{"id":413612,"date":"2025-09-11T06:13:11","date_gmt":"2025-09-11T06:13:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/413612\/"},"modified":"2025-09-11T06:13:11","modified_gmt":"2025-09-11T06:13:11","slug":"berlin-nichts-fuer-schwache-nerven-stephen-kings-the-long-walk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/413612\/","title":{"rendered":"Berlin | Nichts f\u00fcr schwache Nerven: Stephen Kings \u00abThe Long Walk\u00bb"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Es klingt so simpel wie grausam. 50 junge M\u00e4nner werden bei einem langen Ausdauermarsch durch das amerikanische Hinterland getrieben, bei dem nur einer \u00fcberleben soll. Das ist der Plot der neuen Stephen-King-Verfilmung \u00abThe Long Walk &#8211; Todesmarsch\u00bb, der jetzt in den Kinos startet (11. September).\u00a0<\/p>\n<p>Die Geschichte erinnert auf den ersten Blick etwas an die Fantasy-Filmreihe \u00abDie Tribute von Panem\u00bb &#8211; ebenfalls eine Romanadaption \u00fcber einen t\u00f6dlichen Wettkampf zwischen jungen Menschen -, ist aber deutlich \u00e4lter.<\/p>\n<p>Bestsellerautor King hatte den Roman unter seinem Synonym Richard Bachman bereits im Jahr 1979 herausgebracht. Er schrieb die Geschichte damals vor dem Hintergrund des Vietnamkriegs. Tats\u00e4chlich f\u00fchrt bei \u00abThe Long Walk\u00bb nun auch der \u00abPanem\u00bb-Regisseur Francis Lawrence die Regie.\u00a0<\/p>\n<p>M\u00e4nner beim \u00abTodesmarsch\u00bb nach drei Warnungen erschossen<\/p>\n<p>Wie im Buch wird im Film ein Nachkriegsamerika von einem autorit\u00e4ren Milit\u00e4rregime regiert. Die Menschen im Land sind arm. Unter der Leitung des Majors (Mark Hamill) wird jedes Jahr ein \u00abTodesmarsch\u00bb veranstaltet, f\u00fcr den 50 junge M\u00e4nner mehr oder weniger freiwillig zur Teilnahme ausgelost werden.<\/p>\n<p>Das Ziel: Ohne Pause im Tempo von drei Meilen pro Stunde durch die USA laufen (umgerechnet knapp f\u00fcnf Kilometer pro Stunde). Der Gewinner erh\u00e4lt ein hohes Preisgeld und hat einen Wunsch frei.\u00a0<\/p>\n<p>Eine festgelegte Ziellinie gibt es nicht. Vielmehr gewinnt derjenige, der am Ende \u00fcbrig bleibt. Denn wer nicht mithalten kann oder eine Verschnaufpause einlegt, wird insgesamt dreimal verwarnt und dann sofort erschossen. \u00dcbertragen wird der \u00dcberlebenskampf im Fernsehen.<\/p>\n<p>Viele brutale und explizite Szenen<\/p>\n<p>Die Geschichte dreht sich um den Teilnehmer Raymond Garraty, gespielt von Cooper Hoffman, der Sohn von Hollywood-Legende Philip Seymour Hoffman. Er freundet sich auf der Strecke mit anderen Mitstreitern an.\u00a0<\/p>\n<p>Im Verlauf des beschwerlichen Marsches realisieren die M\u00e4nner zunehmend, in welcher gef\u00e4hrlichen Situation sie stecken (Beispiel: \u00abEs hat eine Weile gedauert, bis ich wirklich kapiert habe, worum es wirklich geht: Lauf weiter oder stirb\u00bb).\u00a0<\/p>\n<p>\u00abThe Long Walk\u00bb ist eine insgesamt gelungene King-Adaption mit einigen \u00c4nderungen der Vorlage. Er d\u00fcrfte Fans von Filmen \u00abTribute von Panem\u00bb, \u00abDeath Race\u00bb oder auch des Netflix-Hits \u00abSquid Game\u00bb gefallen. Zuschauer sollten sich auf viele brutale und explizite Szenen einstellen.\u00a0<\/p>\n<p>Kein klassischer Hollywood-Blockbuster &#8211; viel Dialog, wenig Action<\/p>\n<p>Allerdings bringt Regisseur Lawrence mit dem Horror-Thriller keinen klassischen Hollywood-Blockbuster auf die Leinwand. Er verzichtet zum Beispiel auf aufwendige Action-Szenen, sondern beschr\u00e4nkt sich gr\u00f6\u00dftenteils auf die Eint\u00f6nigkeit des Wettstreits.\u00a0<\/p>\n<p>So sieht der Zuschauer die meiste Zeit, wie die M\u00e4nner Meile f\u00fcr Meile zur\u00fccklegen &#8211; tags\u00fcber und nachts auf verlassenen Stra\u00dfen. Geplagt werden sie von Hitze, H\u00fcgeln, steilen Stra\u00dfen, dem Toilettengang (Nein, auch hier ist keine Pause erlaubt), der eigenen Psyche und Schlafmangel. Hinzu kommen schmerzende Kn\u00f6chel und krampfende Muskeln, die ein Weiterlaufen teilweise unm\u00f6glich machen.\u00a0<\/p>\n<p>Nur selten werden R\u00fcckblenden gezeigt, auch die \u00dcbertragung des Wettstreits im Fernsehen bleibt eine Randnotiz. Zuschauer stehen lediglich vereinzelt an der Strecke. Es entsteht eine beklemmende, triste Stimmung, die Monotonie des Marsches wirkt visuell mit der Zeit abstumpfend.\u00a0<\/p>\n<p>Erschreckend aktuell<\/p>\n<p>Umso tragischer wird die Geschichte, weil die meisten Teilnehmer untereinander Freundschaften schlie\u00dfen, sich gegenseitig retten und \u00fcber ihre Lebensgeschichten sprechen, statt sich als Konkurrenten wahrzunehmen. \u00abThe Long Walk\u00bb ist daher auch ein dialoglastiger Film \u00fcber den Wert von Kameradschaft.\u00a0<\/p>\n<p>Er lebt dabei von der Leistung der Schauspieler. \u00abStar Wars\u00bb-Star Mark Hamill verk\u00f6rpert den Major als kaltherzigen Befehlshaber mit verspiegelter Sonnenbrille, der stets in einem Gel\u00e4ndewagen von Soldaten begleitet mitf\u00e4hrt und die Teilnehmer anheizt.\u00a0<\/p>\n<p>Er sagt, der Todesmarsch solle die Arbeitsmoral der Menschen im Land wecken (\u00abEpidemie der Faulheit\u00bb), die rigorose Wortwahl erinnert dabei etwas an US-Pr\u00e4sident Donald Trump. Generell wirkt der Film in Zeiten von Kriegen und autorit\u00e4ren Regimen auf der Welt erschreckend aktuell.\u00a0<\/p>\n<p>Bald weitere King-Adaption in den Kinos geplant<\/p>\n<p>Im Vergleich zur k\u00fcrzlich erschienenen und lebensbejahenden Stephen-King-Verfilmung \u00abThe Life of Chuck\u00bb kommt also wieder ein deutlich d\u00fcsterer Stoff des Autors auf die Leinwand.<\/p>\n<p>Bereits im November soll mit \u00abThe Running Man\u00bb eine weitere King-Adaption in den Kinos laufen. Darin geht es um einen Mann, der an einer t\u00f6dlichen Spielshow im Fernsehen teilnimmt, um Geld zu gewinnen. Also wieder ein \u00dcberlebenskampf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Es klingt so simpel wie grausam. 50 junge M\u00e4nner werden bei einem langen Ausdauermarsch durch&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":413613,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1841],"tags":[1605,3364,29,92,30,95,109137,1209,64],"class_list":{"0":"post-413612","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bielefeld","8":"tag-bielefeld","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-film","12":"tag-germany","13":"tag-kino","14":"tag-kinostart-11-september","15":"tag-nordrhein-westfalen","16":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115184193086854118","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/413612","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=413612"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/413612\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/413613"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=413612"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=413612"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=413612"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}