{"id":410628,"date":"2025-09-10T03:00:13","date_gmt":"2025-09-10T03:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/410628\/"},"modified":"2025-09-10T03:00:13","modified_gmt":"2025-09-10T03:00:13","slug":"trumps-schmaler-grat-nach-der-einseitigen-bombardierung-in-katar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/410628\/","title":{"rendered":"Trumps schmaler Grat nach der \u201eeinseitigen Bombardierung\u201c in Katar"},"content":{"rendered":"<p>Donald Trump missbilligt offen Israels Vorgehen in Katar. Anders als bei der Bombardierung Irans im Juni wurde das Wei\u00dfe Haus nicht \u00fcber den geplanten Angriff informiert. Das Vorgehen der Regierung von Premier Benjamin Netanjahu hat aber noch ganz andere Folgen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">US-Pr\u00e4sident Donald Trump hat am Dienstag mit unverkennbarer Kritik auf Israels Angriff in Katar reagiert. \u201eIch bin nicht begeistert von der ganzen Situation (&#8230;)\u201c, so Trump am Abend (Ortszeit) in Washington. Die Geiseln m\u00fcssten zur\u00fcckgebracht werden, aber er sei \u201esehr ungl\u00fccklich \u00fcber die Art und Weise, wie das abgelaufen ist\u201c. <\/p>\n<p>Zuvor hatte bereits das Wei\u00dfe Haus den Milit\u00e4rschlag verurteilt. \u201eEine einseitige Bombardierung innerhalb Katars als souver\u00e4nem Staat und engem Verb\u00fcndeten der Vereinigten Staaten\u201c diene weder Israels noch Amerikas Zielen, erkl\u00e4rte Sprecherin Karoline Leavitt. \u201eDer Pr\u00e4sident sieht Katar als einen starken Verb\u00fcndeten und Freund der Vereinigten Staaten, er ist ungl\u00fccklich \u00fcber den Ort des Angriffs.\u201c Trump habe nach dem Vorfall mit dem Emir von Katar sowie dem Regierungschef des Golfstaats telefoniert. \u201eEr hat ihnen versichert, dass sich so etwas auf ihrem Boden nicht noch einmal wiederholt\u201c, betonte die Sprecherin.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise war der US-Pr\u00e4sident aber nicht nur \u00fcber den Ort des Angriffs ver\u00e4rgert. Die israelische Seite hatte Donald Trump vorab nicht \u00fcber den geplanten Anschlag auf die Hamas-F\u00fchrer informiert. Auf Nachfrage von Reportern gab das Wei\u00dfe Haus zu, dass \u201edas US-Milit\u00e4r die Administration \u00fcber die Situation informierte\u201c. Trumps Sondergesandter f\u00fcr die Region, Steve Witkoff, sei daraufhin sofort in Kontakt mit Katars Regierung getreten, um vor dem Angriff zu warnen.<\/p>\n<p>Nach Angaben aus Doha kam diese Warnung zu sp\u00e4t. Ein US-Regierungsvertreter habe in dem Moment in Katar angerufen, als die Explosionen bereits zu h\u00f6ren waren, teilte der Sprecher des katarischen Au\u00dfenministeriums mit. Israels Anschlag sei ein \u201eeklatanter Versto\u00df gegen alle internationalen Rechte und Normen\u201c und eine \u201eernsthafte Gefahr f\u00fcr die Sicherheit\u201c der Bev\u00f6lkerung in Katar, f\u00fcgte er hinzu.<\/p>\n<p>Aus Sicht Katars kommt der Angriff zudem zur Unzeit. So wies ein katarischer Regierungsvertreter im Gespr\u00e4ch mit der WELT-Partnerpublikation<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.politico.com\/news\/2025\/09\/09\/white-house-rebukes-israel-for-its-strike-on-qatar-00552850\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.politico.com\/news\/2025\/09\/09\/white-house-rebukes-israel-for-its-strike-on-qatar-00552850&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> \u201ePolitico\u201c<\/a> darauf hin, dass sich Hamas-Vertreter in Doha aufhielten, um \u00fcber einen m\u00f6glichen Waffenstillstand in Gaza zu verhandeln \u2013 basierend auf einem Vermittlungsvorschlag der USA. Dieser Plan sah vor, dass die Hamas alle verbliebenen 48 israelischen Geiseln respektive Leichname auf einmal freilassen w\u00fcrde und daf\u00fcr mehrere tausend pal\u00e4stinensische H\u00e4ftlinge aus israelischer Haft entlassen w\u00fcrden. Danach sollte ein dauerhafter Waffenstillstand f\u00fcr Gaza ausgehandelt werden.<\/p>\n<p>\u201eDieser ungeheuerliche Angriff auf einen wichtigen US-Verb\u00fcndeten kommt zu einem kritischen Zeitpunkt in den Bem\u00fchungen des Wei\u00dfen Hauses und Katars, eine Einigung \u00fcber einen Waffenstillstand in Gaza und die Freilassung der Geiseln zu erzielen\u201c, sagte der Regierungsvertreter und verwies auf die Fortschritte der vergangenen Tage. \u201eHamas-Verhandler waren gerade nach Doha gereist, um die Gespr\u00e4che \u00fcber den Vorschlag der Trump-Regierung fortzusetzen, und trafen sich gestern mit Katars Premierminister.\u201c <\/p>\n<p>\u201eDie Trump-Administration hatte keine Chance, noch Einfluss zu nehmen\u201c<\/p>\n<p>Der chronologische Ablauf der Ereignisse vom Dienstag macht klar, dass Israels engster Verb\u00fcndeter und wichtigster Unterst\u00fctzer in den einmaligen Vorgang nicht eingeweiht war. \u201eDie Trump-Administration hatte keine Chance, noch Einfluss zu nehmen\u201c, zitiert \u201eAxios\u201c einen US-Regierungsvertreter. Sprecherin Leavitt lie\u00df die Frage entsprechend unbeantwortet, ob das Wei\u00dfe Haus versucht habe, Israel von dem Angriff abzubringen.<\/p>\n<p>Im Fall von Israels Luftangriffen auf den Iran vergangenen Juni war das noch anders. \u201eWir haben sie (die US-Regierung, d. Red.) rechtzeitig informiert. Sie wussten von den Angriffen\u201c, best\u00e4tigte Israels Premier Benjamin Netanjahu damals den Informationsaustausch vor den Luftschl\u00e4gen. Das US-Milit\u00e4r verlegte zur Stabilisierung der Region Kriegsschiffe ins \u00f6stliche Mittelmeer. Sp\u00e4ter gab Trump den Befehl zur Bombardierung iranischer Nuklearanlagen durch amerikanische B-2-Bomber.<\/p>\n<p>Dieses Mal ist Israels exterritorialer Angriff in den Augen der US-Administration von ganz anderer Qualit\u00e4t. W\u00e4hrend Iran gemeinsamer bitterer Feind beider Regierungen ist, gilt Katar f\u00fcr Washington als einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Vermittler in der Region. Das Land beherbergt strategische US-Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte und hat seit dem Massaker durch die Hamas am 7. Oktober 2023 eine Schl\u00fcsselrolle eingenommen. Auf Truth Social schrieb Trump, dass er seinen Au\u00dfenminister Marco Rubio angewiesen habe, eine Verteidigungszusammenarbeit mit Katar abzuschlie\u00dfen. <\/p>\n<p>Es wurde am Dienstag offensichtlich, dass Trump einen schmalen Grat beschritt zwischen Kritik am engen Verb\u00fcndeten Israel und Treueschw\u00fcren gegen\u00fcber dem wichtigen Vermittler Katar. Es sei \u201esehr bedauerlich\u201c, dass sich die Hamas-F\u00fchrung \u201ein einem Bezirk von Doha, der Hauptstadt Katars, befand\u201c, so Leavitt. Die Regierung in Katar setze sich \u201eengagiert und mutig\u201c f\u00fcr den Frieden ein.<\/p>\n<p>Trumps Sprecherin betonte zugleich, dass \u201edas Ausl\u00f6schen der Hamas, die sich an der Misere der Menschen in Gaza bereichern, ein ehrenwertes Ziel\u201c sei. Trump habe nach dem Angriff mit Israels Premier Benjamin Netanjahu telefoniert. Dieser habe Trump versichert, dass er \u201eFrieden machen will und das schnell\u201c. Der US-Pr\u00e4sident sei \u00fcberzeugt, dass \u201eder ungl\u00fcckliche Zwischenfall als eine Chance zum Frieden dienen kann\u201c, so die Sprecherin. <\/p>\n<p>Daran darf f\u00fcr den Moment Zweifel aufkommen. Der katarische Ministerpr\u00e4sident Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani bezeichnete den israelischen Angriff als \u201eheimt\u00fcckisch\u201c und sprach von \u201eStaatsterror\u201c. Sein Land lasse sich grunds\u00e4tzlich von seiner Rolle als Vermittler nicht abbringen. Aber al-Thani f\u00fcgte hinzu: \u201eIn Hinsicht auf die aktuellen Gespr\u00e4che hat nach den Angriffen (vom Dienstag, d. Red.) nichts mehr seine G\u00fcltigkeit.\u201c<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/stefanie-bolzen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/stefanie-bolzen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Stefanie Bolzen<\/b><\/a><b> berichtet f\u00fcr WELT seit 2023 als US-Korrespondentin aus Washington, D.C. Zuvor war sie Korrespondentin in London und Br\u00fcssel.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Donald Trump missbilligt offen Israels Vorgehen in Katar. 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