{"id":411402,"date":"2025-09-10T10:13:11","date_gmt":"2025-09-10T10:13:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/411402\/"},"modified":"2025-09-10T10:13:11","modified_gmt":"2025-09-10T10:13:11","slug":"frankreich-extrapraemie-fuer-e-autos-made-in-europe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/411402\/","title":{"rendered":"Frankreich: Extrapr\u00e4mie f\u00fcr E-Autos Made in Europe"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph \">Am Montag, dem gleichen Tag, an dem der franz\u00f6sische Premierminister Fran\u00e7ois Bayrou seine Vertrauensfrage im Parlament verloren hat, machte die Regierung in Paris einen neuen Bonus f\u00fcr Elektrofahrzeuge publik: Ab dem 1. Oktober sollen K\u00e4ufer von E-Autos mit europ\u00e4ischer Batterie und Montage nochmals extra 1.000 Euro Pr\u00e4mie erhalten. Das Kabinett von Bayrou, das diese Regelung noch geschaffen hat, bleibt bis zur Nominierung einer Nachfolgeregierung gesch\u00e4ftsf\u00fchrend im Amt. So auch Agn\u00e8s Pannier-Runacher, Ministerin f\u00fcr den \u00f6kologischen Wandel, Biodiversit\u00e4t, W\u00e4lder, Meere und Fischerei, die betont: \u201eDer \u00f6kologische Wandel ist ein Hebel f\u00fcr die Reindustrialisierung. Mit der Erh\u00f6hung des Umweltbonus um 1.000 Euro f\u00f6rdern wir Elektrofahrzeuge, deren Batterien in Europa produziert werden und deren Herstellung weniger Treibhausgase ausst\u00f6\u00dft. Dies ist eine Win-Win-Situation f\u00fcr Kaufkraft, Klima und Industrie. Sie macht Elektroautos f\u00fcr die Franzosen zug\u00e4nglicher und f\u00f6rdert gleichzeitig Industrie und Besch\u00e4ftigung.\u201c<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph \">W\u00e4hrend etwa in Deutschland E-Pkw-F\u00f6rderungen v\u00f6llig eingestellt wurden, haben franz\u00f6sische Haushalte je nach Einkommen weiterhin Anspruch auf einen bestehenden \u201ebonus \u00e9cologique\u201c von bis zu 4.200 Euro. Die f\u00f6rderf\u00e4higen Fahrzeuge m\u00fcssen daf\u00fcr eine Mindestumweltpunktzahl erreichen. Denn der Bonus ist nicht nur nach dem Einkommen der K\u00e4ufer bzw. Leasingnehmer gestaffelt, sondern obendrein an den CO2-Aussto\u00df bei der Produktion der Fahrzeuge und Batterien\u00a0<a href=\"https:\/\/www.electrive.net\/2023\/09\/20\/frankreich-gewichtet-bei-umweltbonus-kuenftig-co2-fussabdruck-von-e-autos\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">gekoppelt<\/a>. Der Umweltbonus ist in Frankreich eigentlich eine degradierende F\u00f6rderung, sie wird also \u00fcber die Jahre abgeschmolzen. Die F\u00f6rderung rangierte denn auch seit <a href=\"https:\/\/www.electrive.net\/2024\/02\/14\/frankreich-kuerzt-umweltpraemie-fuer-e-autos\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Februar 2024<\/a> nur noch zwischen 2.000 und 4.000 Euro, doch dann vollzog die Regierung in Paris eine Kehrtwende, indem sie die Pr\u00e4mie im Juli wieder <a href=\"https:\/\/www.lefigaro.fr\/societes\/automobile-le-bonus-ecologique-revalorise-a-partir-du-1er-juillet-20250627\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">auf 3.100 bis 4.200 Euro anhob<\/a>. Vermutlich eine Reaktion auf die nachlassende Nachfrage: Frankreich k\u00e4mpft 2025 mit leicht r\u00fcckl\u00e4ufigen E-Auto-Zulassungszahlen. Im bisherigen Jahresverlauf (Januar bis Juli) ging es laut ACEA-Statistik\u00a0<a href=\"https:\/\/www.acea.auto\/files\/Press_release_car_registrations_July_2025.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">um 4,3 Prozent abw\u00e4rts<\/a>.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph \">Durch die zus\u00e4tzlichen 1.000 Euro steigt der F\u00f6rderh\u00f6chstbetrag nun sogar wider auf bis zu 5.200 Euro f\u00fcr in Europa montierte Fahrzeuge, deren Batterien ebenfalls in Europa hergestellt werden. Bekanntlich baut Frankreich selbst im Norden eine Batterie-Industrie auf, aber auch Ungarn oder Deutschland mit VWs Initiative in Salzgitter sind kommende Batterie-Produktionsl\u00e4nder. Aktuell ist die Anzahl von E-Pkw mit Batterien aus Europa allerdings begrenzt. Eine Liste der f\u00fcr die 1.000 Euro Extra qualifizierten Fahrzeuge soll in den kommenden Tagen auf der Website der ADEME ver\u00f6ffentlicht werden und jeden Monat zusammen mit der Liste der Fahrzeuge, die f\u00fcr den Umweltbonus qualifiziert sind, aktualisiert werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph \">Die Noch-Regierung betont, dass Europa angesichts des starken internationalen Wettbewerbs seine Produktion im Einklang mit seiner strategischen Autonomieagenda st\u00e4rken m\u00fcsse. \u201eFrankreich verteidigt diese Vision und bekr\u00e4ftigt, dass die Produktion eine Voraussetzung f\u00fcr Souver\u00e4nit\u00e4t ist. Umweltambitionen sind ein Hebel f\u00fcr die Reindustrialisierung. Der heute angek\u00fcndigte Anreiz zielt darauf ab, die Verlagerung der Wertsch\u00f6pfungskette f\u00fcr Elektrofahrzeuge zu f\u00f6rdern und die industrielle Besch\u00e4ftigung auf unserem Kontinent zu unterst\u00fctzen.\u201c In Frankreich und Europa seien bereits zahlreiche Batterieproduktionsanlagen errichtet worden, hei\u00dft es aus Paris. \u201eDieser Anreiz soll diese Fabriken bei der Produktionssteigerung unterst\u00fctzen, indem er die Hersteller ermutigt, europ\u00e4ische Fabriken zu beziehen.\u201c<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph \">Das Kabinett beruft sich zudem auf Mario Draghis Forderung vom 9. September 2024, explizite Kriterien f\u00fcr \u201eMade in Europe\u201c festzulegen, beispielsweise in Form europ\u00e4ischer Mehrwertkriterien. Der fr\u00fchere EZB-Chef versuchte vor einem Jahr, die Europ\u00e4er aufzur\u00fctteln, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Dazu legte er den sogenannten <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/draghi-report-nach-einem-jahr-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Draghi-Bericht<\/a> vor, ein 400-seitiger Report mit dem Titel: \u201eDie Zukunft der europ\u00e4ischen Wettbewerbsf\u00e4higkeit \u2013 Eine Wettbewerbsstrategie f\u00fcr Europa.\u201c Frankreichs Noch-Regierung hat sich hinter diese Forderungen gestellt und gibt an, die Ziele \u201eauch auf dem Deutsch-Franz\u00f6sischen Ministerrat am 29. August 2025 bekr\u00e4ftigt zu haben\u201c.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph \">Marc Ferracci, Minister f\u00fcr Industrie und Energie, unterstreicht: \u201eIch k\u00e4mpfe daf\u00fcr, dass Europa Souver\u00e4nit\u00e4t bevorzugt und industrielle Arbeitspl\u00e4tze mit der Energiewende in Einklang bringt. Elektrofahrzeuge sind f\u00fcr die Dekarbonisierung unserer Wirtschaft von entscheidender Bedeutung und k\u00f6nnen von wettbewerbsf\u00e4higem, kohlenstofffreiem franz\u00f6sischem Strom profitieren.\u201c<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph \">Neben dem Umweltbonus und der neuen 1.000-Euro-Extrapr\u00e4mie hat Frankreichs Regierung im Sommer auch ein Comeback ihres im Februar 2024 ausgesetzten <a href=\"https:\/\/www.electrive.net\/2025\/07\/17\/frankreich-legt-e-auto-leasingprogramm-fuer-geringverdiener-neu-auf\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">E-Auto-Leasingprogramms f\u00fcr einkommensschwache Haushalte<\/a> angek\u00fcndigt. Das Budget bel\u00e4uft sich diesmal auf rund 370 Millionen Euro f\u00fcr mindestens 50.000 Elektroautos. Antr\u00e4ge sind ab dem 30. September m\u00f6glich.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph \"><a href=\"https:\/\/www.20minutes.fr\/economie\/4171768-20250908-voitures-electriques-bonus-1-000-euros-vehicules-batterie-europeenne\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">20minutes.fr<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.lefigaro.fr\/conjoncture\/le-gouvernement-annonce-un-bonus-de-1000-euros-pour-l-achat-d-une-voiture-avec-une-batterie-europeenne-20250908\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">lefigaro.fr<\/a>, <a href=\"https:\/\/presse.economie.gouv.fr\/augmentation-de-la-prime-pour-lachat-dun-vehicule-electrique-respectant-des-criteres-de-production-europeenne-a-partir-du-1er-octobre\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">presse.economie.gouv.fr<\/a> (alle auf Franz\u00f6sisch)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Montag, dem gleichen Tag, an dem der franz\u00f6sische Premierminister Fran\u00e7ois Bayrou seine Vertrauensfrage im Parlament verloren hat,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":411403,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-411402","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115179474625965913","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/411402","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=411402"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/411402\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/411403"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=411402"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=411402"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=411402"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}