{"id":416456,"date":"2025-09-12T08:07:14","date_gmt":"2025-09-12T08:07:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/416456\/"},"modified":"2025-09-12T08:07:14","modified_gmt":"2025-09-12T08:07:14","slug":"warum-deutschland-keine-militaerbeobachter-zu-sapad-2025-schickt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/416456\/","title":{"rendered":"Warum Deutschland keine Milit\u00e4rbeobachter zu &#8222;Sapad 2025&#8220; schickt"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>hintergrund<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 12.09.2025 09:03 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Seit Langem ist es \u00fcblich, zu milit\u00e4rischen Gro\u00df\u00fcbungen Beobachter aus dem Ausland einzuladen. Dieser Tradition folgte Belarus auch f\u00fcr das Man\u00f6ver &#8222;Sapad 2025&#8220;. Die Bundesregierung entsendet niemanden, und nennt Gr\u00fcnde.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/silvia-stoeber-103.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Silvia St\u00f6ber\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1755804194_680_silvia-stoeber-105.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nJedes Jahr f\u00fchren die russischen Streitkr\u00e4fte Gro\u00dfman\u00f6ver in einem ihrer vier Milit\u00e4rbezirke durch. Experten k\u00f6nnen dabei wertvolle Informationen sammeln, wie sich Russland milit\u00e4rstrategisch aufstellt. Von besonderem Interesse ist das alle vier Jahre stattfindende Man\u00f6ver im westlichen Milit\u00e4rbezirk Russlands &#8211; Sapad genannt, zu Deutsch Westen. Es wird auch auf dem Territorium des Verb\u00fcndeten Belarus ausgetragen, an den Grenzen zur NATO.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nRussland nutzt diese Man\u00f6ver auch, um Milit\u00e4rger\u00e4t in Regionen zu transportieren, die als Aufmarschgebiet dienen. Das traf zu bei &#8222;Sapad 2021&#8220;, als die russischen Streitkr\u00e4fte Ausr\u00fcstung nach Belarus verlagerten &#8211; f\u00fcr die Invasion in der Ukraine am 24. Februar 2022. Schon 2008 hatte Russland nach einem Gro\u00dfman\u00f6ver im s\u00fcdlichen Milit\u00e4rbezirk Panzer und die Ausr\u00fcstung dort einsatzbereit gehalten und war kurz darauf in Georgien einmarschiert.<\/p>\n<p>    Verteidigungsattach\u00e9s vor Ort<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs ist aber auch Tradition, Milit\u00e4rbeobachter aus Partner- und Gegnerstaaten einzuladen. So hielt es Belarus auch in diesem Jahr, wo der Gro\u00dfteil der \u00dcbungen im Rahmen von &#8222;Sapad 2025&#8220; abgehalten wird: Die akkreditierten ausl\u00e4ndischen Milit\u00e4rattach\u00e9s, darunter Vertreter von neun NATO-Mitgliedstaaten, k\u00f6nnten als Beobachter teilnehmen, teilte das Verteidigungsministerium in Minsk am 13. August mit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nReiner Schwalb, Brigadegeneral a. D. der Bundeswehr und von 2011 bis 2018 Milit\u00e4rattach\u00e9 an der deutschen Botschaft in Moskau, erkl\u00e4rt das Verfahren: \u00dcblicherweise gebe es im Vorjahr Absprachen zwischen der jeweiligen Regierung im Gastland und dem Corps der Milit\u00e4rattach\u00e9s, die dort akkreditiert sind. Schwalb nahm 2013 und 2017 als Beobachter an &#8222;Sapad&#8220; teil.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEingeladen werden die ausl\u00e4ndischen Milit\u00e4rvertreter bei Man\u00f6vern \u00fcblicherweise zu den Abschluss\u00fcbungen, bei denen die beteiligten Streitkr\u00e4fte F\u00e4higkeiten einiger Truppenteile pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>    M\u00f6glichst viele Informationen sammeln<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSchwalb sagt, mit milit\u00e4rischer Expertise k\u00f6nne man an solchen Vorf\u00fchrungen ablesen, ob nur eine Show aufgef\u00fchrt oder milit\u00e4risches K\u00f6nnen demonstriert werde. Das betreffe zum Beispiel den Ablauf der Befehlsketten oder das taktische Handeln auf unterster Ebene. Davon abgesehen k\u00f6nnten sich die Verteidigungsattach\u00e9s auch im Land bewegen und zum Beispiel an Verladebahnh\u00f6fen beobachten, welche Truppenteile Ausr\u00fcstung transportieren. Untersagt ist \u00fcblicherweise das Fotografieren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSchwalb pl\u00e4diert daf\u00fcr, alle angebotenen M\u00f6glichkeiten zur Man\u00f6ver-Beobachtung zu nutzen, auch wenn L\u00e4nder wie Belarus und Russland so etwas propagandistisch ausschlachteten. Es gehe darum, so viele Informationen wie m\u00f6glich zu sammeln und Signale wahrzunehmen, zum Beispiel ob gedroht oder beruhigt werden solle.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nInsbesondere im Rahmen des so genannten Wiener Dokuments sollten Experten als Beobachter entsendet werden, so Schwalb. Dieses Wiener Dokument wurde 1990 von den Teilnehmerstaaten der Organisation f\u00fcr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beschlossen und zuletzt 2011 aktualisiert. Ziel ist es, auf milit\u00e4rischer Ebene Transparenz und Vertrauen zu schaffen, auch um Zwischenf\u00e4lle und die Versch\u00e4rfung von Konflikten zu verhindern &#8211; wie in der Nacht auf den 10. September geschehen, als zahlreiche russische Drohnen in den polnischen Luftraum eindrangen.<\/p>\n<p>    Abschreckung durch Transparenz<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDeutschland kommt seinen Verpflichtungen im Rahmen des Wiener Dokuments weiter nach. Um milit\u00e4rische F\u00e4higkeiten transparent zu machen, lud die Bundesregierung zum Beispiel am 12. und 13. Mai nach Deutschland ein. Laut einer Pressemitteilung des Bundesverteidigungsministeriums nahmen 57 Beobachterinnen und Beobachter aus 28 OSZE-Teilnehmerstaaten sowie ein Partnerstaat der Organisation teil.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNeben dem vertrauensbildenden Charakter h\u00e4tten solche Ma\u00dfnahmen zur R\u00fcstungskontrolle eine weitere Funktion: &#8222;Sie leisten durch Transparenz und Offenheit auch einen Beitrag zur Abschreckung, indem sie die Einsatzbereitschaft der Streitkr\u00e4fte dokumentieren.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDies sieht Schwalb als Argument daf\u00fcr, auch Beobachter aus Russland zu NATO-\u00dcbungen einzuladen. Zudem k\u00f6nne man so klar zeigen, dass es sich um \u00dcbungen zur Verteidigung und nicht zum Angriff handele.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVor 2022 sei Belarus und Russland regelm\u00e4\u00dfig Beobachtung angeboten worden, zum Beispiel im Rahmen der NATO-Gro\u00df\u00fcbung &#8222;Trident Juncture&#8220; 2018, teilte eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums auf Anfrage mit. Seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 seien Russland und Belarus jedoch nicht mehr zu Man\u00f6vern oder Milit\u00e4r\u00fcbungen eingeladen worden. Ein Grund sei, dass Russland die Implementierung des Wiener Dokuments seitdem vollst\u00e4ndig ausgesetzt habe.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>Keine deutschen Beobachter bei Sapad 2025<\/strong><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZu &#8222;Sapad 2025&#8220; lud Belarus trotzdem neben den akkreditierten Milit\u00e4rattach\u00e9s auch Beobachter der OSZE-Staaten ein. Man habe die Organisation bereits vergangenes Jahr \u00fcber &#8222;Sapad 2025&#8220; informiert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Bundesregierung nahm diese Einladung nicht an: &#8222;Vor dem Hintergrund des fortdauernden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat die Bundesregierung in enger Abstimmung mit unseren Partnern und Verb\u00fcndeten entschieden, bis auf Weiteres keine Ma\u00dfnahmen nach dem Wiener Dokument auf den Gebieten Russlands und Belarus durchzuf\u00fchren&#8220;, teilte die Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums mit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIhr und dem Ausw\u00e4rtige Amt zufolge wird in diesem Jahr auch kein akkreditierter Verteidigungsattach\u00e9 zugegen sein. An &#8222;Sapad 2021&#8220; nahm der Verteidigungsattach\u00e9 der deutschen Botschaft in Minsk noch als Beobachter teil.<\/p>\n<p>    Regeln umgangen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nExperten wiesen schon bei &#8222;Sapad 2017&#8220; darauf hin, dass Russland die Regeln des Wiener Dokuments umgangen habe. So fanden im Zusammenhang mit dem Gro\u00dfman\u00f6ver kleinere Truppen\u00fcbungen statt. Die daran teilnehmenden Soldaten und Panzer wurden jedoch in den offiziellen Angaben nicht mitgez\u00e4hlt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDamit mussten bestimmte Pflichten im Rahmen des Wiener Dokuments, die zum Beispiel ab einer Gr\u00f6\u00dfe von 13.000 Soldaten oder 300 Panzern gelten, nicht eingehalten werden. Auch deklariert Russland die Man\u00f6ver als defensiv. Experten sahen in dem trainierten Szenario gegen den fiktiven Staat &#8222;Weischnoria&#8220; aber einen Gro\u00dfangriff auf NATO-Staaten.<\/p>\n<p>    Russland lehnte Anpassung ab<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSicherheitsexperten und Politiker dr\u00e4ngen deshalb seit Jahren darauf, das Wiener Dokument den Entwicklungen anzupassen. Ein entsprechendes Modernisierungspaket habe Deutschland mit 33 weiteren Staaten schon vor sechs Jahren vorgelegt, so die Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums. Doch Russland habe dies &#8222;kategorisch abgelehnt&#8220;, und weiter: &#8222;Solange der russische Angriffskrieg andauert, sind keine Fortschritte zu erwarten.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie OSZE best\u00e4tigt: Es habe jahrzehntelang Bem\u00fchungen um die Weiterentwicklung des Wiener Dokuments gegeben, was auch immer wieder zu Aktualisierungen gef\u00fchrt habe. &#8222;Diese Arbeit wurde jedoch 2022 eingestellt.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"hintergrund Stand: 12.09.2025 09:03 Uhr Seit Langem ist es \u00fcblich, zu milit\u00e4rischen Gro\u00df\u00fcbungen Beobachter aus dem Ausland einzuladen.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":416457,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,3364,29,30,13,109749,23913,14,15,26562,95159,12],"class_list":{"0":"post-416456","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-headlines","14":"tag-militaerbeobachter","15":"tag-militaermanoever","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-osze","19":"tag-sapad","20":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115190303643564162","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/416456","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=416456"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/416456\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/416457"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=416456"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=416456"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=416456"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}