{"id":411991,"date":"2025-09-10T15:29:12","date_gmt":"2025-09-10T15:29:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/411991\/"},"modified":"2025-09-10T15:29:12","modified_gmt":"2025-09-10T15:29:12","slug":"scharfe-kritik-am-eindringen-russischer-drohnen-in-polnischen-luftraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/411991\/","title":{"rendered":"Scharfe Kritik am Eindringen russischer Drohnen in polnischen Luftraum"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 10.09.2025 17:23 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Mehrere bewaffnete Drohnen sind in den polnischen Luftraum eingedrungen &#8211; entsprechend scharf ist die Kritik an Russland. Verteidigungsminister Pistorius spricht von einer gezielten Aktion. Auch die NATO will reagieren.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat das Eindringen russischer Milit\u00e4rdrohnen in Polen als beispiellose Verletzung des Luftraums bezeichnet. Deutschland unterst\u00fctze alle Schritte, die die Sicherheit Polens und Europas gew\u00e4hrleisteten, sagte der SPD-Politiker nach einem Auftritt im Bundestag vor Journalistinnen und Journalisten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs gebe keinen Anlass zu vermuten, dass es sich um Kurskorrekturfehler handele, betonte der Verteidigungsminister. &#8222;Diese Drohnen sind ganz offenkundig gezielt auf diesen Kurs gebracht worden. Um in die Ukraine zu fliegen, h\u00e4tten sie diesen Weg nicht fliegen m\u00fcssen&#8220;, sagte Pistorius. &#8222;Sie waren offenkundig, so die Ansagen aus Polen, auch entsprechend munitioniert. Es h\u00e4tte also auch jederzeit etwas passieren k\u00f6nnen.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>    Merz: &#8222;Gef\u00e4hrdung von Menschenleben&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Provokation habe sich nicht nur gegen Polen, sondern gegen die gesamte NATO und die europ\u00e4ische Sicherheitsordnung gerichtet. Es gehe Russland eindeutig darum, &#8222;unsere Geschlossenheit&#8220; auf den Pr\u00fcfstand zu stellen, sagte der Minister weiter. Dieser Plan gehe aber nicht auf. &#8222;Wir setzen auf St\u00e4rke und Geschlossenheit, aber wir lassen uns eben nicht provozieren.&#8220; Bei dem Vorfall habe es sich &#8222;nicht um eine Petitesse&#8220; gehandelt, betonte Pistorius weiter. Die NATO werde nun reagieren &#8211; &#8222;klar, aber auch sehr besonnen und nicht eskalierend&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verurteilte den Vorfall scharf: &#8222;Russland hat Menschenleben in einem Staat gef\u00e4hrdet, der der NATO und der EU angeh\u00f6rt&#8220;, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. &#8222;Dieses r\u00fccksichtslose Vorgehen reiht sich ein in eine lange Kette von Provokationen im Ostseeraum und an der Ostflanke der NATO. Die Bundesregierung verurteilt dieses aggressive russische Vorgehen auf das Sch\u00e4rfste.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEine Sprecherin des Ausw\u00e4rtigen Amts sagte, &#8222;dass Polen nat\u00fcrlich die volle Solidarit\u00e4t der Bundesregierung angesichts der russischen Verletzungen des polnischen Luftraums genie\u00dft&#8220;. Sie f\u00fcgte hinzu, &#8222;dass wir uns nat\u00fcrlich nicht einsch\u00fcchtern lassen und gemeinsam entschlossen handeln&#8220;.<\/p>\n<p>Artikel 4 des NATO-Vertrags<\/p>\n<p>            Nach der Verletzung seines Luftraums durch russische Drohnen hat Polen bei der NATO Konsultationen gem\u00e4\u00df Artikel 4 des Nordatlantikvertrags beantragt. Gem\u00e4\u00df Artikel 4 kann jeder Mitgliedsstaat im Fall einer Bedrohung seiner &#8222;territorialen Integrit\u00e4t, politischen Unabh\u00e4ngigkeit oder Sicherheit&#8220; die Einberufung einer Sitzung des Nordatlantikrates in Br\u00fcssel verlangen. Auf der Sitzung des NATO-Rats muss das Thema besprochen werden &#8211; das kann zu gemeinsamen Beschl\u00fcssen oder Ma\u00dfnahmen f\u00fchren, muss aber nicht.<\/p>\n<p>Der Artikel wurde seit Gr\u00fcndung des B\u00fcndnisses 1949 sieben Mal in Anspruch genommen &#8211; zuletzt am 24. Februar 2022, dem Tag des russischen \u00dcberfalls auf die Ukraine. <\/p>\n<p>Der m\u00f6gliche Anwendungsbereich von Artikel 4 ist weniger klar als das in Artikel 5 des B\u00fcndnisvertrags fixierte Beistandsversprechen f\u00fcr den Fall eines &#8222;bewaffneten Angriffs&#8220; auf ein oder mehrere NATO-L\u00e4nder.\n        <\/p>\n<p>    Beratungen der NATO-Staaten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVertreter der NATO-Staaten berieten am Nachmittag auf Antrag Polens im Hauptquartier des Verteidigungsb\u00fcndnisses in Br\u00fcssel \u00fcber die Ereignisse. Die Sitzung lief unter Artikel 4 des NATO-Vertrags. Dieser sieht Beratungen mit den Verb\u00fcndeten vor, wenn sich ein NATO-Staat von au\u00dfen bedroht sieht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEin abschlie\u00dfendes Urteil wollte das westliche Verteidigungsb\u00fcndnis im Anschluss allerdings noch nicht abgeben. Die Pr\u00fcfung sei noch im Gange, sagte Generalsekret\u00e4r Mark Rutte in Br\u00fcssel. Er nannte das Vorgehen Russlands allerdings absolut r\u00fccksichtslos &#8211; ganz gleich, ob die Luftraumverletzung absichtlich erfolgt sei oder nicht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGro\u00dfbritannien stellt aber bereits eine Verst\u00e4rkung der NATO-Luftverteidigung \u00fcber Polen in Aussicht. Er habe die britischen Streitkr\u00e4fte angewiesen, entsprechende Optionen zu pr\u00fcfen, sagt Verteidigungsminister John Healey nach einem Treffen mit Vertretern aus Frankreich, Deutschland, Italien, Polen und der Ukraine.<\/p>\n<p>    Trump will mit Polens Pr\u00e4sident telefonieren<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUS-Pr\u00e4sident Donald Trump will nach dem Vorfall mit dem polnischen Pr\u00e4sidenten Karol Nawrocki telefonieren. Dies teilt ein Vertreter des Wei\u00dfen Hauses mit. Trump und das Wei\u00dfe Haus verfolgten die Berichte aus Polen, hie\u00df es weiter.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAls Reaktion auf den Abschuss russischer Drohnen sicherte EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen Polen die volle Solidarit\u00e4t der Staatengemeinschaft zu. Sie dr\u00e4ngte auf weitere Sanktionen gegen Russland, um den Druck auf den Kreml und Pr\u00e4sident Wladimir Putin weiter zu erh\u00f6hen. Auch die EU-Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas wertete das Eindringen der russischen Drohnen in den polnischen Luftraum als Absicht, was zeige, dass &#8222;Russlands Krieg eskaliert, er endet nicht&#8220;, mahnte sie beim Kurznachrichtendienst X.<\/p>\n<p>    Viele Drohnen kamen aus Belarus<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn der Nacht auf Mittwoch waren w\u00e4hrend eines massiven russischen Angriffs auf die Ukraine mehrere Drohnen in den polnischen Luftraum eingedrungen und abgeschossen worden. Nach Angaben von Regierungschef Donald Tusk handelte es sich um russische Drohnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTusk sagte, es seien mindestens 19 Verletzungen des polnischen Luftraums in der Zeit zwischen 23.30 Uhr und 6.30 Uhr festgestellt worden. Viele der unbemannten Flugobjekte kamen demnach direkt aus dem Nachbarland Belarus. Das autorit\u00e4r regierte Belarus ist ein enger Verb\u00fcndeter Russlands im Krieg gegen die Ukraine.<\/p>\n<p>    Bisher keine Berichte \u00fcber Verletzte<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach Angaben des Innenministeriums in Warschau wurden bislang sieben Drohnen oder Tr\u00fcmmerteile von Drohnen gefunden. F\u00fcnf unbemannte Flugobjekte seien in der ostpolnischen Woiwodschaft Lublin gefunden worden, sagte eine Sprecherin. Eine Drohne sei \u00fcber der Woiwodschaft Lodz in Zentralpolen abgest\u00fcrzt, eine weitere \u00fcber der nord\u00f6stlichen Woiwodschaft Masuren-Ermland. Bisher gibt es keine Berichte \u00fcber Verletzte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm ostpolnischen Dorf Wyriki wurde das Dach eines Wohnhauses von Tr\u00fcmmern einer abgeschossenen Drohne getroffen, meldete die polnische Nachrichtenagentur PAP. Verletzt wurde niemand. Wyriki liegt in der Woiwodschaft Lublin und ist etwa 15 Kilometer von der Grenze zu Belarus und um die 35 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Der Generalstab rief die Bev\u00f6lkerung auf, sich gefundenen Tr\u00fcmmerteilen nicht zu n\u00e4hern, sondern den Notruf zu w\u00e4hlen und die Polizei \u00fcber den Fund zu informieren.<\/p>\n<p>    Auch deutsche Patriot-Systeme aktiviert<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nPolen lie\u00df in der Nacht Kampfjets der eigenen Luftwaffe und die im Land stationierten Maschinen von NATO-Partnern aufsteigen. An dem Abwehreinsatz gegen die Luftraumverletzung waren laut NATO-Generalsekret\u00e4r Rutte neben polnischen F-16-Kampfjets auch niederl\u00e4ndische F-35, italienische Flugzeuge sowie deutsche Patriot-Flugabwehrsysteme beteiligt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Verteidigungsministerium in Berlin erkl\u00e4rte, die zwei deutschen Feuereinheiten des Luftverteidigungssystems Patriot am polnischen Flugplatz Rzeszow h\u00e4tten in der Nacht &#8222;sofort die Alarmbereitschaft erh\u00f6ht&#8220;.<\/p>\n<p>    Russland gibt sich gespr\u00e4chsbereit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas russische Verteidigungsministerium wies die Vorw\u00fcrfe zur\u00fcck. &#8222;Es waren keine Objekte zur Zerst\u00f6rung auf dem Territorium Polens eingeplant&#8220;, teilte das Ministerium bei Telegram mit. &#8222;Die maximale Flugreichweite der bei dem Angriff eingesetzten russischen Drohnen, die angeblich die Grenze zu Polen \u00fcberquert haben sollen, betr\u00e4gt nicht mehr als 700 Kilometer&#8220;, hie\u00df es weiter. Dennoch sei man bereit, zu diesem Thema mit dem polnischen Verteidigungsministerium Beratungen zu f\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAus Belarus hie\u00df es, das eigene Milit\u00e4r habe ebenfalls mehrere Drohnen abgeschossen, die durch elektronische St\u00f6rma\u00dfnahmen vom Kurs abgekommen seien. Das teilte der belarusische Generalstabschef Generalmajor Pawel Murawejko mit. Woher diese Drohnen stammen sollten, lie\u00df er offen. Belarus habe sowohl Litauen und Polen \u00fcber den Anflug von Drohnen informiert. Von polnischer oder litauischer Seite sind die Angaben bisher nicht best\u00e4tigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 10.09.2025 17:23 Uhr Mehrere bewaffnete Drohnen sind in den polnischen Luftraum eingedrungen &#8211; entsprechend scharf ist die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":411992,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,13,14,1159,15,3917,4043,4044,850,307,12,317],"class_list":{"0":"post-411991","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-nato","13":"tag-news","14":"tag-polen","15":"tag-russia","16":"tag-russian-federation","17":"tag-russische-foederation","18":"tag-russland","19":"tag-schlagzeilen","20":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115180717269820763","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/411991","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=411991"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/411991\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/411992"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=411991"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=411991"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=411991"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}