{"id":411909,"date":"2025-09-10T14:46:12","date_gmt":"2025-09-10T14:46:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/411909\/"},"modified":"2025-09-10T14:46:12","modified_gmt":"2025-09-10T14:46:12","slug":"lahav-shani-und-sol-gabetta-bei-der-saisoneroeffnung-der-muenchner-philharmoniker-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/411909\/","title":{"rendered":"Lahav Shani und Sol Gabetta bei der Saisoner\u00f6ffnung der M\u00fcnchner Philharmoniker &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Florian Wiegand ist aufgeregt. Erstaunlich f\u00fcr einen, der 13 Jahre lang Konzertchef der Salzburger Festspiele war, im Kulturbetrieb also alles erlebt haben d\u00fcrfte, was man da so erleben kann. Jetzt aber stellt er sich in der Isarphilharmonie als Intendant der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchner_Philharmoniker\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchner Philharmoniker<\/a> seinem neuen Publikum vor, deshalb ist er aufgeregt. Das Publikum indes spendet warmen, ja enthusiastischen Begr\u00fc\u00dfungsapplaus.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Wiegand ist M\u00fcnchner, 1973 hier geboren, er erz\u00e4hlt ein wenig von seinem Werdegang. Etwa wie ihn der damalige Oberb\u00fcrgermeister Christian Ude als Dank f\u00fcr ein von Wiegand organisiertes Benefizkonzert f\u00fcr ein Praktikum in die Administration der M\u00fcnchner Philharmoniker vermittelte. Das war vor rund 30 Jahren, jetzt kehrt er zur\u00fcck. Dazwischen liegt eine internationale Karriere, beim Pittsburgh Symphony Orchestra und dessen Chef Mariss Jansons etwa oder beim Konzerthaus Dortmund; w\u00e4hrend seiner Zeit dort waren die M\u00fcnchner Philharmoniker wiederholt zu Gast. Und dann eben Salzburg, kein Angebot der Welt h\u00e4tte ihn dort weglocken k\u00f6nnen. Bis ihn ein Anruf ereilte, ob es ihn nicht reizen w\u00fcrde, Intendant der M\u00fcnchner Philharmoniker zu werden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Man w\u00fcsste gern, wer ihn da anrief, denn in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen<\/a> erwartete Wiegand eine Findungskommission und diverse Runden in dieser. Am Ende waren zwei Kandidaten \u00fcbrig, Wiegand und Christian Beuke, der damals PR-Chef der Philharmoniker war, eine v\u00f6llig unzureichende Beschreibung seiner T\u00e4tigkeit, denn letztlich machte er alles, was der eigentliche Philharmoniker-Intendant Paul M\u00fcller nicht tat, also ziemlich viel. Als Dank daf\u00fcr w\u00e4hlte die Kommission Weigand zum Intendanten, allerdings haben in diesem Gesch\u00e4ft Hausberufungen selten eine Chance. Und Wiegand ist mit seiner Erfahrung in ebendiesem Gesch\u00e4ft f\u00fcr jeglichen Leitungsposten pr\u00e4destiniert, Beuke, f\u00fcr den \u00c4hnliches gilt, ist inzwischen Orchesterdirektor des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin (DSO).<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Nun steht Florian Wiegand vor dem Orchester (hinten) und dem Publikum (vorn), ist ganz Charme und Gl\u00fcck, freut sich auf eine \u201elebendige Zukunft\u201c, berichtet von seiner Begeisterung \u00fcber das Engagement der Philharmoniker vor und hinter der B\u00fchne. Und er erz\u00e4hlt auch, dass Lahav Shani ein Grund gewesen sei, den Job in M\u00fcnchner anzustreben. Shani wird in einem Jahr das Amt des Chefdirigenten der M\u00fcnchner Philharmoniker \u00fcbernehmen, jetzt kommt er zum Musikmachen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/34a99497-c1ce-49b1-ac65-376ce1bee198.jpg\"   alt=\"Sol Gabetta spielt den Solopart in Edward Elgars Cellokonzert; alles ist reine, dunkle, wehe Poesie.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Sol Gabetta spielt den Solopart in Edward Elgars Cellokonzert; alles ist reine, dunkle, wehe Poesie. (Foto: Tobias Hase\/mphil)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Saisoner\u00f6ffnungskonzerte haben immer einen eigenen Zauber (auch wenn die M\u00fcnchner Philharmoniker im Anschluss erst einmal eine kleine Europatournee machen und erst Ende September wieder in der Isarphilharmonie spielen). Hier ist der Zauber ein zarter. Shani dirigiert das Cellokonzert von Edward Elgar, Sol Gabetta spielt den Solopart, alles ist reine, dunkle, wehe Poesie. Shani modelliert einen perfekt abgestimmten Orchesterklang mit seinen H\u00e4nden, wie immer ohne Stab und Partitur, Gabetta ist hellwach. Sie ist das Zentrum der Kommunikation, gibt aufmerksam nach einer der vielen Kadenz-artigen Passagen dem Orchester selbst den Einsatz, ist eine wundervolle Dialogpartnerin und erz\u00e4hlt mit ihrem Instrument Elgars Zerr\u00fcttungen. Sie spielt mit breitem Vibrato, aber dieses ist in sich gekehrt, als sinniere das Cello \u00fcber das Leben, dessen Zuendegehen. Sol Gabetta will nie, auch wenn das die Partitur herg\u00e4be, spektakul\u00e4r sein. Als Zugabe spielt sie die Sarabande aus Bachs zweiter Cellosuite, mit \u00e4hnlichem Duktus, v\u00f6llig frei von hohlem Virtuosentum.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Das Konzert ist durchaus ungew\u00f6hnlich programmiert, Standard w\u00e4re: irgendeine Ouvert\u00fcre, Cellokonzert, nach der Pause eine Symphonie. Hier: vor der Pause Elgar, danach Schuberts siebte Symphonie, dann Wagner, \u201eTristan und Isolde\u201c, Vorspiel und \u201eLiebestod\u201c, rein instrumental.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">An diesem Abend ist Lahav Shani kein analytischer Dirigiert, er ist ein Klangvollender, mit Erfolg. Kostet bei Schubert die Dynamik mit elastischer Grandezza aus, aber Details der Struktur verschwinden im Wohlklang. Alles ist sch\u00f6n. Auch das \u201eTristan\u201c-Vorspiel, aber dass diese Oper von der allergr\u00f6\u00dften Liebesraserei handelt, das ersp\u00fcrt man nicht. M\u00fcndet die Musik in den \u201eLiebestod\u201c, \u00f6ffnen sich die Seufzer wie Bl\u00fctenkelche, die Worte h\u00f6rt man ungeh\u00f6rt mit, die Wellen des Gem\u00fcts m\u00fcnden in eine sp\u00e4te Erf\u00fcllung. Hier gibt Shani Scheu und Zur\u00fcckhaltung auf, \u201eertrinken, versinken\u201c, denkt man sich, die M\u00fcnchner Philharmoniker spielen zauberhaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Florian Wiegand ist aufgeregt. 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