{"id":419020,"date":"2025-09-13T07:51:13","date_gmt":"2025-09-13T07:51:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/419020\/"},"modified":"2025-09-13T07:51:13","modified_gmt":"2025-09-13T07:51:13","slug":"mehrwertsteuer-in-der-gastro-sinkt-wie-die-wirte-damit-umgehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/419020\/","title":{"rendered":"Mehrwertsteuer in der Gastro sinkt: Wie die Wirte damit umgehen"},"content":{"rendered":"<p>Ein Schweineschnitzel? Kostet 19,90 Euro, wenn man Gl\u00fcck hat. Ein Helles? 3,90 Euro. Die Preise im Wirtshaus unterscheiden sich in Bayern zwar regional, aber eines haben alle G\u00e4ste in den vergangenen Jahren erlebt: Essengehen ist deutlich teurer geworden.<\/p>\n<p>Nun mag mancher die Hoffnung hegen, dass es zumindest teilweise wieder g\u00fcnstiger werden k\u00f6nnte: Denn die Mehrwertsteuer f\u00fcr Speisen in der Gastronomie soll zum 1. Januar 2026 von 19 auf sieben Prozent sinken. So haben es Union und SPD im Koalitionsvertrag beschlossen \u2013 und das entsprechende Gesetz hat am Mittwoch das <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/steuerentlastung-fuer-gastro-kommt-pendlerpauschale-steigt,UvpufMo\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bundeskabinett auf den Weg gebracht<\/a>.<\/p>\n<p>Allerdings sollten G\u00e4ste deshalb <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/trotz-mehrwertsteuersenkung-preise-werden-nicht-sinken-koennen,Ukhq88M\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">eher nicht damit rechnen<\/a>, dass der Restaurantbesuch grunds\u00e4tzlich g\u00fcnstiger wird.<\/p>\n<p>Beispiel: So viel bringt die Mehrwertsteuersenkung<\/p>\n<p>Eine Beispielrechnung mit dem besagten Schnitzel verdeutlicht, welchen finanziellen Spielraum die gesenkte Mehrwertsteuer potenziell schafft: Verkauft ein Wirtshaus pro Monat 700 Schnitzel zu je 19,90 Euro, nimmt es damit derzeit brutto insgesamt rund 13.900 Euro ein.<\/p>\n<p>Aktuell zahlt der Wirt dabei rund 2.200 Euro Mehrwertsteuer. Sinkt der Steuersatz von 19 auf sieben Prozent, betr\u00e4gt die Steuerlast nur noch gut 900 Euro bei gleichbleibendem Schnitzel-Preis. Dem Wirt blieben also etwa 1.300 Euro mehr \u00fcbrig. Das k\u00f6nnte er f\u00fcr Investitionen nutzen \u2013 oder an die Kunden weitergeben. Dann m\u00fcsste er das Schnitzel rund zwei Euro g\u00fcnstiger anbieten.<\/p>\n<p>Erzielt eine Gastst\u00e4tte mit ihren Speisen einen Jahresumsatz von 500.000 Euro, kann die Mehrwertsteuersenkung rund 47.000 Euro freisetzen \u2013 was einem Plus von gut elf Prozent entspricht.<\/p>\n<p>Gastro-Branche: &#8222;Keiner macht sich die Taschen voll&#8220;<\/p>\n<p>Laut einer Umfrage des Deutschen Hotel- und Gastst\u00e4ttenverbands (Dehoga) aus dem Dezember 2024 will etwa die H\u00e4lfte der Gastronomen &#8222;ein verbessertes Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis bieten&#8220;. Im Gespr\u00e4ch mit BR24 erl\u00e4utert der bayerische Dehoga-Landesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Thomas Geppert, dass die Entscheidung stark von Umsatz und Gewinn des jeweiligen Betriebs abh\u00e4ngen werde. Manche h\u00e4tten etwas Spielraum, die Preise zu senken, andere \u00fcberhaupt nicht.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig vom Einzelfall betont Geppert: &#8222;Keiner macht sich die Taschen voll.&#8220; Zu stark seien die Kosten gestiegen, die Entlastung deshalb dringend n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Viele Gastro-Betriebe wollen mit dem Geld investieren<\/p>\n<p>Der Gesetzesentwurf stellt der Branche frei, in welchem Umfang sie die Senkung an die Kunden weitergibt: ob sie damit ihre Marge steigert, investiert oder ob &#8222;die Preise f\u00fcr Gastronomiedienstleistungen sinken und damit die Nachfrage nach diesen zunehmen&#8220;, wie es im Entwurf hei\u00dft.<\/p>\n<p>Aus Sicht der Branche ist die geplante Mehrwertsteuersenkung &#8222;in erster Linie ein Investitionsbooster f\u00fcr den Mittelstand&#8220;, sagt Geppert. In der Dehoga-Umfrage antworteten 85 Prozent, dass sie mit den zus\u00e4tzlichen Einnahmen in neue Mitarbeiter oder Geh\u00e4lter investieren wollen, 70 Prozent wollen den Betrieb damit modernisieren.<\/p>\n<p>Gewerkschaft NGG lehnt sinkende Mehrwertsteuer ab<\/p>\n<p>Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten (NGG) schenkt dem wenig Glauben und lehnt die Senkung ab. &#8222;Aufgrund der Erfahrungen aus der Corona-Pandemie ist davon auszugehen, dass die Steuersenkungen bei den Gastronomen und Wirten selbst landet&#8220;, sagt die bayerische NGG-Landesbezirkssekret\u00e4rin Anna Lena Korte gegen\u00fcber BR24.<\/p>\n<p>Die Gewerkschaft bezweifelt auch, dass die Besch\u00e4ftigten profitieren werden und spricht von einem &#8222;Steuergeschenk an die Gastronomie&#8220;. Dabei l\u00e4gen die Umsatzeinbu\u00dfen der Branche und deren Klagen wesentlich am fehlenden Personal. W\u00fcrde die Gastronomie ihre Besch\u00e4ftigten dagegen durchweg nach Tarif bezahlen, f\u00e4nde sie gen\u00fcgend Besch\u00e4ftigte, ist Korte \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Ums\u00e4tze in bayerischer Gastronomie im ersten Halbjahr gesunken<\/p>\n<p>F\u00fcr manche Betriebe d\u00fcrften aber auch kleine Summen wichtig sein. Nach Angaben der Dehoga Bayern sind die Ums\u00e4tze der Branche im ersten Halbjahr erneut um 8,6 Prozent gesunken. Landesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Geppert sieht deshalb in den sieben Prozent &#8222;kein Geschenk&#8220;, sondern f\u00fcr viele Betriebe &#8222;den letzten Rettungsring&#8220;.<\/p>\n<p>Ob das Schweineschnitzel also 2026 immer noch 19,90 Euro, mehr oder sogar weniger kosten wird? Relativ sicher l\u00e4sst sich das nur f\u00fcrs Helle und seine 3,90 Euro beantworten. Denn f\u00fcr Getr\u00e4nke \u00e4ndert sich die Mehrwertsteuer nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Schweineschnitzel? Kostet 19,90 Euro, wenn man Gl\u00fcck hat. 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