{"id":418404,"date":"2025-09-13T02:01:13","date_gmt":"2025-09-13T02:01:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/418404\/"},"modified":"2025-09-13T02:01:13","modified_gmt":"2025-09-13T02:01:13","slug":"koeln-kritik-am-ratsbeschluss-zum-abbruch-der-bahnbruecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/418404\/","title":{"rendered":"K\u00f6ln: Kritik am Ratsbeschluss zum Abbruch der Bahnbr\u00fccken"},"content":{"rendered":"<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"0\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Gr\u00fcnes Licht f\u00fcr die Infrastrukturgesellschaft der Deutschen Bahn: Die denkmalgesch\u00fctzten Eisenbahnbr\u00fccken an der Venloer und der <a href=\"https:\/\/www.ksta.de\/themen\/vogelsanger-strasse\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vogelsanger Stra\u00dfe<\/a> d\u00fcrfen abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Das hat der Stadtrat am vergangenen Donnerstag in einer Dringlichkeitsentscheidung beschlossen.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"1\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Die Br\u00fccken stammen aus den Jahren 1885 bis 1888. Der Austausch soll zwischen Juli 2028 und Dezember 2029 erfolgen. Zeitgleich will die <a href=\"https:\/\/www.ksta.de\/themen\/deutsche-bahn\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">DB<\/a> InfraGo auch die Bauwerke an der Z\u00fclpicher und Luxemburger Stra\u00dfe ersetzen, die aus der gleichen Epoche stammen.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"2\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Der Entscheidung \u00fcber die Br\u00fccken Venloer und <a href=\"https:\/\/www.ksta.de\/themen\/vogelsanger-strasse\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vogelsanger Stra\u00dfe<\/a> ging ein Er\u00f6rterungstermin bei der Bezirksregierung K\u00f6ln am 23. Juli voraus, bei dem die Vertreter der Bahn den Neubau als alternativlos darstellten. Das geht aus einem Protokoll hervor, das dem \u201eK\u00f6lner Stadt-Anzeiger\u201c auszugsweise vorliegt. Die DB r\u00e4umte ein, dass eine Sanierung bei der Venloer Stra\u00dfe m\u00f6glich, aber sehr aufwendig sei. Bei der Vogelsanger Stra\u00dfe sei der Erhalt technisch unm\u00f6glich, weil die Br\u00fccken nicht nur saniert, sondern wegen der Erweiterung der Trassen f\u00fcr die S-Bahn auch verschoben werden m\u00fcssten.<\/p>\n<p>Gutachten best\u00e4tigt: Br\u00fccken zum Teil sanierungsf\u00e4hig<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"4\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Ein Gutachten im Auftrag des Eisenbahnbundesamts kommt bei der <a href=\"https:\/\/www.ksta.de\/themen\/vogelsanger-strasse\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vogelsanger Stra\u00dfe<\/a> zu dem Schluss, dass die Widerlager sanierbar sind und \u201eeine weitere Nutzung in der vorhandenen Bogenkonstruktion\u201c erm\u00f6glichen. Bei den \u00dcberbauten seien die Haupttr\u00e4ger der f\u00fcnf Gleise, \u00fcber die der gesamte Zugverkehr rollt, nicht mehr zu retten. Die Haupttr\u00e4ger der Abstellgleise sind weiter verwendbar, \u201eobwohl sie aus dem Jahr 1888 stammen\u201c.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"5\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Vertreter aller Denkmalschutzbeh\u00f6rden hatten die Bedeutung der Eisenbahnbr\u00fccken f\u00fcr die K\u00f6lner Stadtgeschichte hervorgehoben. Die vier Br\u00fccken seien als Ensemble zu werten, da sie \u201eaufgrund der geschichtlichen Entwicklung die ehemaligen Stadttore repr\u00e4sentieren und damit auch \u00fcber eine ortsgeschichtliche und st\u00e4dtebauliche Bedeutung verf\u00fcgen\u201c, hei\u00dft es in dem Protokoll.<\/p>\n<p>Stadt r\u00e4umt ein: Erhalt nicht in Betracht gezogen<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"7\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Interessenkonflikte zwischen <a href=\"https:\/\/www.ksta.de\/themen\/deutsche-bahn\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bahn<\/a> und Denkmalsch\u00fctzern sind bei solchen Er\u00f6rterungen an der Tagesordnung. Das Au\u00dfergew\u00f6hnliche an diesem Fall ist jedoch, dass die Stadt K\u00f6ln laut Protokoll einr\u00e4umt, dass sie sich zu der Variante, \u201edass die bestehenden Br\u00fccken in jetziger Form saniert werden k\u00f6nnen\u201c, nicht positionieren k\u00f6nne, weil sie deren Erhalt \u201ebisher nicht als M\u00f6glichkeit in Betracht gezogen hat\u201c.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"8\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Warum dann die Dringlichkeit? Warum musste der Stadtrat den Beschluss ohne Einbeziehung der Fachaussch\u00fcsse in der letzten Sitzung vor der Kommunalwahl treffen? Weil die <a href=\"https:\/\/www.ksta.de\/themen\/deutsche-bahn\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutsche Bahn<\/a> auf eine schnelle Entscheidung dr\u00e4ngte. Man ben\u00f6tige \u201edie verbindliche Zustimmung der Stadt K\u00f6ln, um wichtige Arbeitsschritte einleiten zu k\u00f6nnen\u201c, hei\u00dft es in der Beschlussvorlage f\u00fcr den Stadtrat. \u201eBauzeitraum und Sperrpausen seien aufgrund der massiven Auswirkungen auf den Eisenbahnverkehr, der auch national beeintr\u00e4chtigt wird, bereits festgesetzt.\u201c Das Zeitfenster von Mitte 2028 bis Ende 2029 m\u00fcsse \u201eunbedingt eingehalten werden\u201c.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"4000\" height=\"2661\" alt=\"24.01.2025 K\u00f6ln. Der Bahn\u00fcbergang auf der Vogelsanger Stra\u00dfe. Foto: Alexander Schwaiger\" loading=\"lazy\" onerror=\"this.setAttribute('data-error', 1)\" class=\"current-image dm-figure__image dm-figure__image--undefined undefined\" data-nuxt-pic=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/27523fbb-006a-439c-9da6-93efffb3744e.jpeg\"  \/><\/p>\n<p class=\"dm-figure__subline\" data-v-72e429ff=\"\">Der Bahn\u00fcbergang auf der Vogelsanger Stra\u00dfe. Ein Gutachten h\u00e4lt einer der beiden Br\u00fccken f\u00fcr sanierungsf\u00e4hig, obwohl sie aus dem Jahr 1888 stammt. Foto: Alexander Schwaiger<\/p>\n<p class=\"dm-figure__copyright\" data-v-72e429ff=\"\">Copyright: Alexander Schwaiger<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"10\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Dazu komme ein Beschluss Anfang des Jahres 2026 zu sp\u00e4t, argumentiert die Stadtverwaltung. \u201eEs gibt noch keinen Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahnbundesamts, dass die Bahn die denkmalgesch\u00fctzten Br\u00fccken abrei\u00dfen darf\u201c, sagt Verkehrsexperte Roland Sch\u00fcler, der f\u00fcr die Gr\u00fcnen in der Bezirksvertretung Lindenthal sitzt. \u201eSeit Juli 2024 hat das Amt sich nicht durchringen k\u00f6nnen, den Beschluss pro Abbruch rechtssicher zu formulieren.\u201c Die Bef\u00fcrchtung sei gro\u00df, dass es zu Klageverfahren komme, die das gesamte Projekt verz\u00f6gern k\u00f6nnten. Stadtkonservator Thomas Werner habe sich in den vergangenen Jahren immer wieder erfolglos f\u00fcr den Erhalt der Bauwerke eingesetzt.<\/p>\n<blockquote class=\"dm-blockquote__quote-text\" data-v-3a231a3f=\"\"><p>Ein kulturelles Erbe von mehr als 100 Jahren Stadtgeschichte<\/p><\/blockquote>\n<p>Andreas Hupke, Innenstadt-B\u00fcrgermeister<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"12\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Als Stadttore des Industriezeitalters seien die Br\u00fccken ein \u201ekulturelles Erbe von mehr als 100 Jahren Stadtgeschichte&#8220;, sagt Innenstadt-B\u00fcrgermeister Andreas Hupke. Bei der Venloer und der <a href=\"https:\/\/www.ksta.de\/themen\/vogelsanger-strasse\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vogelsanger Stra\u00dfe<\/a> ziehe auch das Argument nicht, durch einen Neubau k\u00f6nne auch der Stra\u00dfenraum aufgeweitet werden, weil die B\u00f6gen wegfallen. \u201eHier d\u00fcrfen gro\u00dfe Lkw und Reisebusse sowieso nicht fahren.\u201c<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"13\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Der Beschluss pro Abbruch, den der Stadtrat am Donnerstag getroffen hat, k\u00f6nnte das Verfahren jetzt beschleunigen. Das Eisenbahnbundesamt hat jetzt ein Argument mehr, warum das \u00f6ffentliche Interesse, das in diesem Fall darin besteht, dass die B\u00fcrger durch den Neubau auf einen besseren Regional- und S-Bahn-Verkehr hoffen k\u00f6nnen, schwerer wiegt als der Denkmalschutz. Die Stadt K\u00f6ln sei beim Thema \u00fcberregionale Infrastruktur nicht Herrin des Verfahrens, so Sch\u00fcler.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"14\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\"><a href=\"https:\/\/www.ksta.de\/koeln\/stadt-koeln-muss-95-millionen-euro-fuer-zwei-neue-bahnbruecken-vorstrecken-8-1090294\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Der Austausch der beiden Br\u00fccken soll insgesamt 190 Millionen Euro kosten.<\/a> Der st\u00e4dtische Anteil liegt bei 95,3 Millionen, die von der Stadt in den Jahren 2027 bis 2030 vorfinanziert werden m\u00fcssen. Ab 2031 will die <a href=\"https:\/\/www.ksta.de\/themen\/deutsche-bahn\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">DB<\/a> InfraGo dann insgesamt 84,2 Millionen Euro zur\u00fcckzahlen. Die Stadt hofft allerdings auf eine F\u00f6rderung in H\u00f6he von 7,8 Millionen Euro, sodass am Ende 3,3 Millionen Euro \u00fcbrig blieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gr\u00fcnes Licht f\u00fcr die Infrastrukturgesellschaft der Deutschen Bahn: Die denkmalgesch\u00fctzten Eisenbahnbr\u00fccken an der Venloer und der Vogelsanger Stra\u00dfe&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":418405,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1828],"tags":[29,30,1420,1209],"class_list":{"0":"post-418404","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-koeln","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-koeln","11":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115194526671827757","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/418404","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=418404"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/418404\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/418405"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=418404"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=418404"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=418404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}