{"id":411955,"date":"2025-09-10T15:10:16","date_gmt":"2025-09-10T15:10:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/411955\/"},"modified":"2025-09-10T15:10:16","modified_gmt":"2025-09-10T15:10:16","slug":"stephen-kings-the-long-walk-filmstart-in-kinos-in-aachen-und-dueren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/411955\/","title":{"rendered":"Stephen Kings \u201eThe Long Walk\u201c: Filmstart in Kinos in Aachen und D\u00fcren"},"content":{"rendered":"<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Das umfangreiche Werk von Stephen King z\u00e4hlt zu den verl\u00e4sslichsten Zulieferern des Kinos. F\u00fcr fast hundert Filme und Serien steuerte der bald 78-j\u00e4hrige Autor die literarischen Vorlagen bei. Auch in diesem Kinojahr rei\u00dft der Strom der King-Verfilmungen nicht ab. Nach dem klassischen Horrorfilm  \u201eThe Monkey\u201c tanzte sich Tom Hiddleston mit \u201eThe Life of Chuck\u201c in die Herzen des Publikums. Bevor im November der dystopische Actionthriller \u201eRunning Man\u201d und die TV-Serie \u201eEs\u201d starten, kommt nun noch die Verfilmung von \u201eThe Long Walk\u201c in die Kinos. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Das Ende der Sechzigerjahre geschriebene und erst 1979 unter dem Pseudonym Richard Bachman ver\u00f6ffentlichte Werk ist Kings erster Roman, den er bereits in den fr\u00fchen Semestern seines Studiums zu Papier brachte. Dennoch dauerte es ganze 46 Jahre, bis der Stoff nun tats\u00e4chlich auch auf der Leinwand zu sehen ist. An die erbarmungslose Geschichte eines darwinistischen Gewaltmarsches traute sich keiner wirklich heran. Selbst Horrormeister George A. Romero, der eine Verfilmung ins Auge gefasst hatte, warf schon bald wieder das Handtuch. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Nun hat sich Regisseur Francis Lawrence den sperrigen Stoff vorgenommen, der bereits mit \u201eDie Tribute von Panem\u201c eine seelenverwandte Story \u00e4u\u00dferst erfolgreich ins Kino gebracht hat. Die Geschichte ist in einer dystopisch verfremdeten Version der USA angesiedelt. Nachdem das Land einen \u201egro\u00dfen Krieg\u201c verloren hat, herrschen dort Hunger, Elend und Perspektivlosigkeit. Regiert wird der faschistoide Staat von einem gewissen Major (Star-Wars-Ikone Mark Hamill), der zur Inspiration und Aufmunterung der notleidenden Bev\u00f6lkerung jedes Jahr einen langen Marsch veranstalten l\u00e4sst. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Junge M\u00e4nner k\u00f6nnen sich freiwillig melden. Als Preis winken nicht nur ein Millionenverm\u00f6gen, sondern auch die Erf\u00fcllung eines beliebigen Wunsches. Der Wettlauf hat keine Ziellinie. Es geht nicht darum, der Erste sondern der Letzte zu sein, der am Ende \u00fcbrig bleibt. Bewaffnete Soldaten in gepanzerten Fahrzeugen begleiten die jungen M\u00e4nner. Wer die Mindestgeschwindigkeit von drei Meilen pro Stunde unterschreitet, wird dreimal verwarnt. Jede Verwarnung wird nach 30 Minuten Fu\u00dfweg im vorgeschriebenen Tempo wieder annulliert. Wer das nicht schafft oder gar vor Schw\u00e4che stehen bleibt, wird von den Soldaten an Ort und Stelle erschossen. <\/p>\n<p>F\u00fcr fast hundert Filme und Serien steuerte Stephen King die literarischen Vorlagen bei.\u00a0(Archivbild).\u00a0Foto: Chris Pizzello\/Invision\/AP\/dpa<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">In dem mehrt\u00e4gigen, unbarmherzigen Rennen gibt es am Ende nur einen \u00dcberlebenden und Sieger. Vor diesem d\u00fcsteren und morbiden Wettkampf-Szenario untersuchen Film wie Roman die individuellen Motive der einzelnen Teilnehmer, die hier mit einer klar kalkulierbaren, niedrigen \u00dcberlebenschance antreten, sowie die Gruppendynamik, die sich innerhalb eines solch radikal-darwinistischen Regelwerks entwickelt.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Der junge Ray Garraty (Cooper Hoffman) wird von seiner Mutter (Judy Greer) zum Startpunkt gebracht, die vergeblich versucht, ihren Sohn von seinem Plan abzubringen. Seit dem Tod des Vaters lebt die Familie in prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen. Aber es ist nicht nur die finanzielle Not, die Ray zur Teilnahme am Marsch bewegt. Er hat eigene geheime Beweggr\u00fcnde und hofft, als Sieger den Mord an seinem Vater r\u00e4chen zu k\u00f6nnen. Schon bald freundet er sich mit Peter McVries (David Jonsson) an, der als Waisenkind auf der Stra\u00dfe aufgewachsen ist und mit dem Preisgeld anderen Stra\u00dfenkindern helfen will. Den beiden schlie\u00dfen sich der schm\u00e4chtige, aber z\u00e4he Hank Olson (Ben Wang) und der strenggl\u00e4ubige Arthur Baker (Tut Nyuot) an.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.aachener-zeitung.de\/kultur\/gelungener-genre-mix-vor-antiker-kulisse\/88906285.html\" class=\"RelatedTeaser_related-teaser__VnSAw RelatedTeaser_related-teaser--image___cimF read-more_withImage__1YJa_\" data-article-id=\"88906285\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>Lesen Sie auch:Gelungener Genre-Mix vor antiker Kulisse<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">W\u00e4hrend die ersten schw\u00e4chelnden Teilnehmer gnadenlos von den Begleitsoldaten erschossen werden und andere Teilnehmer ihre Konkurrenten mobben, entsteht zwischen den \u201evier Musketieren\u201c ein enger, solidarischer Zusammenhalt. Mit dem lauernden Tod im Nacken intensiviert sich zwischen Ray und Peter vor allem durch ihre Gespr\u00e4che ein tiefes Freundschaftsgef\u00fchl. Das steht in einem starken Kontrast zu der kompetitiven, lebensgef\u00e4hrlichen Situation, in der sich die jungen M\u00e4nner bewegen. Und so findet sich im Herzen dieses nihilistischen Settings ein optimistischer, humanistischer Kern, der sich mit aller Kraft gegen die gewaltsamen, totalit\u00e4ren Systeme stemmt. <\/p>\n<p>Eine metaphorische Versuchsanordnung<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Diese Gegens\u00e4tze arbeitet Lawrence, wie schon in \u201eDie Tribute von Panem\u201c, kraftvoll heraus. Aber anders als in \u201ePanem\u201c, wo ein gro\u00dfer, differenzierter Zukunftskosmos erschaffen wurde, bleibt das Gesellschaftsszenario in \u201eThe Long Walk\u201c rudiment\u00e4r. Film wie Roman verstehen sich als metaphorische Versuchsanordnung, die eine eigene erz\u00e4hlerische Dynamik entwickelt, aber auch Grundfragen des menschlichen Seins er\u00f6rtert. Die Hintergr\u00fcnde des totalit\u00e4ren Systems werden nicht ausgeleuchtet, dessen gewaltsame Auswirkungen auf das Individuum aber umso st\u00e4rker herausgestellt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.aachener-zeitung.de\/kultur\/grosser-spass-mit-der-ruelpsenden-oma-auf-zur-comic-messe\/88804918.html\" class=\"RelatedTeaser_related-teaser__VnSAw RelatedTeaser_related-teaser--image___cimF read-more_withImage__1YJa_\" data-article-id=\"88804918\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>Lesen Sie auch:Gro\u00dfer Spa\u00df: Mit der r\u00fclpsenden Oma auf zur Comic-Messe<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">Dazu geh\u00f6rt auch, dass die Morde der Soldaten an den ersch\u00f6pften Marschierern aus n\u00e4chster N\u00e4he mit krassen Schockeffekten gezeigt werden. Kings Roman wurde bei seiner Ver\u00f6ffentlichung 1979 auch als Analogie zum Vietnamkrieg gesehen, in dem junge Rekruten in eine \u00e4hnlich erbarmungslose Situation hineingeworfen wurden. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">In seiner Filmadaption hebt Regisseur Lawrence wiederum metaphorisch die N\u00e4he zur US-amerikanischen Gegenwart hervor, die von einer zunehmenden \u00f6konomischen Verzweiflung unterer Einkommensschichten und einer wachsenden autokratischen Gewaltstruktur gepr\u00e4gt ist. Diese Herangehensweise beinhaltet auch eine \u00fcberraschende Schlusswendung, die deutlich von der Vorlage abweicht, aber zeitgem\u00e4\u00dfer und pointierter wirkt als das Romanende. (Aachen: Cineplex, Alsdorf: Cineplex, D\u00fcren: Lumen, Heinsberg: Roxy)<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__UjMp8 Paragraph_default-lg-default__kHtfk articleParagraph\">\u201eThe Long Walk\u201c, Regie: Francis Lawrence, mit Cooper Hoffman, David Jonsson, Ben Wang, 108 Minuten, FSK: ab 16.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das umfangreiche Werk von Stephen King z\u00e4hlt zu den verl\u00e4sslichsten Zulieferern des Kinos. 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