{"id":417480,"date":"2025-09-12T17:30:54","date_gmt":"2025-09-12T17:30:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/417480\/"},"modified":"2025-09-12T17:30:54","modified_gmt":"2025-09-12T17:30:54","slug":"nigel-farage-fuehlt-sich-schon-als-premierminister","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/417480\/","title":{"rendered":"Nigel Farage f\u00fchlt sich schon als Premierminister"},"content":{"rendered":"<p>hip London<br \/>\nvon Andreas Hippin, London<\/p>\n<p>Krisenstimmung in 10 Downing Street: Nigel Farages Rechtspartei Reform UK liegt in der j\u00fcngsten Umfrage von BMG Research 15 Prozentpunkte vor Labour. Die n\u00e4chsten Unterhauswahlen m\u00fcssten zwar eigentlich erst 2029 stattfinden. Aus Sicht des Mannes, der Gro\u00dfbritannien zum Brexit motivierte, k\u00f6nnte es aber schon in zwei Jahren zu vorgezogenen Neuwahlen kommen.<\/p>\n<p>Auf dem Parteitag in Birmingham f\u00fchlte sich Farage wohl schon als Premierminister. Zumindest wurde er so empfangen. Die Herzen entt\u00e4uschter Tories flogen ihm zu. Das Konferenzzentrum NEC zu f\u00fcllen, ist schon eine Leistung. W\u00e4hrend traditionelle Parteien \u00fcber Mitgliederschwund klagen, schaffte es Reform UK 240.000 zu rekrutieren. Teilnehmer und Berichterstatter zeigten sich von der professionellen Organisation \u00fcberrascht. Der Flughafen Heathrow trat als Sponsor der Corporate Lounge auf. Zahllose Unternehmen entsandten Beobachter.<\/p>\n<p class=\"no-tts no-tts wp-block-ppi-interline\">Gro\u00dfes Sendungsbewusstsein<\/p>\n<p>Farage und Donald Trump haben gro\u00dfes Sendungsbewusstsein. Wie der US-Pr\u00e4sident sprang auch der prominente Brexit-Bef\u00fcrworter dem Tod schon einmal von der Schippe. Vor 15 Jahren st\u00fcrzte er mit einem zweisitzigen Flugzeug ab, das ein Banner seiner UK Independence Party (UKIP) hinter sich her zog. Seitdem konnte er einen Erfolg nach dem anderen verbuchen.<\/p>\n<p>Der unerwartete Erfolg von UKIP bei den Europawahlen 2014 versetzte den damaligen konservativen Premierminister David Cameron in so gro\u00dfe Panik, dass er den Briten ein Referendum \u00fcber die Zukunft des Landes in der EU versprach. Farages Wahlverein hatte 27% der Stimmen und 24 Mandate geholt. Der erbitterte EU-Gegner zog ins Europaparlament ein. Doch damit nicht genug: Die Mehrheit der Briten votierte bei der Volksabstimmung 2016 f\u00fcr den Austritt aus dem Handelsblock.<\/p>\n<p class=\"no-tts no-tts wp-block-ppi-onlineinterline\">Von UKIP zu Reform UK<\/p>\n<p>Der ehemalige Rohstoffh\u00e4ndler aus der Londoner City setzte sich vor\u00fcbergehend zur Ruhe, w\u00e4hrend UKIP in den Rechtsextremismus abdriftete. Der Mann mit der Vorliebe f\u00fcr Tweed-Sakkos war einst unter anderem f\u00fcr Drexel Burnham Lambert t\u00e4tig. Ihm wird schnell langweilig. Also brachte er 2019 mit Catherine Blaiklock, der ehemaligen wirtschaftspolitischen Sprecherin von UKIP, die Brexit Party an den Start. In Richard Tice, dem ehemaligen CEO der Immobiliengruppe CLS Holdings, fand er einen Unterst\u00fctzer, der nicht nur Geld beschaffen konnte, sondern auch wusste, wie man eine Organisation f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Im Pandemiejahr 2020 wollte Farage die Brexit Party zur Anti-Lockdown-Partei machen. Doch war er zu sehr mit Wahlhilfe f\u00fcr Trump besch\u00e4ftigt. Tice \u00fcbernahm im M\u00e4rz 2021 die Parteif\u00fchrung. Aus der Brexit Party wurde Reform UK. Farage trat erneut in den Hintergrund. Doch ein Jahr sp\u00e4ter meldete sich \u201eMr. Brexit\u201c erneut zur\u00fcck und drohte dem damaligen Premier Boris Johnson mit einer Revolte von rechts. Seine Themen damals: der aus seiner Sicht nicht richtig vollzogene EU-Austritt und die Klimapolitik der Regierung.<\/p>\n<p class=\"no-tts no-tts wp-block-ppi-interline\">Begrenztes Publikum<\/p>\n<p>Er trug Anz\u00fcge, gab sich staatsm\u00e4nnisch und hielt sich mit clownesken Auftritten zur\u00fcck. Johnsons ehemaliger Chefstratege Dominic Cummings gestand ihm damals zu, vielleicht 20% bis 25% der W\u00e4hler f\u00fcr sich begeistern zu k\u00f6nnen. Zu 40% oder mehr werde es allerdings nicht reichen, weil er mit seiner Art doch nur ein begrenztes Publikum anspreche. Mittlerweile d\u00fcrfte Cummings das anders sehen.<\/p>\n<p>Farage brachte erst einmal die Natwest-Chefin Alison Rose zu Fall. Nachdem ihm die Privatbanksparte Coutts sein Konto gek\u00fcndigt hatte, stach sie Details der Angelegenheit an einen BBC-Journalisten durch. Rose wurde unhaltbar, nachdem auch noch ein Schriftst\u00fcck auftauchte, in dem Farages politische Ansichten als rufsch\u00e4digend gebrandmarkt wurden. Der Board der schottischen Gro\u00dfbank sprach ihr keinen \u201eGood Leaver\u201c-Status zu. Farage zog danach ins Dschungelcamp des britischen Fernsehsenders ITV ein.<\/p>\n<p class=\"no-tts no-tts wp-block-ppi-onlineinterline\">Spaltung des rechten Lagers<\/p>\n<p>Der Durchmarsch von Labour bei den Unterhauswahlen im Juli 2024 geht zu einem guten Teil auf sein Konto. Denn Reform UK wollte die Tories daf\u00fcr bestrafen, dass sie nichts aus dem EU-Austritt machten. Die Partei stellte deshalb \u00fcberall Kandidaten auf, was das rechte Lager spaltete. Damit erhielten auch Labour-Kandidaten ein Mandat, die sonst nie ins Unterhaus eingezogen w\u00e4ren. Premier Keir Starmer muss f\u00fcrchten, dass der Wahlerfolg nicht wiederholbar ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"hip London von Andreas Hippin, London Krisenstimmung in 10 Downing Street: Nigel Farages Rechtspartei Reform UK liegt in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":417481,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,13,14,15,12,3992,3993,3994,3995,3996,3997],"class_list":{"0":"post-417480","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-uk","15":"tag-united-kingdom","16":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","17":"tag-vereinigtes-koenigreich","18":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","19":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115192521717787788","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/417480","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=417480"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/417480\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/417481"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=417480"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=417480"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=417480"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}