{"id":419273,"date":"2025-09-13T10:10:10","date_gmt":"2025-09-13T10:10:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/419273\/"},"modified":"2025-09-13T10:10:10","modified_gmt":"2025-09-13T10:10:10","slug":"koelns-schwarze-madonna-sogar-der-papst-ist-ein-fan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/419273\/","title":{"rendered":"K\u00f6lns Schwarze Madonna \u2013 sogar der Papst ist ein Fan"},"content":{"rendered":"<p>Am Telefon reagiert Thomas Vollmer \u00fcberrascht. Dass der Papst pers\u00f6nlich <a href=\"https:\/\/www.katholisch.de\/artikel\/64184-geliebtes-deutschland-papst-leo-schreibt-brief-zu-koelner-jubilaeum\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">&#8222;seine&#8220; Wallfahrtskirche St. Maria in der Kupfergasse<\/a> in K\u00f6lner Innenstadt zum Jubil\u00e4um in einem Brief mit lobenden Worten gew\u00fcrdigt hat, war ihm noch gar nicht bekannt. Umso gr\u00f6\u00dfer ist die Freude des Wallfahrtsrektors: &#8222;Wir f\u00fchlen uns hoch geehrt&#8220;, erkl\u00e4rt der Pastor \u2013 und das ist auch durchs Telefon zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Anziehungspunkt der Wallfahrtskirche, die in diesen Tagen ihr <a href=\"https:\/\/www.erzbistum-koeln.de\/news\/Wallfahrtswoche-zur-Schwarzen-Muttergottes-mit-Weihejubilaeum\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">350-j\u00e4hriges Bestehen<\/a> feiert, ist eine Schwarze Madonna. Das Gnadenbild aus dunklem Holz zu besuchen und dort etwa eine Kerze anzuz\u00fcnden, ist bei Wallfahrern aus K\u00f6ln und Umgebung sehr beliebt: &#8222;Nach dem K\u00f6lner Dom sind wir die Kirche mit dem h\u00f6chsten Opferkerzenverbrauch in K\u00f6ln und Umgebung&#8220;, erkl\u00e4rt Vollmer gegen\u00fcber katholisch.de. Sogar das K\u00f6lner Dreigestirn stattet dem Gotteshaus traditionell an Karnevalssonntag einen Besuch ab.<\/p>\n<p><strong>Im Krieg aus dem Feuer gerettet<\/strong><\/p>\n<p>Im 17. Jahrhundert waren f\u00fcnf Ordensschwestern der Unbeschuhten Karmelitinnen aus den Niederlanden nach K\u00f6ln gekommen und hatten in der Kupfergasse ein Kloster gegr\u00fcndet. Im Zuge dessen wurde auch eine Gnadenkapelle errichtet und am 8. September 1675 geweiht. Seitdem ist dort die Schwarze Madonna ausgestellt. Die Kapelle sollte an den italienischen <a href=\"https:\/\/www.katholisch.de\/artikel\/18294-das-sind-die-groessten-marienwallfahrtsorte-der-welt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wallfahrtsort Loreto<\/a> erinnern, der der Heiligen Familie gewidmet ist. Menschen, die nicht dorthin reisen konnten, sollten vor der Madonna in der K\u00f6lner Kupfergasse beten k\u00f6nnen. Was heute von au\u00dfen sichtbar ist, ist eine Wallfahrtskirche im niederl\u00e4ndischen Ziegelsteinbarock, die wenige Jahrzehnte sp\u00e4ter \u00fcber der urspr\u00fcnglichen Kapelle erbaut wurde. Im zweiten Weltkrieg brannte die Kirche nieder. Nur die Madonna \u00fcberlebte: &#8222;Eine Cellitin, deren Ordensgemeinschaft sich inzwischen in dem fr\u00fcheren Karmelitinnen-Kloster angesiedelt hatte, rettete die Statue unter Einsatz ihres Lebens aus dem Feuer&#8220;, wei\u00df Vollmer.<\/p>\n<p>H\u00f6hepunkt und Abschluss einer jetzt laufenden Festwoche in dem nach dem Krieg wieder aufgebauten Gotteshaus ist ein Pontifikalamt am Sonntag (14.9.) um 18 Uhr mit dem K\u00f6lner Kardinal Rainer Maria Woelki und dem <a href=\"https:\/\/www.katholisch.de\/artikel\/63611-papst-schickt-kardinal-schoenborn-als-gesandten-nach-koeln\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">emeritierten Erzbischof von Wien, Kardinal Christoph Sch\u00f6nborn<\/a>. Letzteren hatte Leo XIV. in genanntem Brief zu seinem offiziellen Gesandten f\u00fcr die Jubil\u00e4umsfeierlichkeiten ernannt. Nach dem Gottesdienst tragen die Gl\u00e4ubigen die Madonna in einer Prozession durch das angrenzende Viertel bis zum Gereonsdriesch, einem Platz, auf dem sich eine Mariens\u00e4ule befindet. W\u00e4hrend der Prozession spendet Kardinal Sch\u00f6nborn den p\u00e4pstlichen Segen. Au\u00dferdem stehen auf dem Jubil\u00e4umsprogramm abendliche Hoch\u00e4mter in lateinischer Sprache, weitere Andachten und Gottesdienste mit Gastpredigern, Beichtgelegenheiten, Bl\u00e4sermusik und ein Vortrag zur &#8222;Bedeutung der Gottesmutter am Ende der Zeit&#8220;. \u00a0<\/p>\n<p>Leo XIV. nennt die Schwarze Madonna der K\u00f6lner Kupfergasse in seinem Schreiben ein &#8222;ber\u00fchmtes Marienheiligtum&#8220;. Es ziehe &#8222;in der alten Stadt K\u00f6ln im geliebten Deutschland&#8220; Scharen von Gl\u00e4ubigen an und werde mit frommer Hingabe verehrt. Er bete darum, dass die Madonna den Menschen &#8222;einen aufrichtigen, starken und unantastbaren Glauben an Christus, den Herrn, ihren Sohn, erwirken m\u00f6ge&#8220;. Die Wallfahrtskirche werde &#8222;zu Recht als das Herz der ber\u00fchmten Stadt und Erzdi\u00f6zese K\u00f6ln bezeichnet&#8220;. Damit spielt der Papst auf Worte des fr\u00fcheren K\u00f6lner Kardinal Josef Frings an, der den K\u00f6lner Dom einmal als Haupt, Maria in der Kupfergasse aber als Herz der Erzdi\u00f6zese bezeichnet haben soll.<\/p>\n<p>Wallfahrtsdirektor Vollmer sieht in den Gl\u00fcckw\u00fcnschen einen Hinweis auf eine Affinit\u00e4t Leos XIV. zu Maria. Anzeichen daf\u00fcr waren Vollmer schon bei der ersten \u00f6ffentlichen Ansprache des neuen Papstes nach seiner Wahl am 8. Mai aufgefallen. Damals hatte Leo XIV. nicht nur \u00fcber Frieden und die Einheit der Kirche gesprochen, sondern <a href=\"https:\/\/www.katholisch.de\/artikel\/61669-maria-kann-mehr-und-muss-mehr\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">seine Worte mit einem Ave Maria abgeschlossen<\/a>.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Madonna mit p\u00e4pstlicher Krone<\/strong><\/p>\n<p>Dass ein Papst h\u00f6chstpers\u00f6nlich die Schwarze Madonna w\u00fcrdigt, passiert nicht zum ersten Mal. Vor 100 Jahren, so berichtet Pastor Vollmer, habe Papst Pius XI. der Madonna eine Tiara in Form der p\u00e4pstlichen Krone gestiftet. Sie sei dann vom damaligen K\u00f6lner Erzbischof und Kardinal Joseph Schulte gekr\u00f6nt worden.<\/p>\n<p>Vor allem bei zwei Gruppen von Menschen sei Maria in der Kupfergasse beliebt, erkl\u00e4rt Vollmer: Da seien einerseits locker mit der Kirche verbundene Katholiken oder auch internationale Besucher. Sie besuchten zwar nicht unbedingt regelm\u00e4\u00dfig die Gottesdienste, schauten mit ihren Anliegen aber gern in der Kirche mitten in der belebten Innenstadt vorbei. Nicht umsonst steht im Torborgen am Eingang des Kirchengel\u00e4ndes gut sichtbar: &#8222;Gehe nicht vorbei ohne <a href=\"https:\/\/www.katholisch.de\/artikel\/40-das-ave-maria\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ein Ave zu beten<\/a>&#8222;. \u00a0<\/p>\n<p>Als weitere Gruppe identifiziert Vollmer &#8222;glaubenstreue, meist konservative Katholiken&#8220;, die mit der Kirche eng verbunden seien, weil sie die Art der Liturgiefeier m\u00f6gen: &#8222;Wir feiern hier zwar nicht die <a href=\"https:\/\/www.katholisch.de\/artikel\/64255-traditionalisten-dankbar-fuer-alte-messe-im-petersdom\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">tridentinische Messe<\/a>, aber doch Liturgie in traditionellem Rahmen&#8220;. Dazu geh\u00f6ren Hoch\u00e4mter in lateinischer Sprache, die Predigt von der Kanzel und ein Hoch- statt einem Volksaltar, an dem der Priester mit dem R\u00fccken zur Gemeinde zelebriert. Diese Mischung ziehe Gl\u00e4ubige weit \u00fcber die Stadtgrenzen von K\u00f6ln hinaus an. An jedem Werktag gibt es zwei, an Sonntagen sogar bis zu f\u00fcnf Messen. &#8222;Manche bel\u00e4cheln uns f\u00fcr diesen Weg und bezeichnen ihn als gestrig. Aber ich bin \u00fcberzeugt, dass auch k\u00fcnftig in der Tradition ein Weg der Kirche liegt&#8220;, ist Pastor Vollmer \u00fcberzeugt. Mit der Festwoche wird er in den Ruhestand verabschiedet. Um ein lebendiges Glaubensleben scheint sich Maria in der Kupfergasse aber auch in der Zukunft nicht sorgen zu m\u00fcssen \u2013 und der aktuelle Papstbrief d\u00fcrfte dabei wohl noch unterst\u00fctzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Telefon reagiert Thomas Vollmer \u00fcberrascht. 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