{"id":419512,"date":"2025-09-13T12:26:10","date_gmt":"2025-09-13T12:26:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/419512\/"},"modified":"2025-09-13T12:26:10","modified_gmt":"2025-09-13T12:26:10","slug":"bonitaet-herabgestuft-frankreichs-schulden-lasten-schwerer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/419512\/","title":{"rendered":"Bonit\u00e4t herabgestuft &#8211; Frankreichs Schulden lasten schwerer"},"content":{"rendered":"<p class=\"bold\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tDer Schuldenberg ist riesig, die Regierung wieder zerbrochen &#8211; und die Chance auf Wirtschaftsreformen minimal. Nun d\u00fcrfte es f\u00fcr Paris auch teurer werden, Geld auf dem Kapitalmarkt zu besorgen.\t\t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tParis.<\/p>\n<p>Mitten in der Haushaltskrise in <a href=\"https:\/\/www.freiepresse.de\/thema\/ort\/frankreich\" title=\"Nachrichten f\u00fcr den Ort: Frankreich\" class=\"internal-article-link\" data-ct=\"ENTITY\/LOCATION\/UNKNOWN\/FRANKREICH\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frankreich<\/a> hat die Ratingagentur Fitch die Kreditw\u00fcrdigkeit des Landes herabgestuft. Damit erschwert sie der strauchelnden Regierung in Paris die Finanzierung ihrer Staatsschulden. Die Bonit\u00e4t der zweitgr\u00f6\u00dften Volkswirtschaft in der Eurozone wurde von AA- auf A+ gesenkt, wie Fitch in der Nacht zu Samstag mitteilte. Damit d\u00fcrfte es f\u00fcr Frankreich etwas teurer werden, sich auf dem Kapitalmarkt Geld \u00fcber Staatsanleihen zu besorgen.<\/p>\n<p>Frankreich hat mit rund 3,3 Billionen Euro die h\u00f6chsten Schulden in der Europ\u00e4ischen Union. Gemessen an der Wirtschaftsleistung ist die Schuldenquote mit 114 Prozent die dritth\u00f6chste nach der Griechenlands und Italiens. Auch die Staatsausgaben geh\u00f6ren zu den h\u00f6chsten in Europa. L\u00e4ngst gibt es Sorgen, dass Frankreich die ohnehin schwache wirtschaftliche Entwicklung Europas bremsen k\u00f6nnte.\u00a0<\/p>\n<p>\tAgentur hat wenig Hoffnung auf Reformen<\/p>\n<p>Fitch nennt die hohe und voraussichtlich weiter steigende Staatsverschuldung als einen Grund f\u00fcr die Abstufung. Zudem sieht die Ratingagentur geringe Erfolgschancen f\u00fcr Wirtschaftsreformen, weil das Land innenpolitisch polarisiert und instabil sei. Ein Sinnbild daf\u00fcr sei, dass es seit Mitte 2024 drei verschiedene Regierungen gegeben habe. &#8222;Wir gehen davon aus, dass der Vorlauf zur Pr\u00e4sidentschaftswahl 2027 den Spielraum f\u00fcr eine Haushaltskonsolidierung in naher Zukunft weiter einschr\u00e4nken wird und halten es f\u00fcr sehr wahrscheinlich, dass die politische Pattsituation auch nach der Wahl andauern wird.&#8220;<\/p>\n<p>Zuletzt hatte am Montagabend Premierminister Fran\u00e7ois Bayrou nach nicht einmal neun Monaten im Amt eine Vertrauensfrage im Parlament und daraufhin seinen Posten an der Spitze der Minderheitsregierung verloren.<\/p>\n<p>Frankreichs Haushaltsdefizit lag zuletzt bei 5,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und \u00fcbertrifft damit deutlich die Grenze von 3 Prozent, die sich die Europ\u00e4ische Union im Stabilit\u00e4tspakt gesetzt hat. Die <a href=\"https:\/\/www.freiepresse.de\/thema\/organisation\/eu\" title=\"Nachrichten zu: EU\" class=\"internal-article-link\" data-ct=\"ENTITY\/ORGANISATION\/EU\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU<\/a> hat bereits im Juli 2024 ein Defizitverfahren gegen Frankreich er\u00f6ffnet.\u00a0<\/p>\n<p>\tGreift die EZB ein?<\/p>\n<p>Die Sorge ist gro\u00df, dass Frankreichs Verschuldung au\u00dfer Kontrolle geraten k\u00f6nnte. An den Finanzm\u00e4rkten wird bereits spekuliert, ob die EZB die zweitgr\u00f6\u00dfte Euro-Volkswirtschaft mit Staatsanleihenk\u00e4ufen st\u00fctzen w\u00fcrde. Eine neue Euro-Krise wie im vergangenen Jahrzehnt gilt unter \u00d6konomen im Moment aber nicht als wahrscheinlich.\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr Frankreich werden indes neue Schulden immer teurer: Die Risikoaufschl\u00e4ge f\u00fcr franz\u00f6sische Staatsanleihen sind zuletzt schon deutlich gestiegen, die Rendite zehnj\u00e4hriger Anleihen liegt \u00fcber der von Wertpapieren aus Griechenland. Die Abstufung durch Fitch d\u00fcrfte die Situation versch\u00e4rfen.\u00a0<\/p>\n<p>\tProteste gegen Sparpl\u00e4ne<\/p>\n<p>Ex-Premierminister Bayrou reagierte scharf auf die Herabstufung durch Fitch. &#8222;Ein Land, dessen &#8222;Eliten&#8220; es dazu bringen, die Wahrheit abzulehnen, ist dazu verurteilt, den Preis daf\u00fcr zu zahlen&#8220;, teilt er mit. Bayrou wollte als Premier j\u00e4hrlich Milliarden einsparen und dazu Feiertage streichen, die Zahl der Staatsbeamten senken und Beh\u00f6rden zusammenlegen sowie die \u00f6ffentlichen Ausgaben einschlie\u00dflich der Rentenzahlungen und Sozialleistungen einfrieren. Dagegen gab es heftige Proteste. Der neue Premierminister S\u00e9bastien Lecornu hat angek\u00fcndigt, die Kluft zwischen der politischen Situation und den Erwartungen der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Der Vorsitzende des Finanzausschusses der Nationalversammlung, der Abgeordnete \u00c9ric Coquerel von der linksradikalen Partei LFI, sieht in der Herabstufung das Resultat von &#8222;zwei Monaten einer katastrophistischen Rhetorik \u00fcber die finanzielle Lage des Landes&#8220;. Coquerel warnte, sollte die n\u00e4chste Regierung ebenfalls auf die Finanzm\u00e4rkte setzen, um eine harte Sparpolitik durchzusetzen, steuere sie direkt auf die von ihr selbst angek\u00fcndigte Katastrophe zu \u2013 und werde das Land noch tiefer in die wirtschaftliche, soziale und \u00f6kologische Krise treiben. (dpa)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Schuldenberg ist riesig, die Regierung wieder zerbrochen &#8211; und die Chance auf Wirtschaftsreformen minimal. 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