{"id":419453,"date":"2025-09-13T11:51:26","date_gmt":"2025-09-13T11:51:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/419453\/"},"modified":"2025-09-13T11:51:26","modified_gmt":"2025-09-13T11:51:26","slug":"intelligenz-forscher-finden-genetischen-schalter-fuer-intelligenz-im-gehirn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/419453\/","title":{"rendered":"Intelligenz: Forscher finden genetischen Schalter f\u00fcr Intelligenz im Gehirn"},"content":{"rendered":"<p>Warum sind Menschen intelligent? Forscher haben nun einen genetischen Schalter in unserem Erbgut entdeckt, der die Antwort geben k\u00f6nnte. Au\u00dferdem liefert er Hinweise auf die Urspr\u00fcnge von Autismus und Schizophrenie.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Erst vor etwa f\u00fcnf Millionen Jahren l\u00f6ste sich der Zweig der Menschen vom evolution\u00e4ren Ast der Schimpansen. Seitdem haben wir uns rapide weiterentwickelt, sodass die Unterschiede heute un\u00fcbersehbar sind. Doch welche genetischen Ver\u00e4nderungen diese Entwicklung vorrangig vorangetrieben haben, ist noch immer schwer zu beschreiben.<\/p>\n<p>Forscher der University of California \u2013 San Diego (UC San Diego) haben jetzt einen weiteren, \u201evielversprechenden Kandidaten\u201c f\u00fcr einen solchen Entwicklungstreiber im menschlichen Erbgut identifiziert. Es geht um eine Art genetischen Schalter, der die Produktion von Gehirnzellen steuern soll und diese steigern k\u00f6nnte. <\/p>\n<p>Die 442 Basenpaare lange DNA-Sequenz steht dabei auch in Verbindung mit verschiedenen neurologischen Entwicklungsst\u00f6rungen \u2013 darunter Autismus und Schizophrenie, wie die Wissenschaftler in der <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/sciadv.adt0534\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/sciadv.adt0534&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\">Fachzeitschrift Science Advances<\/a> schreiben.<\/p>\n<p>Schon im Jahr 2006 kam das Konzept auf, es g\u00e4be rapide mutierende, spezifisch menschliche DNA-Sequenzen. Bei der Suche nach diesen sogenannten \u201eHuman accelerated regions\u201c (HARs) wird nach zwei Kriterien Ausschau gehalten. Einerseits sollten sie sich auch in anderen S\u00e4ugetieren finden und dort \u00fcber Jahrmillionen stark konserviert sein. Andererseits sollten sie sich ungew\u00f6hnlich schnell ver\u00e4ndert haben, w\u00e4hrend sich unsere menschliche Abstammungslinie vom Rest der Evolution getrennt hatte. <\/p>\n<p>Bislang wurden etwa 3000 solcher HARs gefunden. Die DNA-Sequenzen sind meist recht kurz; mit einer durchschnittlichen L\u00e4nge von 260 Basenpaaren. Die Mehrheit dieser HARs kodiert tats\u00e4chlich keine eigenen Gene, hat aber trotzdem oft entscheidenden Einfluss auf unsere physiologischen Merkmale. Denn als Transkriptionsverst\u00e4rker k\u00f6nnen viele von ihnen regulieren, wie stark andere Gene zum Ausdruck kommen. <\/p>\n<p>Sie fungieren dabei wie molekularer Lautst\u00e4rkeregler. Sie steuern, welche Gene, wie stark und zu welchem Zeitpunkt sie w\u00e4hrend der Entwicklung eines Organismus aktiviert werden. <\/p>\n<p>Die Reproduktions-Forscher der UC San Diego haben nun ein weiteres HAR identifiziert: HAR123. Tats\u00e4chlich existiert die konservierte Region auch in Erbgut von Schimpansen und M\u00e4usen, hat sich seit dem im Menschen jedoch rapide weiterentwickelt. In ihrer Studie konnten die Wissenschaftler zeigen, dass HAR123 vermutlich eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des menschlichen Gehirns spielt. <\/p>\n<p>Turbo f\u00fcr die kognitive Flexibilit\u00e4t <\/p>\n<p>Genauer, reguliert HAR123 die Produktion menschlicher neuronaler Vorl\u00e4uferzellen (NPCs). Aus diesen k\u00f6nnen sich sowohl Nervenzellen als auch sogenannte Gliazellen bilden. Letztere st\u00fctzen das Nervengewebe im Gehirn und isolieren diese elektrisch, um deren Leitf\u00e4higkeit zu steigern.<\/p>\n<p>HAR123 koordiniert dabei das zahlenm\u00e4\u00dfige Verh\u00e4ltnis zwischen den Neuronen und Gliazellen. Das sei insofern interessant, als die Balance zwischen diesen beiden Zelltypen ma\u00dfgeblich die Hirnentwicklung, die Funktionsf\u00e4higkeit der Synapsen und die Neuroplastizit\u00e4t beeinflusst. Gerade letzteres steht mit unserer F\u00e4higkeit zu lernen im Zusammenhang. <\/p>\n<p>Die Forscher schreiben deshalb, es sei \u201everlockend zu spekulieren\u201c, dass HAR123 die Herausbildung kognitiver Flexibilit\u00e4t f\u00f6rdern k\u00f6nnte \u2013 also die F\u00e4higkeit, zuvor erworbenes Wissen zu verlernen und zu ersetzen.<\/p>\n<p>Wegen dieser wichtigen Funktion \u2013 das Verh\u00e4ltnis von Nerven- und Gliazellen zu steuern \u2013 k\u00f6nnte HAR123 zudem auch bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen und St\u00f6rungen eine Rolle spielen. Ungleichgewichte zwischen Neuronen und Gliazellen sollen im Zusammenhang mit Autismus und Schizophrenie sowie <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1155\/2022\/3201644\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1155\/2022\/3201644&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\">Alzheimer und Parkinson<\/a> stehen. <\/p>\n<p>Nun seien weitere Forschungsarbeiten erforderlich, um die molekulare Wirkung von HAR123 besser zu verstehen und um zu kl\u00e4ren, ob die menschliche Version von HAR123 tats\u00e4chlich f\u00fcr den Menschen spezifische neuronale Eigenschaften vermittelt. Letztlich, so die Forscher, k\u00f6nne die Forschungsrichtung zu einem besseren Verst\u00e4ndnis der molekularen Mechanismen f\u00fchren, die vielen neurologischen Entwicklungsst\u00f6rungen wie Autismus zugrunde liegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Warum sind Menschen intelligent? 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