{"id":413243,"date":"2025-09-11T02:52:13","date_gmt":"2025-09-11T02:52:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/413243\/"},"modified":"2025-09-11T02:52:13","modified_gmt":"2025-09-11T02:52:13","slug":"muenchen-gent-entsetzen-nach-ausladung-von-dirigent-shani","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/413243\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen\/Gent | Entsetzen nach Ausladung von Dirigent Shani"},"content":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen\/Gent (dpa) &#8211; Nach der Absage eines Konzertes der M\u00fcnchner Philharmoniker mit ihrem israelischen Dirigenten Lahav Shani im belgischen Gent zeigen deutsche Politiker sich entsetzt. Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) spricht von einem Skandal, Kulturstaatsminister Wolfram Weimer von einer \u00abSchande f\u00fcr Europa\u00bb.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abDas Flanders Festival schickt mit seiner Absage schreckliche antisemitische Misst\u00f6ne in die Welt: Dass die M\u00fcnchner Philharmoniker ausgeladen werden, weil ein Israeli am Pult steht, ist nichts anderes als grober Antisemitismus\u00bb, sagte Blume der Deutschen Presse-Agentur.\u00a0<\/p>\n<p>Das Flanders Festival Ghent hatte die kurzfristige Absage des f\u00fcr den 18. September geplanten Konzertes damit begr\u00fcndet, dass der in Tel Aviv geborene Shani auch Musikdirektor des\u00a0Israel Philharmonic Orchestra ist.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abIm Lichte seiner Rolle als Chefdirigent des Israel Philharmonic Orchestras sind wir nicht in der Lage, f\u00fcr die n\u00f6tige Klarheit \u00fcber seine Haltung dem genozidalen Regime in Tel Aviv gegen\u00fcber zu sorgen\u00bb, <a href=\"https:\/\/www.gentfestival.be\/en\/news\/flanders-festival-ghent-cancels-the-concert-on-thursday-18-september\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"noreferrer noopener\">hei\u00dft es in einer Erkl\u00e4rung auf der Homepage des Festivals<\/a>.\u00a0<\/p>\n<p>Die Ausladung sei \u00abbesch\u00e4mend, kulturfeindlich und schlicht ein Skandal\u00bb, sagte Blume. \u00abEs macht mich fassungslos, dass gerade ein Musikfestival die v\u00f6lkerverst\u00e4ndigende Kraft der Musik f\u00fcr Hetze und Spaltung missbraucht.\u00bb<\/p>\n<p>Entsetzen in M\u00fcnchen und Berlin<\/p>\n<p>Das Orchester und die Stadt M\u00fcnchen reagierten ebenfalls entsetzt auf die Ausladung. M\u00fcnchens Oberb\u00fcrgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte, er k\u00f6nne \u00abdie Entscheidung des Veranstalters in keiner Weise nachvollziehen\u00bb.\u00a0<\/p>\n<p>Das Festival betonte, Shani habe sich zwar in der Vergangenheit mehrfach \u00abf\u00fcr Frieden und Vers\u00f6hnung\u00bb ausgesprochen. In \u00dcbereinstimmung mit dem Aufruf des Kulturministers, des Stadtrats von Gent und des Kultursektors in Gent habe man sich aber entschieden, nicht mit Partnern zusammenzuarbeiten, die sich nicht eindeutig von \u00abdiesem Regime\u00bb distanziert haben.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abAufgrund der Unmenschlichkeit der aktuellen Situation und der emotionalen Reaktionen auch in unserer Gesellschaft wollen wir das Konzert nicht stattfinden lassen\u00bb, schreibt das Festival auf seiner Homepage. \u00abWir haben uns entschieden, die Ruhe unseres Festivals zu wahren und das Konzerterlebnis f\u00fcr Besucher und Musiker zu sch\u00fctzen.\u00bb<\/p>\n<p>In dem seit 2023 andauernden Gaza-Krieg mit einer hohen Zahl an zivilen Opfern weisen Israel und auch die deutsche Regierung den Genozid-Vorwurf, also den Vorwurf des V\u00f6lkermordes, zur\u00fcck.\u00a0<\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser des Gaza-Krieges war der Terror\u00fcberfall der Hamas am 7. Oktober 2023, bei dem rund 1.200 Menschen in Israel get\u00f6tet und mehr als 250 weitere in den Gazastreifen verschleppt worden waren, darunter auch Kinder.\u00a0Israel spricht von Selbstverteidigung nach dem Terrorangriff.<\/p>\n<p>Wolfram Weimer: \u00abrote Linie \u00fcberschritten\u00bb<\/p>\n<p>F\u00fcr Kulturstaatsminister Weimer ist mit der Ausladung Shanis eine Grenze \u00fcberschritten. \u00abUnter dem Deckmantel vermeintlicher Israel-Kritik wird hier ein Kultur-Boykott betrieben. Das ist blanker Antisemitismus und ein Angriff auf die Grundlagen unserer Kultur. Wenn es akzeptabel wird, deutsche Orchester und j\u00fcdische K\u00fcnstler kollektiv auszuladen, ist eine rote Linie \u00fcberschritten\u00bb, sagte er.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abEurop\u00e4ische B\u00fchnen d\u00fcrfen nicht zu Orten werden, an denen Antisemiten den Spielplan diktieren. Das wird Deutschland nicht hinnehmen \u2013 wir werden das Thema auch in die europ\u00e4ische Kulturpolitik tragen.\u00bb<\/p>\n<p>Die M\u00fcnchner Philharmoniker seien \u00abein Aush\u00e4ngeschild deutscher Kultur und Weltklasse\u00bb und er stehe hinter dem Orchester, betonte Weimer. \u00abWer ihm und seinem k\u00fcnftigen Chefdirigenten die B\u00fchne verweigert, schadet nicht Israel \u2013 er schadet Europa und seiner eigenen Glaubw\u00fcrdigkeit.\u00bb Deutschland stehe an Shanis Seite. \u00abUnsere Botschaft ist eindeutig: Wir lassen weder unsere Orchester noch unsere j\u00fcdischen K\u00fcnstler ins Abseits dr\u00e4ngen.\u00bb<\/p>\n<p>Shani soll Nachfolger von Gergijew werden\u00a0<\/p>\n<p>Der 36 Jahre alte Shani ist seit 2020 als Nachfolger von Zubin Mehta Musikdirektor des Israel Philharmonic Orchestra. Im Februar 2023 ernannten die M\u00fcnchner Philharmoniker ihn zu ihrem neuen Chefdirigenten, sein Amt soll er im September 2026 antreten.\u00a0<\/p>\n<p>Shani wird damit Nachfolger des Russen Waleri Gergijew. Dieser war rausgeworfen worden, weil er sich aus Sicht des M\u00fcnchner Stadtrats nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine nicht hinreichend von Russlands Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin, als dessen Freund er gilt, distanziert hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00fcnchen\/Gent (dpa) &#8211; Nach der Absage eines Konzertes der M\u00fcnchner Philharmoniker mit ihrem israelischen Dirigenten Lahav Shani im&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":413244,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,1423,29,30,411,8221,4046,80,1268,810,40001],"class_list":{"0":"post-413243","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-belgien","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-israel","13":"tag-konflikte","14":"tag-krieg","15":"tag-kultur","16":"tag-muenchen","17":"tag-musik","18":"tag-palaestinensische-gebiete"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115183402693621370","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/413243","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=413243"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/413243\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/413244"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=413243"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=413243"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=413243"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}