{"id":414982,"date":"2025-09-11T18:30:13","date_gmt":"2025-09-11T18:30:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/414982\/"},"modified":"2025-09-11T18:30:13","modified_gmt":"2025-09-11T18:30:13","slug":"autozulieferer-forvia-hybridautos-in-europa-ueber-2035-hinaus-zulassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/414982\/","title":{"rendered":"Autozulieferer Forvia: \u201eHybridautos in Europa \u00fcber 2035 hinaus zulassen\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Vor dem Treffen zwischen EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen und Spitzen der Autoindustrie an diesem Freitag mehren sich europaweit Forderungen nach einer Abschaffung des Verbrennerverbots. \u201eDie Technologie, vollelektrisch zu fahren, ist sicher verf\u00fcgbar, wir haben aber nicht die Konsumenten mitgenommen\u201c, sagte Martin Fischer, der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des franz\u00f6sischen Autozulieferers Forvia , im Gespr\u00e4ch mit der F.A.Z. \u201eDeshalb ist wichtig, dass Europa sich \u00f6ffnet und Hybridautos, Plug-in-Hybridautos und Range Extender auch \u00fcber 2035 hinaus zul\u00e4sst.\u201c Zuvor hatten vor allem deutsche Industrievertreter wie VDA-Chefin Hildegard M\u00fcller oder Bosch -Chef Stefan Hartung und Politiker wie CSU-Chef Markus S\u00f6der auf eine Aufweichung der EU-Verordnung gedr\u00e4ngt, von 2035 an nur noch den Verkauf von Neuwagen zuzulassen, die kein CO2 aussto\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eWenn man sich anschaut, was erfolgreiche M\u00e4rkte wie China auszeichnet, ist das ein guter Einklang zwischen Technologieverf\u00fcgbarkeit, Regulierung und Konsumenteninteressen\u201c, so Fischer weiter. In Europa stehe die Regulierung dagegen \u201enoch nicht ganz\u201c in Einklang mit der Akzeptanz der Elektromobilit\u00e4t. Obendrein sei zu diskutieren, ob das Verbrennerverbot im Jahr 2035 wirklich das beste \u00f6kologische Ergebnis liefere. Die Industrie stehe dahinter, die CO2-Werte zu senken. Man m\u00fcsse aber die komplette Bilanz und nicht blo\u00df die Emissionen vom Tank zum Rad betrachten, mahnte der Forvia-Chef. Der Autozulieferer war 2024 nach Umsatz der f\u00fcnftgr\u00f6\u00dfte <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Europa\" data-rtr-id=\"39e7f7fa764abfffb19d8f1651d69023170e7664\" data-rtr-score=\"143.13041649137568\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/europa\" title=\"Europa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europas<\/a> und der zehntgr\u00f6\u00dfte der Welt. Der geb\u00fcrtige Deutsche und vorherige ZF-Vorstand Fischer f\u00fchrt den mehr als 150.000 Mitarbeiter z\u00e4hlenden Konzern, dessen gr\u00f6\u00dfter Gesch\u00e4ftsbereich Autositze sind, seit M\u00e4rz.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Neben der Abschaffung des Verbrennerverbots will der Forvia-Chef am Freitag noch eine zweite, von franz\u00f6sischer Seite schon lange erhobene Forderung an die EU-Kommissionspr\u00e4sidentin richten: Local-Content-Vorgaben einzuf\u00fchren, also ein Mindestma\u00df an europ\u00e4ischer Wertsch\u00f6pfung f\u00fcr Europas Autoindustrie verpflichtend machen. \u201eWir stehen unter erheblichem Wettbewerbsdruck\u201c, hob Fischer hervor. Die Gefahr sei real, von Importen aus Asien und insbesondere China \u201e\u00fcberrannt\u201c zu werden. \u201eAls globaler Lieferant kennen wir die Kostenstrukturen in China\u201c, sagte er. Je nach Produkt l\u00e4gen die dortigen Herstellungskosten f\u00fcr die sehr lokal aufgestellten Forvia-Ableger zwischen 15 bis 30 Prozent unter denen in Europa. Es sei daher \u201eein durchaus berechtigtes politisches Interesse, hier auf Made in Europe f\u00fcr den europ\u00e4ischen Markt zu dr\u00e4ngen\u201c, zumal China und die USA auch solche Schutzma\u00dfnahmen ergriffen haben.<\/p>\n<p>Von China lernen<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">F\u00fcr die Gro\u00dfen wie Forvia stelle der scharfe Wettbewerbsdruck \u201ekein Problem\u201c dar, betonte Fischer. \u201eWir k\u00f6nnen unsere Sitze in China, wir k\u00f6nnen unsere Sitze auch in Europa fertigen.\u201c F\u00fcr kleine Zulieferer sei die Lage hingegen sehr problematisch. \u201eIch halte Local-Content-Vorgaben f\u00fcr sinnvoll, damit wir eine Stabilisierung unserer Lieferantenbasis in Europa gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnen\u201c, entgegnete der Manager auf die Frage, ob die Schutzma\u00dfnahmen nicht zu neuen Handelsspannungen f\u00fchrten. \u201eWenn zu viele Mittelst\u00e4ndler, die nicht die M\u00f6glichkeit haben, aus China oder Indien zu liefern, ihre Daseinsberechtigung hier in Europa verlieren, dann kann das zu Zust\u00e4nden f\u00fchren, die nicht gut kontrollierbar sind\u201c, so Fischer. Das sei sowohl eine Gefahr f\u00fcr gro\u00dfe Zulieferer als auch f\u00fcr die Autohersteller.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der globale Automarkt sei hart umk\u00e4mpft, unterstrich Fischer. Die aufstrebenden chinesischen Hersteller sch\u00fcfen f\u00fcr Forvia als Zulieferer mit technisch f\u00fchrenden Produkten gleichwohl gro\u00dfe Wachstumschancen. \u201eWir wachsen besonders stark in China\u201c, erkl\u00e4rte er. Mehr als 20 Prozent des letztj\u00e4hrigen Konzernumsatzes entfielen auf das Reich der Mitte, die H\u00e4lfte davon auf Gesch\u00e4fte mit heimischen Herstellern. K\u00fcnftig d\u00fcrfte es noch mehr sein. So seien im ersten Halbjahr gar 30 Prozent des Auftragseingangs auf China entfallen und davon mehr als zwei Drittel auf Gesch\u00e4fte mit chinesischen Herstellern. Man sei also \u201erobust gegen Verschiebungen\u201c, die man zwischen den verschiedenen Kunden in den verschiedenen Regionen der Welt sehe.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Fischer nannte es im Lichte von <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"China\" data-rtr-id=\"705657837f72060fe7cf7bde07d0a9c00e344da1\" data-rtr-score=\"66.57677745056795\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/china\" title=\"China\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Chinas<\/a> Aufstieg \u201ezwangsl\u00e4ufig\u201c, dass Europas Autoindustrie ihre Arbeitsweise \u00ad\u00e4ndert. Das gelte insbesondere f\u00fcr die Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Zulieferern. Entwicklungsprozesse m\u00fcssten beschleunigt werden, ohne dabei auf die gewohnte Qualit\u00e4t zu verzichten. Hier gebe es bei Forvia schon F\u00e4lle, wo man von China gelernt habe. \u201eWenn Sie herk\u00f6mmliche Scheinwerfer entwickelt haben, dann waren das Prozesse, die durchaus zwei Jahre dauern konnten. Wir haben jetzt einen Entwicklungsprozess qualifiziert, der uns Scheinwerfer in Qualit\u00e4t innerhalb von nur neun Monaten entwickeln l\u00e4sst\u201c, so Fischer.<\/p>\n<p>Man betreibe ein \u201esehr intensives Portfoliomanagement\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die neuen Realit\u00e4ten auf dem Automarkt setzten alle Akteure unter Druck, wettbewerbsf\u00e4higer zu werden, mahnte der Forvia-Chef. Er rechnet deshalb auch mit einer weiteren Konsolidierung in der europ\u00e4ischen Zuliefererindustrie. Aus Fischers Sicht hat im vergangenen halben Jahr bis Dreivierteljahr die Einsicht zugenommen, dass die Zusammenlegung von Gesch\u00e4ftseinheiten sinnvoll sein k\u00f6nnte, um Marktst\u00e4rke herzustellen. Forvia selbst hat mit dem 2022 erfolgten Kauf des Lippst\u00e4dter Lichttechnikspezialisten Hella die Konsolidierung schon vorangetrieben. Die Franzosen gewannen damit an Gr\u00f6\u00dfe, halsten sich aber just zum Ende der Niedrigzinsphase auch einen hohen Schuldenberg auf. F\u00fcr den heutigen Forvia-Chef ist das ein Hauptgrund daf\u00fcr, dass der Konzern an der B\u00f6rse nach wie vor nur mit kaum mehr als zwei Milliarden Euro bewertet wird \u2013 weshalb der Schuldenabbau neben der Forcierung von Innovationen und der Verschlankung von Konzernstrukturen zu seinen Priorit\u00e4ten geh\u00f6rt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eIndem wir jetzt in den n\u00e4chsten Jahren die Schulden abbauen werden, wird sich das auch positiv auf den B\u00f6rsenpreis auswirken\u201c, zeigte sich Fischer \u00fcberzeugt. Das soll auch durch die Ver\u00e4u\u00dferung einiger nichtstrategischer Verm\u00f6genswerte geschehen. Man betreibe ein \u201esehr intensives Portfoliomanagement\u201c und wolle sich k\u00fcnftig auf Aktivit\u00e4ten fokussieren, in denen man dauerhaft die Marktposition eins, zwei oder mindestens drei belege. Zu den laufenden Verkaufsgespr\u00e4chen h\u00e4lt sich der Forvia-Chef bedeckt, Details will er im Februar bekannt geben. Klar sei: \u201eInvestoren wollen etwas klarer investieren und nicht notwendigerweise in ein Automobilzuliefererkonglomerat.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vor dem Treffen zwischen EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen und Spitzen der Autoindustrie an diesem Freitag mehren sich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":414983,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-414982","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115187091467352234","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/414982","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=414982"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/414982\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/414983"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=414982"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=414982"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=414982"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}