{"id":420189,"date":"2025-09-13T18:45:13","date_gmt":"2025-09-13T18:45:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/420189\/"},"modified":"2025-09-13T18:45:13","modified_gmt":"2025-09-13T18:45:13","slug":"kommunalwahlen-in-nrw-jung-weiblich-selten-kommunalpolitikerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/420189\/","title":{"rendered":"Kommunalwahlen in NRW: Jung, weiblich, (selten) Kommunalpolitikerin\u00a0"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 13.09.2025 19:53 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Studien zeigen: Noch immer sind Frauen in Stadtr\u00e4ten und Kreistagen unterrepr\u00e4sentiert. Die H\u00fcrden f\u00fcr junge Frauen sind hoch. Dabei w\u00e4ren ihre Perspektiven wichtig f\u00fcr die Demokratie.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Junge, weibliche Stimmen sind ein wichtiges Gegengewicht zur \u00dcbermacht der alten, wei\u00dfen M\u00e4nner&#8220;, sagt Caroline Werner. Die 33-j\u00e4hrige Lehrerin ist Mutter einer 3-j\u00e4hrigen Tochter und kandidiert bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen im sauerl\u00e4ndischen Sundern f\u00fcr den Stadtrat.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Nahezu in jedem politischen Gremium \u00fcberwiegen \u00e4ltere, wei\u00dfe Herren. Das ist nicht automatisch schlimm, wird aber dann zum Problem, wenn die Bed\u00fcrfnisse junger Familien, M\u00fctter oder Frauen nicht mehr mitgedacht werden&#8220;, findet die SPD-Politikerin.\u00a0<\/p>\n<p>    Frauen werden anders behandelt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Junge, weibliche Pionierinnen m\u00fcssen Prozesse ansto\u00dfen und die Weichen stellen f\u00fcr eine bessere Vereinbarkeit von Familie und politischem Engagement, damit andere nachziehen k\u00f6nnen&#8220;, w\u00fcnscht sich Caroline Werner. &#8222;Das klingt anstrengend, ist aber ein aufregender Prozess.&#8220; Nach der Wahl am 14. September will sie sich f\u00fcr starke Familien, sichere Verkehrswege und verantwortungsvollen Umweltschutz einsetzen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Frauen werden immer noch h\u00e4ufig anders behandelt und untersch\u00e4tzt&#8220;, sagt Werner. &#8222;Die Geschichte der Vereinbarkeit von Familie und ehrenamtlichem Engagement oder Familie und Beruf, klingt wie ein alter Hut, ist aber tagesaktuell.&#8220; M\u00fctter, oder generell Eltern junger Kinder, seien strukturell auch in der Politik benachteiligt. Ihre Probleme werden h\u00e4ufig nicht mitgedacht, weshalb ein politisches Engagement ungleich schwieriger werde.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        &#8222;Frauen werden immer noch h\u00e4ufig anders behandelt und untersch\u00e4tzt&#8220;, sagt Werner.\n                    <\/p>\n<p>    Frauen sind unterrepr\u00e4sentiert<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dem stimmt auch Helga Lukoschat zu. Die Politologin ist Vorsitzende der Europ\u00e4ischen Akademie f\u00fcr Frauen in Politik und Wirtschaft und forscht zu Frauen in F\u00fchrungspositionen und Politik. &#8222;In der Region und in den von uns untersuchten St\u00e4dten liegen die Frauenanteile im Stadtrat deutlich unter 50 Prozent, die Spannbreite geht von 24 bis 39 Prozent&#8220;, erkl\u00e4rt Lukoschat.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gerade in der Kommunalpolitik seien Frauen und vor allem j\u00fcngere Frauen unterrepr\u00e4sentiert. &#8222;Auff\u00e4llig ist die Altersstruktur: Zwei Drittel der Mandatstr\u00e4ger sind \u00fcber 50, zum Teil \u00fcber 70 Jahre alt und sehr lange dabei. Der Anteil der unter 30-J\u00e4hrigen liegt dagegen bei 5,3 Prozent.&#8220;\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>    Im Zweifel Kinderbetreuung statt politischer Termin<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die SPD-Politikerin Caroline Werner aus Nordrhein-Westfalen blickt dennoch optimistisch in ihre politische Zukunft. Sie m\u00f6chte Angelegenheiten, die sie und ihre Heimat betreffen, direkt nachvollziehen und steuern. &#8222;Mein Kind selbst stellt nie eine H\u00fcrde dar. Viele Termine erlauben es problemlos, Kinder auch mitzunehmen&#8220;, sagt sie. &#8222;Die Vielzahl an Terminen f\u00fchrt jedoch dazu, dass politisches Engagement in Kombination mit Familie h\u00e4ufig nur mit entsprechender R\u00fcckendeckung funktionieren kann.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nat\u00fcrlich gebe es eine Vielzahl an Terminen, an denen sie eine Betreuung suchen und sich im Zweifel f\u00fcr die Kinderbetreuung und gegen den politischen Termin entscheiden m\u00fcsse. &#8222;Das ist schade, aber dieses Problem ist bislang ungel\u00f6st.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>    Verzicht im Privatleben<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die 29-j\u00e4hrige Anna Hu\u00dfmann m\u00f6chte f\u00fcr die CDU in den Wuppertaler Stadtrat ziehen. &#8222;Grunds\u00e4tzlich erlebe ich als junge Frau in der Politik dieselben Herausforderungen wie im Berufsleben: Vertrauen muss man sich erarbeiten&#8220;, sagt Hu\u00dfmann. &#8222;Per se ist das nichts Schlechtes, solange jeder die gleichen Chancen hat. F\u00fcr mich ganz pers\u00f6nlich ist die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung, meine berufliche Karriere und das Ehrenamt zu vereinen &#8211; das geht nur mit Verzicht im Privatleben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Besonders wichtig sei ihr die Gesundheitspolitik. Eine wohnortnahe, verl\u00e4ssliche medizinische Versorgung m\u00fcsse Teil moderner Stadtentwicklung sein.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Politik sollte im besten Fall immer einen Querschnitt der Gesellschaft abbilden, findet Hu\u00dfmann &#8211; und dazu geh\u00f6rten eben auch 50 Prozent Frauen. &#8222;Gleicherma\u00dfen gilt es auch junge und alte Perspektiven, arme und reiche Perspektiven zu ber\u00fccksichtigen. Engagement ist immer noch ein Privileg, welches sich nicht jeder leisten kann oder will.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>    Wichtige Perspektive fehlt im Land<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch die k\u00fcnftige Studentin Sienna Leesberg m\u00f6chte in die Politik. Kaum 18 Jahre alt und schon auf dem Wahlzettel. &#8222;F\u00fcr mich geht es darum, Br\u00fccken zu bauen, zwischen Generationen, Lebenswelten und auch zwischen Stadt und Land&#8220;, sagt Leesberg.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sie ist die j\u00fcngste Kandidatin von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen bei der Wahl f\u00fcr den Arnsberger Stadtrat. Heute feiert sie ihren 18. Geburtstag, einen Tag sp\u00e4ter steht sie zur Wahl. &#8222;Wenn die H\u00e4lfte der Menschen im Land nicht angemessen vertreten ist, fehlt eine wichtige Perspektive&#8220;, findet die junge Gr\u00fcnen-Politikerin. &#8222;Gerade j\u00fcngere Frauen bringen Erfahrungen mit, die sonst oft unsichtbar bleiben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das gelte f\u00fcr den Einstieg ins Berufsleben, bei Bildungschancen oder auch in Fragen bez\u00fcglich der Zukunft. Die gesamte Gesellschaft abzubilden sei das Fundament f\u00fcr eine funktionierende Demokratie.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Nat\u00fcrlich begegnet man als junge Frau oft der Frage: Kannst du das \u00fcberhaupt? Das macht es nicht immer leicht, die Entscheidung zu treffen, in die Politik zu gehen&#8220;, erz\u00e4hlt Leesberg. &#8222;Zweifel und Unsicherheit begleiten einen t\u00e4glich. Aber genau deshalb m\u00fcssen Parteien junge Frauen f\u00f6rdern und den Weg daf\u00fcr ebnen.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        &#8222;F\u00fcr mich geht es darum, Br\u00fccken zu bauen, zwischen Generationen, Lebenswelten und auch zwischen Stadt und Land&#8220;, sagt Sienna Leesberg.\n                    <\/p>\n<p>    Ein Fremdk\u00f6rper in der Politik?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das sieht auch Politologin Helga Lukoschat so. &#8222;In der Kommunalpolitik ist es besonders wichtig, rechtzeitig und kontinuierlich Frauen anzusprechen und zu f\u00f6rdern. Das darf nicht erst kurz vor der Wahl passieren&#8220;, fordert Lukoschat.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Junge Frauen f\u00fchlten sich als Fremdk\u00f6rper und die Untersuchungen h\u00e4tten gezeigt, dass sie zum Beispiel weniger ernst genommen werden. &#8222;Auch der Stadtrat und die Verwaltungsspitze sind gefragt, ihre Sitzungs- und Diskussionskultur offen, respektvoll und zeitschonend zu gestalten, zum Beispiel mit digitalen Formaten. Damit wird auch f\u00fcr die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesorgt&#8220;, sagt Lukoschat.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr junge Frauen wie Sienna Leesberg, Anna Hu\u00dfmann und Caroline Werner ist politischer Alltag nicht immer einfach. &#8222;Mein Alltag wird wohl irgendwo zwischen dem Studium der Internationalen Beziehungen in Kleve und Terminen im Sauerland liegen, also st\u00e4ndig in Bewegung&#8220;, erwartet Leesberg. &#8222;Meine Hoffnung ist, dass Politik wieder inhaltlicher und l\u00f6sungsorientierter wird.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Alle drei Frauen w\u00fcnschen sich, dass Frauen in der Politik besser repr\u00e4sentiert sind. Sie wollen zeigen, dass sich politisches Engagement lohnt, um etwas vor Ort zu bewegen.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 13.09.2025 19:53 Uhr Studien zeigen: Noch immer sind Frauen in Stadtr\u00e4ten und Kreistagen unterrepr\u00e4sentiert. 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