{"id":413007,"date":"2025-09-11T00:39:15","date_gmt":"2025-09-11T00:39:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/413007\/"},"modified":"2025-09-11T00:39:15","modified_gmt":"2025-09-11T00:39:15","slug":"a-worm-in-the-cherry","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/413007\/","title":{"rendered":"\u201eA Worm in the Cherry\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Der Nassauische Kunstverein l\u00e4dt ein: h\u00f6ren, denken, reagieren \u2013 und Humor tr\u00e4gt die Schwere, gemeinsam weiter.<\/p>\n<p>Am <strong>11. September 2025<\/strong> er\u00f6ffnet der Nassauische Kunstverein Wiesbaden um <strong>18 Uhr<\/strong> die Ausstellung <strong>\u201eA Worm in the Cherry\u201c<\/strong> \u2013 eine Einzelausstellung der diesj\u00e4hrigen <strong>Follow-Fluxus-Stipendiatin Lola G\u00f6ller<\/strong>. Wir haben die K\u00fcnstlerin am Tag vor der Vernissage getroffen.<\/p>\n<blockquote class=\"eventblock\"><p>\nNassauischer Kunstverein, kurz fasst<br \/>\n<strong>Ausstellung \u2013\u00a0<\/strong>\u201eA Worm in the Cherry\u201c<br \/>\n<strong>Wann:<\/strong> 12. September 2025 \u2013 3. Mai 2026<br \/>\n<strong>Vernissage:<\/strong> Mittwoch, 11. September 2025, 19:00 Uhr<br \/>\n<strong>Wo: <\/strong>Nassauischer Kunstverein Wiesbaden e.V., Wilhelmstra\u00dfe 15, 65185 Wiesbaden<br \/>\n<strong>Eintritt:<\/strong> 5 Euro, erm\u00e4\u00dfigt 3 Euro<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Uns erkl\u00e4rt die Wahl-Berlinerin G\u00f6ller, dass sie den Wurm nicht nagen, sondern  wohnen lasse. Wer  Nassauer Kunstverein Wiesbaden im 3. OG durch den zweiten tritt, landet im Inneren der Kirsche: rote Bahnen, latexhafte Oberfl\u00e4chen, ein fragiles B\u00fchnenbild. Der Raum klingt. <strong>Eine Sound-Collage mischt Interviews, Field Recordings und Kindheitsfetzen zu einem dichten \u201eWurm-Radio\u201c<\/strong>. Nichts posiert, alles bewegt sich: Stimmen kreisen, Fragen kreuzen sich, Wahrnehmung kippt<\/p>\n<p>\u201eWhat the fuck is happening?\u201c <\/p>\n<p>Die K\u00fcnstlerin G\u00f6ller setzt an der Gegenwart an: Sie erlebt das \u00dcberma\u00df an Meldungen, Mime, Krisen, Katzencontent \u2013 und formt daraus eine klare Frage. Keine Pose, kein Zynismus. <strong>Lola G\u00f6ller<\/strong> sammelt auf die Frage \u201eWhat the fuck is happening?\u201c Antworten aus ihrem Umfeld, schneidet sie, \u00fcberlagert sie, verschraubt sie zu Klang. So entsteht Reibung. So entsteht N\u00e4he. So entsteht <strong>Gegenwartsbew\u00e4ltigung<\/strong> \u2013 nicht belehrend, sondern einladend.<\/p>\n<p>Parasit, Trickster, \u00dcberlebensk\u00fcnstler<\/p>\n<p>Der Wurm spielt mit Rollenbildern. Wer greift an? Wer sch\u00fctzt? Wer nutzt wen aus? Spiegel reflektieren, Objekte reizen, eine \u201eKugelbahn\u201c im Zentrum der Installation lockt zum Weiterdenken. G\u00f6ller kippt die Hierarchie: Der vermeintliche St\u00f6renfried entwirft R\u00e4ume, baut Komfortzonen \u2013 <strong>\u201eSeeking Comfort in Uncomfortable Times\u201c<\/strong> \u2013 und stellt Machtfragen neu. Humor hilft dabei. Er lockert, ohne zu verharmlosen.<\/p>\n<p>Collage als Methode<\/p>\n<p>Der <strong>Nassauische Kunstverein Wiesbaden<\/strong> zeigt eine ortsspezifische Produktion: Die Arbeit <strong>\u201eA Worm in the Cherry\u201c<\/strong> ist in den letzten Wochen im Rahmen vom Fluxus-Stipendium speziell f\u00fcr die R\u00e4ume im Kunstverein entstanden. Die Collage der Einladungskarte f\u00fcr die Vernissage setzt sich im Nassauischen Kunstverein in Skulptur, Stoff, Klang fort. Alles greift ineinander: Bild, Textur, Ton. <strong>Direktorin Lotte Dinse<\/strong> begleitet das Gespr\u00e4ch, ordnet, \u00f6ffnet Blickachsen. Statt Thesen marschieren, arbeite die Ausstellung mit <strong>Andeutungen<\/strong>, Pausen, Schnittfl\u00e4chen \u2013 und mit einem pr\u00e4zisen Gesp\u00fcr f\u00fcr Timing, so Dinse.<\/p>\n<p>Digitaler Kontrollverlust, analoge Resonanz<\/p>\n<p>Zwischen <strong>Algorithmus und Aufmerksamkeit<\/strong> fragt G\u00f6ller nach Haltung: Wie filtern wir? Wie setzen wir Priorit\u00e4ten? Wie bleiben wir handlungsf\u00e4hig? Die Ausstellung antwortet nicht; sie <strong>erm\u00f6glicht<\/strong>. Sie l\u00e4dt ein, zuzuh\u00f6ren, mitzuschwingen, sich Zeit zu nehmen.<\/p>\n<p>Mit ihrer Installation geht es der K\u00fcnstlerin nicht um Antworten, sondern um <strong>Resonanz<\/strong>. Sie verweigert eindeutige Botschaften und feste Urteile. Stattdessen \u00f6ffnet sie R\u00e4ume, in denen Stimmen nicht aufeinanderprallen, sondern sich verweben. Fragmente klingen nach, Bruchst\u00fccke reiben sich, Pausen fordern auf, selbst zu f\u00fcllen.<\/p>\n<blockquote class=\"infoblock\"><p>\nKurzbiografie Lola G\u00f6ller<br \/>\n<strong>Lola G\u00f6ller<\/strong> (*1983 in Frankfurt am Main, lebt in Berlin) studierte von 2006 bis 2012 Bildende Kunst an der Universit\u00e4t der K\u00fcnste Berlin bei Christiane M\u00f6bus und Gregor Schneider. 2011 schloss sie ihr Studium als Absolventin ab, 2012 folgte der Abschluss als Meistersch\u00fclerin von Gregor Schneider.<\/p>\n<p>Die K\u00fcnstlerin erhielt zahlreiche F\u00f6rderungen, darunter Projekt- und Reisestipendien des Goethe-Instituts, des Instituts f\u00fcr Auslandsbeziehungen (ifa) sowie wiederholt des Berliner Senats. 2020 wurde ihr im Rahmen von Neustart Kultur des Kunstfonds Bonn eine Projektf\u00f6rderung zugesprochen. Zuletzt realisierte sie mit Unterst\u00fctzung von e.on-visit, Art Space Lab 48h Neuk\u00f6lln und der BVV Treptow-K\u00f6penick mehrere Ausstellungen in Berlin.<br \/>\nIhr Werk reicht von ortsspezifischen Installationen \u00fcber Performances bis zu audiovisuellen Arbeiten. Einzelausstellungen pr\u00e4sentierte sie u. a. in Berlin, Hamburg, Stuttgart, Den Haag und Prag. Internationale Stationen f\u00fchrten sie nach Chile, China, Bulgarien, Norwegen, Israel und in die USA.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Resonanz meint hier nicht Harmonie, sondern Begegnung: Wer eintritt, h\u00f6rt, denkt, reagiert \u2013 und wird Teil eines offenen Prozesses. Die Arbeit wirkt weniger wie ein abgeschlossenes Kunstwerk, sondern eher wie ein Gespr\u00e4ch, das weiterl\u00e4uft, sobald man den Raum wieder verl\u00e4sst. So entsteht ein Echo, das im Alltag nachhallt und neue Fragen provoziert.<\/p>\n<p>Fluxus-Erbe in Wiesbaden<\/p>\n<p>Dass die Ausstellung im Rahmen des <strong>Follow-Fluxus-Stipendiums<\/strong> entsteht, betont den Kontext: Wiesbaden gilt seit den 1960er-Jahren als Wiege der Fluxus-Bewegung. Das Stipendium kn\u00fcpft daran an \u2013 international nominiert, vor Ort realisiert, mit Ausstellung abgeschlossen. So wird Tradition lebendig, nicht museal. G\u00f6llers Arbeit f\u00fcgt sich in diese Linie, ohne sie zu imitieren: Sie f\u00fchrt Fluxus weiter, indem sie Wahrnehmung \u00f6ffnet und das Publikum zum Mitspieler macht.<\/p>\n<p>Foto \u2013  \u00a92025 Thalhaus<\/p>\n<p>Weitere Nachrichten aus dem\u00a0<strong>Stadtteil Mitte<\/strong>\u00a0<a href=\"http:\/\/wiesbaden-lebt.de\/tag\/mitte\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">lesen Sie hier<\/a>.<\/p>\n<p>Mehr vom <strong>Nassauischen Kunstv<\/strong><a href=\"https:\/\/www.kunstverein-wiesbaden.de\/home\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/www.kunstverein-wiesbaden.de\/home<\/a><strong>erein Wiesbaden<\/strong>.<br \/>Mehr von <strong><a href=\"https:\/\/lolagoeller.de\/about\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Lola G\u00f6ller<\/a><\/strong> hier.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"metis-img-pixel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/77dfc477324e445289c3e6e768892534.gif\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Nassauische Kunstverein l\u00e4dt ein: h\u00f6ren, denken, reagieren \u2013 und Humor tr\u00e4gt die Schwere, gemeinsam weiter. Am 11.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":413008,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1847],"tags":[3364,29,548,663,3934,30,13,2052,14,15,12,4544],"class_list":{"0":"post-413007","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wiesbaden","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-hessen","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-wiesbaden"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115182879697763172","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/413007","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=413007"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/413007\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/413008"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=413007"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=413007"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=413007"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}