{"id":419505,"date":"2025-09-13T12:22:12","date_gmt":"2025-09-13T12:22:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/419505\/"},"modified":"2025-09-13T12:22:12","modified_gmt":"2025-09-13T12:22:12","slug":"den-briten-galoppieren-die-schulden-davon-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/419505\/","title":{"rendered":"Den Briten galoppieren die Schulden davon \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>London. Die Parlaments-Session nach der Sommerpause begann f\u00fcr die britische Schatzkanzlerin <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/rachel-reeves?ref=article_a\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" eventaction=\"\" click=\"\" article=\"\" f=\"\" den=\"\" westen:=\"\" briten=\"\" galoppieren=\"\" die=\"\" schulden=\"\" davon=\"\" schul rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rachel Reeves<\/a> mit einer schlechten Nachricht. Die Kosten der Staatsanleihen, der sogenannten Gilts, lagen Anfang September auf dem h\u00f6chsten Stand seit 1998. Die Zinsen f\u00fcr Anleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren waren auf mehr als 5,6 Prozent geklettert, mehr als in jedem anderen Land der <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/g7?ref=article_a\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" eventaction=\"\" click=\"\" article=\"\" f=\"\" den=\"\" westen:=\"\" briten=\"\" galoppieren=\"\" die=\"\" schulden=\"\" davon=\"\" schul rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">G7<\/a>.\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr Reeves ist das ein gr\u00f6\u00dferes Problem, denn es verkleinert ihren Handlungsspielraum, wenn sie Ende November ihren Haushaltsplan vorstellt: Je mehr Geld sie ausgeben muss, um die Schulden zu bedienen, desto weniger hat sie f\u00fcr andere staatliche Ausgabeposten \u00fcbrig. N\u00e4chstes Jahr k\u00f6nnten die Zinszahlungen auf Staatsanleihen auf 111 Milliarden Pfund ansteigen \u2013 etwa doppelt so viel wie der gesamte Verteidigungsetat. In Wirtschaftskreisen bef\u00fcrchtet man, dass die Finanzministerin die Steuern weiter anheben wird, um die n\u00f6tigen Mittel in die Staatskasse zu sp\u00fclen. <\/p>\n<p>Was die Kosten der Staatsverschuldung anbelangt, gilt Gro\u00dfbritannien vielen anderen Industriel\u00e4ndern als Warnung. Das \u201e<a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/wall-street-journal?ref=article_a\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" eventaction=\"\" click=\"\" article=\"\" f=\"\" den=\"\" westen:=\"\" briten=\"\" galoppieren=\"\" die=\"\" schulden=\"\" davon=\"\" schul rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wall Street Journal<\/a>\u201c bezeichnete das Land k\u00fcrzlich als \u201ecanary in the coalmine\u201c \u2013 also als Vorl\u00e4ufer einer Entwicklung, die auch auf andere zukommen k\u00f6nnte. Denn der Trend ist in vielen europ\u00e4ischen Volkswirtschaften \u00e4hnlich: Nach Jahren der tiefen Zinsen und hohen Verschuldung stellen die steigenden Zinss\u00e4tze pl\u00f6tzlich ein handfestes Problem dar. <\/p>\n<p> Die M\u00e4rkte zweifeln<\/p>\n<p>Hohe Zinsen auf Staatsanleihen sind in der Regel ein Zeichen, dass die M\u00e4rkte die Staatsfinanzen f\u00fcr nicht nachhaltig halten. Dass Gro\u00dfbritannien davon so stark betroffen ist, \u00fcberrascht zun\u00e4chst \u2013 denn die Staatsverschuldung ist mit 96 Prozent der Wirtschaftsleistung nicht exorbitant. Sie liegt zwar \u00fcber jener der Eurozone insgesamt (88 Prozent), aber deutlich unter L\u00e4ndern wie Frankreich (114 Prozent), Belgien (107 Prozent) oder Spanien (103 Prozent). <\/p>\n<p>Dass Gro\u00dfbritannien dennoch so hohe Zinsen auf Anleihen zahlen muss, kann laut Experten verschiedene Gr\u00fcnde haben. Ein Faktor ist die Inflation. Lange Zeit lag die allgemeine Teuerung in Gro\u00dfbritannien deutlich \u00fcber jener in vergleichbaren L\u00e4ndern \u2013 2022 war sie mal auf zw\u00f6lf Prozent gestiegen; noch heute ist sie mit rund vier Prozent doppelt so hoch wie in der Eurozone. Das hat die Notenbank <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/bank-of-england?ref=article_a\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" eventaction=\"\" click=\"\" article=\"\" f=\"\" den=\"\" westen:=\"\" briten=\"\" galoppieren=\"\" die=\"\" schulden=\"\" davon=\"\" schul rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bank of England<\/a> dazu veranlasst, den Leitzins nur langsam zu senken: Er liegt heute bei vier Prozent. Das treibt auch die Kosten der Staatsschulden in die H\u00f6he. <\/p>\n<p>Truss wirkt nach<\/p>\n<p>Ein weiterer Faktor sind laut \u00d6konomen die Turbulenzen der vergangenen Jahre. Im Herbst 2022 pr\u00e4sentierte die damalige Premierministerin, <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/liz-truss?ref=article_a\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" eventaction=\"\" click=\"\" article=\"\" f=\"\" den=\"\" westen:=\"\" briten=\"\" galoppieren=\"\" die=\"\" schulden=\"\" davon=\"\" schul rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Liz Truss<\/a>, ihr mittlerweile ber\u00fcchtigtes \u201eMini-Budget\u201c, das saftige Steuersenkungen f\u00fcr Gro\u00dfverdiener ank\u00fcndigte. Es folgte ein heftiger Backlash in den Finanzm\u00e4rkten, die Zinsen f\u00fcr Gilts stiegen rapide an. Als sich das Debakel zu einer Wirtschaftskrise auszuweiten drohte, brach Truss die \u00dcbung ab; sie trat zur\u00fcck, das Mini-Budget war Geschichte. Aber die Episode hat die M\u00e4rkte vorsichtig werden lassen. Laut der \u201e<a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/financial-times?ref=article_a\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" eventaction=\"\" click=\"\" article=\"\" f=\"\" den=\"\" westen:=\"\" briten=\"\" galoppieren=\"\" die=\"\" schulden=\"\" davon=\"\" schul rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Financial Times<\/a>\u201c steht Gro\u00dfbritannien seither auf der \u201enaughty step\u201c, also auf der \u201estillen Treppe\u201c, wie ein unartiges Kind. <\/p>\n<p>Andere wiederum verweisen auf die Steuererh\u00f6hungen und die zus\u00e4tzliche Verschuldung, die Rachel Reeves letztes Jahr veranlasst hat. Diese haben das Vertrauen der Wirtschaftswelt in das britische Fiskalmanagement unterh\u00f6hlt. F\u00fcr Reeves kommt das Problem hinzu, dass die britische Wirtschaft kaum w\u00e4chst. Am Freitag wurden neue Statistiken publiziert, laut denen das Wachstum im Juli komplett zum Stillstand kam. \u201eUnsere Wirtschaft ist zwar nicht kaputt\u201c, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums, \u201eaber es f\u00fchlt sich so an, als stecke sie fest.\u201c <\/p>\n<p>Vor Steuererh\u00f6hung<\/p>\n<p>Entscheidend wird der Haushaltsplan Ende November sein. Experten gehen davon aus, dass die Schatzkanzlerin die Steuern weiter anheben wird, um die Staatsfinanzen auf eine nachhaltige Basis zu stellen. Labour hatte w\u00e4hrend des Wahlkampfs zwar versprochen, die Einkommensteuern nicht heraufzusetzen. Aber viele Wirtschaftsvertreter halten dies angesichts der \u00f6konomischen Realit\u00e4ten nicht mehr f\u00fcr praktikabel. K\u00fcrzlich forderte die Vorsitzende des einflussreichen Industrieverbands Confederation of British Industry, Rain Newton-Smith, dieses Versprechen aufzugeben und die Steuern zu erh\u00f6hen. \u201eLangfristige strategische Steuerreformen\u201c seien jetzt n\u00f6tig, sagte sie. <\/p>\n<blockquote class=\"fm-quote flexmodule flexmodule--quote\">\n<p class=\"fm-quote__text\">         \u00bbUnsere Wirtschaft ist nicht kaputt, aber es f\u00fchlt sich so an, als stecke sie fest.\u00a0\u00ab     <\/p>\n<p>                  Sprecher des Finanzministeriums                  <\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"London. Die Parlaments-Session nach der Sommerpause begann f\u00fcr die britische Schatzkanzlerin Rachel Reeves mit einer schlechten Nachricht. 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