{"id":419694,"date":"2025-09-13T14:06:14","date_gmt":"2025-09-13T14:06:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/419694\/"},"modified":"2025-09-13T14:06:14","modified_gmt":"2025-09-13T14:06:14","slug":"unsere-wirtschaft-braucht-aufbruchstimmung-wir-in-dortmund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/419694\/","title":{"rendered":"\u201eUnsere Wirtschaft braucht Aufbruchstimmung\u201c | Wir in Dortmund"},"content":{"rendered":"<p>Am 11. September hatte die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund erneut zu ihrem traditionellen Jahresempfang eingeladen. Rund 500 G\u00e4ste aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Kultur folgten der Einladung und wurden von IHK-Pr\u00e4sident Heinz-Herbert Dustmann und IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Stefan Schreiber willkommen gehei\u00dfen.<\/p>\n<p>Gleich zu Beginn seiner Rede sprach der Pr\u00e4sident von notwendigem Aufbruch und notwendiger Aufbruchstimmung. Was bei der Er\u00f6ffnung des IHK-Forums gelungen sei, m\u00fcsse nun auch f\u00fcr die deutsche Wirtschaft gelingen \u2013 ein sp\u00fcrbarer Neuanfang. \u201eUnsere Unternehmen brauchen dringend Zuversicht, Planungssicherheit und Wachstumsperspektiven. Der gro\u00dfe wirtschaftspolitische Wurf steht aber noch aus\u201c, machte Dustmann deutlich.<\/p>\n<p><strong>Erwartungshaltung gegen\u00fcber der neuen Bundesregierung<\/strong><br \/>Seit 128 Tagen ist die neue schwarz-rote Bundesregierung im Amt. Sie war mit dem Versprechen gestartet, die deutsche Wirtschaft zu st\u00e4rken, B\u00fcrokratie abzubauen und bessere Rahmenbedingungen f\u00fcr Investitionen zu schaffen. Doch aus Sicht der regionalen Wirtschaft ist die erhoffte Wende bislang ausgeblieben. Zwar wurden erste Entlastungen angek\u00fcndigt \u2013 etwa durch Steuererleichterungen oder Infrastrukturprogramme \u2013, doch die n\u00f6tige Dynamik fehlt. Besonders kleine und mittlere Unternehmen k\u00e4mpfen weiterhin mit hohen Energiekosten und Belastungen durch B\u00fcrokratie.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Betriebe haben fest mit der Senkung der Stromsteuer, reduzierten Netzentgelten und sp\u00fcrbaren Entlastungen gerechnet\u201c, so der IHK-Pr\u00e4sident. Doch noch habe die Bundesregierung ihre Ank\u00fcndigungen nicht umgesetzt. Die Folge sei eine zunehmende Verunsicherung: Investitionen w\u00fcrden verschoben, Insolvenzen n\u00e4hmen zu und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Standorts Deutschland drohe weiter zu sinken.<\/p>\n<p>Die IHK fordert deshalb entschlossenes Handeln: Die Lohnnebenkosten m\u00fcssten wieder wettbewerbsf\u00e4hig werden, die Energiekosten ein international tragf\u00e4higes Niveau erreichen. Genehmigungsverfahren m\u00fcssten schneller und einfacher werden, und der B\u00fcrokratieabbau d\u00fcrfe kein Schlagwort bleiben.<\/p>\n<p><strong>IHK-Umfrage zeigt die Skepsis der Unternehmen<\/strong><br \/>Wie gro\u00df die Skepsis der Unternehmen weiterhin ist, verdeutlicht die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage, an der sich 320 Betriebe aus Dortmund und Hamm sowie dem Kreis Unna beteiligten. Fast die H\u00e4lfte (48 Prozent) bewertet die Arbeit der Bundesregierung mit \u201eausreichend\u201c oder sogar \u201emangelhaft\u201c. Nur 16 Prozent sind zufrieden und vergeben die Noten \u201egut\u201c oder \u201esehr gut\u201c. 36 Prozent vergeben ein \u201ebefriedigend\u201c. Auch die Einsch\u00e4tzungen zur Gesch\u00e4ftslage zeigen eine Stagnation, denn \u00e4hnlich sah das Stimmungsbild vor einem Jahr aus: 30 Prozent der Unternehmen beurteilen ihre Lage als gut, 50 Prozent als befriedigend und 20 Prozent als schlecht.<\/p>\n<p>Besonders die unsichere US-Zollpolitik und die Einf\u00fchrung des neuen Basiszollsatzes von 15 Prozent d\u00e4mpfen die Exporterwartungen. Fast jedes dritte Unternehmen (32 Prozent) geht von r\u00fcckl\u00e4ufigen Ausfuhren aus. F\u00fcr Dustmann ein klares Warnsignal. Der enorme administrative Aufwand durch st\u00e4ndig wechselnde Bestimmungen sei f\u00fcr viele Betriebe ein \u00c4rgernis und binde dringend ben\u00f6tigte Fachkr\u00e4fte in den Verwaltungen.<\/p>\n<p><strong>IHK fordert aktive Fl\u00e4chenpolitik in den Kommunen<\/strong><br \/>In der Umfrage wurde auch die Lage auf kommunaler Ebene beleuchtet. Das Ergebnis f\u00e4llt \u00e4hnlich ern\u00fcchternd aus: 60 Prozent der Unternehmen geben der Kommunalpolitik auf einer Skala von eins bis f\u00fcnf die Noten \u201evier\u201c oder \u201ef\u00fcnf\u201c. 31 Prozent bewerten sie mit \u201ebefriedigend\u201c und lediglich neun Prozent zeigen sich zufrieden. Als dringendste Themen nennen die Unternehmen den B\u00fcrokratieabbau (91 Prozent), schnellere Genehmigungsverfahren (85 Prozent), den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur (68 Prozent) sowie Sicherheit und niedrigere Gewerbesteuern (jeweils 65 Prozent).<\/p>\n<p>Auch die Fl\u00e4chenpolitik muss sich nach Ansicht von IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Stefan Schreiber grundlegend \u00e4ndern. \u201eWir brauchen eine angebotsorientierte Fl\u00e4chenpolitik, also das Gegenteil der jetzigen Beschlusslagen einiger Kommunen, die bedauerlicherweise die Messlatten und die B\u00fcrokratie erh\u00f6hen, wenn es darum geht, Unternehmen in Freir\u00e4umen anzusiedeln.\u201d<br \/>Sorgen bereitet der IHK auch die Entwicklung in vielen Zentren der Region. \u201eEine attraktive und sichere Innenstadt, wo das Einkaufen und Verweilen Freude machen, ist die Grundvoraussetzung f\u00fcr eine attraktive Kommune. Hier sind die Verwaltungen aufgefordert, die Rahmenbedingungen zu schaffen, die das erm\u00f6glichen\u201d, betonte Dustmann.<\/p>\n<p>Angesichts geopolitischer Krisen und zunehmender Cyberangriffe war auch die Sicherheitslage Thema der Umfrage. 50 Prozent der Unternehmen bef\u00fcrworten die h\u00f6heren Verteidigungsausgaben im Staatshaushalt, 24 Prozent halten sie f\u00fcr zu niedrig, 27 Prozent f\u00fcr zu hoch.<\/p>\n<p>Beim Thema IT-Sicherheit zeigt sich ein gemischtes Bild: 38 Prozent der Unternehmen f\u00fchlen sich ausreichend vorbereitet, ebenso viele sind unsicher, und 24 Prozent sehen deutliche Defizite. Die IHK reagiert mit Angeboten wie dem landesweiten IT-Sicherheitstag NRW am 3. Dezember.<\/p>\n<p><strong>Positive Signale f\u00fcr den Aufbruch<\/strong><br \/>Trotz vieler kritischer Befunde gibt es auch positive Signale: 82 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass ihre Gesch\u00e4ftslage in den kommenden Monaten stabil bleibt oder sich verbessert \u2013 ein Plus von 5 Prozentpunkten gegen\u00fcber dem Vorjahr. Damit Zuversicht Realit\u00e4t wird, \u201ebrauchen wir wirtschaftliche Dynamik. F\u00fcr diese Dynamik sorgen Menschen, Fachkr\u00e4fte und kluge K\u00f6pfe\u201c, so Dustmann, der in diesem Zusammenhang nicht nur an den erfolgreichen Start des \u201einnoclubs\u201c der IHK f\u00fcr Start-ups und etablierte Unternehmen erinnerte, sondern auch an die Gr\u00fcndungspreisverleihung von IHK und HWK im Sommer. \u201eEs gibt viele innovative und tatkr\u00e4ftige Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcnder in unserer Region \u2013 und wir geben ihnen gerne eine B\u00fchne.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am 11. 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