst intensiviert. Kurzum: Die BRIC-Gruppe hat kr\u00e4ftigen R\u00fcckenwind erhalten.<\/p>\n<p>Robuste Entwicklung<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vbs1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Da die Verl\u00e4sslichkeit der USA zunehmend infrage gestellt wird, ist es nur folgerichtig, dass viele Schwellenl\u00e4nder ihre Zusammenarbeit verst\u00e4rken und neue Absatzm\u00e4rkte suchen. Diese Bestrebungen m\u00f6gen mit ein Grund sein, weshalb Schwellenl\u00e4nderaktien trotz der US-Wirtschaftspolitik, die sich negativ auf das globale Wachstum auswirkt, sich in diesem Jahr robust zeigten.<\/p>\n<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vbu1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Seit Jahresbeginn hat der Schwellenl\u00e4nderindex von MSCI in Dollar gerechnet um 19,1% zugelegt und damit den Industriel\u00e4nderindex (+13,4%) klar hinter sich gelassen.<\/p>\n<p>Klumpenrisiken vermeiden<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vc00\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Trump\u2019sche Wirtschafts- und Aussenpolitik hat aber auch die Wahrscheinlichkeit erh\u00f6ht, dass Anleger, die w\u00e4hrend Jahren auf US-Werte gesetzt \u2013 und damit gutes Geld verdient \u2013 haben, st\u00e4rker in andere Verm\u00f6genswerte umschichten. Internationale Investoren d\u00fcrften die Diskussionen aufmerksam verfolgt haben, in denen US-Regierungsvertreter damit lieb\u00e4ugelten, ausl\u00e4ndische Anleger mit zus\u00e4tzlichen Steuern zu belasten.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vc01\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">\u00abBis vor kurzem war es ziemlich offensichtlich, dass Ausl\u00e4nder ihre \u00fcbersch\u00fcssigen Dollar bereitwillig in US-Verm\u00f6genswerte reinvestierten. Heute ist dies nicht mehr so klar\u00bb, meint etwa Louis Gave, Mitgr\u00fcnder der Hongkonger Researchboutique Gavekal Research.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vc10\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Zur unberechenbaren Politik kommt, dass <a href=\"https:\/\/themarket.ch\/makro-maerkte\/die-boersenrally-sorgt-fuer-hohe-bewertungen-ld.14676\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">US-Aktien mittlerweile stolz bewertet<\/a> sind. Da ist es nur schon aus Risiko\u00fcberlegungen ratsam, Verm\u00f6genswerte international besser zu streuen. Wird nur schon ein Teil des Anlagekapitals in Schwellenl\u00e4nder umgeschichtet, d\u00fcrfte das f\u00fcr andauernden R\u00fcckenwind sorgen. Zumal sich nach Jahren der entt\u00e4uschenden Performance viele Anleger aus Emerging Markets verabschiedet haben.<\/p>\n<p>Dollar als wichtiger Treiber<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vc30\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Diese Tendenz verst\u00e4rken d\u00fcrfte der schwache Dollar, der die Performance ausl\u00e4ndischer Anleger derzeit schm\u00e4lert. Seit Jahresbeginn ist der Dollarindex \u2013 er misst den Aussenwert des Greenback gegen\u00fcber sechs wichtigen W\u00e4hrungen \u2013 um 10,5% gefallen. Ein schw\u00e4cherer Dollar geht oft mit einer starken Performance von Schwellenl\u00e4nderaktien einher.<\/p>\n<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vc50\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Typischerweise schnitten Aktien aus Schwellenl\u00e4ndern in der Vergangenheit besser ab als Valoren aus Industriel\u00e4ndern, wenn der Dollarindex (blau in der unteren Grafik) fiel. Die rote Linie zeigt die relative Kursentwicklung: Steigt sie, erzielen Schwellenl\u00e4nder eine Outperformance; f\u00e4llt sie, haben Industriel\u00e4nder die Nase vorn.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vc60\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Ist die Abwertung des Dollars noch nicht zu Ende, ist das positiv f\u00fcr Emerging Markets.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"1176\" height=\"546\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/e3e23852-38fd-401d-a395-a5ce2ee27b54.jpg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    <\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vc70\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Dieses Szenario ist durchaus plausibel, ist es doch ein erkl\u00e4rtes Ziel der Regierung von Donald Trump, den Dollar zu schw\u00e4chen, um die Exporte anzukurbeln und dadurch das gewaltige Leistungsbilanzdefizit zu verringern. Ideen wie der Mar-a-Lago-Akkord \u2013 in Anlehnung an das Plaza-Abkommen von 1985, als die G5 eine massive Abwertung des Dollars orchestrierte \u2013, das ausufernde Budgetdefizit oder auch die fortw\u00e4hrenden Attacken auf die Unabh\u00e4ngigkeit der US-Notenbank tragen dazu bei, das Vertrauen in den Greenback zu untergraben. Dazu passt die eindr\u00fcckliche Rally bei den Edelmetallnotierungen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vc80\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Eine moderate Konjunkturabk\u00fchlung in den USA und eine Leitzinssenkung durch das Fed wahrscheinlich bereits an der kommenden Notenbanksitzung vom 17. September d\u00fcrften den Dollar ebenfalls belasten.<\/p>\n<p>Schwellenl\u00e4nder sind g\u00fcnstiger<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vca1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Nicht zuletzt sprechen auch die Bewertungen f\u00fcr ein Investment in Schwellenl\u00e4nder, wie ein Blick auf das Shiller-Kurs-Gewinn-Verh\u00e4ltnis zeigt. Dieses vergleicht den heutigen Kurs mit den durchschnittlichen inflationsbereinigten Gewinnen der vergangenen zehn Jahre, wodurch kurzfristige Schwankungen gegl\u00e4ttet werden.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vcb1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">W\u00e4hrend Aktien aus Industriel\u00e4ndern (blaue Linie) diesem Mass zufolge so teuer sind wie nie in den vergangenen zwanzig Jahren, notieren Schwellenl\u00e4nder (gelbe Linie) noch deutlich unter ihrem 2007 erklommenen H\u00f6chst. Nur selten waren zudem die Bewertungsunterschiede zwischen den beiden Regionen gr\u00f6sser.<\/p>\n<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vce0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Interessant ist ein Blick auf die einzelnen L\u00e4nder. Daf\u00fcr hat The Market einen Bewertungsindikator kreiert, der f\u00fcnf Kennzahlen umfasst: das erw\u00e4hnte Shiller-KGV, das KGV auf Basis der f\u00fcr die kommenden zw\u00f6lf Monate gesch\u00e4tzten Gewinne, das Kurs-Umsatz- und das Kurs-Buchwert-Verh\u00e4ltnis sowie die Dividendenrendite. Sie werden mit den historischen Werten verglichen und in ein Gesamtmass zusammengefasst (<a href=\"https:\/\/themarket.ch\/makro-maerkte\/die-boersenrally-sorgt-fuer-hohe-bewertungen-ld.14676\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">das Vorgehen wird hier genauer erl\u00e4utert<\/a>). Je niedriger das entsprechende Perzentil \u2013 es bewegt sich zwischen 0 und 100 \u2013, desto attraktiver ist die Bewertung.<\/p>\n<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vcg0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Dabei best\u00e4tigt sich der Befund, dass viele Emerging Markets (dunkelblau hervorgehoben) g\u00fcnstig sind. Insbesondere die B\u00f6rsen Lateinamerikas stechen positiv hervor, aber auch die T\u00fcrkei und Polen \u00fcberzeugen mit einer attraktiven Bewertung. Hongkong ist von MSCI nicht als Emerging Market klassifiziert, umfasst aber zahlreiche Aktien aus Festlandchina und ist historisch betrachtet ebenfalls g\u00fcnstig bewertet.<\/p>\n<p>Wenige L\u00e4nder dominieren<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vck0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Wer mittels ETF auf den Schwellenl\u00e4nderindex von MSCI setzt, muss sich indes bewusst sein, dass allein China und Taiwan praktisch die H\u00e4lfte der Marktkapitalisierung stellen. Die f\u00fcnf gr\u00f6ssten L\u00e4nder \u2013 China, Taiwan, Indien, S\u00fcdkorea und Brasilien \u2013 kommen auf einen Anteil von 80%.<\/p>\n<\/p>\n<p>China mit Schwung unterwegs<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vcp0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Das gr\u00f6sste Schwellenland \u00fcberzeugte j\u00fcngst durch viel Schwung. In diesem Jahr ist der MSCI China in Dollar um 29% vorgeprescht. Und das, obwohl die Wirtschaft nach wie vor unter deflation\u00e4rem Druck leidet, denn der Immobiliensektor befindet sich weiterhin in der Krise.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vcr0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Allerdings war die Stimmung zuvor derart schlecht, dass <a href=\"https:\/\/themarket.ch\/etf\/wie-nachhaltig-ist-chinas-aktienrally-ld.13321\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ein \u00fcberaus negatives Szenario in den Kursen eingepreist war<\/a>. Und die Nachrichten waren zuletzt etwas besser als bef\u00fcrchtet. So bot Pr\u00e4sident Xi Jinping seinem US-Pendant Donald Trump im Handelskrieg bislang erfolgreich die Stirn. Und dennoch suchen die beiden Grossm\u00e4chte das Gespr\u00e4ch, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. Eine Mitte August ausgelaufene Zollverhandlungsfrist wurde um weitere neunzig Tage verl\u00e4ngert. Der neue Stichtag ist nun der 9. November.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vcs0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Auch haben die von den USA verh\u00e4ngten Technologie-Sanktionen nicht wunschgem\u00e4ss gewirkt, wie Unternehmen wie Huawei und DeepSeek zuletzt erfolgreich bewiesen haben. Bei vielen Zukunftsbranchen \u2013 k\u00fcnstliche Intelligenz, Elektroautos, Solarenergie, etc. \u2013 ist China dominant.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vcu0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Erfreut aufgenommen hat der Markt zuletzt die \u00abAnti-Involution-Kampagne\u00bb der Regierung, die darauf abzielt, dem ruin\u00f6sen Preiskampf in gewissen Industrien entgegenzuwirken. <a href=\"https:\/\/themarket.ch\/makro-maerkte\/chinas-aktienmarkt-im-hoch-soll-man-noch-einsteigen-ld.14861\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bislang dominiert zwar die Rhetorik<\/a>, denn der Abbau von \u00dcberkapazit\u00e4ten (sprich: Arbeitspl\u00e4tzen) ist politisch heikel. Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die Profitabilit\u00e4t der Unternehmen zu verbessern.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vd00\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Positiv entwickelt sich j\u00fcngst die Liquidit\u00e4tsversorgung, und gewisse konjunkturelle Fr\u00fchindikatoren wie der Kreditimpuls zeigen ebenfalls eine Erholung an (vgl. Grafik). Das reichte bereits aus, um die Kurse nach oben zu treiben. Dennoch notiert der Bewertungsindikator von The Market lediglich auf einem neutralen Niveau \u2013 die Bewertung sollte weiteren Avancen nicht im Wege stehen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Teures Taiwan<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vd60\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Das zweite Index-Schwergewicht ist Taiwan, das zu den wenigen sportlich bewerteten Emerging Markets z\u00e4hlt. Noch extremer als die bekannten US-Indizes ist die dortige B\u00f6rse vom Technologiesektor abh\u00e4ngig: Er macht rund 80% der gesamten Marktkapitalisierung aus. Der Halbleiterproduzent und Indexkoloss TSMC stellt derzeit mit einem B\u00f6rsenwert von rund 1 Bio. $ rund 55% des MSCI Taiwan, abgeschlagen folgen die IT-Konzerne Hon Hai Precision (4,8%) und Mediatek (4%). Die B\u00f6rse hat j\u00fcngst von der Euphorie um die k\u00fcnstliche Intelligenz profitiert.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nebf1m0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Einerseits ist die Nachfrage nach Chips robust, andererseits scheint TSMC der Konkurrenz zu enteilen. Hinsichtlich der technologischen Kompetenz zur Fertigung der modernsten Chips hat sich der globale Wettbewerb n\u00e4mlich auf bloss noch drei Konzerne reduziert: TSMC liegt in F\u00fchrung, w\u00e4hrend Intel und Samsung Electronics um den Anschluss k\u00e4mpfen. Die starke Position verleiht der taiwanischen Chipschmiede entsprechende Preissetzungsmacht.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vd90\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Allerdings ist das Klumpenrisiko betr\u00e4chtlich, das Unternehmen ist strategisch wichtig f\u00fcr die gesamte Industrie und damit exponiert. Wobei die hohe Bewertung nur bedingt f\u00fcr die Risiken entsch\u00e4digt. Zumal im Hintergrund das Schreckensszenario einer Annexion Taiwans durch China lauert. Immerhin, im breiten Schwellenl\u00e4nderindex kommt TSMC \u00ablediglich\u00bb auf ein Gewicht von rund 10%.<\/p>\n<p>Indien zieht den Zorn Donald Trumps auf sich<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vdd0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Indien, lange ein verl\u00e4sslicher Partner Washingtons, geh\u00f6rt zu den L\u00e4ndern, die von den USA mit prohibitiv hohen Z\u00f6llen belegt wurden. Seit kurzem wird auf indische Einfuhren in die USA ein Zoll von 50% verh\u00e4ngt. Zu den Hauptgr\u00fcnden z\u00e4hlen etwa die Weigerung Indiens, seinen Agrarsektor zu \u00f6ffnen, sowie die Tatsache, dass das Land weiterhin russisches Roh\u00f6l kauft. Christopher Wood von der Investmentbank Jefferies f\u00fchrt als weiteren Grund auf, dass Donald Trump keine Vermittlerrolle im indisch-pakistanisches Disput zugestanden wurde.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vde0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Zwar sind die USA mit einem Anteil von 20% der Ausfuhren Indiens gr\u00f6sster Exportmarkt. Dennoch d\u00fcrften die Auswirkungen des Maximalzolls von 50% insgesamt \u00fcberschaubar sein. Wie das Analysehaus Gavekal sch\u00e4tzt, d\u00fcrfte sich das BIP-Wachstum in diesem Jahr zwar um 0,5 bis 0,8 Prozentpunkte verringern, was angesichts <a href=\"https:\/\/themarket.ch\/makro-maerkte\/etwas-bessere-aussichten-fuer-die-weltwirtschaft-ld.14529\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">des vom IWF gesch\u00e4tzten Realwachstums von 6,4%<\/a> verkraftbar scheint.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vdf0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Danach sollten sich die Aussichten aber wieder aufhellen: Einerseits hilft die geldpolitische Lockerung durch die indische Zentralbank. Seit Jahresbeginn hat sie die Leitzinsen in drei Schritten von 6,5 auf derzeit 5,5% gesenkt. Zus\u00e4tzlich wurden die Kapital- und Liquidit\u00e4tsanforderungen an den Bankensektor gelockert, was das Kreditwachstum befl\u00fcgeln d\u00fcrfte.<\/p>\n<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vdh0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Gleichzeitig hat die Regierung Steuererleichterungen beschlossen. So wurden die Schwelle f\u00fcr die Befreiung von der Einkommenssteuer heraufgesetzt und gleichzeitig die Steuers\u00e4tze f\u00fcr h\u00f6here Eink\u00fcnfte gesenkt. Des Weiteren wurde die Goods and Services Tax, eine Mehrwertsteuer, vereinfacht.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vdi0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Aufgrund dieser Kombination aus fiskal- und geldpolitischer Lockerung erwarten die Analysten von Jefferies f\u00fcr das n\u00e4chste Gesch\u00e4ftsjahr eine Beschleunigung des nominalen Wachstums und einen damit verbundenen Anstieg des Gewinnwachstums. Unterst\u00fctzend wirkt der niedrige \u00d6lpreis \u2013 denn Indien (und auch China) werden nicht so bald auf russische Energie verzichten.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vdj0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Der Leitindex, der Sensex 30, ist in diesem Jahr auff\u00e4llig zur\u00fcckgeblieben, was die lange sehr hohe Bewertung etwas entsch\u00e4rft hat. Dank des geld- und fiskalpolitischen R\u00fcckenwindes stehen die Aussichten f\u00fcr indische Aktien trotz US-Z\u00f6llen nicht allzu schlecht.<\/p>\n<p>Brasilien: attraktive Bewertung und Zinssenkungsfantasie<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vdn0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Brasilien ist das gewichtigste Land ausserhalb Asiens und das g\u00fcnstigste im MSCI Emerging Markets. Auch nach einer eindr\u00fccklichen Avance von 28% (in Dollar) in diesem Jahr notiert das Bewertungsscore von The Market bei ungew\u00f6hnlich niedrigen 27 Punkten (siehe oben).<\/p>\n<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vdr0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Obschon das gr\u00f6sste lateinamerikanische Land gegen\u00fcber den USA ein Handelsbilanzdefizit aufweist, wurde es von Donald Trump ebenfalls ins Visier genommen und mit einem Strafzoll von 50% bedacht. Den Ausl\u00f6ser f\u00fcr die drastischen Massnahmen liefert die brasilianische Innenpolitik: So wird der ehemalige Pr\u00e4sident Jair Bolsonaro beschuldigt, 2022 einen Staatsstreich geplant zu haben, nachdem er die Wahl gegen seinen Rivalen und jetzigen Amtsinhaber Luiz In\u00e1cio Lula da Silva verloren hatte. Der Prozess gegen ihn <a href=\"https:\/\/aovivo.folha.uol.com.br\/poder\/2025\/09\/02\/6424-stf-julga-bolsonaro-por-trama-golpista-acompanhe-ao-vivo.shtml#post447987\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">l\u00e4uft in diesen Tagen<\/a>. Donald Trump goutiert das Vorgehen offensichtlich nicht und spricht von einer <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/articles\/c62gd8e1e5do\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u00abHexenjagd\u00bb gegen Bolsonaro<\/a>. Die brasilianische Justiz liess sich vom Einmischungsversuch indes nicht beirren.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vdt0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Kurzzeitig sackte die B\u00f6rse zwar ab, sie hat sich seither aber wieder aufgerappelt, da die US-Massnahmen doch weniger drastisch ausfallen als urspr\u00fcnglich bef\u00fcrchtet. Rund 700 brasilianische G\u00fcter sind n\u00e4mlich vom 50%-Zoll befreit, darunter Flugzeuge und Flugzeugteile, Roh\u00f6l, Eisenerz, Pkw und Orangensaft. Elizabeth Johnson vom Analysehaus TS Lombard sch\u00e4tzt, dass fast die H\u00e4lfte aller Exportg\u00fcter in die USA von den Z\u00f6llen ausgenommen ist. Zudem hat die brasilianische Regierung Anfang August ein <a href=\"https:\/\/www.gov.br\/mdic\/pt-br\/assuntos\/noticias\/2025\/agosto\/plano-brasil-soberano-tem-r-30-bi-de-creditos-e-outras-medidas-para-proteger-empresas-e-trabalhadores\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Unterst\u00fctzungspaket f\u00fcr Unternehmen pr\u00e4sentiert<\/a>, die unter den hohen Z\u00f6llen leiden.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8vdu0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Derweil beginnen die sehr hohen Realzinsen von rund 10% die Konjunktur zu bremsen. Belief sich das BIP-Wachstum im ersten Quartal noch auf 1,3%, verlangsamte es sich im zweiten Quartal auf 0,4%. Elizabeth Johnson rechnet damit, dass sich die Wirtschaft in der zweiten Jahresh\u00e4lfte weiter abk\u00fchlen wird, womit auch der Inflationsdruck nachlassen sollte. Damit aber d\u00fcrften zum Jahreswechsel Leitzinssenkungen ein Thema werden, was die B\u00f6rse unterst\u00fctzen d\u00fcrfte.<\/p>\n<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j4nc8ve60\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Kurzum: Schwellenl\u00e4nderaktien profitieren von einem fallenden Dollar, einem potenziellen Kapitalabfluss aus US-Verm\u00f6genswerten, einer zunehmenden Differenz im Wachstum zwischen den Emerging Markets und den Industriel\u00e4ndern und einer deutlich attraktiveren Bewertung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"W\u00e4hrend sich die USA verst\u00e4rkt abschotten und eine zunehmend erratische Wirtschaftspolitik verfolgen, intensivieren die Schwellenl\u00e4nder ihre Zusammenarbeit. 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