{"id":410719,"date":"2025-09-10T03:52:10","date_gmt":"2025-09-10T03:52:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/410719\/"},"modified":"2025-09-10T03:52:10","modified_gmt":"2025-09-10T03:52:10","slug":"duesseldorf-telefonkunden-haben-wenig-interesse-an-gebrauchthandys","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/410719\/","title":{"rendered":"D\u00fcsseldorf | Telefonkunden haben wenig Interesse an Gebrauchthandys"},"content":{"rendered":"<p>D\u00fcsseldorf (dpa) &#8211; Bei Deutschlands Verbraucherinnen und Verbrauchern stehen professionell aufbereitete Gebrauchthandys nicht allzu hoch im Kurs. Wie eine Vodafone-Umfrage ergab, haben hierzulande nur 25 Prozent der Befragten schon einmal so ein \u00abrefurbished\u00bb Smartphone gekauft. Gemeint sind Ger\u00e4te, die vom Vorbesitzer abgegeben und nach einer technischen General\u00fcberholung an einen neuen Besitzer verkauft wurden; es sind in der Regel etwas \u00e4ltere Ger\u00e4temodelle. In Frankreich lag der Wert in der Umfrage bei 38 Prozent und in Gro\u00dfbritannien bei 33 Prozent. In Schweden waren es 27 Prozent und in Spanien 28 Prozent.\u00a0<\/p>\n<p>Befragt worden waren in jedem der f\u00fcnf Staaten jeweils gut 1000 Menschen. Branchenexperten begr\u00fcnden das relativ geringe Interesse in Deutschland damit, dass es in Frankreich und Gro\u00dfbritannien eine st\u00e4rkere Tradition zum Kauf gebrauchter Produkte gebe.\u00a0<\/p>\n<p>Zweifel an der Akkuleistung oder an der Garantie hielten viele noch davon ab, sich Refurbished-Ger\u00e4te anzuschaffen, sagt Michael Jungwirth aus der Vodafone-Gesch\u00e4ftsleitung. Doch die Studie zeige, dass solche Sorgen unbegr\u00fcndet seien. \u00abWer einmal &#8222;Wie neu&#8220; statt &#8222;Neu&#8220; kauft, bleibt meist dabei.\u00bb Der Umfrage zufolge ist das Interesse an der Gebrauchtware unter j\u00fcngeren Menschen deutlich gr\u00f6\u00dfer als unter \u00e4lteren.<\/p>\n<p>Gebrauchthandys sind nachhaltiger als Neuware<\/p>\n<p>Umweltsch\u00fctzer und Politiker werten Gebrauchthandys positiv, weil dadurch weniger Elektrom\u00fcll entsteht und die in dem Handy enthaltenen Rohstoffe l\u00e4nger genutzt werden &#8211; diese Art von Technikkonsum ist somit nachhaltiger. Doch nur knapp zwei Drittel der Verbraucher (64 Prozent) in Deutschland wissen der Umfrage zufolge \u00fcberhaupt, dass es solche professionell aufbereiteten Gebrauchthandys gibt. Jeder Zweite beh\u00e4lt sein altes Handy erst einmal in der Schublade &#8211; als Reserve, die er meistens doch nicht braucht.\u00a0<\/p>\n<p>Zu den Anbietern von Refurbished-Smartphones geh\u00f6ren Firmen wie Janado aus D\u00fcsseldorf und Rebuy aus Berlin. Sie kaufen gebrauchte Handys und bereiten sie technisch auf, um sie wieder zu verkaufen. Rebuy-Chef Philipp Gattner berichtet der dpa von anziehenden Gesch\u00e4ften: In den ersten acht Monaten des Jahres 2025 habe sich der Umsatz mit Refurbished-Smartphones um einen niedrigen zweistelligen Prozentwert erh\u00f6ht. Rebuy verkauft auch Laptops, Tablets, Kameras, B\u00fccher und Computerspiele.\u00a0<\/p>\n<p>Der Firmenumsatz werde sich in diesem Jahr von zuvor 222 Millionen auf sch\u00e4tzungsweise 240 Millionen Euro erh\u00f6hen. Angaben zum Gewinn machte Gattner nicht. Man sei profitabel. In den n\u00e4chsten Jahren rechnet er mit weiteren Zuw\u00e4chsen, da die Aspekte Preisersparnis und Nachhaltigkeit in der Gesellschaft wichtiger w\u00fcrden. \u00abDie Menschen stehen Gebrauchtprodukten grunds\u00e4tzlich offener gegen\u00fcber und die Qualit\u00e4t der Ware steigt.\u00bb<\/p>\n<p>Niedriger Preis als Verkaufsargument<\/p>\n<p>Der Vodafone-Umfrage zufolge ist den Verbrauchern der Preisvorteil besonders wichtig: Zwei Drittel der Befragten nannten diesen als Kaufmotiv. Je nach Alter und Zustand des Ger\u00e4ts ist es deutlich billiger als Neuware. Umweltschutz nannte knapp jeder Zweite als Kaufmotiv. Von den Befragten, die das Thema kennen und trotzdem noch kein Refurbished-Handys gekauft haben, \u00e4u\u00dferte grob gesagt jeder Zweite Zweifel an der Leistung oder Funktionalit\u00e4t sowie an der Garantie.<\/p>\n<p>Rebuy-Chef Gattner tritt solchen Bedenken entgegen. Zum einen gew\u00e4hre seine Firma eine dreij\u00e4hrige Garantie. Au\u00dferdem sei die eingesetzte Pr\u00fcf- und Reparaturtechnik verbessert worden. Die gebrauchten Ger\u00e4te werden unter die Lupe genommen und Batterie, Display und andere Bauteile gegebenenfalls ausgetauscht. Durch das \u00abRecht auf Reparatur\u00bb, das in Europa schrittweise mit verschiedenen Vorschriften eingef\u00fchrt wird, werde die Elektronik leichter zu erneuern sein, sagt Gattner. Bauteile w\u00fcrden zuk\u00fcnftig nicht mehr so verklebt sein wie fr\u00fcher und Ersatzteile leichter verf\u00fcgbar sein.<\/p>\n<p>\u00dcberschaubares Angebot der Netzbetreiber<\/p>\n<p>Die Mobilfunk-Netzbetreiber, die auch Handys verkaufen, haben das Thema Refurbished etwas in den Blick genommen. Vodafone m\u00f6chte bald mit dem Online-Verkauf von Refurbished-Smartphones beginnen, die Konkurrenten O2 und Deutsche Telekom tun das bereits. Bislang ist deren Angebot aber \u00fcbersichtlich.\u00a0<\/p>\n<p>Umweltsch\u00fctzer sehen die Verkaufsbem\u00fchungen der Mobilfunker kritisch. Viola Wohlgemuth von der Organisation Exit Plastik weist darauf hin, dass die Unternehmen ihr Gesch\u00e4ftsmodell auch auf dem Verkauf von Neuware aufbauten und mit Werbung f\u00fcr neue Handys, die man beim Abschluss eines Mobilfunkvertrags bekommt, f\u00fcr die Wegwerfmentalit\u00e4t von Verbraucherinnen und Verbrauchern mitverantwortlich seien.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abEs ist heuchlerisch, sich jetzt mit ein paar Refurbished-Angeboten als nachhaltig zu schm\u00fccken, nur weil pl\u00f6tzlich auch der Second-Hand-Markt durch die Generation der teuren Neuger\u00e4te lukrativ geworden ist\u00bb, sagt Wohlgemuth. Sie spricht von einem \u00abNachhaltigkeit-Feigenblatt\u00bb und fordert, dass die Konzerne die Refurbished-Ger\u00e4te im Handel zur ersten Option machen, anstatt sie als Nischenalternative eher zu verstecken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"D\u00fcsseldorf (dpa) &#8211; Bei Deutschlands Verbraucherinnen und Verbrauchern stehen professionell aufbereitete Gebrauchthandys nicht allzu hoch im Kurs. 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