{"id":416980,"date":"2025-09-12T12:57:12","date_gmt":"2025-09-12T12:57:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/416980\/"},"modified":"2025-09-12T12:57:12","modified_gmt":"2025-09-12T12:57:12","slug":"die-25-000-euro-frage-fuer-us-aktien-wird-die-luft-duenner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/416980\/","title":{"rendered":"Die 25.000-Euro-Frage: F\u00fcr US-Aktien wird die Luft d\u00fcnner"},"content":{"rendered":"<p>                    Die 25.000-Euro-Frage<br \/>\n                F\u00fcr US-Aktien wird die Luft d\u00fcnner<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t              \tEin Gastbeitrag von Reinhard Pfingsten<br \/>\n\t\t\t\t              12.09.2025, 13:32 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Nachdem die Zolldebatte abgeklungen ist und die Halbjahresergebnisse insgesamt gut ausfielen, bewegt sich die Wall Street, gemessen am S&amp;P 500, auf Rekordniveau. Doch die Aussichten verdunkeln sich.<\/strong><\/p>\n<p>Vor allem die hohen Bewertungen und die schwachen Konjunkturaussichten sprechen f\u00fcr eine Korrektur an den amerikanischen Aktienm\u00e4rkten. Das Kurs-Gewinn-Verh\u00e4ltnis des S&amp;P 500, der die 500 gr\u00f6\u00dften in den USA b\u00f6rsennotierten Unternehmen umfasst, bel\u00e4uft sich derzeit auf rund 28,8. Das hei\u00dft, die Unternehmen m\u00fcssten fast 29 Jahre lang den f\u00fcr dieses Jahr erwarteten Nettogewinn erwirtschaften, um den Kaufpreis der entsprechenden Aktien abzubezahlen. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre lag das KGV des S&amp;P 500 bei 23,4. Anleger zahlen also derzeit bei amerikanischen Standardwerten einen Aufschlag von mehr als 20 Prozent. <\/p>\n<p>   <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Portrait-Reinhard-Pfingsten-51929-120dpi.jpg\">     <img decoding=\"async\" alt=\"Reinhard Pfingsten ist Chief Investment Officer bei der Deutschen Apotheker- und \u00c4rztebank.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Portrait-Reinhard-Pfingsten-51929-120dpi.jpg\" class=\"lazyload\"\/>  <\/a>  <\/p>\n<p class=\"article__aside__caption\">Reinhard Pfingsten ist Chief Investment Officer bei der Deutschen Apotheker- und \u00c4rztebank.<\/p>\n<p>Diese ungew\u00f6hnlich hohe Bewertung sorgt in Kombination mit einer drohenden Konjunkturabk\u00fchlung f\u00fcr d\u00fcnne Luft an den US-B\u00f6rsen. Im August entstanden au\u00dferhalb der Landwirtschaft in den USA nur 22.000 neue Arbeitspl\u00e4tze. Die zuvor von der Nachrichtenagentur Reuters befragten \u00d6konomen hatten hingegen mit 75.000 neuen Stellen gerechnet. Nach einer Faustformel ben\u00f6tigen die Vereinigten Staaten eigentlich rund 100.000 neue Arbeitspl\u00e4tze pro Monat, um die wachsende Zahl an Arbeitskr\u00e4ften zu besch\u00e4ftigen. Im April waren es noch 158.000. Ein schwacher Arbeitsmarkt signalisiert nachlassendes Wirtschaftswachstum.<\/p>\n<p>Trump mangelt es an Planungssicherheit<\/p>\n<p>Im August stieg die Arbeitslosenquote jedoch nur geringf\u00fcgig von 4,2 auf 4,3 Prozent. Grund daf\u00fcr ist, dass den wenigen Neueinstellungen auch wenige Entlassungen gegen\u00fcberstanden. Einerseits halten die amerikanischen Unternehmen sich mit der Schaffung neuer Stellen zur\u00fcck. Aufgrund des Zollchaos und der wirtschaftspolitischen Kapriolen von US-Pr\u00e4sident Donald Trump mangelt es an Planungssicherheit. Andererseits f\u00e4llt es den US-Firmen schwer, Mitarbeiter zu entlassen.<\/p>\n<p>Die Arbeitgeber haben aus den Massenentlassungen w\u00e4hrend des Corona-Lockdowns im Fr\u00fchjahr 2020 gelernt, dass frei gewordene Stellen im n\u00e4chsten Konjunkturaufschwung entweder nicht ad\u00e4quat besetzt werden k\u00f6nnen oder nur zu h\u00f6heren L\u00f6hnen. Diesen Fehler wollen sie nicht wiederholen und lassen ihre Angestellten und Arbeiter deshalb lieber etwas l\u00e4nger auf der Gehaltsliste stehen.<\/p>\n<p>Dennoch hat der schwache Stellenaufbau in den zur\u00fcckliegenden vier Monaten das Risiko einer US-Rezession auf der Agenda der Investoren nach oben r\u00fccken lassen. Da in den kommenden Monaten eher mit einem schw\u00e4cheren Arbeitsmarkt in den USA zu rechnen ist, d\u00fcrfte die Rezessionsgefahr weiter steigen. Bislang ist es allerdings wahrscheinlicher, dass sich das Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten nur abschw\u00e4cht &#8211; beispielsweise auf 1,5 Prozent &#8211; und nicht schrumpft. Dies ist aber nicht auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Zudem ist die Wirkung des US-Dollars f\u00fcr Investoren aus der Eurozone nicht zu vernachl\u00e4ssigen. Weniger Handel bedeutet auch einen niedrigeren Dollar-Kurs. Und eine weitere Abwertung schm\u00e4lert dann auch m\u00f6gliche Gewinne f\u00fcr Euro-Investoren.<\/p>\n<p>Zinssenkungen voraus?<\/p>\n<p>Die absehbare Konjunkturabk\u00fchlung h\u00e4ngt auch damit zusammen, dass die verh\u00e4ngten Einfuhrz\u00f6lle die Preise der importierten G\u00fcter in den USA verteuern werden. Zwar hatten die Importeure vor der Verh\u00e4ngung der Z\u00f6lle ihre Lager noch aufgef\u00fcllt. Doch diese leeren sich schrittweise. Die Unternehmen werden die Z\u00f6lle nicht auf Dauer auf eigene Rechnung nehmen. Dann w\u00fcrden sie nichts mehr verdienen oder sogar in die Verlustzone rutschen. In den kommenden Monaten ist in den USA also zunehmend mit steigenden Preisen zu rechnen. Das gilt auch f\u00fcr in den USA hergestellte Waren, da diese h\u00e4ufig aus dem Ausland stammende Vorprodukte und Zulieferteile enthalten, die wiederum den Einfuhrz\u00f6llen unterliegen.<\/p>\n<p> Steigen die Preise, steht den amerikanischen Verbrauchern real, also nach Abzug der Inflationsrate, weniger Geld f\u00fcr ihre Eink\u00e4ufe zur Verf\u00fcgung. Was das f\u00fcr eine Volkswirtschaft bedeutet, die zu 70 Prozent auf dem Konsum basiert, l\u00e4sst sich an f\u00fcnf Fingern abz\u00e4hlen. Wenn die US-Wirtschaft langsamer w\u00e4chst oder sogar in eine Rezession abgleitet, wird das die Gewinne der Unternehmen und damit auch deren Aktienkurse belasten.<\/p>\n<p>Da die amerikanische Notenbank Fed sowohl der Inflationsbegrenzung als auch der Vollbesch\u00e4ftigung verpflichtet ist, wird sie voraussichtlich Mitte September erstmals seit Ende 2024 die Leitzinsen senken. Anschlie\u00dfend k\u00f6nnten vier weitere Zinssenkungen folgen, was \u00fcber den aktuellen Erwartungen der Finanzm\u00e4rkte liegt. Es zeigt sich jedoch zunehmend, dass Trump und Co. massiven Druck auf die Fed aus\u00fcben, um die Zinsen zu senken. Das w\u00fcrde die Zinslast des US-Staats f\u00fcr seine Schulden d\u00e4mpfen und das Wirtschaftswachstum unterst\u00fctzen. Das ist mit ein Grund daf\u00fcr, dass es in den USA wohl zu einem schw\u00e4cheren Wirtschaftswachstum, aber nicht zu einer Rezession kommt.<\/p>\n<p>Die 25.000 Euro-Frage<\/p>\n<p>Da auch die Aktienm\u00e4rkte in Europa und Japan mittlerweile nicht mehr g\u00fcnstig bewertet sind, sollten Anleger, die \u00fcber 25.000 Euro verf\u00fcgen und diese investieren m\u00f6chten, ihren Aktienanteil auf weniger als die H\u00e4lfte begrenzen. Vor allem das Gewicht von US-Aktien sollte aus den genannten Gr\u00fcnden reduziert werden. Anleihen k\u00f6nnten ebenfalls mit knapp der H\u00e4lfte gewichtet werden. Vor allem US-Staatsanleihen bieten eine vergleichsweise hohe Verzinsung. Die restlichen zehn Prozent sollten Anleger in bar halten, um bei m\u00f6glichen Korrekturen preiswerter nachkaufen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Reinhard Pfingsten arbeitet seit September 2023 als Chief Investment Officer bei der <a href=\"https:\/\/www.apobank.de\/?gad_source=1&amp;gclid=Cj0KCQiAm4WsBhCiARIsAEJIEzVdyiNy6Ji92yED020OQNbPDCAG4UzwXvADJIzYqwQgUhWpbPZBBRQaAucPEALw_wcB\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschen Apotheker- und \u00c4rztebank<\/a>. Diese Funktion \u00fcbte der studierte Mathematiker bereits zuvor bei der Bethmann Bank und Hauck &amp; Aufh\u00e4user Privatbankiers aus.<\/p>\n<p>Diese Publikation dient nur zu Informationszwecken und zur Nutzung durch den Empf\u00e4nger. Sie stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung seitens oder im Auftrag der Deutschen Apotheker- und \u00c4rztebank dar. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die 25.000-Euro-Frage F\u00fcr US-Aktien wird die Luft d\u00fcnner Ein Gastbeitrag von Reinhard Pfingsten 12.09.2025, 13:32 Uhr Artikel anh\u00f6ren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":416981,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[53838,46821,12210,175,170,169,1384,29,6891,663,27611,30,109895,171,174,624,109896,173,172,64,625,14538,41463,5025],"class_list":{"0":"post-416980","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-aktienfonds","9":"tag-aktientipps","10":"tag-anleihen","11":"tag-business","12":"tag-companies","13":"tag-companies-markets","14":"tag-dax","15":"tag-deutschland","16":"tag-etf","17":"tag-europa","18":"tag-geldanlage","19":"tag-germany","20":"tag-indexfonds","21":"tag-markets","22":"tag-maerkte","23":"tag-ratgeber","24":"tag-schwellenlaender","25":"tag-unternehmen","26":"tag-unternehmen-maerkte","27":"tag-usa","28":"tag-verbraucher","29":"tag-vermoegen","30":"tag-wertpapiere","31":"tag-zinsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115191444065508629","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/416980","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=416980"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/416980\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/416981"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=416980"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=416980"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=416980"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}