{"id":411637,"date":"2025-09-10T12:20:13","date_gmt":"2025-09-10T12:20:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/411637\/"},"modified":"2025-09-10T12:20:13","modified_gmt":"2025-09-10T12:20:13","slug":"ressourcen-fuer-neue-alzheimer-therapie-in-oesterreich-begrenzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/411637\/","title":{"rendered":"Ressourcen f\u00fcr neue Alzheimer-Therapie in \u00d6sterreich begrenzt"},"content":{"rendered":"<p>\n  K\u00fcrzlich erregte die auch in \u00d6sterreich m\u00f6gliche Behandlung von Alzheimer-Patienten im Fr\u00fchstadium mit einem monoklonalen Antik\u00f6rper-Medikament Aufmerksamkeit. Eine Onlineumfrage unter spezialisierten \u00f6sterreichischen Behandlungszentren mit Daten aus 2023 belegt sehr unterschiedliche Vorbedingungen und Defizite an den \u00f6sterreichischen Kliniken.\n<\/p>\n<p>Der Hintergrund: Im Jahr 2023 war laut den Autoren der Onlineumfrage, deren Ergebnisse jetzt in der &#8222;Wiener klinischen Wochenschrift&#8220; erschienen sind (doi: 10.1007\/s00508-025-02608-5) klar, dass die neuen medikament\u00f6sen Therapien mit monoklonalen Antik\u00f6rpern (Lecanemab, Donanemab) gegen die bei Morbus Alzheimer im Gehirn auftretenden Amyloid-Beta-Protein-Ablagerungen (Plaques) auch nach \u00d6sterreich kommen w\u00fcrden. Doch f\u00fcr die auch kostenaufwendige, bisher nur im Fr\u00fchstadium der Demenz angezeigte, beschr\u00e4nkt wirksame und potenziell mit schweren Nebenwirkungen behaftete Behandlungsform sind zahlreiche Vorbedingungen erforderlich. Deshalb entwickelte die \u00d6sterreichische Alzheimer Gesellschaft einen Onlinefragebogen, um die Situation in den neurologischen und psychiatrischen Krankenhausabteilungen zu erheben. Die Umfrage lief zwischen Mai und Oktober 2023. 30 von 41 neurologischen Abteilungen (74 Prozent) und zw\u00f6lf von 33 psychiatrischen Abteilungen (36 Prozent) beantworteten die Umfrage.<\/p>\n<p> Gro\u00dfer Bedarf f\u00fcr fr\u00fche Diagnose <\/p>\n<p>Das Ergebnis fassten die Autoren der Studie von zahlreichen \u00f6sterreichischen Spit\u00e4lern so zusammen: &#8222;Es wurden Unterschiede zwischen den Zentren und den Bundesl\u00e4ndern beobachtet, was die in den Krankenh\u00e4usern vorhandenen Ressourcen f\u00fcr die Amyloid-Antik\u00f6rper-Therapien betrifft. Es gibt einen substanziellen Bedarf f\u00fcr die fr\u00fche Diagnose von Demenz, an medizinischen, neuropsychologischen, pflegerischen und administrativen Kapazit\u00e4ten, r\u00e4umlichen Einrichtungen und Zugang zu Amyloid-PET (Positronen-Emissions-Tomografie; bildgebende Untersuchung; Anm.) und MRI (Magnetresonanzuntersuchungen; Anm.). Alle Zentren betonten die Notwendigkeit f\u00fcr strukturierte Versorgungspfade f\u00fcr Patienten und Betreuungsnetzwerke, die Neurologien, Psychiater, Radiologen und Neuropsychologen umfassen, die in der klinischen Praxis, in Rehabilitation und Pflegeeinrichtungen f\u00fcr Demente zusammenarbeiten.&#8220;<\/p>\n<p> Die Grundbedingungen sind diffizil <\/p>\n<p>Derzeit sch\u00e4tzt man die Zahl der Demenzkranken in \u00d6sterreich auf etwa 150.000 bis 160.000. 60 bis 70 Prozent davon leiden laut den Autoren der Studie an Morbus Alzheimer. Bei rund 50 Prozent, also etwa 50.000 Betroffenen, liegt eine milde Form der Erkrankung vor. Die Zahl der Personen in einem Vorstadium der Alzheimer-Demenz d\u00fcrfte knapp 200.000 betragen. &#8222;Nur f\u00fcnf bis 20 Prozent der Patienten k\u00f6nnten f\u00fcr eine Antik\u00f6rpertherapie nach einem Ausschluss von Gegenanzeigen infrage kommen (&#8230;)&#8220;, schrieben die Wissenschafter. Das sind Menschen mit milder kognitiver Beeintr\u00e4chtigung als Vorstadium von Morbus Alzheimer, bei dem zehn bis 15 Prozent der Betroffenen pro Jahr wirklich an Demenz erkranken, und Patienten mit (noch) milder Erkrankung. In klinischen Studien hat sich eine Verlangsamung des Fortschreitens der Erkrankung um 27 Prozent unter der Behandlung im Vergleich zu Placebo gezeigt. Gleichzeitig zeigten 21,5 Prozent der wirklich Behandelten Anomalien in bildgebenden Untersuchungen des Gehirns auf.<\/p>\n<p> Kapazit\u00e4ten f\u00fcr Fr\u00fchdiagnose und Versorgung <\/p>\n<p>Das bedeutet jedenfalls: Zun\u00e4chst einmal muss eine m\u00f6glichst fr\u00fche Diagnose von sich anbahnenden Demenzerkrankungen auf der Basis von Amyloid-Beta-Plaques im Gehirn gew\u00e4hrleistet werden. Es geht um den Ausschluss von Personen mit einem hohen Risiko f\u00fcr Therapienebenwirkungen und um regelm\u00e4\u00dfige Kontrollen w\u00e4hrend der Behandlung.<\/p>\n<p>Schon bei der Fr\u00fchdiagnose zeigten sich in der Untersuchung Unterschiede: Von den Patienten hatten in den einzelnen Zentren zwischen null und 80 Prozent (im Mittel 30 Prozent) ein Fr\u00fchstadium der Alzheimer-Demenz. Doch zwischen den einzelnen Zentren in \u00d6sterreich schwankte die Zeit bis zu einem ersten Termin in einer spezialisierten Ambulanz zwischen sofortiger Versorgung und rund sechs Monaten. W\u00e4hrend Routineuntersuchungen und Magnetresonanztomografie praktisch \u00fcberall schon beim Ersttermin m\u00f6glich waren, gab es die spezialisierte PET-Amyloid-Untersuchung im Mittel f\u00fcr f\u00fcnf Prozent (null bis 70 Prozent je nach Institution). Auch die Untersuchungsmethoden auf Amyloid-Beta unterschieden sich von Klinik zu Klinik stark.<\/p>\n<p>Insgesamt waren zumindest im Jahr 2023 die Ressourcen der an der Umfrage teilnehmenden Spitalsabteilungen (Neurologie\/Psychiatrie) f\u00fcr die Antik\u00f6rpertherapie gegen Morbus Alzheimer ziemlich mangelhaft: 13 der teilnehmenden Krankenhausabteilungen (42) meldeten fehlendes administratives Personal, 28 einen Mangel an \u00c4rzten, 19 ein Defizit an Pflegepersonal. 16 der Institutionen berichteten von zu wenig Neuropsychologen, 21 von mangelnden r\u00e4umlichen Gegebenheiten. 15 Institutionen f\u00fchrten fehlende Ressourcen f\u00fcr die notwendigen Magnetresonanz-Untersuchungen an, 18 die gleiche Situation bei PET-Amyloid-Gehirntests.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00fcrzlich erregte die auch in \u00d6sterreich m\u00f6gliche Behandlung von Alzheimer-Patienten im Fr\u00fchstadium mit einem monoklonalen Antik\u00f6rper-Medikament Aufmerksamkeit. 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