{"id":411500,"date":"2025-09-10T11:06:10","date_gmt":"2025-09-10T11:06:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/411500\/"},"modified":"2025-09-10T11:06:10","modified_gmt":"2025-09-10T11:06:10","slug":"anklage-gegen-mutmasslich-rechtsextreme-terrorgruppe-erhoben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/411500\/","title":{"rendered":"Anklage gegen mutma\u00dflich rechtsextreme Terrorgruppe erhoben"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>exklusiv<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 10.09.2025 11:30 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Sie sollen einen gewaltt\u00e4tigen Umsturz geplant haben. Nun erhebt der Generalbundesanwalt laut MDR Anklage gegen die mutma\u00dfliche rechtsextreme Terrorgruppe &#8222;S\u00e4chsische Separatisten&#8220;. Im Fall eines Ex-AfD-Politikers sogar wegen versuchten Mordes.\u00a0<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Edgar Lopez, Thomas Datt und Marcus Engert, MDR\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Generalbundesanwalt hat Anklage gegen die sogenannten &#8222;S\u00e4chsischen Separatisten&#8220; erhoben. Nach Recherchen von MDR und der <a href=\"https:\/\/taz.de\/\" title=\"taz.de\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">taz<\/a> wird acht Personen unter anderem die Gr\u00fcndung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAnfang November 2024 waren Mitglieder der Gruppe in Sachsen und Polen festgenommen worden. Sie sollen sich den Ermittlungen zufolge auf einen sogenannten &#8222;Tag X&#8220; vorbereitet haben, an dem sie mit Gewalt Gebiete in Ostdeutschland unter ihre Kontrolle bringen wollten. Nach der geplanten gewaltsamen \u00dcbernahme habe die Gruppe laut Bundesanwaltschaft beabsichtigt, diese Gebiete milit\u00e4risch zu kontrollieren und ein Gemeinwesen zu errichten, das sich am Nationalsozialismus orientiert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDabei sollen sie geplant haben, bestimmte Bev\u00f6lkerungsgruppen &#8211; darunter j\u00fcdische und zugewanderte Menschen &#8211; zu &#8222;entfernen&#8220;, auch ethnische S\u00e4uberungen wurden in Betracht gezogen.<\/p>\n<p>    Paramilit\u00e4rische Trainings und Schie\u00df\u00fcbungen im Ausland<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZur Vorbereitung auf dieses Vorhaben sollen die M\u00e4nner paramilit\u00e4rische Trainings durchgef\u00fchrt haben: Gewaltm\u00e4rsche, Nacht\u00fcbungen, H\u00e4userkampf. Stattgefunden haben diese auf einem verlassenen Milit\u00e4rflughafen sowie in einem Waldgebiet nahe Brandis.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEin Teil der Gruppe wich zudem f\u00fcr Schie\u00df\u00fcbungen offenbar ins Ausland aus. Nach Erkenntnissen der Ermittler fand ein Schie\u00dftraining in Tschechien statt, mindestens ein weiteres soll in Polen geplant gewesen sein.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBei Durchsuchungen waren umfangreiche Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde sichergestellt worden, darunter Tarnkleidung, Gefechtshelme, Gasmasken und Schutzwesten. Auch Hunderte Silberm\u00fcnzen sowie zwei Goldbarren wurden gefunden.<\/p>\n<p>    Verbindungen in die AfD<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEiner der Verd\u00e4chtigen ist der fr\u00fchere AfD-Politiker Kurt H\u00e4ttasch aus Grimma. Er war Schatzmeister der &#8222;Jungen Alternative Sachsen&#8220; und sa\u00df f\u00fcr die AfD im Stadtrat Grimma. Nach MDR-Recherchen diente H\u00e4ttasch zuvor als Soldat bei der Bundeswehr, wurde jedoch aus dem Dienst entfernt, nachdem er die Existenzberechtigung der Bundesrepublik geleugnet haben soll.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBei seiner Festnahme war es zu Sch\u00fcssen gekommen. H\u00e4ttasch soll sich dabei mit einer Waffe verschanzt haben. Er erlitt eine Schussverletzung am Kiefer und wurde ins Krankenhaus gebracht. Da er dabei wohl auf Polizeibeamte gezielt haben soll, klagt die Bundesanwaltschaft den ehemaligen AfD-Politiker nun auch wegen versuchten Mordes an.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNeben H\u00e4ttasch weisen mindestens zwei weitere Beschuldigte Verbindungen zur AfD auf: Kevin R. und Hans-Georg P. waren ebenfalls Mitglieder des AfD-Kreisverbands Leipziger Land. Nach Bekanntwerden der Vorw\u00fcrfe schloss die AfD alle drei M\u00e4nner aus der Partei aus.\u00a0<\/p>\n<p>    Milit\u00e4rische Ausr\u00fcstung beim Anf\u00fchrer<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEin weiterer Beschuldigter war ebenfalls Mitglied der Bundeswehr. Nach MDR-Recherchen wurde Karl K. jedoch bereits nach dreieinhalb Monaten aus dem Dienst entlassen. Er soll Gegenst\u00e4nde mit NSDAP-Bezug an Kameraden verkauft und ein Tattoo mit einer sogenannten &#8222;Schwarzen Sonne&#8220; getragen haben &#8211; einem in der rechtsextremen Szene verbreiteten Symbol, das sich aus drei \u00fcbereinanderliegenden Hakenkreuzen zusammensetzt.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAls mutma\u00dflicher Anf\u00fchrer der Gruppe gilt J\u00f6rg S. Laut MDR-Recherchen soll er unter anderem einen Schalld\u00e4mpfer aus Polen gekauft und anschlie\u00dfend nach \u00d6sterreich weiterverkauft haben. Zudem fiel er durch den Handel mit schusssicheren Westen auf &#8211; sogenannten milit\u00e4rischen Plattentr\u00e4gern, deren Wert die Ermittler auf rund 50.000 Euro sch\u00e4tzen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nOb das Gesch\u00e4ft abgeschlossen wurde, ob S. seine Aktivit\u00e4ten diesbez\u00fcglich wom\u00f6glich sogar noch ausgeweitet hat, all das ist derzeit unklar. Denn S. soll in Polen ein Lager f\u00fcr Schalld\u00e4mpfer und Magazine f\u00fcr Maschinengewehre geplant haben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Beh\u00f6rden schlie\u00dfen nicht aus aus, dass S. Zugang zu scharfen Waffen gehabt haben k\u00f6nnte: So hatte ein Mitbeschuldigter berichtet, S. habe behauptet, er k\u00f6nne 100 Magazine f\u00fcr Maschinengewehre \u00fcber eine polnische Quelle ankaufen. F\u00fcr die Beh\u00f6rden ein Hinweis darauf, dass S. m\u00f6glicherweise einen Vorrat f\u00fcr einen &#8222;Ernstfall&#8220; anlegen wollte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>Nationalsozialismus als &#8222;Lebenseinstellung&#8220;<\/strong><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWas m\u00f6gliche Waffenlager betrifft, so ist die Lage bislang unklar. Eine Durchsuchung nahe Brandis bei Leipzig war ohne Ergebnis geblieben. In einem Lager in \u00d6sterreich, das der Gruppe zugerechnet wird, fanden die Beh\u00f6rden jedoch rund 30 Kilogramm Munition.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach den bisherigen Ermittlungen sollte der Handel mit NS-Devotionalien und Milit\u00e4rausr\u00fcstung auch der Finanzierung der Aktivit\u00e4ten der &#8222;S\u00e4chsischen Separatisten&#8220; dienen. J\u00f6rg S. tauschte sich in verschiedenen Chatgruppen \u00fcber Waffen, Ausr\u00fcstung und rechtsextreme Schriften aus. Dabei soll er den Nationalsozialismus als seine &#8222;Lebenseinstellung&#8220; bezeichnet haben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nJ\u00f6rg S. ist der Sohn eines bekannten \u00f6sterreichischen Neonazis. Wie Recherchen von Spiegel, Standard und MDR zeigen, pflegte er auch dar\u00fcber hinaus gemeinsam mit seinem Bruder J\u00f6rn S. Verbindungen zur rechtsextremen Szene in \u00d6sterreich.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00a0<\/p>\n<p>    Weltbild gepr\u00e4gt von rassistischer Ideologie<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuf die Gruppe aufmerksam wurden deutsche Sicherheitsbeh\u00f6rden durch die \u00dcberwachung von Chat-Gruppen und Kan\u00e4len im Messenger-Dienst Telegram. Nach Recherchen von NDR, WDR und S\u00fcddeutscher Zeitung kam <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/ndr-wdr\/rechtsextreme-saechsische-separatisten-fbi-100.html\" title=\"&quot;S\u00e4chsische Separatisten&quot; - Hinweis kam vom FBI\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zudem ein Hinweis vom US-amerikanischen FBI<\/a>.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach bisherigen Erkenntnissen sollen der Gruppe insgesamt 15 bis 20 Personen angeh\u00f6rt haben. Ihr Weltbild war laut Bundesanwaltschaft gepr\u00e4gt von rassistischer, antisemitischer und apokalyptischer Ideologie.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNeben dem Vorwurf des versuchten Mordes gegen H\u00e4ttasch erhebt der Generalbundesanwalt gegen die acht Beschuldigten nun Anklage wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung sowie wegen der Vorbereitung eines hochverr\u00e4terischen Unternehmens.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00dcber die Zulassung der Anklage muss nun das Oberlandesgericht Dresden entscheiden. Der dortige Staatsschutzsenat ist mit Verfahren dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung vertraut: Neben mehreren Verfahren aus dem linksextremen Spektrum rund um Lina E. wird dort derzeit auch der Spionageprozess gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des AfD-Bundestagsabgeordneten Maximilian Krah verhandelt.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"exklusiv Stand: 10.09.2025 11:30 Uhr Sie sollen einen gewaltt\u00e4tigen Umsturz geplant haben. 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