{"id":41198,"date":"2025-04-18T08:08:10","date_gmt":"2025-04-18T08:08:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/41198\/"},"modified":"2025-04-18T08:08:10","modified_gmt":"2025-04-18T08:08:10","slug":"sony-world-photography-awards-2025-die-illusion-des-menschlichen-zeitalters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/41198\/","title":{"rendered":"Sony World Photography Awards 2025: Die Illusion des menschlichen Zeitalters"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              Sony World Photography Awards 2025: Die Illusion des menschlichen Zeitalters <\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Gewinner des diesj\u00e4hrigen SWPA wurden vergangene Nacht in London gek\u00fcrt. Der Gesamtsieger des Sony World Photography Awards 2025 hei\u00dft Zed Nelson. Der Brite gewinnt mit seinem gesellschaftskritischen Beitrag &#8222;The Anthropocene Illusion&#8220; f\u00fcr den er sechs Jahre lang die Welt bereiste. In seinen Fotos zeigt er den Einfluss der Menschen auf die Natur und tierische Lebensr\u00e4ume. Das ist einmal der Affe, der neugierig durch die Scheibe eines Autofensters blickt, oder ein Rohr, das den friedlichen Anblick einer Gruppe Fische st\u00f6rt. Zed Nelson beschreibt die Wirkung der Tiere in seinen Bildern wie Schauspieler, denen wir Menschen gestatten, dort zu existieren.<\/p>\n<p>Der Fotograf gewinnt ein Preisgeld in H\u00f6he von 25.000 Dollar, Sony Fotoequipment und einen Platz in der Ausstellung und dem Bildband des Wettbewerbs.<\/p>\n<p>Eine Auszeichnung f\u00fcr ihr fotografisches Lebenswerk ging an die amerikanische Fotografin Susan Meiselas, die seit Jahrzehnten das Leben allt\u00e4glicher Menschen in verschiedenen Gesellschaften dokumentiert.<\/p>\n<p>Kategoriegewinner<\/p>\n<p>Die Sieger der Einzelkategorien im Profibereich konnten die Jury mit Ihren au\u00dfergew\u00f6hnlichen und teils aufr\u00fcttelnden Konzepten \u00fcberzeugen:<\/p>\n<p>Architektur und Design: Ulana Switucha aus Kanada mit ihrer Bilderreihe &#8222;The Tokyo Toilet Project&#8220;, die sich mit der eigenwilligen \u00c4sthetik \u00f6ffentlicher Toiletten eines japanischen Architekturprojekts befasst.<\/p>\n<p>Kreativ: Rhiannon Adam aus Gro\u00dfbritannien mit ihrem Beitrag &#8222;Rhi-Entry&#8220;, in dem sie ihre Bewerbung und das endg\u00fcltige Scheitern der privaten Mondmission f\u00fcr Kunstschaffende \u2013 dearMoon \u2013 verarbeitet.<\/p>\n<p>Dokumentation: Toby Binder aus Deutschland mit seiner Reihe &#8222;Divided Youth of Belfast&#8220;, die Empathie f\u00fcr Jugendliche in zerrissenen Gesellschaften schaffen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Umwelt: Nicol\u00e1s Garrido Huguet aus Peru mit seiner Strecke &#8222;Alquimia Textil&#8220;, die zeigt, dass Textilf\u00e4rben auch im Einklang mit der Natur m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Landschaft: Seido Kino aus Japan mit seiner Strecke &#8222;The Strata of Time&#8220;, die anhand diverser Collagen aus alten und neuen Bildern die ungleiche Populationsverteilung in Japan illustriert.<\/p>\n<p>Perspektive: Laura Pannack aus Gro\u00dfbritannien mit ihrem Projekt &#8222;The Journey Home from School&#8220;, besch\u00e4ftigt sich mit dem gef\u00e4hrlichen Schulheimweg von Jugendlichen in Kapstadt.<\/p>\n<p>Portr\u00e4t: Gui Christ aus Brasilien mit der Reihe &#8222;M\u2019kumba&#8220;, die Bewusstsein f\u00fcr die unterdr\u00fcckte Kultur und Religion afrikanisch st\u00e4mmiger Brasilianerinnen und Brasilianern schafft<\/p>\n<p>Sport: Chantal Pinzi aus Italien mit ihrem Langzeitprojekt &#8222;Shred the Patriarchy&#8220;, in dem sie mutige Skaterinnen in patriarchalen Gesellschaften portr\u00e4tiert.<\/p>\n<p>Stillleben: Peter Franck aus Deutschland mit &#8222;Still Waiting&#8220;, einer Collagen-Reihe, die sich mit den kurzen Momenten zwischen zwei Ereignissen auseinandersetzt.<\/p>\n<p>Wildlife: Zed Nelson aus Gro\u00dfbritannien mit &#8222;The Anthropocene Illusion&#8220;, einem gesellschaftskritischen Blick, auf Menschen, die die Umwelt f\u00fcr sich einnehmen und Tiere und Einheimische zu Darstellern ihrer Vorstellung degradieren<\/p>\n<p>Die Gewinnerbilder der unterschiedlichen Kategorien sehen Sie in unserer Bilderstrecke:<\/p>\n<p>    Bild 1 von 10<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/bilderstrecke\/4839456.html?back=9645523\" title=\"Bilderstrecke: Gewinnerbilder SWPA (10 Bilder)\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/3365_8947_ZedNelson_UnitedKingdom_Professional_WildlifeNature_2025-ac57e11b3d5d7541.png\"\/><\/a><br \/>\n    Die Illusion des Anthropoz\u00e4ns<br \/>\n    Kenias Nationalparks und Reservate bieten Touristen die M\u00f6glichkeit, wilde Tiere in den Resten ihres nat\u00fcrlichen Lebensraums zu beobachten. In der Maasai Mara leben die Touristen koloniale Fantasien aus, indem sie die romantische Picknick-Szene aus dem Film \u201eOut of Africa\u201c nachstellen. Einheimische Maasai-Stammesangeh\u00f6rige werden eingesetzt, um dem Erlebnis Authentizit\u00e4t zu verleihen. Die kenianischen Nationalparks bieten zwar einen Zufluchtsort, aber die dort lebenden Tiere d\u00fcrfen nur zur Unterhaltung und Beruhigung der Menschen \u00fcberleben. Diese Tiere werden sozusagen zu Darstellern f\u00fcr Touristen, die ein nostalgisches Bilderbuchbild der nat\u00fcrlichen Welt sehen wollen. (Bild: <\/p>\n<p>\u00a9 Zed Nelson, United Kingdom, Photographer of the Year, Professional competition, Wildlife &amp; Nature, Sony World Photography Awards 2025<\/p>\n<p>)<\/p>\n<p>Offene Einsendungen<\/p>\n<p>Der &#8222;Open Photographer of the Year&#8220; Gewinner ist der franz\u00f6sische Fotograf Olivier Unia. Er wurde aus den Erstplatzierten der Einzelkategorien im nicht-professionellen Bereich gew\u00e4hlt und \u00fcberzeugte mit seinem Motiv einer traditionellen marokkanischen Reitergruppe. Anders als andere Fotografen zeigt er die Reiter nicht in ihrem stolzesten Moment, sondern fing eine Szene der Niederlage und des Schmerzes ein, als einer der Reiter vom Pferd st\u00fcrzte. Die \u00fcberaus dynamische Szene und Komposition im Bild erinnern an ein Gem\u00e4lde Rembrandts.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/4\/5\/5\/1\/4\/3\/7\/3141_8693_OlivierUnia_Morocco_Open_Motion_2025-88834703ea080699.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Marrokanische Reiter\" height=\"2000\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 2000 \/ 2000; object-fit: cover;\" width=\"2000\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Viele der w\u00e4hrend einer traditionellen marokkanischen Tbourida aufgenommenen Fotos zeigen die Reiter beim Gewehrschie\u00dfen. Mit diesem Bild wollte der Fotograf eine andere Seite des Ereignisses zeigen und verdeutlichen, wie gef\u00e4hrlich es sein kann, wenn ein Reiter vom Pferd geworfen wird.<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0\u00a9 Olivier Unia, France, Open Photographer of the Year, Open Competition, Motion, Sony World Photography Awards 2025)\n    <\/p>\n<p>Die Einzelgewinner in zehn Kategorien von Architektur bis Reisefotografie wurden bereits im Vorfeld gew\u00e4hlt und bekanntgegeben: Xuecheng Liu (Architektur), Jonell Francisco (Kreativ), Ng Guang Ze (Landschaft), Hajime Hirano (Lifestyle), Olivier Unia (Bewegung), Estebane Rezkallah (Wildlife), Sussi Charlotte Alminde (Objekt), Yeintze Boutamba (Portr\u00e4t), Khairizal Maris (Street), Matja\u017e \u0160imic (Reisefotografie).<\/p>\n<p>Nachwuchstalente<\/p>\n<p>Gewinnerin der &#8222;Student Competition&#8220; ist Micaela Valdivia Medina aus Peru, die mit ihrem Sieg gleichzeitig Fotoequipment f\u00fcr ihre Universit\u00e4t bekommt. Medina besch\u00e4ftigte sich in ihrer Bilderserie mit dem Umfeld und der Dynamik rund um die Frauengef\u00e4ngnisse San Miguel, San Joaqu\u00edn und Valpara\u00edso.<\/p>\n<p>Im Bereich der Jugendfotografinnen und -fotografen bis 19 Jahre \u00fcberzeugte der sechzehnj\u00e4hrige Daniel Dian-Ji Wu aus Taiwan mit seinem Beitrag die Jury. Sein Motiv zeigt eine Gruppe Skater in Aktion. Das Bild entstand in der goldenen Abendsonne Kaliforniens.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/4\/5\/5\/1\/4\/3\/7\/2667_6845_DanielDian-JiWu_Taiwan_Youth_OpenCallShowusyourbestimages_2025-42d176638336ab33.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Skater in Kalifornien\" height=\"1333\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 2000 \/ 1333; object-fit: cover;\" width=\"2000\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Skater in den Sommerferien in Venice Beach Skatepark in LA w\u00e4hrend der goldenen Stunde.<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0\u00a9 Daniel Dian-Ji Wu, Taiwan, Youth Photographer of the Year, Youth Competition, Sony World Photography Awards 2025)\n    <\/p>\n<p>Deutsche Finalisten<\/p>\n<p>Auch aus Deutschland waren wieder zwei bekannte Gesichter unter den Finalisten. Fotograf Toby Binder gewann mit seiner Schwarz-Wei\u00df-Serie &#8222;Youth of Belfast&#8220; in der Kategorie Dokumentation. In seinen Bildern gibt er einen tristen Einblick in das Leben von Jugendlichen in Nordirland. Dabei versucht der Fotograf Empathie f\u00fcr junge Menschen aus prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen zu schaffen, die sich dem Druck der Gesellschaft beugen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Der zweite deutsche Finalist, Peter Frank, konnte die Jury in der Kreativ-Kategorie mit seinen Collagen \u00fcberzeugen, die Momente des Wartens einfangen. Dabei l\u00e4sst der K\u00fcnstler bewusst Raum f\u00fcr Interpretationen.<\/p>\n<p>Der Wettbewerb<\/p>\n<p>Seit 2007 zeichnen die Juroren des Sony World Photo Awards Fotokunst von professionellen Fotografen, aber auch freie Einsendungen und Bilder junger Nachw\u00fcchsk\u00fcnstlerinnen und -k\u00fcnstler in unterschiedlichen Kategorien aus. In diesem Jahr hatte die Jury die Wahl aus fast 420.000 Fotos \u2013 die bisher gr\u00f6\u00dfte Zahl an eingesendeten Bildern seit Beginn des Wettbewerbs. Der Hauptgewinner erh\u00e4lt dabei neben Geld- und Sachpreisen eine eigene Ausstellung im Folgejahr in London.<\/p>\n<p>Alle gek\u00fcrten Motive werden vom 17. April bis 5. Mai 2025 im <a href=\"https:\/\/www.somersethouse.org.uk\/whats-on\/sony-world-photography-awards-exhibition-2025\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Somerset House in London <\/a>gezeigt, bevor sie als Wanderausstellung in weiteren St\u00e4dten weltweit ausgestellt werden.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:hoh@heise.de\" title=\"Judith Hohmann\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">hoh<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sony World Photography Awards 2025: Die Illusion des menschlichen Zeitalters Die Gewinner des diesj\u00e4hrigen SWPA wurden vergangene Nacht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":41199,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,29,214,6540,30,1794,4036,21117,21118,215,4412],"class_list":{"0":"post-41198","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-fotowettbewerb","12":"tag-germany","13":"tag-kunst-und-design","14":"tag-london","15":"tag-sony","16":"tag-sony-world-photography-award","17":"tag-unterhaltung","18":"tag-wettbewerb"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114357947885270241","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41198","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=41198"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41198\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/41199"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=41198"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=41198"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=41198"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}