{"id":413967,"date":"2025-09-11T09:27:13","date_gmt":"2025-09-11T09:27:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/413967\/"},"modified":"2025-09-11T09:27:13","modified_gmt":"2025-09-11T09:27:13","slug":"pro-contra-501-regel-werft-leipzig-wolfsburg-und-leverkusen-aus-der-bundesliga","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/413967\/","title":{"rendered":"Pro &#038; Contra 50+1-Regel: Werft Leipzig, Wolfsburg und Leverkusen aus der Bundesliga!"},"content":{"rendered":"<p>Die Fu\u00dfball-Bundesliga zittert um ihren Status Quo. Das Bundeskartellamt stellt die 50+1-Regel infrage, nach der Investoren nicht die Mehrheit an einem Klub halten d\u00fcrfen. Das liegt an drei Ausnahmen. M\u00fcssen diese Sonderrechte also weg? Ein Pro &amp; Contra.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der deutsche Fu\u00dfball tr\u00e4gt eine offene Wunde. Drei, um genau zu sein: Leipzig, Wolfsburg und Leverkusen. Fans wissen es schon lange, jetzt ist es auch rechtlich best\u00e4tigt: Diese drei Vereine schummeln.<\/p>\n<p>Um zu verhindern, dass der deutsche Fu\u00dfball (wie etwa der englische, wo die Fankultur aus dem Stadion vertrieben wurde) zum Spielball von Milliard\u00e4ren und Konzernen wird, gibt es die 50+1-Regel. Sie besagt, dass ein Fu\u00dfballverein immer die Stimmenmehrheit \u00fcber seinen Profiklub behalten muss \u2013 also mindestens 50 Prozent plus eine Stimme.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/editorial.one\/editor\/welt\/article\/68bff69115695f6010154d0a\/edit\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/editorial.one\/editor\/welt\/article\/68bff69115695f6010154d0a\/edit&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Lesen Sie hier das Contra von Sven Flohr: Beendet den unglaubw\u00fcrdigen Eiertanz zwischen Kult und Kommerz!<\/b><\/a><\/p>\n<p>Seither ist die 50+1-Regel die heilige Kuh des deutschen Fu\u00dfballs \u2013 in den Fankurven geliebt, bei Investoren verachtet. Die Deutsche Fu\u00dfball Liga (DFL) hat ein Gutachten beim Bundeskartellamt in Auftrag gegeben, um zu pr\u00fcfen, ob die 50+1-Regel gegen Wettbewerbsrecht verst\u00f6\u00dft. Investoren versuchen so seit Jahren, die Regel zu kippen. Doch das Ergebnis des Bundeskartellamts ist so weitreichend wie bemerkenswert. Nicht nur erkennen die Juristen die 50+1-Regel als rechtm\u00e4\u00dfig und wettbewerbsm\u00e4\u00dfig unbedenklich an, sie gehen sogar noch einen Schritt weiter. Alle Ausnahmeregelungen m\u00fcssen beendet werden, hei\u00dft es in der Empfehlung. Und da sind wir wieder bei Leipzig, Leverkusen und Wolfsburg.<\/p>\n<p>RB Leipzig ist besonders perfide<\/p>\n<p>Als die 50+1-Regel 1998\/1999 eingef\u00fchrt wurde, erhielten Leverkusen und Wolfsburg sofort eine Sondergenehmigung. Begr\u00fcndung: Bayer und Volkswagen h\u00e4tten ihre Klubs seit Jahrzehnten getragen, also d\u00fcrfe man ihnen die Konzernherrschaft nicht nehmen. Doch aus einer befristeten Ausnahme ist l\u00e4ngst ein Dauerprivileg geworden. Bis heute geh\u00f6ren beide Vereine zu 100 Prozent ihren Konzernen \u2013 ein klarer Bruch mit dem Geist der Regel. RB Leipzig ist besonders perfide. Da die Mitglieder formal die Macht behalten m\u00fcssen, l\u00e4sst der \u201eVerein\u201c (de facto Red Bull) nur 23 (!) stimmberechtigte Mitglieder \u00fcberhaupt zu. Echte Mitgliedsantr\u00e4ge von Fans? Abgelehnt. Demokratische Kontrolle? Illusion. Die 50+1-Regel ist hier zur Farce verkommen. Mit Hoffenheim hat sich das vierte schwarze Schaf 2023 immerhin selbst das Privileg genommen.<\/p>\n<p>Statt schnell zu reagieren, hat die DFL als Reaktion den Bock zum G\u00e4rtner gemacht. In Fernando Carro wurde nun ausgerechnet der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Bayer Leverkusen in den Aufsichtsrat der DFL gew\u00e4hlt. Ein Schummel-Chef soll kontrollieren, dass alles mit rechten Dingen zugeht? Nat\u00fcrlich nicht, wie er selbst direkt nach seiner Wahl zugibt: \u201eIch kann nur sagen, dass ich keine Notwendigkeit sehe, etwas zu \u00e4ndern. Wir haben eine Satzung, an der man nichts \u00e4ndern sollte oder m\u00fcsste.\u201c Die Einsch\u00e4tzung des Bundeskartellamts sei ohnehin nur vorl\u00e4ufig. \u201eWir haben doch bis jetzt mit den Ausnahmen ohne Probleme leben k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Wer den Wettbewerb ernst nimmt, muss jetzt handeln. W\u00e4hrend Fans in Kaiserslautern, Hamburg oder Dresden Spendenaktionen starten, wenn ihr Klub in Not ger\u00e4t, k\u00f6nnen Bayer, VW und Red Bull ihre Fu\u00dfballabteilungen beliebig quersubventionieren \u2013 wie nach der Corona-Pandemie geschehen. F\u00fcr Traditionsvereine entsteht ein doppelter Wettbewerbsnachteil eines abstrusen Systems. Die Vereine, die Millionen in die Stadien und vor die Fernseher locken und f\u00fcr das enorme Geld im Gesch\u00e4ft sorgen, werden daf\u00fcr n\u00e4mlich noch nicht einmal bei der Verteilung der TV-Gelder belohnt. <\/p>\n<p>Vielleicht k\u00f6nnen sie ihre eigene Liga gr\u00fcnden<\/p>\n<p>Diese richtet sich zum Gro\u00dfteil nach dem sportlichen Erfolg und nicht, wie der Name es suggerieren w\u00fcrde, nach den TV-Einschaltquoten. Obwohl Hoffenheim und Wolfsburg nach Einschaltquoten im vergangenen Jahr die beiden Vereine waren, f\u00fcr die sich am wenigsten Menschen interessiert haben, werden sie aus dem TV-Topf dieses Jahr fast doppelt so viel erhalten wie der HSV, der regelm\u00e4\u00dfige Top-Quoten erzielt.<\/p>\n<p>Erst bevorzugt die DFL Retortenvereine strukturell und l\u00e4sst sie dann noch von den Fans der Traditionsvereine durch die unfaire Verteilung der TV-Gelder quersubventionieren. Die DFL muss handeln: Leipzig, Wolfsburg und Leverkusen m\u00fcssen sich endlich an die Regeln halten, sonst muss man sie aus der Bundesliga schmei\u00dfen.<\/p>\n<p>Vielleicht k\u00f6nnen sie ihre eigene Liga gr\u00fcnden. VW gegen Bayer, Red Bull gegen SAP. Das interessiert dann zwar keinen, aber wir k\u00f6nnen uns endlich wieder \u00fcber den lauen Kick des eigenen Vereins \u00e4rgern \u2013 statt \u00fcber die Schummeleien der unliebsamen Drei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Fu\u00dfball-Bundesliga zittert um ihren Status Quo. 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