{"id":413526,"date":"2025-09-11T05:28:14","date_gmt":"2025-09-11T05:28:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/413526\/"},"modified":"2025-09-11T05:28:14","modified_gmt":"2025-09-11T05:28:14","slug":"automobilindustrie-warum-die-region-stuttgart-in-der-transformation-vorangeht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/413526\/","title":{"rendered":"Automobilindustrie: Warum die Region Stuttgart in der Transformation vorangeht"},"content":{"rendered":"<p>Trotz der aktuellen Talfahrt gilt die Automobil- und Zuliefererindustrie mit insgesamt 3,2 Millionen Besch\u00e4ftigten immer noch als wichtigstes Standbein der deutschen Wirtschaft. Mit ihrem Wertsch\u00f6pfungsbeitrag in H\u00f6he von 341 Milliarden Euro sichert sie hochproduktive und innovationsstarke Arbeitspl\u00e4tze. Doch die Risiken sind enorm \u2013 f\u00fcr manche Regionen auch in Baden-W\u00fcrttemberg ganz besonders. <\/p>\n<p>Seit 2019 wurden insgesamt rund 55\u2009000 Arbeitspl\u00e4tze abgebaut. Bis 2030 planen Hersteller und Zulieferer bisher einen weiteren Schwund von rund 100\u2009000 Arbeitspl\u00e4tzen \u2013 unterm Strich k\u00f6nnte der Netto-Abbau 90\u2009000 Jobs betragen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat in einer Studie ermittelt, welche Regionen sich im Zuge der Transformation am st\u00e4rksten wandeln m\u00fcssen, um den R\u00fcckgang rund um den Verbrennermotor zu verkraften. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> mit zweitgr\u00f6\u00dftem Besch\u00e4ftigungsanteil an der Industrie <\/p>\n<p>Direkt in der Automobilindustrie arbeiten knapp unter 900\u2009000 Menschen \u2013 gut 220\u2009000 in Baden-W\u00fcrttemberg. Die gr\u00f6\u00dften Besch\u00e4ftigtenanteile an der Industrie weisen Wolfsburg (7,0 Prozent), Stuttgart (6,8), M\u00fcnchen (6,4), Ingolstadt (4,6) und B\u00f6blingen (3,5) auf \u2013 allesamt Standorte von Automobilherstellern (OEMs). Die Abh\u00e4ngigkeiten gehen weit dar\u00fcber hinaus: 116 von 400 Kreisen und kreisfreien St\u00e4dten bundesweit haben eine besondere Pr\u00e4gung durch die Automobilwirtschaft. W\u00e4hrend im Schnitt 3,4 Prozent aller Besch\u00e4ftigten in der produktionsnahen Automobilwirtschaft t\u00e4tig sind, liegt der Anteil in den 116 Regionen bei 8,4 Prozent. <\/p>\n<p>Die Tochterfirma IW Consult hat 36 Regionen identifiziert, die stark vom Wandel betroffen sind \u2013 17 von ihnen liegen in Bayern sowie Baden-W\u00fcrttemberg. Dort konzentriert sich die Wirtschaft noch in besonderem Ma\u00dfe auf den konventionellen Motor. In Salzgitter etwa h\u00e4ngen immense 14 Prozent aller Jobs am Verbrenner und in Rastatt 7,0 Prozent, w\u00e4hrend es im Bodenseekreis noch 3,3 Prozent und in Stuttgart 2,0 Prozent sind. Die Einteilung in vier Transformationscluster macht deutlich, dass die Aufgaben h\u00f6chst unterschiedlich sind. <\/p>\n<p>19 besonders herausgeforderte Regionen \u2013 drei aus dem S\u00fcdwesten <\/p>\n<p>Unter den 36 Regionen benennt IW Consult zun\u00e4chst 19 besonders herausgeforderte Regionen mit unterdurchschnittlichen regionalen Zukunftschancen und noch begrenzten Erfolgen im Transformationsprozess. Aus Baden-W\u00fcrttemberg sind auf den Pl\u00e4tzen sechs bis acht die Landkreise Rastatt, Calw und Rottweil verzeichnet. Dort m\u00fcssten die Alarmsirenen besonders laut schrillen. Denn abgesehen von schwachen strukturellen Rahmenbedingungen haben diese Regionen aus Sicht der IW-Forscher lediglich geringe Fortschritte im Transformationsprozess gemacht. Der Aufbau neuer automobiler Chancenfelder (also bei Elektrifizierung, Automatisierung und der Vernetzung von Fahrzeugen) verl\u00e4uft schleppend, w\u00e4hrend traditionelle Antriebe in den Automotive-Unternehmen eine dominante Rolle spielen. Die Folge ist ein R\u00fcckgang der Besch\u00e4ftigung.<\/p>\n<p>F\u00fcnf High-Performance-Regionen <\/p>\n<p>Doch nicht alle Regionen sind gleicherma\u00dfen bedroht: Manche wie Heilbronn profitieren von der guten Lage sowie Anbindung an Universit\u00e4ten und innovative Unternehmen. In anderen St\u00e4dten wie Salzgitter oder Kassel hat die Industrie begonnen, sich an neue Technologien anzupassen. F\u00fcr Stuttgart oder Ingolstadt gilt sogar beides. <\/p>\n<p>Die Forscher machen f\u00fcnf sogenannte High-Performance-Regionen aus, die \u00fcberdurchschnittlich positive Zukunftschancen und bereits gro\u00dfen Erfolg im Transformationsprozess vereinen. An erster Stelle genannt werden vor allem Stuttgart und der Landkreis Ludwigsburg genannt, ferner Ingolstadt als Audi-Standort, der Landkreis Bamberg und der Ilm-Kreis in Th\u00fcringen. Diese Regionen werden als attraktive Vorbilder f\u00fcr nachhaltige Entwicklung bezeichnet.<\/p>\n<p> Vorreiterregionen haben eine gute Forschungslandschaft <\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt eine starke Hochschul- und Forschungslandschaft. Auff\u00e4llig sei beispielsweise in Stuttgart der hohe Anteil an Absolventen in den Mint-F\u00e4chern. Abgesehen vom Landkreis Ludwigsburg haben alle High-Performance-Regionen eine \u00fcberdurchschnittliche Zahl an Studierenden. Ein weiteres Kennzeichen dieser Vorreiterregionen ist eine moderne digitale Infrastruktur. Unternehmen profitieren oftmals von einem gut ausgebauten Glasfasernetz, das den Einsatz neuer Technologien wie KI erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Transformationsinseln \u2013 also Regionen mit Erfolg beim Voranschreiten im Transformationsprozess, aber unterdurchschnittlichen regionalen Zukunftschancen \u2013 zeichnen sich durch eine erfolgreiche Anpassung innerhalb der Automobilwirtschaft aus. IW Consult z\u00e4hlt sieben der 36 besonders betroffenen Regionen zu diesem Cluster, allerdings keine aus dem S\u00fcdwesten.<\/p>\n<p> Mehr politischen R\u00fcckenwind gefordert <\/p>\n<p>Zudem werden f\u00fcnf \u201eRefokussierungsregionen\u201c mit \u00fcberdurchschnittlichen Zukunftschancen, aber eingeschr\u00e4nktem Erfolg im Transformationsprozess benannt. Hier finden sich auf den Pl\u00e4tzen drei und vier der Landkreis Heilbronn und der Bodenseekreis. In diesen Regionen zeige sich eine lediglich verhaltene Verlagerung der Besch\u00e4ftigung hin zu automobilen Chancenfeldern. N\u00f6tig seien daher gezielte Strategien, um den Wandel weiter voranzutreiben und schon vorhandene individuelle St\u00e4rken in anderen Bereichen weiter auszubauen.<\/p>\n<p>Studienautor Hanno Kempermann fordert mehr R\u00fcckenwind f\u00fcr Regionen, in denen Unternehmen intensiv den Wandel betreiben. \u201eDie Politik muss daf\u00fcr sorgen, dass solche Investitionen am Standort Deutschland wieder attraktiver werden\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Trotz der aktuellen Talfahrt gilt die Automobil- und Zuliefererindustrie mit insgesamt 3,2 Millionen Besch\u00e4ftigten immer noch als wichtigstes&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":413527,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[582,1634,3364,29,30,12645,109129,1441,18731],"class_list":{"0":"post-413526","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-automobilindustrie","9":"tag-baden-wuerttemberg","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-institut-der-deutschen-wirtschaft","14":"tag-iw-studie","15":"tag-stuttgart","16":"tag-transformation"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115184015983039461","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/413526","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=413526"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/413526\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/413527"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=413526"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=413526"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=413526"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}